Sprache und Gleichberechtigung

 In Allgemein, Unternehmen

Umfrage der Handelskammer Hamburg

Die Zeitschrift „Hamburger Wirtschaft“, das Magazin der Handelskammer Hamburg, wollte wissen, welche Rolle Sprache auf dem Weg zur Gleichberechtigung spielt. Befragt wurden zwei Frauen, eine davon ist Lizzy Wazinski, Geschäftsführerin von filia.

Sprache beeinflusst unsere Wahrnehmung

Fördert geschlechtergerechte Sprache die Gleichberechtigung? Lizzy Wasinski sagt: „Ja, denn Sprache hat eine Auswirkung darauf, wie wir die Welt wahrnehmen. Ein Beispiel: Wenn wir ein Kind bitten, sich zwei Polizisten vorzustellen, dann denkt das Kind an zwei Männer in Uniform – nicht Frauen. Das haben Studien immer wieder bewiesen. Eine Sprache, in der Personenbezeichnungen männlich sind, macht also mindestens die Hälfte der Gesellschaft unsichtbar. Dass wir heute von „Kundinnen und Kunden“, von „Kolleginnen und Kollegen“ sprechen und damit Frauen sichtbar machen, ist ein feministischer Erfolg, der lange erkämpft werden musste.

Nun geht es darum, auch diejenigen sichtbar zu machen, die nicht in das binäre Schema Mann-Frau passen. Oft höre ich dann das Gegenargument, dass es sich hier nur um eine kleine Gruppe von Menschen handele. Aber genau daran muss sich eine zukunftsfähige Gesellschaft doch messen: dass sie niemanden marginalisiert.

Bei filia geht es uns um Veränderung: Change, not Charity. Wir fördern Akteur*innen, die sozialen Wandel zum Ziel haben. Frauen, Trans- und Inter-Personen sind auf vielen Ebenen benachteiligt – denken wir an niedrigere Löhne, an Altersarmut, an Stigmatisierung bis hin zu geschlechtsspezifischer Gewalt. Wir setzen uns ein für eine Welt, in der Menschen aller geschlechtlichen Identitäten die gleichen Freiheiten und Chancen haben.

Diese Vision teilen wir mit vielen. Aktuell kooperieren wir mit zwei jungen Unternehmen, für die es selbstverständlich ist, alle Geschlechter mitzudenken und sprachlich sichtbar zu machen. Denn nur, wenn sich alle angesprochen fühlen – Frauen, Männer, Trans- und Inter-Personen – können wir gemeinsam etwas bewegen. Sprache ist ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Welt.“

Lesen Sie hier auch die zweite Position zur Frage, ob gendergerechte Sprache Gleichberechtigung fördert:  https://hamburger-wirtschaft.de/pdf/102021/18/

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