Archiv unserer filia Kooperationsprojekte

2018: Zivilgesellschaft braucht sichere Räume zum Wachsen

Partnerinnen*: Ukrainian Women’s Fund, Women’s Fund in Georgia und Women’s Resource Center Armenia

Seit mehreren Jahren beschäftigt Stiftungen und Frauen*organisationen die Einschränkungen ihrer gesellschaftlichen Handlungsspielräume. Strukturelle Auflagen, öffentliche Diffamierungen, direkte Bedrohungen erschweren zunehmend ihre Arbeit und beeinflussen Motivation und Zuversicht zum gesellschaftlich wirksamen Handeln.
Auf dem letzten internationalen Treffen von Prospera im Herbst 2017 wurde ein Workshop organisiert, auf dem sich alle hier angeführten Partnerinnen* zu dem Thema „Shrinking bzw. closing spaces“ austauschten. Es wurde die Notwendigkeit formuliert, Strategien für einen aktiven Widerstand gegen die unterschiedlichen Formen der Bedrohungen für die Entwicklung der Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte zu entwickeln. Gerade kleinere Organisationen, die noch keine internationalen und wenig nationale Kontakte haben, benötigen dringend eine Stärkung durch Informationen und Vermittlung von Handwerkszeug. Sonst besteht die Gefahr der Anpassung oder des Aufgebens der systemherausfordernden Aktivitäten und Kampagnen.

Das Thema der Einschränkung zivilgesellschaftlicher Organisationen geht alle an, die Demokratieentwicklung und zivilgesellschaftliche Beteiligung unterstützen. Frauenstiftungen und -organisationen sind in den drei teilnehmenden Ländern besonders betroffen, weil „Gender“ und Einhaltung der Menschenrechte für alle in den traditionell und patriarchal ausgerichteten Ländern als Provokation verstanden werden, als Angriff auf Tradition und vermeintliche kulturelle Werte. Deshalb ist die länderübergreifende Zusammenarbeit hier ein Zukunftsprojekt. Die armenische Organisation ist das erste Mal bei einem Kooperationsprojekt dieser Art beteiligt. Durch die Unterstützung der Projektförderung werden neue Organisationen erreicht, die sich gemeinsam auf der Klausurtagung weiterbilden und auf der Abschlusstagung präsentieren.

2017: Trialogprojekt „Back to the Future“

Partnerinnen*: Ukrainian Women’s Fund und Women’s Fund Georgia

Im Trialogprojekt „Back tot he Future“ arbeiteten insgesamt zehn Frauen*organisationen aus der Ukraine, Georgien und Deutschland daran, Aktivistinnen* unterschiedlicher Generationen zusammen zu bringen.
Auf einer Konferenz im November 2017 in Kiew wurden die Ergebnisse präsentiert (als Videos, Fotos, Performances, Podcasts…) und diskutiert. Die „Produkte“, die bei den Projekten entstanden sind, sowie auch die Diskussionen bei der Kiewer Konferenz beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Fragen: Welche Träume haben die älteren Feministinnen*? Worauf können Frauen* und Mädchen* aufbauen? Wie sieht ihre Lebenswirklichkeit heute aus und wie wollen sie morgen leben? Was bewegt sie?

Bereits zum dritten Mal kooperiert filia mit dem Auswärtigen Amt. Nachdem das Ministerium unseren deutsch-georgische Austausch der letzten zwei Jahre mitfinanziert hat, unterstützt es nun unser Trialog-Projekt, das filia mit den Schwesternstiftungen Women’s Fund in Georgia und Ukrainian Women’s Fund gemeinsam initiiert hat. Zum Projektauftakt traf sich eine Initiativgruppe bei filia in Hamburg, um das Projekt im Detail zu planen und sicher zu stellen, dass die Ideen und Bedürfnisse aller Partnerinnen* ausreichend Berücksichtigung finden.

Lesen Sie die Kurzbeschreibungen der zu den im Rahmen dieses Kooperationsprojekt geförderten Projekte hier!

2016: Mädchen* verändern gemeinsam Gesellschaft

Partnerin*: Women’s Fund in Georgia

Dank der erneuten Förderungen durch das Auswärtige Amt konnten wir 2016 auf das Projekt „Nichts über uns ohne uns“ aufbauen. Wieder wurden fünf Projekte in Georgien gefördert. Dieses Mal fuhren acht Mädchen* und junge Frauen* aus Deutschland nach Georgien. Sie kamen aus von filia geförderten Projekten sowie aus dem filia-Mädchenbeirat. Für alle war es das erste Mal, dass sie ein Land im Kaukasus besuchten. Umso erfreuter war das Wiedersehen mit den Georgierinnen*, die im vergangenen Jahr in Deutschland waren. Die Abschlussveranstaltung in Tiflis war für Gäste Gastgeberinnen* ein voller Erfolg.

2015: „Nicht über uns ohne uns“ – Austauschprogramm mit deutschen und georgischen Mädchen*

Partnerin*: Women’s Fund in Georgia

Es begann mit einem Förderprogramm für Mädchen* und junge Frauen*, das der Women’s Fund in Georgia auf einer Initiative von filia basierend im eigenen Land ausgeschrieben hatte. Überrascht waren die Frauen* unserer Schwesterstiftung über die große Zahl der Anträge und die Vielzahl an Ideen, die von sehr jungen Frauen* entwickelt wurden. Das Projekt inklusive Austausch lief wie folgt ab: In Georgien wurden sechs Mädchen*projekte realisiert, am Jahresende kam eine Gruppe von Mädchen* und jungen Frauen* aus diesen sechs Projekten für eine Woche nach Berlin, um dort Organisationen kennenzulernen und sich mit den Mädchen* vom filia-Mädchenbeirat auszutauschen. Krönender Abschluss war eine Veranstaltung in der Weiberwirtschaft, wo Projekte und Anliegen vorgestellt und gefeiert wurden. Der meistgenannte Wunsch in der Auswertung: mehr solcher Begegnungen und Weiterführung des Programms.

filia-zitat-01