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filia_news_2020/4 | filia.die frauenstiftung


Liebe Leser*innen, liebe Interessierte,

dieses Jahr verabschiedet sich und schickt uns, was die Pandemie anbetrifft, in eine Zeit, wo wir Gewohntes neu Denken und Planen müssen. Wie Weihnachten feiern, wie das neue Jahr einläuten, mit all den offiziellen Auflagen, eigenen Ängsten und widersprüchlichen Reaktionen im Land?

„Wir schaffen Hoffnung“ heißt das Motto unserer diesjährigen Matching-Kampagne. Die bereits eingegangenen Spenden lassen uns hoffen, dass wir bis zum Jahresende unser Ziel, die 70.000 € zweier Großgeberinnen zu matchen, noch erreichen werden: I. Wir schaffen Hoffnung. Unterstützen Sie uns dabei! Wir danken Ihnen und euch, dass Sie*ihr auch in diesen Zeiten feministische Projekte und Visionen unterstützt.

Zum Jahresende finden Sie in der filia_news Schlaglichter zu längerfristigen Kooperationen und Projekte sowie über die Anfänge unseres Empowerment-Programmes Frauen* und Flucht (EFF). Im Oktober konnte – mit Corona-Auflagen – das erste „richtige“ Treffen des neuen EFF-Beirates stattfinden: II. Kennenlernen und Entscheiden: Ein Kurzbericht vom EFF-Beiratswochenende.

Im Rahmen der Kooperation mit FEMNET e. V., in der es um die Rechte von Arbeiter*innen aus der Bekleidungsindustrie in Indien und Bangladesch geht, fand am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*, ein digitales Interview mit einer Aktivistin* aus Bangladesch statt. Lesen Sie mehr über das Interview und die aktuelle Lage vor Ort: IV. Nicht Teil der Arbeit

Anders als gedacht verläuft auch das Projekt „Mädchen* mit Flügeln“ unserer Förderpartnerin* Holla e.V.. Über den Stand der Dinge dieser strategischen Förderung berichtet die Projekt Patin* Maryam Bonakdar: V. „Mädchen* mit Flügeln“: Neues aus der strategischen Förderung im MädchenEmpowermentProgramm

Mitten in unserem gemeinsamen Prozess kam der Krieg: Unsere Partnerinnen* aus Armenien, die so aktiv und voller guter Ideen an den digitalen Workshops zur Entwicklung feministischer Botschaften teilgenommen hatten, konnten bei den letzten zwei Workshops nicht mit dabei sein. Sie waren damit beschäftigt, in ihrem Land Geflüchtete aus Bergkarabach zu versorgen, die durch den Krieg mit Aserbaidschan vertrieben worden waren. Sie wollen aber unbedingt ihre Kampagne zum Internationalen Frauentag 2021 in die Welt bringen. Die anderen drei beteiligten Länder veröffentlichten ihre Botschaften, wie geplant, am 29. November, dem Internationalen Tag der Frauenrechtsverteidiger*innen. Lesen Sie mehr zum Abschluss des zweijährigen Projektes: III. #feministsolidarity oder #feminismusistdieantwort oder #unitedwomen

Neben Abschluss und Abschied beschert uns das Jahresende allerdings auch einen Neuanfang: Constanze Claus, VI. Unsere neue Kollegin* im Fundraising stellt sich vor.

2021 wird filia 20 Jahre alt. Wann wir dieses Ereignis festlich begehen werden, kann in diesen Zeiten noch nicht feststehen. Aber während der Vorbereitung wurde es immer deutlicher: Ein Fest ohne direkte Begegnungen, Umarmungen und Gespräche können wir uns nicht vorstellen. Also haben wir Geduld und lernen wir, mit dem Ungewissen zu leben, voller Hoffnung.

Nein, ein leichtes Jahr war das nicht. Sie und euch an unserer Seite zu wissen, macht uns froh.

Ein gesundes Weihnachten und ein Neues Jahr voller Zuversicht

wünscht

Katrin Wolf und das filia-Team




I. Wir schaffen Hoffnung. Unterstützen Sie uns dabei!

Bis zum 31. Dezember 2020 läuft noch unsere Matching-Kampagne „Wir schaffen Hoffnung“. Gerade in diesem Krisenjahr ist es entscheidend, sich solidarisch gegenüber Frauen* im Allgemeinen und feministischen Aktivist*innen im Besonderen zu zeigen und sie zu fördern. Feministische Aktivist*innen müssen weiterhin ihre lebensnotwendige Arbeit leisten können. filia wird auch 2021 Organisationen an der Basis in Deutschland und weltweit fördern. Das können wir nur mit Ihrer Hilfe!

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Jetzt ist besonders wichtig, mit der Unterstützung für feministischen Aktivismus nicht nachzulassen. Jede Spende an filia wird bis zum Ende dieses Jahres verdoppelt. Möglich machen das zwei Geberinnen von filia und ihre Hoffnung und ihr Glaube an feministische Solidarität.

Spenden Sie jetzt online!

Mit Ihrer Spende sichern Sie zum Beispiel unsere Förderung des Roma Center for women and children Daje in Serbien. Die Organisation setzt sich seit ihrer Gründung 2001 für ein gewaltfreies Leben für Roma-Frauen* und -Mädchen* ein. Laut einer eigenen Studie sind 75 % der Roma-Frauen* und Mädchen* im Einzugsbereich der Organisation von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Die prekären Verhältnisse, in denen Romnja*-Communities oft leben müssen, verschlimmern die Situation der gewaltbetroffenen Frauen* und Mädchen*, da sie z. B. keinen oder nur bedingt Zugang zu Beratung und Unterstützung haben. Daje betreibt daher eine eigene SOS-Hotline und gibt kostenfreie Rechtsberatung. Mit filias Unterstützung baut die Organisation außerdem das Netzwerk „United Roma women*” auf.

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II. Kennenlernen und Entscheiden: ein Kurzbericht vom EFF-Beiratswochenende

In der letzten filia_news berichteten wir bereits, in welch großen Schritten sich das neue Empowerment-Programm Frauen* & Flucht (EFF) über den Sommer entwickelt hat. In diesem Tempo ging es im Herbst weiter!

Der neue zehnköpfige EFF-Beirat ist inzwischen richtig gestartet. Im Oktober fand trotz der Covid-Pandemie das erste physische Treffen in Hamburg statt. Ein völlig neues Programm, ein ganz frischer Beirat und 68 Anträge: Das alles führte dazu, dass mit allen Beteiligten gemeinsam entschieden wurde, das Treffen stattfinden zu lassen – selbstverständlich mit entsprechenden Regeln, Masken, Lüften und Abständen.

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Es ist eine große Verantwortung und eine schwere Entscheidung, die das Lesen und Diskutieren der Anträge und die folgende Empfehlung an filias Stiftungsrat mit sich bringen. Deshalb war es wichtig, sich Raum und Zeit zu nehmen, sich als Gruppe kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Alle waren von Beginn an motiviert, ernsthaft und reflektiert dabei. Es wurde sich über den Auswahlprozess, Kriterien, Schwierigkeiten und natürlich die Anträge selbst ausgetauscht. Es war eine tolle und herzliche Atmosphäre, die große Lust auf alle weiteren Prozesse macht.

Und „nebenbei“ wurde dann auch noch die Förder-Empfehlung beschlossen. Sie fiel nicht leicht. Viele spannende Anträge, wenig Zeit für jeden und der Wunsch mehr über die einzelnen Gruppen und Projekte hinter den Anträgen zu erfahren machen deutlich: wir befinden uns mitten in einem gemeinsamen Lernprozess und sich für einige und damit gegen viele weitere Gruppen zu entscheiden, ist schwer!

Umso beeindruckender, dass auch dieses Ziel unter allen genannten Umständen erreicht werden konnte. Inzwischen hat filias Stiftungsrat die Empfehlung bestätigt und somit stehen zwei strategische und zehn Impulsförderungen bei EFF nun fest. Aktuell werden die Verträge abgeschlossen, sodass weitere Informationen zu den geförderten Gruppen bald auf der Website zu finden sein werden.

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III. #feministsolidarity oder #feminismusistdieantwort oder #unitedwomen

So lauten die Hashtags der Gruppen aus Georgien, Deutschland und der Ukraine. Am 29. November 2020 startete in drei der beteiligten vier Länder unseres Kooperationsprojektes „Basisfrauen* mobilisieren gemeinsam für Demokratie“ jeweils eine nationale Social-Media-Kampagne – aber mit gemeinsamem Erscheinungsbild und zahlreichen Verlinkungen untereinander. Unser Kooperationsprojekt ist damit fast zu Ende. Den Social Campaign Guide, das abschließende Produkt unserer Zusammenarbeit, werden wir erst im nächsten Jahr verbreiten können.

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Statt nach Armenien zu fahren, saßen wir in vier Ländern während fünf Workshops an unseren Computern zu Hause oder in den Büros: Aktivist*innen und Frauenstiftungen aus Armenien, Georgien, Deutschland und der Ukraine. Das gemeinsame Ziel: Botschaften und Bilder zu entwickeln, die feministischen Inhalte auch in der „aufgeschlossenen Mitte der Gesellschaft“ gut verständlich und überzeugend darstellen.

Klingt nicht so schwer? Je mehr Beteiligte, desto mehr Meinungen, je mehr Länder, desto mehr kulturelle Besonderheiten und politische Hintergründe. Eine Eingangsfrage der Agentur social social an alle lautete: Welche Bewusstseinsveränderung wollt ihr erreichen, welche allgemein verbreitete Ansicht wollt ihr in eine neue umwandeln? Darauf antwortete zum Beispiel die armenische Organisation Human Rights Research Center wie folgt:

Die allgemein vorherrschende Meinung „Die Befreiung der Frauen* und Genderthemen stellen eine Bedrohung dar.“ soll sich verändern in „Die Befreiung der Frauen* und Genderthemen – das sind revolutionäre Werte.“. Gerade, 2018, hatte in Armenien eine revolutionäre Bewegung einen Machtwechsel erreicht. Daran wollen die Frauen* des Research Centers anknüpfen.

Wir haben wirklich viel in diesem letzten halben Jahr lernen können. Auch, dass besonders in Armenien und Georgien eine gemeinsame Kampagne in dieser „aufgeschlossenen Mitte“ eher kontraproduktiv sein würde. Denn die Diffamierung konservativer Kreise, dass Feminismus und Genderthemen Importe des Westens seien, die die Familien und nationalen Traditionen zerstören wollen, ist auch bei dieser Mitte auf fruchtbaren Boden gefallen.

Der allgemeine Beschluss war dann: Vier individuelle Kampagnen mit individuellen Botschaften – aber einem gemeinsamen Design. Wie eingangs erwähnt, konnten die armenischen Teilnehmerinnen* am 29. November nicht mit an den Start gehen. Die Situation in ihrem Lande zwang sie dazu, ihre Mitarbeit am Kooperationsprojekt zu unterbrechen. Da ihnen ist unsere gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Anliegen weiterhin sehr wichtig sind, werden sie ihre nationale Kampagne zum 8. März 2021 starten – und alle anderen werden sie dabei unterstützen.

Und wie verbreitet frau* ihre Kampagne wirkungsvoll und erreicht viele, möglichst auch außerhalb der eigenen Community? Nun, da müssen wir alle noch dazu lernen. Durch die Umwandlung des Projektes in digitale Workshops wuchs der Arbeitsaufwand für alle Beteiligten in unvorhersehbarem Maße. Für das Launching blieb dann bei etlichen Teilnehmer*innen weniger Kraft und Zeit übrig als geplant. Aber auch das ist Teil des gemeinsamen Lernens und Auswertens. Über die Reaktionen in den einzelnen Ländern werden wir natürlich alle befragen – und wieder dazu lernen.

Der Weg zu diesem Ergebnis war auf jeden Fall ein Gewinn für alle. Die Methoden, die uns diesen Weg gehen ließen, wurden von social social entwickelt. Sie werden Anfang nächsten Jahres in einem Social Campaign Guide nachlesbar sein. Dann ist dieses Projekt wirklich abgeschlossen und entwickelt hoffentlich weitere Strahlkraft und mobilisiert weitere Aktivist*innen, sich länderübergreifend zusammenzutun zu einem gemeinsamen Ziel. In unserem Fall: Die Frauen*bewegung mit ihren Errungenschaften wertschätzen und als Gewinn für jede Gesellschaft sichtbar machen.

Sie wollen wissen, worauf Feminismus nun die Antwort ist?

Besuchen Sie unsere Social-Media-Kanäle: www.facebook.com/filia.diefrauenstiftung

twitter.com/frauen_stiftung

www.instagram.com/filia.die_frauenstiftung/

Das Projekt „Basisfrauen * mobilisieren gemeinsam für Demokratie“ wird vom Auswärtigen Amt Deutschland gefördert.

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IV. Nicht Teil der Arbeit!

Die Botschaft der Textilarbeit-Aktivistinnen* aus Bangladesch ist schlicht: „Gender-based violence is not part of the job.“ – „Geschlechtsspezifische Gewalt ist nicht Teil des Jobs.“ Dieser fast fühlbare Satz, der wohl auch vielen Frauen* in Deutschland aus dem Herzen spricht, macht allerdings deutlich, dass obwohl geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz – und auch nirgends sonst – etwas zu suchen hat, sie doch aber gerade auch dort Frauen* betrifft.

Für Aktivistin* Kalpona Akter aus Dhaka (Bangladesch) war es bereits das Ende eines langen Tages, als…

 

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sie sich um 21 Uhr ihrer Ortszeit zum Digitalen Interview einloggte. „All of us are in the same frame“, freute sie sich, als sie ihre Gesprächspartnerinnen* Tanja Chawla (filia.die frauenstiftung), Gisela Burkhardt und Sina Marx (beide FEMNET) sah. Das Gespräch wurde von Anne Munzert (ebenfalls FEMNET) moderiert.

Anlässlich des Internationalen Tags zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen* und Mädchen* wollten filia und Projektpartnerin FEMNET mehr zur aktuellen Situation in Bangladesch erfahren. Wie hat Corona die Situation der Textilarbeiter*innen und ihrer Familien verändert? Wer kann dazu besser Auskunft geben als Kalpona Akter, die Direktorin vom Bangladesch Center for Workers Solidarity (BWCS) und inzwischen auch Präsidentin der Gewerkschaft Bangladesh Garment and Industrial Workers Federation (BGIWF)?

filia ist seit 2018 als Drittmittelgeberin in die von FEMNET (Deutschland) organisierte Multi-Akteurs-Partnerschaft mit BWCS (Bangladesch) und SAVE (Indien) eingestiegen. Die Organisationen wollen Anti-Belästigungskomitees in den Textilfabriken implementieren, damit sich betroffene Frauen* direkt über Belästigungen und Gewalt beschweren können und dem nachgegangen werden kann. Die auftraggebenden Unternehmen u. a. in Europa sollen zur Einhaltung ihrer Sorgfaltspflicht angehalten werden. FEMNET klärt in Deutschland auf, informiert und vernetzt – denn nur bei Druck von allen Seiten, können die Anti-Belästigungskomitees eine Wirkung erzielen. In einer von FEMNET und BWCS 2020 veröffentlichten Studie gaben 76 % der Befragten an, mit Gewalt am Arbeitsplatz konfrontiert zu sein. Aus den Erkenntnissen der Studie ergaben sich die notwendigen Schritte, um diesen untragbaren Zustand zu verändern. (Lesen Sie mehr dazu in der filia_news 1/2019!)

Mehr als 300.000 Arbeiter*innen haben zu Beginn der Pandemie im April ihre Arbeit verloren (davon 80% Frauen*), da die Auftraggeber*innen aus Europa ihre Verträge kurzfristig stornierten. Da die Arbeiter*innen mit ihren geringen Gehältern keine Rücklagen besitzen, bedeutete dies unweigerlich: Keine Arbeit = kein Geld für Nahrung, für Gesundheitsversorgung, für Infektionsschutz, wie z. B. Masken. So sind viele Arbeiter*innen verhungert oder an den Folgen einer Infektion mit Covid-19 gestorben.

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bewilligte FEMNET im Spätsommer eine Umwidmung und Aufstockung der Mittel, so dass ein Teil der Gelder als Corona-Nothilfe genutzt werden konnte. filia steuerte dazu etwas aus ihrem Eilförderbudget bei.

 

Corona ist speziell für Frauen* eine besonders harte Herausforderung, klärt Kalpona uns auf. Und für Mütter ist es nochmal härter. Junge Frauen* aus dem ländlichen Bereich sind viele Tausend Kilometer in die Arbeitsgebiete gereist, um durch das Geld ihre Familien zu stützen. Vielfach gab es in den Fabriken eine Kinderbetreuung und die Arbeiter*innen zahlten für Nahrung, Schulgeld, Kleidung. Als die Fabriken schlossen, mussten die Frauen* die Kinderbetreuung selbst übernehmen und konnten nicht mehr arbeiten. Oder sie schickten ihre Kinder allein in ihre Herkunftsgebiete zurück.

 

Die Textilbranche ist die größte Industrie in Bangladesch. Es war der erste Bereich, der überhaupt Frauen* beschäftigte und für viele von ihnen bedeutete es erstmalig eine ökonomische Unabhängigkeit von Familie und Ehemann. Und somit: Selbstbestimmung.

Mit der Pandemie fallen viele von ihnen zurück und müssen sich wieder Ehemännern oder Familienoberhäuptern unterordnen. Doch auch die systemischen Probleme der Textilbranche werden durch die Situation verstärkt: Arbeitsrechte und Arbeitsgesetze werden zunehmend verletzt und die bangladeschische Regierung drückt alle Augen zu, um die Industrie als Einnahmequelle zu stützen. Es gibt wenig Jobs und zugleich ansteigende sexuellen Übergriffe. Löhne werden verspätet ausgezahlt und die Abhängigkeit der Arbeiter*innen wird damit verstärkt.

 

Das Team vom BWCS ist jedoch konstant aktiv geblieben. Sie bieten Rechtsberatung und juristsche Hilfe bei Arbeitsrechtsverletzungen oder sexuellen Übergriffen an. „Organizing – organizing – organizing“, lächelt Kalpona in ihre Kamera: „Wir müssen weiter machen – und eine kritische Masse erreichen. Wir müssen die Energie erhalten und fordern die Arbeiter*innen auf, gewerkschaftlich & gemeinsam für menschenrechtskonforme Arbeitsbedingungen einzutreten.“ Und die Organisation verteilt auch weiterhin Essenspakete, Sanitärprodukte wie Masken und Desinfektionsmittel an bedürftige Arbeiter*innen.

 

Gibt es den Firmen in Europa, die sich auf den Weg gemacht haben? Die Verantwortung für sichere Lieferketten übernehmen? Was wünscht sich Kalpona Akter von „uns“, den europäischen Konsument*innen? Die Fragen aus dem Zoom-Publikum nimmt sie nachdenklich auf:

 

„Don’t feel guilty – it’s not YOUR fault“ – „Fühlt euch nicht schuldig – es ist nicht EURE Schuld.“ Nur durch gemeinsames solidarisches Handeln zwischen Textilarbeiter*innen, Industrie, Handel und Konsument*innen lässt sich die Situation verändern. Jede*r Einzelne* zählt. Konsument*innen können Druck machen, dass Bangladesch und Deutschland die International Labor Organisation Konvention 190 gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz zu ratifizieren.

 

Das vollständige Interview (mit hervorragender deutscher Übersetzung und Hintergrunderläuterungen von Sina Marx, FEMNET) finden Sie hier: www.youtube.com/watch

 

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V. „Mädchen* mit Flügeln“: Neues aus der strategischen Förderung im MädchenEmpowermentProgramm

Seit 2019 gibt es in filias MädchenEmpowermentProgramm strategische Förderungen. Zu den ersten Organisationen, die eine dieser mehrjährigen Unterstützungen erhalten, gehört das Zentrum für intersektionale Gesundheit Holla e.V. in Köln. Das Zentrum wurde zuvor bereits mehrfach mit Impulsprojekten gefördert und ist eine geschätzte Projektpartnerin*. In filias Mädchenbeirat übernimmt jeweils eine Beirätin* die Patenschaft für eine strategische Förderpartnerin*. Hollas Patin* Maryam Bonakdar berichtet hier über den aktuellen Stand des Projektes:

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Das Projekt „Mädchen* mit Flügeln“ zielt darauf ab, Mädchen* über einen längeren Zeitraum einen sicheren Raum zu bieten und sie sichtbar zu machen. Mit dem Projekt wird außerdem dem Bedürfnis der Teilnehmer*innen aus vorherigen Workshops begegnet, die eigene Medienkompetenz stärken zu wollen. Durch die filia-Förderung ist ein kontinuierliches Empowerment durch aufeinander aufbauende Workshops das erste Mal möglich.

Die Workshops und der geschützte Raum, richten sich vor allem an Mädchen*, die von Rassismus betroffen sind. Hierzu wurden im ersten Förderjahr (2019) verschiedene Workshops durchgeführt, zu denen unterschiedliche Expert*innen eingeladen wurden. Neben dem anfänglichen Kennenlernen umfassten die Aktivitäten Körperarbeit, Empowerment, Tanzworkshop, Gesang, Fotoworkshop (Fokus der Selbstdarstellung und eigenes Auftreten), Design und Zeichnen und die Produktion von Ton und Musik.

Durch die Corona-Pandemie verlegte sich der Schwerpunkt ab März 2020 auf die Online-Arbeit über Social Media. Hier gab es Vor- und Nachteile. Durch die veränderten Bedingungen und die intensive Arbeit online, kamen die Teilnehmer*innen schon konkreter in Kontakt und hatten die Möglichkeit sich auszutauschen.

Die Mädchen* konnten sich auf diese Weise gegenseitig ermuntern und mussten anders als ursprünglich geplant, das Erlernte zuhause erproben. Ziel des Projekts ist, dass die Themen der Mädchen* im Internet breiter zu finden sind und die Teilnehmer*innen wissen, wie sie sich im Netz bewegen können.

Zitat von den Hollies von Holla e. V.:

„Mit dem Projekt "Mädchen* mit Flügeln" wollen wir hauptsächlich selbständiger werden und dadurch die Chance erhalten, unsere alltäglichen Erlebnisse und Erfahrungen, auch aus vergangenen Projekten, über das Internet sichtbar werden zu lassen und zu verbreiten. Dafür ist es nötig, dass wir uns ein gewisses Know-How über das World-Wide-Web aneignen, um mit unserer Arbeit eine größere Reichweite als bisher zu erlangen.

Social Media bzw. Internet sind wichtiger denn je. Denn: Wo schauen wir nach, wenn wir Fragen haben, vor allem im Bezug zum eignen Körper? Wenn wir Hilfe brauchen oder Berichte von Menschen lesen wollen, die uns verstehen und vielleicht das Gleiche durchmachen, wie wir selbst? Es ist immer das Internet. Im Laufe der vergangenen Projekte haben wir festgestellt, dass es zu fast keinem Thema, das für Mädchen* und Frauen* wichtig ist, faktisch richtige Darstellungen und Quellen gibt. Das betrifft zum Beispiel das Thema "Jungfernhäutchen" bzw. "vulvinale Korona" oder auch simple Definitionen von Rassismus oder Intersektionalität. Das darf unserer Meinung nach nicht sein! Deshalb wollen wir etwas dazu beitragen, dies zu ändern“.

 

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VI. Unsere neue Kollegin* im Fundraising stellt sich vor

„Mein Name ist Constanze Claus und ich unterstütze seit Mitte November das Team Fundraising.

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Ich arbeite seit über zehn Jahren im Stiftungssektor zu den Themen Teilhabe und Empowerment und freue mich, dass ich dies nun bei filia mit feministischem Fokus tun kann. Ich möchte das mutige, kreative und wichtige Engagement von Frauen* und Mädchen* noch sichtbarer machen und weitere Ressourcen dafür mobilisieren. Dabei ist mein Wunsch an alle Unterstützer*innen, Partner*innen und natürlich auch an mich selbst: Check your privilege!“

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VII. Nicht verpassen!

Aktuell

Tolles Video! – New Realities mit Jamilah Bagdach

 

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Jamilah, eine junge Frau* aus dem Team unserer Projektpartnerin* Holla, wurde für die VR Serie "New Realities" porträtiert.

Als eine von 10 jungen Frauen* weltweit! Ein großartiges Filmchen, das hoffentlich Freude macht und Hoffnung für die Zukunft schafft:

New Realities | 10 Young Women 10 Countries. One World | JAMILAH

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Aktuell

Das Jule SuperHeld*innen-Kartenspiel

 

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Wir bekommen einfach nicht genug von diesem grandiosen Kartenspiel. Im Rahmen unseres MädchenEmpowermentProgramm 2018 förderten wir ein Projekt des Junglesben*Zentrums Hamburg, bei dem Teilnehmerinnen* ein Kartenspiel mit ihren lesbischen, bisexuellen und trans-Heldinnen* kreiert haben.

Wir freuen uns immer sehr, wenn eines der von uns geförderten Projekte so handfeste Ergebnisse hervorbringt. Ein Muss für alle feministischen Skat- und MauMau-Zocker*innen!

Gegen Spende zu erhalten bei: junglesbenzentrum-hamburg.de

 

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Februar 2021

filias Neujahrsempfang „Sekt & Stulle – digital“

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Es wird ihn geben, unseren Neujahrsempfang. Auch wenn die aktuelle Lage es uns nicht erlaubt, Sie und euch an einen physischen Ort einzuladen und auf das neue Jahr (filias 20. ↓) anzustoßen, können wir uns nicht vorstellen, ganz ohne Sekt und Stulle uns den großen Aufgaben und Herausforderungen von 2021 zu stellen. Gerade basteln wir noch an einem kleinen, aber feinen digitalen Format. „Stay tuned!“, wie die Angelsächsin* sagen würde.

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