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Liebe Leserinnen und Leser, liebe filia-Verbundene und die, die es werden wollen,

Frauen für Demokratie ist das Thema, das sich durch unseren Newsletter ziehen wird. Mit dem Herbst kommt bei filia die Zeit der Matching- Kampagne: Unter dem Motto Frauen für Demokratie, weltweit! wird jede Spende, wie auch jede Erhöhung Ihrer regelmäßigen Fördersumme verdoppelt. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Und das Kampagnen-Motto ist aktueller denn je. In zahlreichen Städten gehen Zehntausende auf die Straßen, um für Vielfalt, Demokratie und eine offene Gesellschaft zu demonstrieren. Selbstverständlichkeit in Deutschland? Nicht mehr. Mit antidemokratischen Sprüchen und rechtspopulistischen Parteien geht der Antifeminismus Hand in Hand und findet auch in Deutschland viele Wähler_innenstimmen.
Wie sich Frauenorganisationen gegen Einschränkungen und Bedrohungen stark machen und auch schützen können, darum geht es in unserem Kooperationsprojekt Zivilgesellschaft braucht sichere Räume zum Wachsen. Es wird durch das Auswärtige Amt unterstützt. Das ist das vierte Mal, dass filia operative Projekte in den Ländern der östlichen Partnerschaften realisiert. Diese Kontinuität erfüllt uns mit Freude. Lesen Sie hier die Projektbeschreibung und hier den inspirierenden Text unserer Partnerin Gohar Shahnazaryan vom Women’s Resource Center aus Armenien. Samtene Revolution ist das Zauberwort für Armenien und bedeutet mehr Demokratie und Hoffnung für die Region.
Es geht weiter ins Südliche Afrika: Sie erinnern sich an Masakhane? Das Projekt zur Stärkung und Vernetzung lesbischer Aktivistinnen in drei Ländern. Jetzt – nach langem Ringen – können wir bekannt geben, dass in Partnerschaft mit dem LSVD und dem BMZ die Fortsetzung an den Start gehen kann, wie Sie auf unserer Website lesen können.  .Mehr dazu schreibt Sonja Schelper hier.
Oft erfüllt uns mit Freude und Stolz, wenn die Berichte aus den Förderprojekten eintreffen. In der Mongolei hat es die Frauenstiftung MONES tatsächlich geschafft, auf die Vergabe von Mitteln zum Thema Klimawandel Einfluss zu nehmen und eine Genderperspektive zu berücksichtigen. Wie können wir als Frauenstiftung die Erfolge unserer Förderung und unsere Wirkung messbar und sichtbarer machen. Über den Auftakt dieses Prozesses schreibt Claudia Bollwinkel hier.
So viele Mädchenprojekte wie noch nie können 2018 von filia mit angeschoben werden, wie Claudia Bollwinkel zufrieden berichtet.
Unser zähes Ringen um die Genderperspektive in allen gesellschaftlichen Bereichen treibt feministische Blüten und führt zu neuen Kooperationen, wie ‚Sie hier nachlesen können.
Sie sehen: Wir befinden uns in Gegenbewegungen: Erfolge auf der einen und Rückschläge auf der anderen Seite.
Und so sind wir motivierter denn je.
Bleiben Sie filia gewogen. Es lohnt sich. Jede Spende kommt an und entfaltet ihre Wirkung. Bis Jahresende sogar zweifach. Hier sehen Sie Annette Heise und Daria Majewski bei ihrer süßen Botschaft und hier erzählen Mädchenbeirätinnen, was für sie die Beiratsarbeit bedeutet – und der Internationale Mädchentag.

Herzlich grüßen
Katrin Wolf und das filia-Team

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1_Frauen für Demokratie, weltweit! – Unsere Spendenkampagne 2018

Vom 15.09 – 31.12.18 läuft unsere Spendenkampagne Frauen für Demokratie, weltweit! Dabei wirkt Ihr Einsatz zweifach, denn zwei filia-Unterstützerinnen verdoppeln in dieser Zeit jede eingehende Spende bis zu einer Gesamtsumme von 60.000 €.
Wie genau funktioniert das und warum gehören Frauenrechte und Demokratie so eng zusammen

Das erklären Annette Heise und Daria Majewski in diesem kurzen Kampagnenvideo. Und was Mädchenempowerment und Demokratie miteinander zu tun haben, zeigen unsere Mädchenbeirätinnen zum Internationalen Mädchentag am 11.10. in diesem schönen Video.

Der weltweite Rechtsruck drängt die Errungenschaften der Frauenbewegung zurück und im gleichen Atemzug auch demokratische Strukturen. So in Polen, wo gleichsam mit der Demontage des Rechtsstaats Abtreibung gänzlich verboten werden sollte. In Bulgarien wurde die Istanbuler (Anti-Gewalt) Konvention nicht unterzeichnet, um „traditionelle Werte“ zu schützen. Die USA werden von einem offen agierenden Sexisten regiert. In Ungarn sollen die Gender Studies abgeschafft werden, um „Männer zu schützen“. Auch in Deutschland möchten eine erstarkende Rechte und marschierende Nationalsozialisten den „Genderwahn“ beenden. Beispiele antidemokratischer und antifeministischer Tendenzen gehen Hand in Hand und werden derzeit immer mehr. Indem wir gemeinsam Frauen und Mädchen weltweit stärken, können wir dieser erschreckenden Tendenz etwas entgegensetzen: Starke Aktivistinnen, die sich für Gleichberechtigung und Demokratie in ihren Regionen einsetzen.

Spenden Sie jetzt hier, oder überweisen Sie auf:

filia Spendenkonto
GLS Bank Bochum
IBAN DE11 4306 0967 0300 2001 00
Kennwort: Frauen für Demokratie, weltweit!

Wollen Sie filias Arbeit regelmäßig unterstützen? Werden Sie filia-Förderin! Wie das geht, erfahren Sie hier.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zur Spendenkampagne, oder möchten mehr Informationen erhalten? Melden Sie sich gerne bei unserer Fundraiserin Annette Heise: a.heise(at)filia-frauenstiftung.de
 

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2_Nicht überall, wo Demokratie drauf steht, ist Demokratie auch drin.

Es ist gelungen: Die vierte Kooperation mit dem Auswärtigen Amt ermöglicht es filia, ein Thema zu bewegen, das in zahlreichen Ländern auf den Nägeln brennt: Shrinking Spaces oder auch Closing spaces sind die Begriffe, die zivilgesellschaftliche Organisationen für die Zurückdrängung  von Freiräumen und Wirkungsfelder gefunden haben. Worum geht es?       

Eine wache und engagierte Zivilgesellschaft ist ein Zeichen für eine gut funktionierende Demokratie. Was aber tun, wenn Regierungen massive Auflagen für regimekritische Organisationen erheben, um deren Arbeit zu behindern? Was tun, wenn sich Organisationen und auch Medien, die Unterstützung und Gelder aus dem Ausland erhalten, als „ausländische Agenten“ bezeichnen lassen müssen? Was tun, wenn Frauenorganisationen Hassmails erhalten, mit aggressiv frauenfeindlichen Sprüchen, Verleumdungen bis hin zu Morddrohungen; wenn sie auf Demos oder vor ihren Büros angegriffen und auch verletzt werden?

Wir bei filia fragten uns, wie dies das Wirken und Handeln vor allem kleiner, regional agierender Frauengruppen beeinflusst und welche produktiven Strategien der Gegenwehr es gibt – ohne dass die Aktivistinnen die eigenen Ziele aus den Augen verlieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unser Projekt Zivilgesellschaft braucht sichere Räume zum wachsen.
Anfang September ging es an den Start: In  Armenien, Georgien und der Ukraine luden Frauenstiftungen dazu ein, sich mit Ideen für dieses internationale Projekt zu bewerben.
Die Auswahlverfahren laufen noch. In Armenien sind bereits 45 Anträge eingegangen! Das erstaunt, da sich dort nach der Samtenen Revolution die gesellschaftlichen Bedingungen verbessert haben, wie Gohar Shahnazaryan, Mitgründerin unserer Partnerorganisation Women's Resource Center, hier eindrucksvoll schildert und wir auf der Osteuropa-Matinee erleben durften.
Aber es zeigt auch den Bedarf und die aktive Lebendigkeit der dortigen Zivilgesellschaft.
Nach der Auswahl durch die Frauenstiftungen setzen die Frauenorganisationen ihre Ideen und Projekte um. Im Frühjahr 2019 treffen sie sich in ihren Ländern zum nationalen Austausch und bereiten gemeinsam die internationale Begegnung für den Herbst 2019 vor. Auf ihren Wunsch hin wird diese Klausurtagung in Deutschland stattfinden. Aktivistinnen werden bedarfsgerechte Trainings erhalten und Workshops durchführen, die sie stärken und ihnen konkretes Handlungswissen vermitteln. Auf einer öffentlichen Veranstaltung kann dann präsentiert und diskutiert werden.
Das ist nicht nur ein Thema für Osteuropa. Für Antifeminismus und rechten Populismus finden sich auch in Deutschland sehr viele Wähler_innenstimmen.

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3_Unsere neue Partnerin aus Armenien stellt sich vor:

„Bereits in den letzten Jahren hat sich bei mir persönlich und innerhalb meiner Organisation ein gemeinsamer Traum entwickelt: Wir wollen eine Frauenstiftung ins Leben rufen! Und jetzt bin ich eine der Mitgründerinnen der NGO Women Resource Center in Armenien und dort auch als Fundraiserin tätig.“

„Dabei muss ich erleben, wie schwer es ist, Ressourcen für die Arbeit von Frauen und Mädchen aufzutreiben, also für all das, was wir als Frauenrechtsorganisationen dringend benötigen: Interessenvertretung für Frauen und Mädchen, Kampagnenarbeit, Bewusstseinsbildung und viele, viele Dinge mehr. Eine der größten Herausforderungen ist es, hochkomplexe Anträge und Berichte für Geldgeber_innen zu verfassen, die keine Frauenrechts- und Genderorganisationen sind. Meistens interessiert diese nur die quantitative Wirkung unserer Arbeit: Zahlen und Prozente. Frauenorganisationen messen ihre Wirkung und Erfolge jedoch nach anderen Kriterien. Allein die Tatsache, dass ein junges Mädchen zu unseren Workshops kommen kann, ohne ständig gefragt zu werden wohin sie geht und warum, ist schon ein großer Erfolg. Ich weiß, dass viele Frauenorganisationen und –gruppen in Armenien mit ähnlichen Problemen kämpfen, und deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass das Model einer Frauenstiftung eine Lösung dafür anbieten kann, die flexibel, unterstützend, empowernd und dynamisch ist.
Es war aufregend für uns, dass wir nach einer Machbarkeitsstudie, dem Frauenstiftungstreffen in Sri Lanka und dem gemeinsamen Aufbau eines internationalen Netzwerkes Frauenorganisationen gefunden haben, die unsere Vision davon teilen, wie Frauen- und Mädchenorganisationen unterstützt werden können.
Ganz besonders aufregend war es dann für uns, als filia auf uns zu trat und fragte, ob wir Teil des Projektes Zivilgesellschaft braucht sichere Räume zum wachsen sein möchten; gemeinsam mit unseren Partnerinnen aus der ukrainischen und der georgischen Frauenstiftung. Wir haben bereits 45 Anträge zu sehr interessanten und kreativen Initiativen erhalten und es wird sehr schwer werden, uns für drei von ihnen entscheiden zu müssen.
Die Samtene Revolution im April 2018 hat viele Hoffnungen bei uns Armenier_innen geweckt! Was in Armenien passiert ist, ist einzigartig und natürlich war ich von Anfang an mit dabei auf den Straßen! Zusammen mit unseren Kolleg_innen aus anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Und ich bin unfassbar stolz und glücklich, dass ganz vorne weg, als aktivste Mitstreiterinnen und treibende Kraft, viele junge Frauen, die ehrenamtliche und aktive Mitglieder des Women´s Ressource Center sind, dabei waren. Es waren sehr viele Frauen, die die Proteste mit anführten und niemals vorher waren überall so viele feministische Slogans und Aufrufe während der Massenproteste zu lesen und zu hören.
Ich hoffe sehr, dass all diese Veränderungen in Armenien ein besseres und sicheres Umfeld für feministische Ideen, Werte und Initiativen schaffen werden.“
Gohar Shahnazaryan, Women’s Resource Center, Jerewan, Amenien

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4_Stärkung von Menschenrechten im südlichen Afrika - Fortsetzung von Masakhane bewilligt!

CAL-Team 2017 (von Projektwebsite)

Gemeinsam mit dem LSVD und finanziell gefördert vom BMZ wird filia die erfolgreiche Arbeit von Masakhane mit der Coalition of African Lesbians (CAL) fortsetzen.
Wie wichtig die Weiterführung dieser Arbeit ist, zeigt sich auch daran, dass CAL der erst 2015 nach jahrelanger Lobbyarbeit errungene Beobachterstatus bei der Afrikanischen Menschenrechtskommission im August 2018 wieder aberkannt wurde. Ein schwerer Rückschlag.

Ziel dieses 2. Masakhane-Projekts ist:
Menschenrechts-Aktivistinnen in Botswana, Lesotho, Mozambik, Sambia, Simbabwe und Swaziland, die in zivilgesellschaftlichen Organisationen für Frauenrechte und sexuelle Vielfalt arbeiten, werden in die Lage versetzt, Allianzen zu entwickeln und Entscheidungsträger_innen zu beeinflussen, um die Menschenrechts-Situation im Südlichen Afrika zu verbessern.

Es war ein sehr langer und mühsamer Weg mit vielen Verhandlungs- und Abstimmungsrunden, der nun endlich doch zu einer weiteren BMZ-Förderung führt.

Die Kollektive in Botswana, Sambia und Simbabwe werden an ihre bereits entwickelte Arbeit anknüpfen und zusätzlich zentrale Lernerfahrungen zur Vernetzungs- und Advocacy-Arbeit aus den vergangenen Jahren als Mentorinnen an Lesben-, Bi- und Transgruppen in 3 weiteren Ländern vermitteln. In Lesotho, Swasiland und Mosambik soll eine ebenso erfolgreiche Arbeit mit Hilfe von Austauschbesuchen und Vermittlung von best practice aufgebaut werden.
Insgesamt geht es darum, in einem sehr feindlichen und teilweise gefährlichen Umfeld sichere Strukturen zu schaffen und nach Analyse der jeweiligen landestypischen Bedingungen Pläne für eine proaktive Menschenrechtsarbeit zu entwickeln und auch praktisch umzusetzen.
Das Projekt läuft bis April 2021 und wird von filia mit insgesamt 83.000 € gefördert – dadurch konnten weitere 250.000 € vom BMZ gehebelt werden.

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5_Mädchenprojekte 2018

filia fördert 2018 12 Projekte von und für Mädchen und junge Frauen

„Jedes Mädchen hat das Potential etwas ganz Großes zu werden. filia erkennt dieses Potential und fördert es.“ (Maya Marie, KoKoordinatorin des Mädchenbeirats)

filias Mädchenbeirat stärkt DJanes, Kletterinnen, Kampfkünstlerinnen, Comiczeichnerinnen, Radiomacherinnen, Filmemacherinnen, Superheldinnen….

Beim Plätzchenbacken bei ihrer Oma erzählte Luzia aus Leipzig ihrer Cousine Kabedi von der Möglichkeit mit filias Unterstützung Projekte mit jungen Frauen zu machen. Kabedi ist 16 Jahre alt, wohnt auch in Leipzig und war sofort dabei: „Ja, lass uns etwas zum Thema Körper und Schönheit machen! Was ist schön und wie kann ich mich selber schön finden -  ohne Schnickschnack und frei von so gängigen Vorstellungen. Das nervt nämlich echt.“ Herausgekommen ist das Projekt Every Body is Beautiful von querblick e.V..

Mädchen und junge Frauen wollen mehr – mehr Sichtbarkeit, mehr gute Rollenvorbilder, mehr Freiheit. Die Mädchenprojekte 2018 finden Sie hier.

Und besonders gut finden wir, dass diesmal auch ein Projekt dabei ist, in dem es um Geld geht:

Wie man finanziell unabhängig ist, Einnahmen und Ausgaben im Blick behält, Verträge abschließt – das wollen fünfzehn junge Frauen aus Brasilien, Guinea, Nigeria, Deutschland und Afghanistan gemeinsam lernen. Sie üben zu berechnen, was sie monatlich für Haushalt und Lebensmittel brauchen, was es kostet, eine Wohnung zu finanzieren und verschaffen sich einen Überblick über Sparmöglichkeiten und Versicherungen – damit sie ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Das Projekt heißt Mein Geld – sicher ist sicher und wird gemacht von der Netzgruppe Kleve e.V.

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6_Meet MEL!

Frauen bilden gemeinsam die Abkürzung „MEL“.

MEL, das bedeutet im Dachverband der internationalen Frauenstiftungen Monitoring, Evaluation & Learning.
Welchen Unterschied macht die Arbeit von Frauenstiftungen? Das wollen alle wissen, die sich in der Community of Practice MEL versammelt haben.

Eine Community of Practice ist eine selbstorganisierte Arbeitsgruppe, die einen gemeinsamen Lernprozess macht. Über 50 Frauen, die in ihren Stiftungen für Evaluation zuständig sind, darunter auch Claudia Bollwinkel von filia, trafen sich vom 24. bis 26. Juli 2018 in Kuala Lumpur, Malaysia, zum Auftakttreffen. „Durch unsere Organisationen bauen wir Bewegungen auf“, fasste Namita Chad von der Astraea Lesbian Foundation for Justice die Bedeutung der Arbeit zusammen. Wenn wir besser wissen, was gut funktioniert, können wir auch besser fördern. Und je genauer wir wissen, was wir erreichen wollen, desto einfacher wird es zu entscheiden, welche Daten und Informationen wir sammeln müssen.

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7_Ein Blick über den Tellerrand; mit Frauenperspektive – von Afrika über Deutschland bis nach Osteuropa

Ganz rechts Gulnara Shahinian

filia ist als Advokatin für die Frauenbewegung engagiert. In dieser Rolle vertritt filia die Interessen von Frauen und Mädchen gegenüber Politik, der Stiftungslandschaft und Geber_innen.  Als eine der wenigen überregional und auch international agierenden Stiftungen mit feministischem Fokus waren wir in der letzten Zeit häufig unterwegs und haben Diskussionen zum Thema Gender und Frauenrechte angeschoben und uns mit anderen starken Frauenorganisationen vernetzt.

Afrikapolitik
Von Stiftungen, Ministerien und anderen Stakeholdern:
Der Bundesverband deutscher Stiftungen hatte zu dieser 2. Austauschrunde nach Berlin geladen und viele Vertreter_innen von – vor allem großen – Stiftungen, des Entwicklungshilfeministeriums und des Auswärtigen Amtes waren gefolgt.
In Afrika sind mehr als die Hälfte aller Bewohner_innen unter 18 Jahre alt. Wie können also Bildung, Ausbildung und existenzsichernde Arbeit durch ein effektiveres Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Philanthropie wirkungsvoll unterstützt werden? filia denkt mit und fordert ein, dass Frauen und Minderheiten in diese Pläne einbezogen sein müssen und bei allen Themen Genderperspektiven berücksichtigt werden.

Mitdenkrunde Gender und Diversity und Arbeitskreis Frauen und Stiftungen:
Noch einmal im Bundesverband deutscher Stiftungen – der dabei ist, seinen traditionell konservativen Nimbus ein bisschen abzuschütteln: Neue Formate wie Mitdenkrunden, Think Labs und die Wahl des Themas für den nächsten Stiftungstag im Juni 2019 Demokratie sind Anzeichen dafür.
Der nächste Stiftungstag soll durchgängig gegenderte Podien haben, die Sprache in der Zeitschrift StiftungsWelt soll ebenfalls geschlechtergerecht werden, der Arbeitskreis Frauen und Stiftungen wird zu Gender* und Stiftungen, es werden Daten erhoben, wem die Mittel von Stiftungen jeweils zugutekommen – zumindest eine kleine Befragung der größten Stiftungen als Auftakt. Und die Grundsätze guter Stiftungsführung sollen u.a. um gendersensitives Fördern erweitert werden. filia hat sich lange mit anderen dafür eingesetzt und wir freuen uns über diese Bewegung!

Schnappschuss vom Launching

Wozu denn feministische Außenpolitik?
Am 20. September 2018 hat der deutsche Ableger des Center for Feminist Foreign Policy (CFFP) erstmals seine Arbeit vorgestellt. Zusammen mit Expert_innen von politischen Institutionen, Aktionsbündnissen, Parteien und NGOs sprachen die Gründerinnen Marissa Conway und Kristina Lunz in Berlin vor rund 200 Gästen über ihre Vision einer feministischen Außen- und Sicherheitspolitik – und diskutierten, wie sich Frauen- und Menschenrechte mit Diplomatie vereinbaren lassen.
Um Außenpolitik inklusiver und friedlicher zu gestalten, müssen Frauen und Minderheiten stärker in Organisationen und Prozesse eingebunden werden. Schweden zum Beispiel setzt im UN Sicherheitsrat deshalb immer wieder die Gender Perspektive in den Vordergrund – und wünscht sich, dass die Bundesregierung mitzieht, wenn sie im nächsten Jahr einen Sitz im Sicherheitsrat hat. So hat Schweden während seiner Zeit im Rat etwa dafür gesorgt, dass weltweit mehr Frauen mitverhandeln, wenn es um Frieden geht.
Ein Top-Down-Ansatz westlicher Regierungen allein reiche jedoch nicht aus, um die Situation von Frauen weltweit zu verbessern – das machte Catalina Ruiz Navarro, feministische Aktivistin aus Kolumbien, in ihrer Keynote deutlich. Sie sprach darüber, wie die Kolonialzeit noch heute die Beziehungen zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden beeinflusst – und zeigte anhand des kolumbianischen Friedensprozesses auf, welche Rolle feministischer Graswurzel-Aktivismus spielen kann, um patriarchalische und elitäre Machtverhältnisse herauszufordern.
Die Veranstaltung fand sehr große Resonanz, es soll noch 400 Leute auf der Warteliste gegeben haben. Und als sich Sonja Schelper, Geschäftsführerin von filia, unter den Teilnehmenden der Veranstaltung umschaute, kannte sie unter Hunderten fast niemanden. Ein junges und recht diverses Publikum, bestimmt 15% Männer dabei: Man kann gespannt sein, was sich da noch entwickeln wird.
centreforfeministforeignpolicy.org/germany-launch

Frauen für Demokratie und Frieden – wieder in Armenien

Der Anita Augsburg Preis Rebellinnen gegen den Krieg ging 2018 an die armenische Menschenrechtsaktivistin Gulnara Shahinian. Der Preis der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF/ILFF) wurde zum zweiten Mal in Verden, dem Geburtsort von Anita Augsburg, verliehen.
Anlässlich der Verleihung lud die Hamburger Frauenbibliothek zwei Tage danach zu einer Osteuropa-Matinee ein, die filia unterstützte und mitgestaltete.
Gulnara Shahinian aus Armenien leitet die Organisation Democracy Today und ist auf UN-Ebene aktiv. Sie erzählte bewegend und bewegt von der Samtenen Revolution, die April/Mai in Armenien den autoritären Präsidenten stürzte und wo ihre Organisation sehr aktiv mitwirkte.
Vor 10 Jahren hatte es 10 Tote auf den Straßen gegeben. Jetzt erklärte mit dem Überlaufen der Armee zu den Aufständischen der Präsident seinen Rücktritt. „Wir haben gespürt, was es bedeutet, Rechte zu haben. Wir gehen nicht zurück. Ich habe noch nie Armenien so glücklich erlebt. Sie saßen auf den Straßen, brachten Instrumente mit und machten Musik für alle Menschen.“ Hier ein bewegendes Video, das einen Einblick in die Stimmung auf Armeniens Straßen im April/Mai gibt: Das ganze Land auf den Beinen.

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8_faces and voices of filia: unsere Kampagne auf Instagram

screenshot von unsere Instagram-Wall

Wir freuen uns sehr Ihnen mitteilen zu können, dass unsere Kampagne faces and voices of filia mittlerweile erfolgreich auf Instagram angelaufen ist!

Wir haben unsere Stifterinnen und Projektpartnerinnen gebeten, ihre Geschichte mit uns zu teilen: Was bewegt sie im Alltag? Wofür kämpfen sie und was ist ihre Vision von einer besseren Welt für Frauen und Mädchen? Und natürlich: Was verbindet sie mit filia?  
Die ersten Antworten haben uns schon tief bewegt und zeugen von einer starken, engagierten und solidarischen filia-Community! Das wollen wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten, schauen Sie rein, lesen Sie von den starken Frauen und lassen Sie sich gerne dazu inspirieren auch Ihre Geschichte mit uns zu teilen: faces and voices of filia.

In den kommenden Monaten werden wir weitere Geschichten von Frauen und Mädchen aus Deutschland und der ganzen Welt teilen, denn ihr Wirken soll nicht ungesehen und –gelesen bleiben.
Wenn Sie Lust bekommen haben Teil unserer Kampagne zu werden, melden Sie sich bei d.majewski(at)filia-frauenstiftung.de 

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9_Nicht verpassen

Bis zum 22. Oktober
Onlinevoting, Deutscher Engagementpreis für Ise Bosch.

Wir freuen uns außerdem sehr, dass Ise Bosch, eine unserer Gründungsstifterinnen,  für den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises nominiert wurde. Geehrt wird ihr Engagement für Frauen und Mädchen im Rahmen von filia die frauenstiftung. Ihre Stimme zählt! Voten Sie für Ise Bosch und damit das Wirken von filia für Frauen und Mädchen: hier.

Am 2.11
My child  Filmvorführung, Kino im Sprengel, Hannover

In dem von filia unterstützten Dokumentarfilm My Child erzählen sieben Eltern von LISTAG ihre Erfahrungen und Geschichten. Sie lassen einen teilhaben an der erlebten Angst, Leugnung, Scham und Hilfslosigkeit. Aber ihre Geschichten zeugen auch von Mut, Aufstehen und Selbstlosigkeit und geben so Hoffnung.
Die Eltern sprechen Tabus an und stellen gesellschaftliche Zustände in Frage. Wie viel bedeutet mir mein Kind und wie viel die Gesellschaft, in der ich lebe?

Am 11.11.
100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. In dem beigefügten Link finden Sie spannende Informationen zur Frauenbewegung in Deutschland, Demokratie und Wahlrecht, sowie eine Deutschlandkarte mit vermerkten Veranstaltungen zum Thema.
www.100-jahre-frauenwahlrecht.de/jubilaeumskampagne.html

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10_Ihre Daten sind unser Schatz!

Dieser Schatz erlaubt es filia, Sie regelmäßig über die Entwicklung der Stiftung zu informieren, uns für feministische Themen stark zu machen, weltweit die Projekte von Frauen und Mädchen zu unterstützen.
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