Gendersternchen und Inklusion

 In Intern

Vor zwei Jahren haben wir uns für die Einführung des Gendersternchens hinter Frauen* bzw. Mädchen* entschieden. Wir wollten und wollen damit zeigen, dass wir mit Frauen* alle meinen, die sich als weiblich definieren – unabhängig vom Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Das Gendersternchen bei filia

Inzwischen lassen wir das Sternchen hinter Frauen* und Mädchen* manchmal wieder weg, denn wir sehen, dass das Sternchen zu neuen Ausschlüssen führen kann. Wir stimmen darin u.a. der Position der transgenialen f_antifa zu, die sagt: „Früher dachten wir, dass Sternchen unsere Sprache reflektierter und inklusiver machen. Inzwischen haben wir mehrere Schwächen des Sternchens bemerkt, weswegen wir es nicht mehr verwenden möchten. […] Das Sternchen hinter dem Wort »Frauen« sollte zeigen, dass Transfrauen miteinbezogen werden. Dadurch wird allerdings impliziert, dass sie eigentlich keine ›richtigen‹ Frauen sind, was die Verwendung des Sternchens in diesem Kontext als transmisogyn entlarvt“.

Förderung für Frauen, Inter, Trans, queere und nicht-binäre Menschen

Wir benutzen das Sternchen hinter Frauen* bzw. Mädchen* in vielen Kontexten nicht mehr, in anderen aber weiterhin – weil wir wissen, dass viele unserer Programme und Programmpartnerinnen* das Sternchen weiterhin führen. Es ist ein Prozess – und wir sind mittendrin. Wir wissen, dass die Diskussion um das Sternchen nur ein kleiner Teil der Genderdebatte ist, denn das Thema Inklusion stellt uns als feministische Stiftung auch vor die Frage, wen wir mit unseren Aktivitäten eigentlich unterstützen möchten. Unsere Förderungen richten sich an Frauen, Inter, Trans, queere und nicht-binäre Menschen – also all diejenigen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identitäten in patriarchalen Strukturen Diskriminierung erfahren. Und vor allem diejenigen, die in mehrfacher Hinsicht diskriminiert werden.

Gendersternchen und Inklusion: wie geht es weiter?

Leben wir dieses Verständnis von Feminismus auch über unsere Förderungen hinaus? Wie möchten wir unsere Gremien aufstellen? Wen haben wir übersehen? Über all diese Fragen werden wir in den nächsten Jahren sicherlich noch oft debattieren. Das Sternchen wird uns dabei begleiten.

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