Feministische Förderungen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien
Frauen und LBTIQ+ in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien im Blick
filia fördert in einer Welt, die sich ständig verändert. 1989 brachen Mauern, Systeme und Strukturen in vielen Ländern Osteuropas zusammen. Seit filias Gründung im Jahr 2001 hat die Stiftung insbesondere die Situation von Frauen und LBTIQ+ in diesen Ländern in den Fokus genommen. Sie nutzte die neuen Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten von Anfang an, um Aktivist*innen finanziell dabei zu unterstützen, feministische Strukturen in ihren Ländern zu stärken.
Auch die Regionen Südkaukasus und Zentralasien sind von postsozialistischen Umbrüchen und autoritären Regimen geprägt. Durch die vielen gewachsenen Verbindungen zu den feministischen Bewegungen in osteuropäischen Ländern war es logisch, auch die Länder dieser zwei Regionen in filias Fokus zu nehmen. Da Südkaukasus und Zentralasien im internationalen feministischen Förderkontext häufig unterrepräsentiert sind, schließt filia hier eine wichtige Lücke.
Wer entscheidet über die Förderungen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien?
filia hat fünfzehn Aktivist*innen aus unseren Netzwerken eingeladen, Teil vom filia Recommendation Committee zu werden. Als Expert*innen für feministische Kämpfe in ihren Ländern und Regionen, die die Herausforderungen kennen und Lösungswege aufzeigen, geben sie filia Förderempfehlungen.
Mehr über das Recommendation Committee erfahren Sie hier.
Kooperationen mit den Frauenstiftungen der Region
filia unterstützt außerdem die Arbeit der Schwesterstiftungen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien. Seit 1990 gründeten sich in neun Ländern Frauenstiftungen, die den feministischen Bewegungen vor Ort den Rücken stärken.
Mit so genannten Re-Granting-Programmen stellt filia den Schwesterstiftungen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien Mittel zur Verfügung, die sie mit ihren engen Kontakten und ihrer Verbundenheit mit den feministischen Szenen der jeweiligen Länder an kleine zivilgesellschaftliche Organisationen und selbstorganisierte Gruppen vor Ort weitergeben und so deren Arbeit ermöglichen.
Feminist Resilience
Ziel
Widerstandskraft von feministischen Organisationen und Menschen, die in ihnen arbeiten, wiederherstellen und stärken, krisenfeste Strukturen aufbauen
Hintergrund
Feministische Organisationen und Aktivist*innen erfahren weltweit eine übermäßige Belastung – als Einzelpersonen ebenso wie kollektiv als Gruppen von Menschen, die die bestehenden Machtverhältnisse in Frage stellen und so zur Zielscheibe von Gewalt und Anfeindungen werden. Zudem sind feministische Organisationen auch institutionell ge- und überfordert. Sie sind massiv unterfinanziert, werden von rechtspopulistischen Regierungen bedrängt und von anti-feministischen Gruppen bedroht.
Kooperationspartner*innen
Women’s Fund Armenia, FemFund Poland, Women Fund in Georgia und Ukrainian Women’s Fund
On the Right Track
Ziel
Feministische Arbeit an der Basis stärken und gemeinsame Strategien gegen anti-feministischen Rechtsruck entwickeln
Hintergrund
Weltweit gibt es mächtige und gut finanzierte rechtspopulistische Bewegungen. Obwohl die Gegebenheiten in einzelnen Ländern unterschiedlich sind, folgen die Argumente von Rechtspopulisten und Anti-Feministen überall denselben Mustern: In Polen ebenso wie in Nicaragua sagen rechte Fundamentalisten Feminist*innen nach, „Familien und Traditionen zu zerstören“. Oft wird dieses Bild durch die Dämonisierung der „Anderen“ ergänzt. Mit Parolen und Lügen versuchen Rechtspopulisten sexuelle und reproduktive Rechte zu unterlaufen, Gewaltschutz zu verhindern und rassistischen Hass zu schüren.
Kooperationspartner*innen
19 Frauenstiftungen aus Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa
Feministisches Engagement unterstützen
Jede Woche erreichen uns neue Förderanfragen von Graswurzelorganisationen aus Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien. Diese Anfragen zeigen zum einen, wie vielfältig und groß die feministischen Bewegungen in diesen Regionen sind. Zum anderen wird deutlich, wie gering ihre finanziellen Ressourcen sind. Natürlich sind auch filias Mittel begrenzt. Darum gilt heute und auch in Zukunft: Wir freuen uns über noch mehr freie Spenden und Unterstützung, um noch mehr feministische Organisationen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien fördern zu können.
Ihre Ansprechpartnerin
Sie wollen mehr über filias Förderungen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien erfahren? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.
Aline Winchester
Programm-Referentin
a.winchester@filia-frauenstiftung.de
+49 (0)40 380 381 996
Aktuelle Förderpartner*innen in Osteuropa, Südkaukasus und Zentralasien
Femei pentru Femei – Moldau
Kraftvolle Stimme für die feministische Bewegung
Femei pentru Femei (FpF) ist eine feministische Graswurzelorganisation, die sich mit Leidenschaft für die Rechte und Würde von Frauen einsetzt. Durch Aktivismus, Empowerment und Gemeinschaftsprogramme stärkt FpF Frauen, Mädchen, Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt sowie marginalisierte Jugendliche in ganz Moldau.
Die Organisation schafft feministische Räume, fördert Selbsthilfegruppen und bietet Mentoring, inspirierende Workshops und finanzielle Starthilfe für lokale Initiativen. Frauen, die von Gewalt betroffen sind – darunter auch ukrainische Geflüchtete – erhalten psychologische Unterstützung, Beratung und lebensnotwendige Hilfe, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
FpF ermutigt Frauen und Mädchen, ihre Stimme zu erheben, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und aktive Gestalterinnen ihrer Zukunft zu werden. Programme wie die Schule für weibliches Unternehmertum und Führung, Kunsttherapie, feministische Dialoge und Workshops zu Feminismus, Gewaltprävention und Frauengesundheit helfen ihnen, ihre Potenziale zu entfalten.
Neben Bildungs- und Unterstützungsangeboten setzt sich FpF mit Nachdruck für politische Veränderungen ein, organisiert Kampagnen, Proteste und engagiert sich für neue Gesetze zum Schutz von Frauen. Als Mitveranstalterin des Feministischen Festivals und des Solidaritätsmarsches gibt FpF der feministischen Bewegung in Moldau eine kraftvolle Stimme – für eine gerechtere, selbstbestimmte Zukunft für alle Frauen.
www.instagram.com/femeipentrufemei
www.facebook.com/femeipfemei
In Our Bodies – On the Streets – u.a. Rumänien, Polen, Ungarn
Aktivismus, persönliche Entwicklung und systemischen Wandel verbinden
In Our Bodies – On the Streets ist ein internationales Kollektiv, das Aktivismus, persönliche Entwicklung und systemischen Wandel verbindet. Es schafft Räume, in denen Aktivist*innen gemeinsam Burnout, Trauma und Stress bewältigen können – Zustände, die politische Bewegungen schwächen und Gemeinschaften belasten. Denn: „Um radikalen sozialen Wandel voranzutreiben, müssen wir uns selbst und unsere Gemeinschaften stärken, damit wir unser volles Potenzial – unsere Köpfe, Herzen und Körper – in unsere politische Arbeit einbringen können.“
Medical Movement „Be Like We Are“ – Ukraine
Faire Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte
„Be Like We Are“ ist eine Frauen-geführte Bewegung, die sich vor allem an Pflegekräfte richtet. 95% der Pflegekräfte sind Frauen. Sie arbeiten häufig unter extrem schwierigen Bedingungen, verdienen wenig und tragen eine hohe Arbeitslast.
Während der Pandemie wuchs die Initiative, da die Arbeitsrechte und Bedingungen des medizinischen Personals noch stärker unter Druck gerieten. 2021 konnte „Be Like We Are“ eine Gehaltserhöhung für Pflegekräfte durchsetzen.
Heute kämpft „Be Like We Are“ weiter für faire Arbeitsbedingungen, klärt über Gesetzesänderungen auf und organisiert Kampagnen, um die Situation von Pflegekräften in der Ukraine nachhaltig zu verbessern.
ManaTheia Peace Hub – Georgien
Friedensbildung und emotionale Stärkung
Der ManaTheia Peace Hub unterstützt Gemeinden entlang der Konfliktlinie in der Region Shida Kartli. Geleitet von Frauen, die auf Konflikttransformation spezialisiert sind, fördert die Initiative Frieden und Verständnis in einer von Spannungen geprägten Region.
Das Ziel des Hubs ist es, die Resilienz von Frauen in Shida Kartli und den umliegenden Dörfern zu stärken und ihre aktive Teilnahme am öffentlichen Leben zu fördern. ManaTheia setzt auf Friedensbildung und emotionale Stärkung, um die Gemeinschaften vor Ort zu unterstützen und Frauen als Friedensstifterinnen zu empowern.
Estionian Trans Alliance – Estland
Rechte von trans Menschen stärken
Die Estonian Trans Alliance setzt sich für die Rechte und das Wohl von trans Personen in Estland ein. ETA bietet Ressourcen, Unterstützungsnetzwerke und verlässliche Informationen, um die trans Community zu stärken. ETA setzt sich außerdem aktiv für die Sichtbarkeit der trans Community in den Medien ein und hat einen Leitfaden für Journalist*innen entwickelt, der eine respektvolle und korrekte Berichterstattung über Trans-Themen ermöglicht.
FemLibrary – Armenien
Queer-feministische Bibliothek
Die FemLibrary ist ein queer-feministisches Kollektiv, das einen sicheren und solidarischen Raum für queer-feministischen Widerstand und das Teilen von Wissen geschaffen hat. Die Bibliothek von FemLibrary ist umfasst Hunderte von Büchern zu Themen wie Geschlecht, Sexualität, feministische und queere Studien, politische Philosophie, Politikwissenschaft und Menschenrechte. Darüber hinaus organisiert das FemLibrary Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen und Lesekreise. FemLibrary übersetzt zudem Texte ins Armenische und schreibt eigene, dekoloniale Beiträge.
CUTRA – Rumänien
Magazin schafft Raum für queere und feministische Perspektiven
CUTRA ist ein queer-feministisches Magazin und eine Online-Plattform für kulturelle Produktion mit Sitz in Bukarest, Rumänien. Das Kollektiv beschreibt sich selbst als „antifaschistisch und antikapitalistisch, gut recherchiert, intuitiv und sensibel – unperfekt und in Bewegung.“ CUTRA schafft dringend benötigte Räume für queere, feministische, trans und nicht-binäre Perspektiven und betrachtet Themen wie Intimität, Lust und sexuelle Selbstbestimmung aus einer befreienden Perspektive. Als Printmagazin und digitale Plattform vereint CUTRA vielfältige Beiträge – von Essays, Poesie und Prosa über theoretische Texte bis hin zu Illustrationen und visueller Kunst. Es bietet Künstler*innen und Kreativen nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch einen geschützten Raum für Ausdruck und gegenseitige Unterstützung. „Für alle feministischen Seelen, die in Solidarität, Poesie, Intimität aufblühen – und keine Angst vor sexueller Freiheit haben.“
bULT – Kasachstan
Inklusiver Ort für Selbstentfaltung
bULt ist ein von queeren, lesbischen und trans Personen geführter Gemeinschaftsraum in Almaty, Kasachstan, der seit 2019 einen sicheren und inklusiven Ort für Selbstentfaltung, künstlerisches Experimentieren und Rave-Kultur bietet.
Mit über 300 Offline-Events und mehr als 100 Künstler*innen jährlich bietet bULt eine Plattform für dekoloniale Perspektiven und lokales Wissen. Neben Raves gibt es Ausstellungen, Filmvorführungen und Diskussionen.
Die Arbeit von bULt fördert künstlerische Experimente und die Residenzprogramme und interkulturellen Projekte schaffen Plattformen für Co-Kreation und internationalen Austausch. Mit Bildungsangeboten, Konzerten und Galerieräumen stärkt bULt den Dialog zwischen unterschiedlichen Communities und Regionen und trägt zum Ausbau internationaler solidarischer Netzwerke bei.
Unite Girls – Usbekistan
MINT-Bildung für Mädchen
Unite Girls ist eine von Mädchen initiierte Bewegung, die Bildung und Chancen für Mädchen in Usbekistan fördert – mit einem Schwerpunkt auf MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ihr Ziel ist es, den Zugang zu Bildung für Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund zu erleichtern.
Da viele Bildungsressourcen in Usbekistan auf Russisch und in Städten wie Taschkent konzentriert sind, bietet Unite Girls Programme und Mentoring vor allem auf Usbekisch an. Damit erreichen sie gezielt Mädchen aus ländlichen Gegenden und solche ohne Zugang zu institutioneller Bildung. Im ersten Programm haben 110 Mädchen aus über 500 Bewerbungen an einem einmonatigen Kurs in Chemie, Biologie, Physik, Programmierung und Mathematik teilgenommen. Darüber hinaus organisiert Unite Girls Gastvorträge von Frauen aus MINT-Berufen und Lernclubs, in denen Mädchen sich auf Prüfungen vorbereiten können.
Unite Girls hinterfragt Geschlechterrollen und fördert Mädchen in männerdominierten Bereichen. Mit weiblichen Vorbildern und einer unterstützenden Gemeinschaft ermutigt die Initiative Mädchen, ihre Potenziale zu entfalten und neue Wege zu gehen. Ziel ist es, MINT-Bildung für Mädchen in Usbekistan und Zentralasien zugänglich und attraktiv zu machen.
Solidarny Dom Kultury „Słonecznik“ – Polen
Das Sonnenblumenhaus
Das Sonnenblumenhaus ist ein solidarisches Kulturgemeinschaftszentrum. Es wurde als Nothilfe-Initiative in den ersten Tagen der russischen Invasion in der Ukraine gegründet. Sein hauptsächlicher Standort befindet sich im Museum für Moderne Kunst in Warschau. Vom Sammeln humanitärer Hilfe und der Zubereitung von Mahlzeiten für Flüchtlinge an der Grenze bis hin zur Organisation von Vorträgen und Performances hat sich das Sonnenblumenhaus im Laufe der Jahre als Raum für Diskurs und Fürsorge entwickelt. Es fungiert als kleiner Knotenpunkt für die Migrant*innen- und Geflüchteten-Communities in Warschau und ist gleichzeitig ein mutiger Raum, der aktiv den Austausch zwischen verschiedenen Gemeinschaften fördert und schätzt.
TraM – Trans Migrants of Baltic – Lettland, Litauen und Estland
Psychologische Unterstützung für trans und nicht-binäre Migrant*innen
TraM – Trans Migrants of Baltic bietet kostenlose psychologische Unterstützung für trans und nicht-binäre Migrant*innen in den baltischen Staaten. Die Organisation hilft dabei, sich im oft komplexen Gesundheits- und Bürokratiesystem von Lettland, Litauen und Estland zurechtzufinden und stellt Informationen in mehreren Sprachen zur Verfügung.
TraM organisiert auch geschlossene und offene Veranstaltungen, wie Gespräche mit Gesundheitsfachleuten und öffentliche Aktionen, um das Bewusstsein für trans Themen zu fördern und Akzeptanz in den lokalen Gemeinschaften zu stärken. Besonders für Migrant*innen und Geflüchtete leistet TraM einen wichtigen Beitrag, indem sie Zugänge zur Gesundheitsversorgung erleichtert und strukturelle Barrieren abbaut.
Ziel ist es, das Bewusstsein für die Belange von trans Personen zu schärfen, langfristige Veränderungen in den alltäglichen Gesundheitsversorgungsprozessen herbeizuführen und Akzeptanz in den lokalen Gemeinschaften zu fördern.
Miscarea Feminista – Moldau
Kampagnen gegen geschlechstspezifische Gewalt
Miscarea Feminista ist ein Kollektiv aus Aktivist*innen, das sich in Moldau für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt. Miscarea Feminista kämpft gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung, mit dem Ziel, eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen, in der alle Menschen die gleichen Rechte und Freiheiten genießen. Neben dem jährlichen Feminist Festival in Moldau engagiert sich Miscarea Feminista in der Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ und bietet Aufklärung, öffentliche Diskussionen und Workshops für Betroffene an.
Alliance for Black Justice in Poland – Polen
Allianz für Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung
Die Alliance for Black Justice in Poland (BJP) ist eine von Schwarzen Personen gegründete und geführte Initiative, die sich für die Rechte und das Wohlbefinden Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Polen einsetzt. Gegründet von Aktivist*innen, entstand BJP als unmittelbare Antwort auf die Bedürfnisse Schwarzer Menschen, die nach der russischen Invasion aus der Ukraine fliehen mussten. Die Initiative half schnell und unbürokratisch mit Wohnraum, medizinischer und rechtlicher Unterstützung sowie materieller Hilfe.
Heute agiert die BJP als Netzwerk von Organisationen und Gruppen, die mit einem intersektionalen und feministischem Ansatz für Menschenrechte, Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung kämpfen. Geprägt und vorangetrieben wird die BJP von Schwarzen Frauen und LBTIQ+ Personen die in ihrer täglichen Arbeit auf radikale Fürsorge durch nicht-hierarchische, partizipative und kollektivistische Ansätze setzen.
Mycelium – Polen
Dekoloniale Forschung
Mycelium ist ein Forschungslabor, das koloniale Abhängigkeiten, dekoloniale Praktiken und infrastrukturelle Verflechtungen im belarussischen Kontext untersucht. Ausgehend von Warschau wächst und verzweigt es sich wie ein lebendiges Netzwerk in alle Richtungen.
http://workhardplay.pw/#mycelium-and-yulia-krivich-mycelial-gathering-one
Omul Face Locul – Moldau
Feministische Perspektiven in der Stadtplanung
Omul Face Locul (OFL) ist eine Initiative, die Feminismus, queere Perspektiven und die Bedürfnisse von marginalisierten Gruppen in der Stadtplanung zusammenbringt. Ein Team aus Stadtplaner*innen, Aktivist*innen und Architekt*innen setzt sich dafür ein, öffentliche Räume inklusiver und gerechter zu gestalten.
OFL erstellt Videos und Podcasts, die Themen wie Sicherheit für Frauen und LBTQI+ im öffentlichen Raum, barrierearme Gestaltung von städtischem Raum, sicherer und zugänglicher öffentlicher Nahverkehr oder bessere Straßenbeleuchtung in den Fokus nehmen. Sie zeigen, wie Stadtplanung gerechter gestaltet werden kann, und fordern gleichzeitig Verantwortliche dazu auf, ihren Beitrag zu leisten.
Das Ziel von OFL: öffentliche Räume schaffen, die für alle sicher und zugänglich sind – besonders für Gruppen, die in der Stadtplanung oft nicht berücksichtigt werden.
https://omulfacelocul.com/
https://www.instagram.com/omulfacelocul/
https://www.youtube.com/@OmulFaceLocul
A.casa – Rumänien
Feministischer Gemeinschaftsraum für Workshops und Veranstaltungen
A.casa ist ein queerfeministischer Gemeinschaftsraum in Cluj-Napoca, Rumänien. Der Raum wird kollektiv und selbstorganisiert betrieben und setzt sich für Werte wie Antikapitalismus, Feminismus und Respekt für alle Menschen ein, unabhängig von Geschlecht, Race, Klasse oder Sexualität. A.casa bietet eine offene anarchistische Bibliothek und organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, wie Workshops, Diskussionen und Filmvorführungen zu Themen wie Abtreibung, Fundraising für trans und nicht-binäre Menschen, sowie Community-Dinners und Buchmessen.
Sex Workers‘ Rights Lietuva – Litauen
Unterstützung für Sexarbeiter*innen
Sex Workers‘ Rights Lietuva (SWRL) wurde setzt sich für die Rechte von Sexarbeiter*innen in Litauen ein. SWRL organisiert monatliche Treffen – „Sex Workers’ Lunches“ – und Workshops und baut so ein unterstützendes Netzwerk auf. Die Gruppe setzt sich für den Schutz der Menschen-, Gesundheits- und Arbeitsrechte von Sexarbeiter*innen ein. Zudem holt sie die Diskission, die oft tabuisiert wird, in die Öffentlichkeit und klärt über Sexarbeit auf.
Kralyova Werkstatt – Ukraine
Durch Kunst Selbstwirksamkeit erfahren
Die Kralyova Werkstatt bietet einen gemeinschaftlichen Raum für Frauen, die vom Krieg betroffen sind. In Shepetivka, einer Stadt in der Ukraine in der unter anderem armenische, polnische, jüdische und Roma Communities zusammenleben, möchte die Kralyova Werkstatt ein zugänglicher und offener Ort für alle sein.
Ein Ort an dem Frauen ihre Geschichten teilen, sich gegenseitig stärken und kreative Ausdrucksformen wie Handwerk und Musik nutzen, um Resilienz aufzubauen. Anstatt auf westliche Therapiekonzepte zu setzen, greift die Werkstatt auf lokale Traditionen, Handwerk und Musik zurück, die die Lebensümstände der Frauen miteinbeziehen und die Verbindungenen untereinander ermöglichen und stärken.
Das Ziel: einen inklusiven und zugänglichen Ort schaffen, in dem Frauen durch das künstlerische Arbeiten Selbstwirksamkeit erfahren können; der emotionalen Halt bietet und Gemeinschaft fördert.
Empowerment Through Self-Defense for Young Women and Girls in Armenia – Armenien
Praxisorientierte und ganzheitliche Selbstverteidigungstrainings
Das Projekt „Empowerment Through Self-Defense for Young Women and Girls in Armenia“ (ESD) bietet jungen Frauen in Armenien praxisorientierte und ganzheitliche Selbstverteidigungstrainings an. Ziel ist es, die Teilnehmerinnen darin zu unterstützen sich sicher zu fühlen und selbstbestimmt zu handeln. Das Projekt vermittelt Strategien, um auf Gewalt in jeglicher Form zu reagieren – sei es verbale Belästigung oder körperlicher Angriff. Die Teilnehmerinnen lernen, gefährliches Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu stoppen, Grenzen zu setzen, deeskalierend zu handeln und sich oder andere im Notfall selbst zu verteidigen.
Doch das Training geht über reine Techniken hinaus: Es fördert Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Resilienz. Die Teilnehmerinnen werden befähigt, Risiken und Herausforderungen ihres Alltags mit mehr Sicherheit und Stärke zu meistern.
Jazve Talks – Armenien
Video-Podcast für Gemeinschaft und Empowerment
Jazve Talks ist eine Video-Podcast-Serie, in der armenische Frauen, trans und nicht-binäre queere Kreative bei einer Tasse Kaffee in einer „amots“(scham)-freien Zone über ihre Arbeit sprechen.
Mit ihrem Motto „spill the coffee, not the tea“ spielen sie humorvoll auf das Tratschen („spilling the tea“) an und setzen stattdessen ein Zeichen für Gemeinschaft und Empowerment. Der Podcast bricht Tabus und beleuchtet Themen, wie etwa den fehlenden Zugang zu Sexualaufklärung in Armenien. Unter anderem hat Jazve Talks bisher Episoden über persönlichen Erfahrungen als queere nicht-binäre Armenier*innen, über die Scham rund um Menstruation und den weiblichen Körper, über die Stärkung von Frauen aus Artsakh (Bergkarabach) sowie über Vergewaltigungskultur und patriarchale Unterdrückung aufgenommen.
Jazve Talks macht die Arbeit unabhängiger queerer Kreativer in Armenien sichtbarer und dokumentiert Erfahrungen, die sonst oft unsichtbar bleiben.
Naambobi – Georgien
Geschichten von Überlebenden häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt
Naambobi ist eine Online-Plattform, die Geschichten von Überlebenden häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie inspirierende Erfolgsgeschichten von Frauen teilt.
Ziel der Plattform ist es, Frauen zu stärken und ihre Erfahrungen sichtbar zu machen. Naambobi bietet einen sicheren Raum, in dem persönliche Geschichten gehört und wertgeschätzt werden.
Naambobi erzählt von Stärke, Erfolg, dem Kampf für Gerechtigkeit und fördert das Verständnis für die Herausforderungen marginalisierter Gruppen.
Tell Me Sister – Tadschikistan
Tabus brechen
Tell Me Sister thematisiert die Herausforderungen von Frauen in Tadschikistan, mit einem Fokus auf Gewalt und Diskriminierung. In einem Land mit eingeschränkter Meinungsfreiheit und Zensur bietet die Initiative eine Plattform, um Tabus zu brechen und aufzuklären.
Durch anonyme Geschichten, Bildungsinhalte und Veranstaltungen schafft Tell Me Sister einen sicheren Raum für Frauen, um Erfahrungen zu teilen, Unterstützung zu finden und sich zu vernetzen. Ziel ist es, Bewusstsein für geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung zu schaffen, Betroffene zu stärken und den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern.

