Das Empowerment-Programm Frauen* & Flucht – wir fördern geflüchtete Frauen* in Deutschland

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Fast die Hälfte der internationalen Migrant*innen sind Frauen*, rund 40% der in Deutschland lebenden Geflüchteten* sind Frauen* und Mädchen*. Geflüchtete und migrantische Frauen* erfahren mehrere Formen von Diskriminierung, nicht nur durch restriktive Aufenthaltsgesetze sondern auch durch patriarchale, rassistische und sexualisierte Unterdrückung und Gewalt.

Sie stehen oft vor enormen Hürden: unsicherer Aufenthaltsstatus, unangemessene Unterkünfte, eingeschränkter Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt. Viele Frauen* erleben geschlechtsspezifische Traumata, waren oder sind sexueller Belästigung und Gewalt ausgesetzt.

Viele geflüchtete und migrantische Frauen sowie Inter*, Trans*, queere und nicht-binäre Geflüchtete und Migrant*innen organisieren und vernetzen sich, kämpfen für ihre Rechte. Mit dem seit 2020 laufenden Empowerment-Programm Frauen* & Flucht (EFF) möchte filia diese Gruppen und Initiativen dabei unterstützen, sich zu stärken und in der Gesellschaft sichtbar zu sein. Beispielsweise durch Unterstützung beim Community-Building, bei Vernetzung, Stärkung vorhandener Fähigkeiten und Kenntnisse, beim Schaffen von sicheren Räumen (s. Geförderte Projekte).

Selbstorganisierte geflüchtete und migrantische Frauen* im Mittelpunkt

Im Rahmen von EFF werden Gruppen und Projekte von neu angekommenen, geflüchteten und migrantischen Frauen* gefördert, die sich selbst organisieren. Das heißt: Sie entscheiden selbst über ihre Ziele und gestalten ihre Aktivitäten. Geflüchtete und migrantische Frauen* stehen im Mittelpunkt. Das gesamte Programm ist zweisprachig, Englisch und Deutsch, von der Ausschreibung über die Anträge bis zur Arbeit im Beirat.

filia ist es wichtig, nicht nur die Symptome von Ungleichheit zu behandeln, sondern auch die Wurzeln der Probleme anzufassen. Es werden Gruppen unterstützt, die intersektional strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft erreichen wollen. Durch Empowerment verbessern sich individuelle Situationen, Communities werden politisch gestärkt, Frauen* glauben an sich und kämpfen gemeinsam für Veränderung. Austausch und Vernetzung bedeuten auch Selbstbestimmung und mehr Sichtbarkeit.

Beirat aus geflüchteten und migrantischen Frauen*

Wie in filias MädchenEmpowermentProgramm gibt es auch bei EFF einen Beirat. Der Beirat ist aktuell eine Gruppe aus zehn geflüchteten und migrantischen Frauen*, die die Stiftung bei der Vergabe der Fördergelder und der weiteren Entwicklung des Programms beraten. Es ist ein wichtiger Schritt, dass Personen das Programm mit gestalten und entscheiden, die selbst aktiv sind und Erfahrung mit Flucht und Migration haben.

Mehr Informationen zum EFF-Beirat gibt es hier »

Projekte werden im partizipativen Prozess ausgewählt

Im Sommer 2020 gab es die erste und im Sommer 2021 die zweite EFF-Ausschreibung: Insgesamt haben wir über 150 Anträge erhalten.
Die Förderentscheidung wird in einem mehrstufigen partizipativen Prozess getroffen: Die Anträge werden zunächst in filias Geschäftsstelle erfasst, dann trifft der Beirat eine Vorauswahl. Über diese Anträge diskutieren die Beirät*innen bei einem Treffen in Hamburg und legen gemeinsam fest, welche Gruppen gefördert werden sollen. Sie empfehlen dann filias Stiftungsrat, welche Gruppen und Projekte gefördert werden sollen.

Insgesamt gab es so bislang folgende Förderungen:

  • zehn Impulsförderungen über bis zu 5.000€ (2020 gestartet),
  • zwei strategische Förderungen über insgesamt 20.000€ (2020 und 2021),
  • zwölf Förderungen über 3.000 bis 8.000€ (2021 gestartet).

Aktuell ist noch unklar, wie das Programm ab 2022 genau weitergeht. Weitere Infos werden an dieser Stelle folgen.

Vergangene Projekte im Rahmen des Empowerment-Programms Frauen* und Flucht finden Sie in unserem Projektarchiv.»

keine-ausschreibung

Ihre Ansprechpartnerin

Sie wollen mehr über das Empowerment-Programm Frauen* und Flucht von filia erfahren? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

filia-team-lea-rzadtki

Lea Rzadtki
Referentin Empowerment-Programm Frauen* und Flucht
l.rzadtki@filia-frauenstiftung.de
+49 (0)40 380 381 9982
+49 (0)176 15 15 13 30

Aktuelle Projekte von und mit geflüchtete und migrantische Frauen

Women in Exile e.V.
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BIWOC Rising
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International Women Space
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Bunte Frauen bei PLUS. Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V.
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Starke Frauen
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Refugees Emancipation e.V.
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Cafe Merhaba im Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum Fürth
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Women for Justice
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Spanischsprechende Frauen in Baden-Württemberg e.V.
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Initiative für Vielfalt und Teilhabe
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Our Voice
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Afrikanischer Kulturverein Palanca e.V.
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Shahrzad e.V. – Verein für gehörlose Flüchtlinge und Migranten
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Utamara e.V.
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Jambo e.V.
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ADNA for Agreement and Empowerment e.V.
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Muslimische Frauengruppe in Bremerhaven
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Aktuelle Projekte von und mit geflüchteten und migrantischen Frauen*

Strategische Förderung: Women in Exile e.V.

Ort: Potsdam

Fördersumme 2020 + 2021: 20.000 Euro

Women in Exile ist eine 2002 in Brandenburg von Flüchtlingsfrauen gegründete Initiative, die für ihre Rechte kämpfen. Wir haben entschieden, uns als Flüchtlingsfrauengruppe zu organisieren, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass Flüchtlingsfrauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen* durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen* diskriminiert. In den nächsten zwei Jahren werden wir uns auf Veranstaltungen konzentrieren, die darauf zu laufen, dass wir im Jahr 2022 das 20-jährige Bestehen von Women in Exile feiern. Die Idee ist, im Jahr 2021 eine bundesweite Bustour zu machen, ein Archiv für unsere Arbeit aufzubauen, für ein Buch zu recherchieren und es zu schreiben. Im Sommer 2022 werden wir einen Geschichtsmonat der WiE feiern und das Buch vorstellen. Durch Treffen und Empowerment-Workshops mit Flüchtlingsfrauen, die in den Lagern leben, und denen, die das Glück haben, einen Aufenthalt bekommen zu haben, sowie mit unseren Freundinnen ohne Fluchthintergrund werden wir ein Konzept entwickeln, wie wir zwei starke Sommerveranstaltungen für Flüchtlingsfrauen und feministische Gruppen bundesweit durchführen können. Dies werden wir tun, ohne unseren Fokus auf die langjährige Kampagne „Kein Lager für Frauen und Kinder, alle Lager abschaffen“ zu verlieren. Wir beabsichtigen, unsere landesweiten Netzwerkgruppen, die die Flüchtlingsfrauen und ihre Unterstützerinnen einschließen, einzubinden.

www.women-in-exile.net
www.facebook.com/Women-in-Exile-Friends-953605994710745/
https://twitter.com/women_in_exile?lang=en

Starke Frauen

Ort: Tübingen

Fördersumme: 5.000 Euro

Wir sind eine Gruppe von Frauen, fast ausschließlich mit Migrations- und/oder Fluchterfahrung. Über ein Filmprojekt 2016-17 im Stadtmuseum Tübingen „Regie für mein Leben übernehmen“ über Frauen und Flucht haben wir uns kennen gelernt. Nach diesem intensiven und erfolgreichen Projekt, das stärkend und öffentlich wirksam war, sind wir weiterhin in Kontakt geblieben und haben Ausschau nach neuen Möglichkeiten einer Weiterführung des Projektes gehalten. Wir wissen, dass viele Frauen/ Mütter im Bekanntenkreis in oder vor einer Trennung stehen und mühsam ihren Weg suchen. Manche sehen den Einzug ins Frauenhaus als einzigen Ausweg. Wir möchten sie vernetzen und stärken, so dass sie nicht alleine mit Schuldgefühl kämpfen, sondern gestützt werden und mit gestärktem Bewusstsein und gereifter Persönlichkeit durch die oder aus der Krise gehen. Wir möchten uns in 5 Workshops diesen Themen ganzheitlich – Emotions- und Körperarbeit, Wissen/Input, Selbsterfahrung, Übung – annähern. Drei Frauen aus der Gruppe leiten das Projekt. Alle anderen Frauen sind gleichberechtigte Expertinnen, Mitgestalterinnen.

Die Förderung dieses Projekts wurde 2020 bewilligt; aufgrund der besonderen Umstände des letzten Jahres wurde die Laufzeit des Projekts verlängert.

Bunte Frauen bei PLUS. Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V.

Ort: Mannheim

Fördersumme: 5.000 Euro

PLUS bietet psychologische Beratung, Selbsthilfe – und Jugendgruppen und Veranstaltungen von LSBTIQ* für LSBTIQ* zur Verbesserung der psychosozialen Gesundheit und Lebensqualität. Seit 2015 setzt sich PLUS verstärkt für LSBTIQ* Geflüchtete ein und bietet seitdem psychologische Unterstützung, Anhörungsvorbereitung, soziale Anbindung an und ehrenamtliche Unterstützung aus der Community, Vermittlung an Anwält*innen, Therapeut*innen und andere Beratungsstellen, fördert Selbstorganisation und Begegnung und sensibilisiert bei Sozialarbeitenden, Unterkünften, Behörden, Ämtern und Lokalpolitik. Kernstück der Arbeit ist die selbstorganisierte Gruppe „Unicorn Refugees“. Sie wurde 2016 von LSBTIQ* Geflüchteten gegründet und trifft sich 1-2 Mal im Monat. Geleitet wird die Gruppe von einer geflüchteten lesbischen Schwarzen Frau und einer geflüchteten nicht-binären queeren PoC. Mit der Förderung können 2 Geflüchtete* die Koordination einer Gruppe für Frauen* aufnehmen zum gegenseitigen Austausch, selbstbestimmten Formulieren und Erfüllen ihrer Bedürfnisse, Vernetzung mit lokalen lesbiqueeren und feministischen Gruppen, Teilnahme an Veranstaltungen zur Stärkung und Begegnung.

Die Förderung dieses Projekts wurde 2020 bewilligt; aufgrund der besonderen Umstände des letzten Jahres wurde die Laufzeit des Projekts verlängert.

www.plus-mannheim.de/index.php/refugees-welcome/unicorn-refugees

Refugees Emancipation e.V.

Ort: Potsdam / Brandenburg

Fördersumme: 4.978 Euro

Refugees Emancipation ist eine selbstorganisierte Flüchtlingsorganisation. Gegründet wurde die Organisation vor etwa 20 Jahren von einer Gruppe von Geflüchteten, die mit vielen Ambitionen nach Deutschland gekommen waren, aber feststellen mussten, dass sie als Asylsuchende kaum die Möglichkeit hatten, zu studieren, zu arbeiten oder sich selbständig zu machen. Sie beschlossen, sich selbst zu ermächtigen und brachten Internet in die Camps. So entstand das Projekt des selbstorganisierten Internetcafés.
Ein sehr wichtiger Punkt, der wichtigste, ist der legale Aufenthalt Geflüchter in Deutschland. Ein Aufenthaltstitel, der vom Amt erteilt wird, öffnet die Tür, damit sie an Integrationskursen, Ausbildung etc. teilnehmen können. Die Verweigerung des Aufenthalts durch das Amt ermöglicht ihnen keine Integration. Deshalb wollen wir politische Instrumente nutzen wie: Organisation von Demos im ganzen Land Brandenburg; Verfassen und Versenden von Berichten mit den Geflüchteten an den Brandenburger Landtag und andere Institutionen schicken; Zusammenarbeit mit einer Anwältin; Zusammenarbeit mit der Presse; Treffen mit den Frauen für weitere Strategien.

www.refugeesemancipation.com

Spanischsprechende Frauen in Baden-Württemberg e.V.

Ort: Stuttgart

Fördersumme: 7.520 Euro

Der Verein ist aus einer Initiative entstanden, die schon seit Ende 2018 spanischsprechende Frauen in Baden-Württemberg vernetzt und mit einer Vielzahl von Angeboten unterstützt hat. Seit April 2021 sind wir offiziell ein eingetragener gemeinnütziger Verein. In den letzten zweieinhalb Jahren haben wir uns gegenseitig unterstützt, indem wir individuelle und gruppenbezogene Bildungstreffen, Konferenzen, Workshops, Bildungsgespräche in den Bereichen persönliche Entwicklung, Bildung, Sprache, Arbeit, Familie, Gesundheit, Finanzen und Nachhaltigkeit konzipiert, geplant, organisiert und durchgeführt haben. Wir haben ein klares Konzept der Vernetzung und Stärkung von Frauen, das auf universellen Prinzipien (Solidarität, Synergie, Dankbarkeit, Altruismus), aber vor allem auf gutem Beispiel und Zusammenhalt basiert.
Mit dieser finanziellen Unterstützung möchten wir weiterhin spanischsprechende Frauen empowern und vernetzen. Konkret möchten wir: einen Yoga und Meditation-Kurs anbieten; 10 Workshops über den Umgang und die Verarbeitung unserer Emotionen; 10 Workshops, in denen es darum geht, wie man die eigenen Finanzen verwalten kann; 10 Workshops für Ältere Migrantinnen.

www.spspfrauen.org

Our Voice (über Radio Dreyeckland)

Ort: Freiburg

Fördersumme: 8.000 Euro

Our Voice, die Stimme der Unsichtbaren, ist die selbstverwaltete Geflüchtetenredaktion für Freiburg und Umgebung. Das Projekt begann 2017 mit einem sechsköpfigen Team mit vier RedakteurInnen mit Fluchterfahrung und zwei weißen Deutschen KoordinatorInnen. 2018 wurde die Verantwortung der Koordination an zwei Redakteurinnen übergeben. In den Sendungen erzählen diejenigen, die fliehen mussten und hier leben ihre vielfältigen Geschichten. Wir senden auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Kurdisch, Persisch, Türkisch. Neu ist der Podcast „Colourful Culture“ einmal monatlich.
Neben regionaler und überregionaler Vernetzung von Our Voice möchten wir in Kooperation mit verschiedenen lokalen antirassistischen und feministischen Träger*innen ein neues migrantisch-diasporisches und queeres Publikum erschließen. Geplant sind fünf Veranstaltungen: Zum einen in Kooperation mit der Rosa Hilfe und einer Gruppe queerer Geflüchteter, wo Betroffene zu Wort kommen sollen. Es soll einen Empowermentworkshop für Frauen (Frauenpowertag – inzwischen schon ein Klassiker der Redaktion) geben. Wir nehmen uns außerdem des Themas weibliche Genitalverstümmelung FGM an und laden drei Referentinnen – darunter eine Betroffene – ein, die uns auch über operative Maßnahmen aufklären. Wir kooperieren mit den kurdischen Frauen in Freiburg, die politisch sehr aktiv sind auf beim LaDIYFest, bei Filmvorführungen, bei ihrer regelmäßigen Vokü und feministischen Kundgebungen. Außerdem wollen wir die Women in Exile Berlin einladen, notfalls auch online, denn die Erfahrung zeigt, dass diese gut besucht sind.

www.rdl.de/our-voice

Utamara e.V.

Ort: Kasbach-Ohlenberg

Fördersumme: 7.200 Euro

Durch eine europaweite Spendenkampange (“Women need their own spheres to realize their dreams…”) der „International Free Women‘s Foundation“ in Rotterdam wurde 2004 der Grundstein unserer Frauenbegegnungsstätte gelegt. Mit dem Ziel einen solidarischen Ort zu schaffen, an dem Frauen zusammenkommen, sich gegenseitig zu stärken, bilden und zu organisieren, gründeten 2006 mehrheitlich kurdische Frauen die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. Wir teilen unser vielfältiges Wissen und Erfahrungen miteinander und stemmen gemeinsam Projekte mit dem Ziel, uns selbst und alle andern als Frauen zu empowern. Wir vernetzen uns und fördern die Vernetzung und Organisierung anderer Frauen. Insbesondere in unseren Communities fördern wir den Ansatz der Selbsthilfe. Der Aufbau von Beratung und Selbsthilfegruppen, Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen (z.B. zu Brautgeld) sind Teil unserer Arbeit, ebenso wie die Organisierung von Wendo-Kursen, Mutter-Kind-Workshops und kulturelle Veranstaltungen.
Im April 2020 tötete Cemal A. seine Frau Besma. In einem Offenen Brief haben wir mit anderen diese Tat als Femizid bezeichnet, uns klar gegen das Label „versehentliche Tötung im betrunkenen Kopf“ positioniert. In unserer Arbeit haben wir viel mit den Traumata der ezidischen Community zu tun – dass Männer ihre Frauen töten ist überall gleich, aber Umgang, Reaktion und Prävention in solchen Fällen müssen unterschiedlich erfolgen. Wir wollen mit der Förderung das Bewusstsein um häusliche Gewalt und Femizide insbesondere in die kurdische und ezidische Gesellschaft tragen.

https://www.utamara.org

ADNA for Agreement and Empowerment e.V.

Ort: Aachen

Fördersumme: 6.000 Euro

ADNA for Agreement and Empowerment e.V. ist ein junger Verein bestehend aus Menschen mit Migrationsbiografien, die in der Städteregion Aachen leben. Ziel des Vereins ist es, der Gesellschaft zu dienen und Neuzugewanderte mit Migrationsbiografie zu unterstützen. Der Verein sieht sich als eine Gemeinschaft, die offen für alle Menschen ist. Der Verein steht für ein freundliches und aufgeschlossenes Miteinander in Zuversicht und Geborgenheit. Wir legen viel Wert auf soziale Kompetenz und Integration in eine funktionierende Gemeinschaft. Wir wollen Raum bieten für qualifizierte, kompetente und motivierte Gruppenarbeit sowie für kreative und innovative Entfaltungsmöglichkeiten.
Wir möchten mit unseren Aktivitäten Frauen mit Fluchterfahrung einen geschütztester Austausch-Plattform anbieten, um ihre Traumata, die sie während ihrer Fluchtwege erlebt hatten zu verarbeiten. Aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erleben sie Diskriminierungsvorfälle im Alltag, womit sie meistens nicht wirklich gut umgehen können. Die Überforderung kennen sie bereits aus ihren Herkunftsländern, wo sie überwiegend ihre Sexualität anonym ausleben müssen. In Deutschland angekommen fühlen sie sich zwar frei, dennoch von vielen Vorurteile im Alltag in der Community konfrontiert. Wir möchten ihnen eine Dialograum mit Genossinnen anbieten. Sie sollen durch die gemeinsamen Unternehmungen (z.B. Ausflüge) sich effizienter vernetzen, um einen besseren Anschluss in die neue Gesellschaft zu erreichen.

https://adna-association.com/

Strategische Förderung: BIWOC Rising

Ort: Berlin

Fördersumme 2020 + 2021: 20.000 Euro

BIWOC Rising ist der erste intersektionale Coworking (Arbeits-) und Sozialraum in Deutschland. BIW*oC (engl.) steht für: Black, Indigenous (formerly colonised), women* of colour, sowie alle die sich als Frau identifizieren und schließt bewusst die Transgender Communities und nicht-binäre Menschen of colour mit ein. BIWOC Rising ist eine Migrantinnen*selbstorganisation und durch die große Nachfrage nach mehr Safer Spaces zur intersektionalen Empowerment Arbeit und wirtschaftlichen Teilhabe aus der Zielgruppe heraus entstanden und hat somit den Vorteil genau auf die Bedürfnisse zu reagieren und Lücken zu schließen. Wir sind Migrantinnen*, Geflüchtete, Frauen* of colour der migrantischen Diaspora, Afro-Deutsche, Sint*ezze und Rom*nja etc. Zusätzlich identifizieren sich viele von uns als Queer, Inter* und Trans* – der Beirat wird von queeren Schwarzen und Frauen* of colour bekleidet. Der größte Teil unserer Community kommt aus Arbeiterfamilien und einige haben körperliche Beeinträchtigungen. Mit unserem Mentoringprogramm greifen wir hier ein und bringen BIW*oC zusammen, um von unseren Erfahrungen zu lernen. Dabei geht es nicht nur um die technischen Hürden wie z.B. Bewerbungsschreiben, sondern explizit darum, wie es Personen trotz intersektionaler Diskriminierung geschafft haben. Das sind kostbare Erfahrungen und Skills, die noch unsichtbar sind für unsere Community.

www.biwoc-rising.org
www.facebook.com/biwocrising2020
www.instagram.com/biwocrising
www.youtube.com/channel/UCc1KrkT9nYJzuykHVhwWDDg

Cafe Merhaba im Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum Fürth

Ort: Fürth

Fördersumme: 4.000 Euro

Wir sind eine größere Gruppe von geflüchteten Frauen aus Syrien, Irak, Iran und Afganistan. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus dem Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum hat uns alle „zusammengesammelt“. Wir lebten in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Fürth. Wir treffen uns jeden Freitag. Wir tauschen uns aus, erzählen von unserem Leben in Fürth und unseren Sorgen, Problemen und Wünschen. Alle in unserer Gruppe haben eine gute Ausbildung. Wir haben in unseren Herkunftsländern gearbeitet, auch dort Familie und Beruf unter einen Hut gebracht. In Deutschland fühlen wir uns gerade auf die Familie reduziert. Wir wollen uns Referenten von Jobcenter/ Agentur für Arbeit und verschiedene Frauen aus Berufen einladen, die uns beraten, wie und was wir mit unseren Ausbildungen leisten können. Welche Praktika sind wo möglich? Wir wollen auch schauen, dass wir gerade unseren Mädchen eine gute Bildungsebene schaffen.

Die Förderung dieses Projekts wurde 2020 bewilligt; aufgrund der besonderen Umstände des letzten Jahres wurde die Laufzeit des Projekts verlängert.

www.muetterzentrum-fuerth.de

Break Isolation Group / International Women Space

Ort: Berlin

Fördersumme: 5.000 Euro

Die Break Isolation Group (BIG) ist eine Arbeitsgruppe des IWS (International Women Space e.V. in Berlin). Die Gruppe ist eine selbstorganisierte Gruppe von geflüchteten Frauen, die in verschiedenen Unterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg leben. Die Gruppe wurde 2018 aus dem Bedürfnis nach unabhängiger Selbstorganisation von geflüchteten Frauen für geflüchtete Frauen gegründet. Ziel der Gruppe ist es, die Isolation von Frauen, die neu im deutschen Asylsystem ankommen, zu vermindern. Im Herbst 2021 wollen wir unser Peer-to-Peer-Empowerment auf das Aufnahmezentrum Eisenhüttenstadt ausweiten, indem wir die Frauen dort zu unseren Workshops einladen. Dies wird auch unsere Empowerment-Arbeit effektiver machen, da wir die Frauen zu dem Zeitpunkt erreichen, an dem sie am meisten Unterstützung brauchen. Später, nach der Verteilung auf andere Lager in Brandenburg, werden sie die Arbeit, die wir leisten, multiplizieren. Wir hoffen, dass wir bis 2022 einen festen Platz in Eisenhüttenstadt haben werden, die die Nachhaltigkeit des Projekts unterstützt.

https://iwspace.de/?v=3a52f3c22ed6

Women for Justice e.V.

Ort: Burgwedel

Fördersumme: 6.000 Euro

Women for Justice e. V. ging aus der Platform for Struggle for Women Held in Captivity (2015-2018) hervor und wurde 2019 in Deutschland vor dem Hintergrund des Völkermords des „IS“ an den Ezid_innen gegründet. Wir haben 40 Mitglieder und Ehrenamtliche in Deutschland, der Türkei, in Kurdistan/Irak, dem Irak, in Syrien, Belgien und England, unser Netzwerk geht darüber hinaus. Viele der Mitglieder sind ezidische Frauen, auch Überlebende sind unter den aktiven Mitgliedern. Zu unseren Grundlagen gehört ein umfassendes Verständnis von Gerechtigkeit, dass die Dimensionen Gesundheit/Trauma, Recht, Integration, Ausbildung, Wiederaufbau einschließt.
Um all die Ideen und Projekte umzusetzen sowie eine Stimme im öffentlichen Diskurs zu haben, bedarf es der kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit. Mit der Förderung möchten wir die Erstellung von Videoclips über unsere bestehenden und geplanten Projekte finanzieren, Flyer und Broschüren zur Information erstellen lassen sowie ihre Übersetzung mindestens in’s Kurdische und Englische. Wir wollen die anstehenden Kampagnen medial in einer hohen Frequenz begleiten. Wir werden die Ausstellung „ÜberLeben. Ezidinnen nach dem Femizid 2014. Aufarbeitung – Gerechtigkeit – Menschenrechte Broschüre zur Ausstellung“ digitalisieren.

www.womenforjustice.net

Initiative für Vielfalt und Teilhabe (über diversu e.V.)

Ort: Lüneburg

Fördersumme: 8.000 Euro

Unsere Gruppe gründete sich als Ergebnis von Diskussionen bezogen auf die Partizipationsoptionen in Lüneburg und im Rahmen des Projekts Zukunftsstadt 2030+. Hier wird an dem Leitbild der Stadt gearbeitet. Dabei wurden die Bevölkerungsgruppen migrantischer Herkunft am Anfang nicht angesprochen. Deren Präsenz und Teilhabe in der Stadt und Region Lüneburg werden kaum berücksichtigt. Wir sind eine Gruppe von 6 Frauen mit verschiedenen Berufen, Interessen, Migrations- und Fluchterfahrungen.
Ausgangslage: Obwohl einige Frauen* mit Migrations- oder Fluchterfahrung in Deutschland bzw. in Lüneburg leben, bleiben ihre Perspektiven und Stimmen in der politischen Mitgestaltung oft ungehört. Unser Vorhaben und die damit verbundenen Ziele: Eine Veranstaltungsreihe organisieren, die Frauen* mit Flucht- und Migrationserfahrung adressiert und darauf zielt sich gegenseitig zu stärken, die strukturellen Barrieren zu reduzieren und vielfältige Teilhabechancen sichtbar zu machen. Insgesamt sind 7 Veranstaltungen à 3 Std. vorgesehen.

www.diversu.org

Afrikanischer Kulturverein Palanca e.V.

Ort: Eberswalde

Fördersumme: 8.000 Euro

Wir sind eine Gruppe aus Frauen und Queers mit und ohne Flucht und/oder Rassismuserfahrung. Wir waren und sind alle in unterschiedlichen antirassitsichen Gruppen in Eberswalde und Barnim organisiert wie z.B. dem Bürger*inenasyl Barnim oder Barnim für Alle. Das Palanca dient uns dabei als wichtiger Vernetzungs- und Treffpunkt. Nun wollen wir unsere antirassitische Empowermentarbeit um feministisches Empowerment erweitern.
1.) Wir möchten geflüchteten Frauen und ihren Kindern ein niedrigschwelliges kulturelles Angebot machen. Ziel ist es zwanglos das kulturelle Angebot für Frauen und Kinder im Barnim und einander kennenzulernen. Gleichzeitig sind wir bereits und werden weiterhin bei alltäglichen, sozialen oder bürokratischen Problemen ansprechbar sein und Unterstützung anbieten. So wollen wir über Aktivitäten und auf Augenhöhe die Bedarfe ermitteln.
2.) Wir wollen die Frauen und/oder ihre Themen in die lokale antirassistische Arbeit mit einbinden. Dazu braucht es Dolmetscher*innen, Kinderbetreuung, bedarfsgerechte Workshops der politischen Bildung, des Empowerments und der Antidiskriminierungsarbeit von Expert*innen, die selbst Erfahrungen mit Flucht, Migration und Rassismus haben. Die gerechte Verteilung von Reproduktions und Sorgearbeit sind uns in unserer Gruppe und der politischen Arbeit wichtig, deswegen wollen wir gemeinsam durch Expert*innen mehr darüber lernen.

https://www.facebook.com/pages/category/Community/Palanca-ev-111900767013347/

Shahrzad e.V. – Verein für gehörlose Flüchtlinge und Migranten

Ort: Köln

Fördersumme: 8.000 Euro

Im Dezember 2017 fand die erste Mitgliederversammlung statt. Unser Angebot richtet sich an Gehörlose, die zudem einen Migrationshintergrund haben bzw. geflüchtet sind. Bei dieser Gruppe gibt es das erhöhte Risiko, Traumata erlebt oder Gewalterfahrungen gemacht zu haben. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unseren Klient*innen in vielfältiger Weise Angebote zu machen. Zentral sind Kurse für Deutsche Gebärdensprache und Computerkenntnisse. Yoga-Kurse, die Vermittlung von Inhalten zu deutscher Kultur und Geschichte sowie Ausflüge, zum Beispiel in Museen, gehören zu unseren Vorhaben. Unsere neuen Räumlichkeiten, die wir seit Anfang 2021 nutzen, wollen wir auch zu einem Treffpunkt unserer Klient*innen gestalten. Wir wollen so vernetzend wirken und zur Selbsthilfe beitragen. Die Aneignung wichtiger Fähigkeiten geht Hand in Hand mit der Freizeitgestaltung und Aktivitäten mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen teilen. In der Kommunikation mit unseren Klient*innen haben einige Frauen das Bedürfnis geäußert, an einem Schwimmkurs teilzunehmen. Dies ist ein Angebot, das wir gerne in Form einer Frauen*gruppe schaffen würden.

https://www.shahrzad-gehoerlose.de

Jambo e.V.

Ort: Essen

Fördersumme: 4.350 Euro

Der Verein „Jambo e.V.“ wurde in 2019 in Essen von fünf Frauen aus verschiedenen afrikanischen Ländern und 2 Männern (Kenia und Deutschland) gegründet. Seit 2009 arbeiten die Gründer*innen ehrenamtlich in den Feldern „soziale und wirtschaftliche Integration“, weil wir in der praktischen Arbeit erkannt hatten, dass insbesondere alleinstehende und alleinerziehende Frauen afrikanischer Herkunft gezielt Opfer von rassistischer und häuslicher Gewalt in Deutschland sind und diese Frauen selten Ansprechpartner*innen für ihre individuellen Probleme vor Ort hatten. Zur häuslichen Gewalt zählen wir auch „Genitalverstümmelung“. Der Verein hat sich seit 2019 mit allen relevanten Frauenberatungsstellen vor Ort vernetzt, eigene Ressourcen über Fortbildungen aufgebaut und belastbare Kontakte zur afrikanischen Community in Essen hergestellt. Die zu behandelnden Probleme werden von den Hilfesuchenden Frauen bestimmt.

Muslimische Frauengruppe in Bremerhaven (über Weser-Ems-Perspektiven e.V.)

Ort: Bremerhaven

Fördersumme: 3.352 Euro

Wir sind eine arabisch-, türkisch- und kurdische Frauengruppe in Bremerhaven. Viele der Frauen stammen aus Syrien und haben größtenteils Fluchthintergrund und leben somit noch nicht sehr lange in Deutschland. Diese Gruppe ist in den letzten fünf Jahren entstanden. Wir haben zusammengefunden, da wir nicht nur die gleichen Sprachen sprechen und Musliminnen sind, sondern weil wir gemeinsame Interessen haben, uns für eine gute Integration für uns und unsere Familien in Deutschland einzusetzen, sowie unserer Kultur und Sprache an unsere Kinder weiterzugeben. Wir sind eine Gruppe von ca. 100 Frauen.
Wir organisieren gemeinsame Feste, wir treffen uns in kleinen und großen Gruppen und leben hiermit ein Stück unserer Kultur in Gemeinschaft mit den hier in Bremerhaven ansässigen Familien. Auch machen wir gemeinsame Ausflüge und haben schon bestimmte Workshops/Workshopwochenende organisiert. Darüber hinaus finden wir uns zusammen, um uns bestimmten Themen, die im Interesse aller sind, zu widmen und an der Umsetzung zu arbeiten. Themen: Soziale Teilhabe/Chancengleichheit; Fit fürs Internet/PC-Grundlagenkurs; Deutschunterricht + Alphabetisierung; Umgang mit Diskriminierung.

www.weser-ems-perspektiven.de