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filia_news_2020/3 | filia.die frauenstiftung


Liebe Leser*innen, liebe filia-Interessierte* und Unterstützer*innen,

dieses Foto stammt aus einem Mädchen*kunstprojekt. Die Gruppe schuf einen „Vertrauensraum“, wo sich auch traumatisierte Mädchen* und Mädchen* mit Fluchterfahrungen sicher und stark fühlen konnten. Sie lernten, für ihre Gefühle einen Ausdruck zu finden.

Der Sommer ist vorbei, der Coronavirus begleitet uns alle in den Herbst. Auf unsere Arbeit und für filia als Gemeinschaftsstiftung hat das unterschiedliche Auswirkungen:

Solidarische Mittelvergabe: filia wurde überraschend angefragt, ob wir ein europaweites Unterstützungsprogramm umsetzen würden, wo Frauen*, die gerade in dieser Phase der Pandemie von Häuslicher Gewalt betroffen sind, unbürokratisch unterstützt werden können. Ja, das wollten wir! Viel zusätzliche Arbeit kam auf das Programmanagement zu, eine Kollegin verzichtet auf einen Teil ihrer freien Zeit. Hier berichtet Svenja Genthe mehr über den Verlauf und die Reaktionen aus den Ländern.

Auftakt digital: Besonders aufgeregt und auch gespannt waren wir, wie das neue Empowermentprogramm Frauen* und Flucht EFF angenommen werden wird. Ob wir relevante Anträge erhalten werden? Ob sich Frauen* für die Arbeit im Beirat bewerben werden? Von ersten Ergebnissen und dem ersten Treffen der Beirätinnen* – ebenfalls virtuell – kann Lea Rzadtki, die das Programm leitet, viel Erfreuliches berichten.

Kommunikationsräume: Wir haben beschlossen, einmal im Monat einen größeren Raum außerhalb der Geschäftsstelle für eine Teamsitzung anzumieten, wo wir alle gemeinsam an einem Tisch sitzen können. Wir nennen das „Präsenzteam“. Wir bemühen uns, aus unseren Erfahrungen zu lernen. Die digitalen Teams und die Möglichkeit, im HomeOffice zu arbeiten, bedeuten für jede*n von uns ein Gewinn an Lebensqualität. Aber was geht verloren, wenn wir zu selten direkt miteinander reden? Zum Beispiel entstehen Konflikte und Unstimmigkeiten, wenn unterschiedliche Meinungen nicht direkt verhandelt werden können.  Ein Raum für Annahmen wird dann eröffnet, die oft nicht im direkten Kontakt geklärt werden. Deshalb hoffen wir sehr, unsere Stiftungsratssitzung im Oktober als „Präsenzveranstaltung“ durchführen zu können. Denn wir leiten einen Prozess ein, in dem es auch um Strategien für die Zukunft von filia gehen wird und um Transformationen innerhalb der Geschäftsstelle.

„Wind of Change“: Erste internationale digitale Kampagne: Neues lernen wir auch aus der Workshop-Reihe, die am 25. August begonnen hat. Wie berichtet, wurde aus einer Begegnungswoche in Armenien eine Serie von Workshops an Computern, die in vier Ländern stehen. Geht denn das – virtuell über vier Ländergrenzen hinweg eine gemeinsame Kampagne entwickeln? Die letzte Antwort steht noch aus – aber der Prozess innerhalb unserer Kooperation „Basisfrauen mobilisieren für Demokratie“ ist vielversprechend.

Der 3. Oktober steht vor der Tür: 30 Jahre Uneinigkeit? In zahlreichen Studien wird die Aussage belegt, dass zwischen Ost- und Westdeutschland noch erhebliche Lücken klaffen, sich Unterschiede eher verstärkt als aufgelöst haben. Die Einkommen im Osten sind um 14 % niedriger und Vermögen konnten dort nur zu 50 % angespart werden. Das ist auch für Stiftungen eine interessante Zahl. Aber eine Überraschung auch hier: Unter der Überschrift „Wo der Westen dem Osten folgte“ veröffentlicht das Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung zum Thema Gleichstellung einen Aufschwung vom Osten in Richtung Westen, eine „Vorbild“-Wirkung, die es wohl in keinem weiteren gesellschaftlichen Bereich gegeben hat.
Besonders interessant: Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist im Osten – wenn auch generell auf niedrigerem Niveau – wesentlich geringer als im Westteil Deutschlands. Teilweise verdienen Frauen sogar mehr als ihre Männer, was im Westteil nicht vorkommt.

Das Deutsche Digitale Frauenarchiv – hier gibt es immer Vieles zu entdecken – hat sich unter feministischen Gesichtspunkten des Themas angenommen. Unter 30 Jahre geteilter Feminismus finden Sie Interviews, zahlreiche Eindrücke und Fotos aus einer Zeit des Aufbruchs, der Hoffnungen und Lust am Mitgestalten, der Ent-Täuschungen und Lebensumbrüche von Frauen* aus der DDR.

Auch hier könnte aus damals ungenutzten Gelegenheiten, wohl gehüteten Vorurteilen und Beharren auf den eigenen Überzeugungen innerhalb der Frauengruppen und -bewegungen gelernt werden. Mehr Begegnungen und gegenseitiges Zuhören hätten uns vielleicht mehr Kraft gegeben, uns gemeinsam für Frauenrechte und unterschiedliche Lebensentwürfe einzusetzen.

Das ist jetzt ein Grußwort über das Lernen geworden. Denn das ist unsere klitzekleine Hoffnung: Dass „nachher“ nicht alles so weiter geht wie „vorher“. Dass wir etwas lernen aus der Pandemie-Krise.

Bleiben Sie filia gewogen. Begleiten Sie uns beim Lernen und Wachsen. Ihre Spende gibt der Gemeinschaftsstiftung mehr Spielraum, um zu fördern und zu gestalten. Im Interesse von Frauen* und Mädchen*.

Ihre Katrin Wolf und das filia-Team




I. Es eilt: Häusliche Gewalt gegen Frauen lindern in Corona-Zeiten

Als Mitte April 2020 in vielen Ländern das öffentliche Leben hinter Plexiglasscheiben und direkte Begegnungen hinter Masken zu „verschwinden“ begannen, erreichte filia eine Anfrage, die für viele Frauen* in Not ein Fenster öffnen konnte.

Die Geschäftsführerin des europäischen Netzwerkes Women Against Violence Europe WAVE fragte bei filia an, ob wir kurzfristig ein größeres Eil-Förderprogramm in die Welt bringen könnten. Die von einer großen Stiftung für Frauen*einrichtungen bereitgestellten Gelder sollten Opfern von Häuslicher Gewalt zu Gute kommen.

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Gut 193.000 Euro standen zur Verfügung und sollten so schnell wie möglich unter den Mitgliedern von WAVE nach bestimmten Kriterien und auf Antrag verteilt werden.

Für filia war schnell klar, dass wir uns einer solchen Aufgabe unbedingt zuwenden wollten. „Freiheit von Gewalt“ ist ein Hauptthema der Stiftung, doch mit eigenen Mitteln können wir kein relevantes Eilangebot finanzieren. In kürzester Zeit entwickelte das Projektmanagement von filia einen Umsetzungsplan für das Programm, der mit WAVE vertraglich festgehalten und vereinbart wurde. Schon Mitte Juni versendete filia die Ausschreibung an 67 WAVE-Mitglieder in 23 ost- und südosteuropäischen Ländern. Registrierte Frauenorganisationen konnten Mittel bis zu einer Höhe von 9.650 Euro als Krisenunterstützung beantragen. filia kommunizierte hierbei transparent, dass nur 20 Organisationen gefördert werden konnten und solche mit einem kleinen Jahresbudget und wenigen finanziellen Reserven bevorzugt werden würden.

Aber wie viele würden sich bewerben?

Am 1. Juli lagen filia 33 Anträge vor. Wir waren beim Lesen jedes einzelnen Kurzberichts mehr als erschüttert, wie drastisch sich für viele Frauen* die Situation durch Covid 19 verschlechtert hatte und wie dringend der Unterstützungsbedarf war.

Häusliche Gewalt betrifft Frauen* aus allen Schichten der Gesellschaft. Aber Frauen*, die wirtschaftlich unterprivilegiert sind, einer ethnischen oder religiösen Minderheit angehören, deren sexuelle Orientierung oder Identität offen angefeindet werden die of Color sind, die mit einer Behinderung leben, die alt sind - um nur einige Beispiele zu nennen - leiden besonders.

In den Anträgen kamen die Probleme aus all diesen Gruppen zur Sprache. Glücklicherweise mussten wir bei der Projektauswahl die Marginalisierungsmerkmale nicht in Konkurrenz zueinander setzen. Da finanziell schwache Frauenorganisationen begünstigt werden sollten, ließen sich 20 Förderpartnerinnen schnell identifizieren. Ihr Jahresbudget liegt zwischen 9.000 und 143.000 Euro. Eine Ausnahme bildet eine Organisation aus Kroatien. Diese musste zu den Problemen der Pandemie am 22. März 2020 auch noch ein Erdbeben überstehen, was die dortige Situation drastisch erschwert hat.

Die 20 Förderpartnerinnen befinden sich in den 12 Ländern: Armenien (2), Albanien (3), Georgien (3), Griechenland (1), Kroatien (2), Kosovo (1), Malta (1) Nordmazedonien (1), Polen (1), Rumänien (2), Russland (2) und Ungarn (1).

Hauptsächlich wird das Geld für zusätzliche Personalkosten in den Organisationen, die lebensnotwendige Grundversorgung der Opfer von häuslicher Gewalt (Nahrung, Hygiene, ...) sowie Schutzräume und IT-Infrastruktur benötigt.

Aus Griechenland schreibt das European Anti-Violence Network sinngemäß: „… Schutzunterkünfte (Betten) für Frauen*, die mit ihren Kindern vor Häuslicher Gewalt fliehen müssen, sind für Frauen* mit Neugeborenen nicht geeignet. Üblicherweise haben wir sie in ein Hotelzimmer oder eine Wohnung eingemietet. Das war durch den Lockdown nicht möglich.“

Das National Network to end Violence against Women aus Nordmazedonien berichtet, dass es mehr als 100 Frauen* in der Zeit von März bis Mai unterstützt hat. Es macht darauf aufmerksam, wie die an die Pandemie anschließend zu erwartende Finanzkrise die Opfer von Gewalt auf besondere Weise trifft. Man versucht dort durch Weiterbildung den Frauen* eine Möglichkeit zu schaffen, wirtschaftlich unabhängig zu sein.

Auch in Armenien (Sexual Assault Crisis Center) und Russland (Crisis Center for Women, St. Petersburg) werden die Gewalt-Überlebenden sowohl mit psychologischer Betreuung als auch mit Nahrungsmitteln und Grundversorgung unterstützt, denn viele von ihnen sind selbständig tätig und sehen sich und ihre Kinder in bedrohlicher Lage.

Der Fund Sukhumi in Georgien hat durch eine Eilstudie erarbeitet, wie stark die Bedarfe von Gewaltopfern und bedürftigen Gendern in der regionalen Konfliktzone während der Pandemie wachsen. Die bestehenden Restriktionen und Quarantäneverfügungen verstärken die bestehende Armut und steigern die Verletzbarkeit von Familien, in denen schon vorher ein gewaltbereites Klima bestand.

Das Center for Legal Civic Initiatives in Albanien berichtet von einer Gesetzesänderung zum Umgang mit Gewalt in Familienbeziehungen. Vielfach können Betroffene die sofortigen Schutzmaßnahmen jedoch nicht in Anspruch nehmen, weil sie nicht über die neuen gesetzlichen Möglichkeiten informiert sind.. Das Center organisiert den rechtlichen Beistand über Online-Plattformen oder führt direkte Beratungen zu allen Covid 19-Schutzmaßnahmen durch.

Die Fördergelder wurden zügig ausgezahlt; für manche NGOs sind 9.650 Euro mehr als ihr Vorjahresbudget, für andere ist es 1/6 ihrer Budgets – aber die Dankbarkeit ist überall groß. „Thanks again for choosing us for this grant. It really means a lot to us and gives us more opportunities to serve our community“, so Maria Kubisiak von der Fundacja Autonomia aus Krakau, Polen.

Ein wichtiges Projekt! Eine solidarische und unbürokratische rasche Hilfe!

Und für filia ist es eine wärmende Erkenntnis, dass unser Tun in der Welt immer wieder wahrgenommen wird. Dass unsere Erfahrungen und Expertise bei der Förderung kleinerer Grassroot-Frauenorganisationen geschätzt und genutzt werden.

Wir freuen uns sehr über diese konstruktive und themenbezogene Zusammenarbeit mit den Kolleginnen* von WAVE, deren Netzwerk derzeit 161 Mitglieder (10 davon aus Deutschland) in 46 europäischen Ländern hat.

www.wave-network.org

 

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II. Für sich selbst sprechen, mitentscheiden: Das neue Programm für und mit geflüchteten Frauen* nimmt Fahrt auf

Die Boote der Women in Exile sind zum Symbol geworden für Aufbruch, sich öffentlich zeigen und für selbstbewusstes Handeln geflüchteter Frauen*. Selbstorganisiertes Empowerment und die Mitbestimmung geflüchteter Frauen* sind die Ziele des neuen Empowerment-Programms Frauen* & Flucht EFF, das seit März bei filia aufgebaut wird. In den letzten Monaten ist hier viel passiert: Neue Kontakte und neue Formate kamen mit filias bewährten Erfahrungen der letzten Jahre zusammen. Mitte Juli war es dann soweit: Die konzeptionelle, organisatorische und kommunikative Arbeit der letzten Monate zeigt ein erstes öffentliches Signal: filia veröffentlichte gleich zwei Ausschreibungen:

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Auf die Förderausschreibung über zwei strategische und 10 Impulsförderungen konnten sich selbstorganisierte Gruppen und Organisationen von geflüchteten und migrantischen Frauen, Trans, Inter, queeren und nicht-binären Personen bewerben.

Die Ausschreibung für den Beirat richtete sich an geflüchtete und migrantische Frauen* die in dem neuen Gremium mitentscheiden und mitgestalten wollen. Denn über die Vergabe der Fördergelder und über die Weiterentwicklung des Programms sollen – in Anlehnung an die Erfahrungen aus dem MädchenEmpowermentProgramm seit 2012 – zehn Frauen* mitentscheiden.

Beide Ausschreibungen haben wir auf Deutsch und auf Englisch verbreitet, zusätzlich gab es eine Kurzversion in 12 weiteren Sprachen, um so auch über Social Media und Messengerdienste Frauen* zu erreichen, die nicht Deutsch oder Englisch sprechen.

Die Reaktionen und das Ergebnis waren überwältigend: In den Wochen, die für beide Ausschreibungen offen waren, erreichten filia Anfragen, Rückmeldungen und Anträge aus ganz Deutschland von Gruppen und Organisationen, mit denen filia bereits in Kontakt steht und gearbeitet hat, aber auch von sehr vielen, die erst durch die Ausschreibung von filia erfahren haben. Es gab Nachfragen zur Ausschreibung und den Antragsformalitäten. Es wurde außerdem deutlich: Das Ziel, eine niedrigschwellige und offene Ausschreibung anzubieten, war gelungen.

Wir haben 68 Anträge von sehr unterschiedlichen Initiativen bekommen! Diese große Anzahl zeigt, dass das Programm mit seinem Fokus unbedingt notwendig ist und gebraucht wird. Selbstorganisiert geflüchtete und migrantische Gruppen und Projekte, die von Frauen*, Inter, Trans, queeren und nicht-binären Personen selbst gestaltet und geleitet werden, sind oft sehr marginalisiert und in allen Größenordnungen dringend auf finanzielle Mittel angewiesen.

Auch die Zusammensetzung des Beirates steht nun fest. Es bewarben sich 28 tolle und beeindruckende Frauen* – es können nur zehn mitarbeiten, aber auch diese Resonanz zeigt, wie wichtig Teilhabe im Rahmen von Förderung ist und dass dieses Angebot wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Mit den zehn Beirätinnen* kommen nun verschiedene Perspektiven zusammen, die alle ihre eigenen Wissensformen, Erfahrungen, Lebenssituationen und Interessenschwerpunkte mitbringen. Der erste Online-Call Anfang September war ein inspirierender Auftakt, der Lust auf ein erstes physisches Treffen im Oktober und den gemeinsamen Lernprozess gemacht hat. Was für eine Chance und Bereicherung für EFF, aber auch für filia insgesamt!

Im Oktober werden die zehn neuen Beirätinnen* diskutieren, um dann ihre Förderempfehlungen auszusprechen. Die Wahl wird ihnen nicht leicht fallen.

Eines steht wohl jetzt schon fest: Die nächsten Monate werden nicht weniger ereignisreich und aufregend als die vergangenen! Es wird viele Herausforderungen geben, die ein neues, mehrsprachiges und partizipatives Programm mit sich bringt. Es erwartet uns aber auch ein wertvoller Austausch innerhalb des neuen EFF-Beirates sowie mit dem erfahreneren MädchenEmpowermentProgramm und dem filia-Mädchenbeirat. Auf die ersten Kontakte mit den neuen Förderprojekten sind wir gespannt. Über diesen vielschichtigen und gemeinsamen Lernprozess wird filia Sie alle auf dem Laufenden halten.

 

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III. Emotional oder eher sachlich und andere Grundsatzfragen: Wir entwickeln eine Kampagne für mehr Sichtbarkeit feministischer Inhalte

Innerhalb unserer Kooperation „Basisfrauen mobilisieren gemeinsam für Demokratie“ wollten wir uns alle im Frühsommer in Armenien treffen. Bedingt durch die Corona-Krise begegnen sich Aktivistinnen* aus 4 Ländern jetzt virtuell, tauschen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen aus und arbeiten gemeinsam an einem Thema. Für filia ist das eine erste Erfahrung mit einem gestalteten Prozess über mehrere Monate hin auf ein Ziel: Eine Kampagne zu entwickeln, die feministische Inhalte sichtbar macht, Empathie erzeugt und dem Antifeminismus die Stirn bietet. Gerade sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir eine grundsätzliche Entscheidung treffen müssen.

Kann das gelingen? Ein Zwischenbericht:

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In 6 aufeinander aufbauenden Workshops trifft sich seit dem 25. August eine Gruppe von 20 bis 30 Frauen aus 12 Frauenorganisationen und 4 Ländern jeweils für 3 Stunden in einem virtuellen Raum. Damit das gelingen kann, müssen die Meetings minutiös vorbereitet und gut moderiert werden. Gemeinsam mit der Agentur social social konzipierten wir eine Struktur für eine Serie von Workshops. Die Agentur moderiert den Prozess, wird die Kampagne umsetzen und ein Handbuch in Englisch dazu erstellen.

Alle Teilnehmerinnen* sind hoch motoviert, besonders stark sind die Frauen* aus Armenien vertreten. 4 Workshops haben wir jetzt „bewältigt“ und einen Crashkurs des Lernens hinter uns. Die ersten beiden Workshops waren zum Kennenlernen und Austauschen von Ergebnissen gedacht, die jeweils 2 Gruppen aus den 4 Ländern zu Antifeminismus gesammelt hatten. Jede Gruppe sollte ihre „Key-Learnings“ in einem Satz formulieren.

Dann begann Phase 2: Inputs zur Wirksamkeit in den Sozialen Medien und Klärung strategischer Fragen zur Kampagne: Welches Ziel soll sie haben? Welchen Charakter: einfache Botschaften oder eher vielschichtig?, konfrontativ oder eher empathisch?, optimistisch oder eher realistisch?, parteiisch oder ausgewogen? Wen soll sie erreichen? Mit welcher Aufforderung? Für die Zielgruppe sollten wir einen Namen vergeben. So kam es zum Beispiel aus der ukrainischen Gruppe zu der schönen Bezeichnung „Wind of Change“.

An einer grundsätzlichen Frage schieden sich die Geister bzw. die Ländergruppen: Soll die Kampagne einen übergreifenden transnationalen Charakter haben oder sollen 4 nationale Einzelkampagnen realisiert werden?

Die Frauen* aus Armenien und Georgien waren für VIER nationale Kampagnen. Warum? In ihren Ländern argumentieren der konservative Antifeminismus und kirchliche sowie regierungsnahe Kreise so: Feminismus zerstört unsere Kultur und unsere Familien. Unsere nationalen Traditionen legen klar die Rollen fest, „Gender“ als Konstruktion gibt es nicht, alles ist „naturgegeben“. Die Ideen des Feminismus kommen aus dem Westen und werden auch mit Mitteln von dort finanziert (gekaufte „Agent*innen“).

Aus der Ukraine und aus Deutschland kam der Ruf nach EINER transnationalen Kampagne, eventuell mit vier nationalen Teilelementen. Die internationale solidarische Gemeinschaft soll hier betont und auch gezeigt werden: Wie sind nicht isoliert, sondern haben – bei allen Unterschieden – mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen und unterstützen uns gegenseitig dabei. Wir sind Teil von etwas Großem. Auch Sie können ein Teil davon werden.

Im 5. Workshop wird es wieder spannend, denn dann müssen wir alle eine gemeinsame Entscheidung treffen.

An dieser Stelle geht ein großer Dank an die Agentur social social. Wir sind sehr froh, dass wir sie gefunden haben und dass sie es übernommen hat, dieses ungewöhnliche Projekt umzusetzen. Mehrere Mitarbeiter*innen gestalten den Prozess zuverlässig und professionell, ideenreich und voller partizipativer Abwechslungen. www.socialsocial.de/de

Alle Meinungen werden berücksichtigt und einbezogen. Wir sind alle sehr gespannt, wohin der Weg uns bis dahin führen wird:

Am 29. November ist es soweit: Die Kampagne geht am Internationalen Tag der Menschenrechtsverteidigerinnen* online!

Das gesamte Projekt wird vom Auswärtigen Amt über 2 Jahre unterstützt.

 

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IV. Nicht verpassen!

NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER

Kinostart am 1. Oktober 2020. Hier finden Sie Infos und den Trailer:

deinkinoticket.de/niemals-selten-manchmal-immer/infos

Die Agentur Jetzt&Morgen bringt Partner*innen zusammen, damit Filme und Zuschauer*innen zusammenfinden. Gerne kündigen wir hier den Film NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER mit einem Text der Agentur an:

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In diesem Film, der auf der diesjährigen Berlinale mit dem Großen Preis der Jury und auf dem Internationalen Filmfestival in Sundance ausgezeichnet wurde, thematisiert Autorin und Regisseurin Eliza Hittman die Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die damit verbundenen Probleme rund um weibliche Selbstbestimmungsrechte und Gesundheitsversorgung.

Eliza Hittman zeichnet ein intimes Porträt zweier Teenager-Mädchen im ländlichen Pennsylvania. Konfrontiert mit einer ungewollten Schwangerschaft und fehlender Unterstützung in ihrer Heimat brechen Autumn und ihre Cousine Skylar über die Staatsgrenze nach New York City auf: Eine Reise geprägt von Freundschaft, Mut und Mitgefühl beginnt.

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Ein weiterer wunderbarer Film wird ab 12. November in die Kinos kommen:

WOMEN - 2000 Frauen. 50 Länder. 1 Stimme.

 

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29. November

Internationalen Tag der Menschenrechtsverteidigerinnen

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Am 29. November, dem Internationalen Tag der Menschenrechtsverteidigerinnen, soll unsere Kampagne in die Welt gehen. Schauen Sie mal auf unserer Website, bei Facebook oder Twitter nach. Wir freuen uns, wenn Sie die Kampagne wahrnehmen und uns Ihre Meinung mitteilen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie sie weit verbreiten.

 

 

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Save the Date:

2021 feiert filia ihren 20. Geburtstag.

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Hoffentlich können wir zu einem schönen feministischen Fest im Goldbeckhaus in Hamburg am 12. Juni 2021 zusammenkommen. Wir arbeiten daran.

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