Fokus „Unsere Körper, unsere Rechte!“

Freiheit von Gewalt ist ein Menschenrecht

Eine von drei Frauen* erlebt in ihrem Leben aufgrund ihres Geschlechts Gewalt – in allen Ländern dieser Erde. Frauen* und Mädchen*, die mehrfach diskriminiert sind, haben ein ungleich höheres Risiko, Gewalt zu erfahren.
filia unterstützt Organisationen, die sich für Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt einsetzen, sie beraten und beim Erstreiten ihrer Rechte unterstützen. filias Partnerinnen* leisten wichtige Aufklärungsarbeit, starten Sensibilisierungskampagnen und erkämpfen Gesetzesveränderungen.

Serbien: Mehr Schutz für Roma-Frauen* und -Mädchen*

Strategische Förderung des Roma Center for women and children Daje

Daje gründete sich 2001. Eine der ersten erfolgreichen Forderungen der Organisation war die Kampagne zur Einrichtung eines öffentlichen Nahverkehrs zwischen der Stadt Belgrad und den außerhalb des Zentrums gelegenen Roma-Siedlungen. Zu Fuß waren die Roma-Frauen* und Mädchen* häufig sexuellen Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungen ausgesetzt; der eingeführte Nahverkehr sorgte dafür, dass die Wege in die Stadt für Roma-Frauen* und -Mädchen deutlich sicherer geworden sind.

Eine Studie von Daje zeigt, dass 75 % der Roma-Frauen* und Mädchen* in den Vororten Belgrads und darüber hinaus Gewalt erleben. Daje betreibt eine SOS-Hotline und gibt kostenfreie Rechtsberatung. Außerdem unterstützt die Organisation die Neugründung von Romnja*-Gruppen in und um Belgrad: In jedem Jahr der Förderung durch filia sollen drei neue Gruppen aufgebaut werden. Mit filias mehrjähriger Unterstützung wächst das Netzwerk “United Roma women*”, welches diese Gruppen zusammenbringt und vernetzt.

Tschetschenien: Mädchen* in den entlegenen Regionen Tschetscheniens erreichen

Strategische Förderung der Organisation Vsgeda Vmeste

Vsegda Vmeste ist die einzige Jugendorganisation, die sich für die Rechte von Mädchen* in den Dörfern der entlegenen Bergregionen Tschetscheniens einsetzt. Die Aktivistinnen* schaffen sichere Räume für Frauen* und Mädchen*, in denen sie Ermutigung erfahren, ihr Leben selbst zu gestalten und neue Möglichkeiten für sich entdecken können. Die solidarische Gemeinschaft, die sie bei diesen Treffen erleben, soll sie Entlastung von dem enormen Druck, den ihre Familien und die Gesellschaft auf sie ausüben, erleben lassen. filias mehrjährige Förderung ist die einzige stabile Finanzierung für das Projekt und ermöglicht, dass Vsegda Vmeste ihre “Women’s and Girls‘ Clubs for Change” stattfinden lassen kann.

Indien und Pakistan: Kooperation gegen geschlechtsspezifische Gewalt in der Bekleidungsindustrie

Wer steht hinter dieser Kooperation?

Seit 2018 unterstützt filia als Drittmittelgeberin ein BMZ-Projekt von Femnet e.V., bei dem es um die Reduzierung von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen in der Bekleidungsindustrie Bangladeschs und Indiens geht. Dabei werden das Bangladesh Center for Workers Solidarity und die indische Organisation SAVE unterstützt, die beide an der Basis und gewerkschaftsnah arbeiten. Beide NGOs setzen auf Capacity Building und Schulungen zu Arbeitsrechten und Frauen*rechten, um die Arbeiterinnen* zu ermächtigen, sich selbst für ihre Rechte einzusetzen.

Arbeiterinnen* massiv von Gewalt betroffen

Eine überwältigende Mehrheit der weiblichen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch und Indien wird Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt. Vorfälle sexueller Gewalt werden nicht ausreichend dokumentiert, vor allem, da das Thema in den Produktionsländern weitgehend tabuisiert ist. Weibliche Beschäftigte können sich gegen männliche Vorgesetzte kaum wehren, weil sie bei Verweigerung oftmals schikaniert, bedroht oder gar entlassen werden.

Ziele der Kooperation

In den Produktionsländern wird der Dialog zwischen NGOs, Gewerkschaften und den Textilunternehmen aufgebaut. Das Tabuthema „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ muss stärker beleuchtet werden. Darüber hinaus sollen sichere Anlaufstellen für Arbeiterinnen* eingerichtet werden, an denen sie Übergriffe melden können, über ihre Rechte aufgeklärt und bei der Umsetzung der eigenen Interessen unterstützt werden (Hilfe zur Selbsthilfe). Langfristig wird auch eine Verbesserung der gesetzlichen Grundlagen angestrebt. In Deutschland sollen Bekleidungsunternehmen schriftlich konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von geschlechtsspezifischer Gewalt in ihren Zuliefererfabriken zusagen. Die Kooperation soll einen gezielten Erfahrungsaustausch der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in den drei Ländern ermöglichen. Darüber hinaus soll eine Grundlagenstudie erstellt werden, die als Startschuss für Lobby- und Kampagnenarbeit in allen drei Ländern dienen wird.

Ihre Ansprechpartnerin

Sie wollen mehr über den Fokus „Unsere Körper, unsere Rechte!“ von filia erfahren? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

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Svenja Genthe
Assistenz der Geschäftsführung
s.genthe@filia-frauenstiftung.de
+49 (0)40 380 381 996