Klimagerechtigkeit ist feministische Gerechtigkeit – warum wir beides zusammendenken

Weniger als 1 Prozent. So viel der weltweiten philanthropischen Klimafinanzierung erreicht feministische Klimaarbeit – das zeigt der Seeds-for-Harvest-Report von 2024. In Osteuropa und Zentralasien sind es 1 Prozent, in Westeuropa gerade einmal 0,2 Prozent, während Lateinamerika und die Karibik auf 6 Prozent kommen. Diese Zahl zeigt, wie unsichtbar feministische Klimaarbeit in der europäischen Förderlandschaft noch immer ist – und genau deshalb engagieren wir uns als feministische Stiftung an dieser Schnittstelle.

Klimawandel ist nicht einfach ein Umweltthema – es geht um Macht, Rechte und Überleben

In Europa wird „Umweltarbeit“ oft als technisch oder gar unpolitisch verstanden: Recycling, Naturschutz, grüne Innovation. Echte Klimagerechtigkeit verlangt mehr: Sie stellt extraktive Wirtschaftsmodelle infrage, benennt koloniale Kontinuitäten und verbindet den Kampf gegen die Klimakrise mit dem Kampf für geschlechtliche, soziale und ökonomische Gerechtigkeit. Bei Klimaarbeit geht es um Macht, Rechte und Überleben – insbesondere für marginalisierte Communities. Klima nur als „grün“ zu verstehen, vernachlässigt all diese komplexen Zusammenhänge.

Ein klares Signal

Eine Nature-Studie von 2026 zeigt: Die Zustimmung der Bevölkerung in Deutschland zu wirksamem Klimaschutz wird durch alle Parteien massiv unterschätzt. 47% würden 1% ihres Einkommens beitragen. Der Wille ist da. Er muss nur gehört werden.

Climate Justice is Feminist Justice.

Die Klimakrise lässt sich nicht von der historischen und andauernden Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Bevölkerungsgruppen trennen. Geschlecht, Klasse, rassistische Diskriminierungsformen und Geografie entscheiden maßgeblich, wer am stärksten betroffen ist – und wer über die Macht verfügt, Lösungen zu gestalten.

Frauen tragen die Lasten – und die Lösungen

Ein Beispiel aus einer Förderregion von filia: Im bergigen, landwirtschaftlich geprägten Kaukasus zum Beispiel sind Frauen durch ihre Rolle in Nahrungsmittelproduktion und Haushaltsversorgung besonders Naturereignissen wie Erdrutschen, Dürren und Überflutungen ausgesetzt. Begrenzter Zugang zu Land, Krediten und Beratungsdiensten schwächt allerdings ihre Fähigkeit, sich an Extremklima anzupassen.

Die Frauen, die am stärksten vom Klimazusammenbruch betroffen sind – besonders aus vulnerablen Communities in Osteuropa und dem Kaukasus – sind zugleich diejenigen, die lokale, praktische und nachhaltige Lösungen anführen: Sie bewahren Saatgut, verwalten Wasserressourcen und tragen landwirtschaftliche Systeme, oft ohne formelle Unterstützung.

Das ökologische Wissen von Frauen und ihre Rolle in Care-Ökonomien und im Ressourcenmanagement sind ein zentraler Hebel für wirksame Klimapolitik, der nicht übersehen werden darf.

Warum wir als feministische Stiftung Klimagerechtigkeit unterstützen

filia ist durch die Arbeit mit Graswurzelgruppen bereits vernetzt mit lokalen Communities und Initiativen vor Ort. Unsere Förderprogramme vertrauen auf ihre intersektionale Expertise, um Fördermittel dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten gebraucht und am wirkungsvollsten eingesetzt werden. Klimagerechtigkeit zu fördern ist deshalb kein Nebenthema für uns, sondern eine konsequente Erweiterung unserer feministischen Mission.

Wir fordern deshalb, Frauen, Mädchen und LBTIQ+ in politischen Entscheidungen nicht nur zu berücksichtigen, sondern sie aktiv einzubeziehen.

filias Vision

Unsere Vision ist eine gerechte und feministische Welt, in der alle frei, sicher und selbstbestimmt leben – verantwortungsvoll mit der Erde und solidarisch miteinander.

Auszug aus filias Mission

filia investiert in den Wandel hin zu Geschlechter- und Klimagerechtigkeit. filia fördert mit Geld und Vernetzungsangeboten und verteilt Wirkungs- und Entscheidungsmacht um.

Mit Ihrer Unterstützung machen wir feministische Klimaarbeit sichtbar, stärken Netzwerke und lenken Fördermittel unbürokratisch dorthin, wo sie ökologisch und sozial wirken können. Wer in feministische Klimagerechtigkeit investiert, investiert in eine Zukunft, die grün und gleichzeitig gerecht sein kann.