filias Förderstrategie
filia fördert Mädchen, Frauen und LBTIQ+
Die Gründerinnen von filia legten in der Satzung fest, für welche Frauen und Mädchen die Stiftung vor allem da ist, nämlich für diejenigen, die aufgrund verschiedener Aspekte mehrfach benachteiligt werden. Heute sprechen wir von intersektionalem Feminismus: Feminismus, der berücksichtigt, dass verschiedene Identitäten wie Geschlecht, Klasse, (zugeschriebene) Herkunft, Behinderung oder sexuelle Orientierung zusammenwirken, sich gegenseitig beeinflussen und unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen erzeugen.
„In besonderer Weise fühlen wir uns den Frauen verpflichtet, die nicht nur aufgrund ihres Geschlechts, sondern auch wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung Diskriminierungen ausgesetzt sind.“
(Aus der Präambel 2001)
Mitbestimmen und frei von Gewalt leben können
Eine von drei Frauen erlebt in ihrem Leben Gewalt, die mit ihrem Geschlecht zu tun hat – in allen Ländern dieser Erde. Frauen und Mädchen, die mehrfach diskriminiert sind, haben ein höheres Risiko, Gewalt zu erfahren.
Gewalt gegen Frauen, Mädchen und LBTIQ+ ist ein Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit. Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein komplexes Problem, das auf vielen Ebenen angegangen werden muss. Das UN-Forschungsinstitut für soziale Entwicklung UNRISD empfiehlt folgende Strategien: Frauen in der Ausübung ihres Rechts auf politische Teilhabe und Meinungsäußerung unterstützen, Frauenbewegungen stärken, Gelder (vor allem längerfristige) bereitstellen, Frauen und Mädchen über ihre Rechte aufklären und ihren Zugang zur Gerichtsbarkeit verbessern, generationsübergreifendes Lernen zwischen Aktivist*innen ermöglichen, mit den Medien zusammenarbeiten.
All das tun filias Projektpartner*innen: Sie machen z. B. Lobbyarbeit bei lokalen Regierungen, führen Prozesse vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof, erstellen und verteilen Informationen über Frauenrechte, führen Theaterstücke gegen einschränkende Geschlechterbilder auf, starten Kampagnen gegen Häusliche Gewalt und so genannte Hate Crimes.
Genau wie Gewalt ihre freie Entfaltung einschränkt und verhindert, gibt es strukturelle und kulturelle Benachteiligungen, die es Frauen und Mädchen erschweren, ihre Stimmen zu erheben, sich einzumischen und an gesellschaftlichen Entscheidungen teilzuhaben.
Unter dem Schwerpunkt „Partizipation“ fördert filia Projekte, in denen Frauen und Mädchen sich selbst organisieren und untereinander vernetzen, ihre Perspektive sichtbar machen, ihre Rechte lautstark vertreten und ihren Platz an den Tischen der Macht einnehmen.
Besonders setzt filia sich für die Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen an der Zivilgesellschaft ein. In der UN-Kinderrechtskonvention ist Teilhabe als ein Menschenrecht von Kindern und Jugendlichen festgelegt. Kinder und Jugendliche sind in Deutschland oft Zielgruppe von Stiftungen – kaum eine bezieht sie aber als Entscheider*innen mit ein. Eine Studie von Children for a better world e. V. zu Kinderbeiräten zeigt verschiedene Modelle von Partizipation, die funktionieren – der RISE-Beirat von filia ist eins davon.
Frauen, Mädchen und LBTIQ+ weltweit
filia ermöglichte bisher über 600 selbstbestimmte Aktivitäten und Projekte von Frauen und Mädchen in über 50 Ländern in verschiedenen Teilen der Welt. (Stand 2025)
Der überwiegende Teil unserer Mittel fließt an Projekte außerhalb Deutschlands. Denn genau das ist das Anliegen seit der Gründung der Stiftung: Geld aus dem reichen Norden umzuverteilen. filia fördert schwerpunktmäßig feministische Organisationen und Aktivist*innen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien. In Deutschland fließt die Förderung fast ausschließlich in unser Empowerment-Programm RISE.
Impulse unterstützen, strategische Planungen bestärken
Mit mehrjährigen Förderungen unterstützen wir feministische Organisationen als Ganze. Die Partner*innen können diese Fördermittel flexibel und nach ihrem Bedarf einsetzen. Mit einjährige Förderungen unterstützen wir Impulse: filia achtet hier besonders auf Erstförderungen für kleine Organisationen (Graswurzelgruppen) und auf die Unterstützung von eher unkonventionellen Aktivitäten.
Die Ausschreibungen veröffentlichen wir auf unserer Webseite und verbreiten sie u. a. über unsere Sozialen Medien.
