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    L-MAG, 20.09.10: Unterstützung für tschetschenische Frauen gesucht!

    Die Frauenstiftung filia macht auf die immer bedrängtere Lage der Frauen in der russischen autonomen Republik Tschetschenien aufmerksam

    l-mag 20.9.10 - In Tschetschenien häufen sich gewalttätige Angriffe auf Frauen, die sich öffentlich ohne Kopftuch zeigen. Dies geschieht sogar mit der Unterstützung des Präsidenten, der den Frauen selbst die Schuld an den Übergriffen gibt. Die deutsche Frauenstiftung filia ruft deshalb dazu auf, Projektpartnerinnen in der russischen Teilrepublik finanziell und solidarisch zu unterstützen.

    Laut Filia gab es seit diesem Sommer vermehrt Paintball-Angriffe auf Frauen. Aus fahrenden Autos wurden Frauen, die keine Kopfbedeckung trugen, beschossen. Die Frauen hatten danach Hämatome an Armen und Beinen und waren durch die Farbe auf der Kleidung regelrecht gekennzeichnet. Eine Frau verlor sogar ein Auge.
    Allein in den ersten drei Juni-Wochen dieses Jahres sind über ein einziges Frauenzentrum 17 Fälle bekannt geworden, – die Gesamtzahl dürfte also weitaus höher liegen. Während des Ramadan, der am 12. September endete, haben Männergruppen Flugblätter auf den Straßen verteilt, die zeigten, „wie eine muslimische Frau auszusehen hat“. Frauen, deren Kopf „nicht richtig“ bedeckt war oder deren T-Shirts und Röcke zu kurz waren, wurden bedrängt. Bei Widerstand schlugen die Männer auch zu.

    Im Nordkaukasus vollzieht sich eine sukzessive Ausweitung des islamischen Rechts. Katrin Wolf von filia spricht gegenüber l-mag.de von einer „Doppelstrategie“, die Präsident Ramsan Kadyrow verfolge. Tschetschenien sei zwar eine Unterrepublik von Russland. Gleichzeitig wolle sich Kadyrow mit einem islamischen Kurs von Russland abgrenzen. Diesem Abgrenzungskurs fielen die Frauen zum Opfer.

    Kadyrow selbst erklärte im Juni in einem Interview laut dieStandard.at, dass er die Angreifer zwar nicht kennen würde, „aber wenn ich sie finde, werde ich ihnen meine Dankbarkeit ausdrücken“. Kritische Stimmen und MenschenrechtsaktivistInnen bezeichnete er als „Feinde des Volkes“.

    Laut Wolf von filia gibt es im Wesentlichen zwei verschiedene Arten, wie die Frauen mit der Situation umgingen. Die erste Gruppe passe sich an und „die anderen sind Frauenorganisationen, die mehr sozial arbeiten und ihre politischen Ziele aufgeben.“ Mit denen würde filia zusammenarbeiten. Diese Organisationen wüssten, dass sie zwar nicht direkt politischen Einfluss nehmen, aber Frauen stärken könnten. Sie würden beispielsweise Frauenrechtskurse anbieten, bei denen Mädchen lernen, welche Rechte sie haben und wie sie diese etwa gegenüber ihren Eltern und der Schule verteidigen können.
    (nam)

    filia.die frauenstiftung unterstützt seit 2008 drei mutige Frauenorganisationen. Filia Spendenkonto: GLS Bochum, BLZ 43060967, KontoNr.: 12300

    Weitere Informationen: k.wolf(at)filia-frauenstiftung(dot)de

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