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Warum weltweit?

"Weitere Ziele: das friedvolle und schöpferische Miteinander von Männern und Frauen, von Völkern und Kulturen, sowie den nachhaltigen Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen"   (aus filia-Präambel)

Berichte aus filias Förderländern

Sie finden an dieser Stelle einige Basisinformationen zu Förderländern von filia und Informationen aus der Sicht von Frauen. Diese Informationen erhalten wir teilweise mit den Anträgen und Berichten unserer Partnerinnen. Fakten und Einschätzungen wurden also vor dem Hintergrund der Arbeit und der Erfahrungen der Frauen aus den Organisationen und Projekten gesammelt. Für die Richtigkeit verbürgt sich filia nicht! Wir sehen darin ein wichtiges Material, das selten öffentlich zugänglich ist.

Länderbericht Georgien

Aus der Sicht der Frauen
Durch die Annäherung an die EU hat Georgien zwar die internationale Konvention gegen alle Formen von Diskriminierung bestätigt (CEDAW), allerdings mangelt es an einer Umsetzung in die Praxis und einer Überarbeitung des Rechtssystems. So stellt der Women’s Fund in Georgia 2008 fest: "Trotz dieser Konventionen und Normen zu Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechten wurde die Implementierung nicht vorangebracht. Der Staat bemüht sich nur formell und oberflächlich darum, Geschlechtergerechtigkeit sicherzustellen.
Dies äußert sich zum einen auf dem Arbeitsmarkt. Durch den starken Einbruch im Arbeitsangebot in den letzten Jahren drängte es die meisten Frauen in die Schwarzarbeit ab und die Stellen, die sie besetzen, befinden sich üblicherweise im schlecht bezahlten Dienstleistungssektor... Das bedeutet, dass Arbeit in Haushalt und Pflege als traditionelle Betätigungsfelder für Frauen angesehen werden, ohne dass diese Geschlechterrollen in der Politik oder in der Gesellschaft überdacht werden. So finden sich auch nur wenige Frauen in Führungspositionen, insbesondere im wirtschaftspolitischen Bereich.
Das Bewusstsein von Frauenrechtsthemen in der georgischen Gesellschaft ist niedrig. Als Beispiel dafür kann der Internationale Frauentag gelten, der in Georgien seine politische Relevanz völlig verloren hat.

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Länderbericht Serbien

Aus der Sicht der Frauen
Noch immer wird das Leben der Bewohner Serbiens durch Nachwirkungen des Krieges und die anhaltenden Spannungen um den Kosovo bestimmt. Laut Berichten von Frauenrechts-NGOs, die in dieser Region tätig sind, leiden Frauen verschärft unter der Situation, da in Folge der Konflikte im Land eine Rückbeziehung auf Traditionen  geschieht, die patriarchalische Strukturen stärken. 
Eine große Rolle bei dieser Entwicklung spielt die orthodoxe Kirche, mit der die serbische Identität immer stärker identifiziert wird. So propagiert sie Abtreibung als Sünde, setzt Frauen die Geburt von vielen Kindern als höchstes Ziel und verbreitet diese Ansicht durch Kampagnen an Schulen. Die Theokratisierung des Staates reicht so weit, dass die Kirche in die Politik eingreift und die Gesetzgebung beeinflusst.
Die Situation von lesbischen Frauen in Serbien ist noch kritischer. In der  von Nationalismus, Homophobie und Xenophobie geprägten serbischen Gesellschaft kommt es regelmäßig zu verbalen und physischen Übergriffen auf Homo- und Transsexuelle, Roma und NGOs. Öffentliche Hassreden gegen diese Gruppen werden ignoriert. Faschistische Jugendgruppen, die häufig für solche Vorfälle verantwortlich sind, können ohne strafrechtliche Verfolgung auf eigene Medien zurückgreifen. Politiker behandeln Menschrechtsfragen aufgrund vermeintlich dringenderer interner Probleme mit geringer Priorität.

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Länderbericht Tschetschenien

Aus der Sicht der Frauen
Trotz der akuten Gefährdung für MenschenrechtlerInnen arbeiten weiterhin engagierte Organisationen daran, das Leben der Menschen in Tschetschenien zu verbessern und Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu machen. Sie berichten von den katastrophalen Umständen, unter denen Frauen und Mädchen verstärkt leiden.

Die Stellung der Frau in der patriarchalischen Familie geht heute noch auf mittelalterliche Traditionen zurück: „Viele Probleme, vor allem die die Familie betreffen, werden noch heute nach den Adaten, einem mittelalterlichen Klan-Kodex entschieden. Danach können junge Frauen ihren Ehemann nicht auswählen, können gegen eine von Eltern vorgeschlagene Ehe nicht protestieren, häufig werden sie sogar gegen ihren Willen von ihrem zukünftigen Ehemann entführt. Vorläufiger Höhepunkt dieser frauenfeindlichen Politik ist der Vorschlag des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow, die Vielweiberei offiziell einzuführen“ (Lebensfaden 2008). Diese unterlegene Rolle erfahren Mädchen bereits an der Schule, wenn sie im Gegensatz zu ihren männlichen Mitschülern „während des Unterrichts Schulhöfe fegen, Klassenräume nach Unterrichtsschluss aufräumen“ (Lebensfaden 2008) müssen. Seit 2007 wurde ein Kopftuchzwang eingeführt: Für Mädchen ab Schulantrittsalter, für alle Frauen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, für alle Studentinnen.

Der anhaltende Kriegszustand in Tschetschenien führte teilweise zu einer Änderung der traditionellen Geschlechterrollen – aufgrund der vielen männlichen Opfer des Krieges sehen sich Frauen gezwungen, als Familienoberhäupter zu fungieren und die Versorgung der Familie zu übernehmen. Bei der hohen Arbeitslosigkeit von 75 bis 80 % ist das oft nicht ausreichend.
Infrastruktur, Wirtschaft sowie soziales System wurden durch den Krieg nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen. Schlechte medizinische Versorgung sorgt für einen hohen Anteil an chronischen Krankheiten – zusätzlich zu traumatischen Erfahrungen und psychologischem Stress –, die nicht behandelt werden. Insbesondere für schwangere Frauen und kleine Kinder verlaufen Erkrankungen häufig tödlich. Innerhalb der russischen Föderation ist Tschetschenien eine der Republiken mit der höchsten Kindersterblichkeit.

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