Geschichte und Vision von filia.die frauenstiftung

Wir, die Gründerinnen von filia, haben die Vision von einer gerechten, menschenwürdigen und vielgestaltigen Welt, zu der Frauen* Entscheidendes beizutragen haben. Es ist unser Interesse, dass Frauen* und Mädchen* überall auf der Welt bessere Chancen erhalten und dass sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.“
(Aus der Gründungspräambel 2001)

Unsere Mission:

filia.die frauenstiftung fördert Projekte von und für Frauen und Mädchen, die strukturellen Wandel zum Ziel haben. Unser Motto ist „Change, not Charity“ – „Sozialer Wandel, nicht Wohlfahrt“. Deshalb fördern wir vor allem Programme und Initiativen, die sich für die Freiheit von Gewalt einsetzen, gesellschaftliche Teilhabe fordern und demokratische Strukturen stärken – in Mittelosteuropa, im Globalen Süden und in Deutschland.

 

Was wir sind:

filia versteht sich als Tochter der Frauen*bewegung. Daher der Name: filia ist das lateinische Wort für Tochter. filias Mission ist es, Mittel zur Verfügung zu stellen und diese zu „verwandeln“, indem sie Geld in Aktivitäten von Frauen* und Mädchen* für Frauen* und Mädchen* fließen lässt. Das Ziel, das alle verbindet: Change, not Charity – sozialer Wandel, nicht Wohlfahrt!

Die Gründerinnen haben sich 2001 für das Modell der Gemeinschaftsstiftung entschieden: Sie ist angelegt auf eine wachsende Gemeinschaft, die Kapital und Ideen investiert, damit Frauen* mehr Macht und Einfluss gewinnen. So bringt filia Frauen*-Bewegung und Stiftungs-Arbeit zusammen.

filia ist eine Plattform zur Stärkung von Frauen* und Mädchen*. Wir fördern Frauen* und Mädchen* weltweit.  Bis Ende 2021  hat filia  über 530 Projekte in mehr als 50 Ländern unterstützt.

Was wir wollen:

Als Förderin* und Advokatin* unterstützen wir Frauen* und Mädchen* weltweit bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorhaben, die sozialen Wandel zum Ziel haben. filia vertritt einen intersektionalen Ansatz: Unser besonderes Augenmerk gilt Frauen* und Mädchen*, die mehrfach diskriminiert und benachteiligt sind: wegen ihres Geschlechts, ihrer ethnischen und sozialen Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer sexuelle Orientierung, ihrer Religion, ihres Alters…

Was wir tun:

filia fördert Basisgruppen und Netzwerke, die sich für Frauenrechte stark machen und strukturell etwas verändern wollen. Warum? Weil wir denken, dass Frauen * vor Ort die Situation am besten kennen und deshalb besser einschätzen können, wie Geld sinnvoll eingesetzt werden kann. Weil wir sie als Expertinnen* ernst nehmen. Und uns als Partnerinnen* sehen, nicht als Wohltäterinnen*

Unsere Mission als Frauenstiftung: Wir verteilen Geld um. Mit privaten Spenden und Zustiftungen können wir direkt Frauen*gruppen fördern. Dabei stehen kleinere Basisgruppen ganz oben, die keinen Zugang zu diesen Quellen haben. Auf diese Weise unterstützen wir lokale und Community-basierte Programme.

In unseren operativen Programmen, für die filia externe Mittel akquiriert, können wir Themen setzen, die in der Frauenstiftungsbewegung als relevant angesehen werden und uns „auf den Nägeln brennen“, wie der wachsende Antifeminismus oder Häusliche Gewalt in Corona-Zeiten. Hier kooperieren wir mit Ministerien, anderen Stiftungen und Unternehmen. Auch innerhalb dieser Programme bemühen wir uns darum, so viele Mittel wie möglich an kleine Gruppen umzuverteilen (Re-Granting).

Wir sind viele:

filia ist international vernetzt, wir haben langfristige Partnerschaften mit Frauen*organisationen und – Stiftungen in der ganzen Welt aufgebaut. Seit der Gründung ist filia Mitglied der weltweit wachsenden Frauenstiftungsbewegung.

 

Wie alles begann: Eine Stiftung von und für Frauen*

filia.die frauenstiftung wurde 2001 von neun Frauen mit einem Gründungskapital von 260.000 Euro in Wiesbaden gegründet. Diese neun Gründerinnen sind Stifterinnen auf Lebenszeit. Sie wählten das Modell der Gemeinschaftsstiftung, das auf Wachsen und Mitmachen angelegt ist; denn viele sollen sich daran beteiligen, die Welt für Frauen* und Mädchen* zu verbessern.

Anfangs wurden die Geschäfte ehrenamtlich geführt, aber bald war die Arbeit so nicht mehr zu bewältigen. Eine hauptamtliche Geschäftsstelle wurde gegründet und 2004 nach Hamburg verlegt.

Die Gemeinschaftsstiftung wurde größer. Nicht nur die Zahl der Mitarbeiter*innen wuchs, glücklicherweise wuchs auch das Kapital (Stand 2021: 16 Millionen Euro). Die Anzahl der Geber*innen und der Projektförderungen steigt ebenfalls kontinuierlich.

filia nach der Finanzkrise

Ein großer Einschnitt: Die Finanzkrise und die gesunkenen Renditen zwangen die Stiftung 2011, eine Förderpause einzulegen. Diese wurde gut genutzt: Nachdem durch die drastisch gesunkenen Zinsen das ursprüngliche Stiftungsmodell in Frage gestellt war, bekam das Fundraising eine wichtige Rolle. filia ist heute keine rein kapitalgestützte Stiftung mehr, sondern eine spendenorientierte Stiftung. Spenden, besonders regelmäßige Zuwendungen, können zeitnah genutzt werden und sichern die Arbeit der Stiftung. Außerdem akquirieren wir externe Mittel wie öffentliche Zuwendungen, Mittel in Kooperation mit anderen Stiftungen und mit Unternehmen.

Auch strategisch hat sich filia in dieser Zeit neu aufgestellt:

  • Im strategischen Plan 2012–2017 definierte die Stiftung erstmals klare Rollen: filia ist Fundraiserin*, Anlegerin*, Förderin*, Adokatin* für Frauen*rechte.
  • Das Fundraising wurde diversifiziert.
  • In Deutschland wurde das MädchenEmpowermentProgramm MEP aufgelegt. Deutschlandweit werden damit seither Mädchen*projekte gefördert. Ein Mädchen*beirat entscheidet mit, welche Projekte umgesetzt werden.
  • Der Strategische Plan 2017-2021 setzt zusätzlich weitere Schwerpunkte: Klimawandel, Frauen* und Flucht, generationsübergreifender Dialog.
  • Mit dem Empowerment Programm Frauen* & Flucht EFF werden seit 2020 geflüchtete Frauen* in Deutschland gefördert. Auch dort berät ein Beirat von Frauen* mit Flucht- und Migrationserfahrungen bei der Vergabe der Mittel.

filias Motto: Geld verwandeln +++ Frauen* stärken +++ Welt verändern

filia-zitat-01