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    L-MAG, 15.06.2010: Serbien - Schwieriger Kampf für Homorechte

    Lesbische Aktivistinnen stellten ihre Arbeit in Hamburg vor – gegen Faschisten helfen nur kluge Strategien

    l-mag 15.6.2010 – Serbiens Lesben kämpfen leise: „Du kannst nicht laut protestieren, wenn Krieg herrscht“, erzählt Biljana Stankovic von der Novi Sad Lesbian Organization. Man mag das der 36-Jährigen kaum glauben. Die kräftige Frau mit dem schwarzen Kurzhaarschnitt platzte vor lauter Energie, als sie am 11. Juni in Hamburg auftrat. Auf Einladung ihrer Unterstützerinnen von der Frauenstiftung Filia sprach Biljana über das lesbische Leben in Serbien. Die klare Botschaft: Die Folgen des Jugoslawienkrieges bremsen jede Menschenrechtsarbeit – auch wenn die Waffen seit bald zehn Jahren schweigen.

    Nationalismus und Religiosität bilden eine furchteinflößende Allianz gegen alle Minderheiten. Serbiens Lesben kämpfen für ihre Rechte, aber sie rennen nicht blind ins Verderben. Noch immer steckt ihnen der CSD-Versuch von 2001 in den Knochen, „bloody gay pride“ nennt ihn Biljana. Gegendemonstranten griffen die Teilnehmerinnen tätlich an, einige mussten sich auf der Flucht vor dem Mob in einem Kulturzentrum verbarrikadieren. Auch im vergangenen Jahr drohten Zusammenstöße. „Wir haben unsere Mitglieder beraten, wie sie am sichersten von Novi Sad nach Belgrad kommen“, erinnert sich Tijana Popivoda (31) vom Autonomen Frauenzentrum, die Biljana nach Hamburg begleitete. „Queers und Faschisten wären sonst im selben Bus zur selben Demo gefahren“ – auch eine rechtsradikale Jugendorganisation hatte einen Ausflug zum Gay Pride geplant.

    Für 2010 hat nun der Innenminister eine Sicherheitsgarantie abgegeben, trotzdem setzt Biljana ihre Hoffnungen eher in Graswurzelarbeit: „Lieber organisiere ich eine öffentliche Kulturveranstaltung, um unsere Anliegen in die Städte zu tragen.“ So stemmt die Novi Sad Lesbian Organization jährlich einen Frauenbasar auf dem Künstlerinnen ihr Handwerk anbieten. „Jeder weiß, dass ihn Lesben organisieren und trotzdem kommen Hetero-Familien mit ihren Kindern“, erklärt Biljana begeistert. „Und für fünf Stunden gehört dann der Stadtstrand an der Donau uns.“

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