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Vortrag zum zehnjährigen Jubiläum von filia.die frauenstiftung
Ise Bosch, März 2011
Niemand soll sagen, filia stelle sich den großen Themen nicht. Gleich drei davon haben wir hier am Wickel! Die Philanthropie, den Feminismus, und Deutschland, im Sinne der neueren und neuesten Geschichte.
Und wir werden merken: wenn wir uns diesen Themen annähern, kommen wir nicht darum herum, ein weiteres Begriffspaar zu betrachten, nämlich: Frauen und Geld.
Aber von Anfang an. Als neun Frauen vor über zehn Jahren zusammenkamen und gemeinsam die Gründung von filia planten, ging es natürlich nicht vorrangig um die geschichtliche Verortung dieses Vorhabens. Es ging um Praxis. Stiftung, was heißt denn das? Wie sollte eine frauenbewegte Gemeinschaftsstiftung aussehen? Was brauchen wir, um erfolgreich zu gründen? Welche weiteren Personen passen zum Projekt? Wie bringen wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut?
Wie wir wissen, gelang es damals, uns nicht zu verstreiten, im Gegenteil: der Kern unserer damaligen Überlegungen und Planungen hat sich als tragfähig erwiesen. filia ist mit ihren 10 Jahren eine international unter Fachfrauen anerkannte Einrichtung, die zu ihrem Profil stehen kann. Die Arbeit in der Geschäftsstelle und in den Gremien, die Zusammenarbeit mit den geförderten Stiftungen und Projekten, die internationale Vernetzung, und auch das Fundraising bringen immer wieder positive Resultate. filia ist auf einem guten Weg, sieht die stolze Mit-Gründerin.
Nun soll auch die Reflexion gestattet sein - welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass wir damals in der Lage waren, den Grundstock zu diesen Erfolgen zu legen. Wozu wir historisch etwas ausholen müssen.
Der feministische Sinn von Philanthropie liegt sicherlich nicht in der Tradition. Die Philanthropie hat immerhin eine viereinhalbtausendjährige Geschichte, sie stammt also mit Sicherheit aus dem Patriarchat. In diesem Fall aus dem griechischen. Philanthropie als Lebensentwurf von schwerreichen Männern - dies ist natürlich allzu schwarz-weiß gezeichnet; die Wirklichkeit hat Schattierungen. Frauen haben in der Philanthropie historisch sehr wohl ihren Platz, auch gerade aufgrund gesellschaftlicher Diskriminierung. Wenn es „nur“ Töchter gab, beispielsweise, also kein Sohn die politische Nachfolge des Vaters antreten konnte, dann mochte die Tochter als Philanthropin dennoch den Status der Familie erhalten. Und das Modell, er führt das Geschäft, sie macht die Spenden, kennen wir bis heute. Es muss kein schlechtes sein! Aber feministisch ist es nicht gerade.
Wie steht nun „Philanthropie“ zur „Frauenbewegung“? Ich möchte behaupten, dass die Logik einer Verquickung dieser beiden Begriffsfelder in Deutschland zum ersten Mal zwischen Kaiserzeit und der nationalsozialistischen Gleichschaltung deutlich wurde, und dann erst wieder spät im 20. Jahrhundert. Dies geschah, nachdem sich die Zivilgesellschaft dem Stiften und Spenden zugewandt hatte, und als der Frauenbewegung deutlich wurde, dass sie auf die Dauer dringend privater Finanzierung bedarf.
Die sogenannte „Erste“ oder „bürgerliche Frauenbewegung“ Deutschlands verzeichnet gleich mehrere frauenpolitische Stiftungen. Der mitgliedstärkste bürgerliche Frauenverein, der Bund Deutscher Frauenvereine (1894-1932) hatte eine vereinseigene Stiftung, die Marie-Stritt-Stiftung, deren Zweck allerdings nicht die Vereinsarbeit war, sondern der Lebensunterhalt der ehemaligen Vorsitzenden. Stark beworben wurde die auch hier ansässige Gertrud-Bäumer-Stiftung, ein Fonds zur Altersabsicherung verdienter Vertreterinnen der Frauenbewegung. Am größten aber war die „Ferdinand und Luise Lenz Stiftung“, angesiedelt beim Allgemeinen Deutschen Frauenverein (1865-1933). Er war spezialisiert auf Frauenstipendien, von denen er im Verlauf seiner Geschichte 900 Stück vergeben konnte. Kleiner, aber vom Namen her prominent war die Helene-Lange-Stiftung, auch eine Stipendien-Stiftung, auch im ADF-Umkreis angesiedelt.
Allerdings war die bürgerliche Frauenbewegung insgesamt weniger durch ihre Stiftungen charakterisiert als durch ihre Vereine. So organisierte sie sich, so bündelte sie ihre Forderungen. Mitgliedsbeiträge (der BDF hatte bis zu 500 000 Mitglieder) bildeten die Basis der Finanzierung, gespendet wurde verhältnismäßig wenig.
Die Inflation der zwanziger Jahre brachte zudem die frauenpolitischen Stiftungen um ihre finanzielle Schlagkraft; einige stellten ihre Tätigkeit ein; bei denen, die überlebten, mussten die Frauen, die sie verwalteten, dann bald zusehen, dass die Restvermögen nicht in die Hände der NationalsozialistInnen gerieten.
Aus der deutschen Nachkriegszeit habe ich keinerlei Zeugnisse feministisch orientierter Stiftungen gefunden. Dasselbe trifft zu für die Anfänge der Zweiten Frauenbewegung Westdeutschlands, die mit 1968 und den Folgen assoziiert wird. Auf den ersten Blick finden sich auch kaum mögliche gemeinsame Interessen zwischen der Welt der Philanthropie und dieser Bewegung. Die zweite Welle des Feminismus war per se systemkritisch. Wie soll eine so altehrwürdige Einrichtung wie die „Stiftung bürgerlichen Rechts“ dem Feminismus dienlich sein?
Entsprechend war das Image der Stiftung doch sehr, sehr bürgerlich. Die frauenbewegten Stiftungen der Vorkriegszeit waren vergessen, so scheint es zumindest. Wenn die Atmosphäre im Bundesverband Deutscher Stiftungen ein Maßstab für die politische Verortung von Stiftungen sein soll – über ihn ging noch vor nicht allzu langer Zeit das böse Wort um, dies sei ein Ort, an dem über Ländereien und die Jagd gesprochen würde. Das hat sich nach meinen Beobachtungen in den letzten Jahren sehr geändert; der Stiftungsgründungsboom des letzten Jahrzehnts lässt die deutsche Stiftungslandschaft nun wesentlich moderner aussehen.
Es stellt sich nämlich heraus, dass die Gründung einer Stiftung nicht nur für Individuen attraktiv ist, die sicherstellen wollen, dass die Nachwelt sich ihrer als Philanthrop oder Philanthropin erinnert. Sie kann auch aus anderen Gründen eine gute Wahl sein. Die Tatsache, dass eine Stiftung nicht so leicht aus der Welt zu schaffen ist, macht sie auch für besonders schwer zu bewerbende soziale Zwecke attraktiv. Und als Neuerung ist das Instrument der Gemeinschaftsstiftung beliebt geworden – in die Menschen zustiften, weniger um sich ein Denkmal zu setzen, sondern um an einer Gemeinschaftsaufgabe teilzuhaben.
Die sogenannte „Zivilgesellschaft“, die Forderungen nach einem relativ freien und auch transparenteren Stiftungssektor stellen konnte, entwickelte in Deutschland nur langsam ein politisches Selbstbewusstsein. Ein gültiger Abriss der Geschichte der Zivilgesellschaft in Deutschland bzw. Westdeutschland würde hier den Rahmen sprengen. Hier seien nur einige dieser zivilgesellschaftlichen Bewegungen genannt: die Umweltschutzbewegung, die Anti-Atombewegung, die Schwulenbewegung, und eben die Frauenbewegung. Und wichtig ist mir die Beobachtung, dass die sich politisch verstehende deutsche Zivilgesellschaft sich auch weiterhin mit bürgerlicher Tradition nur teilweise und manchmal auch gar nicht identifiziert.
Die sozialen Bewegungen der siebziger, achtziger und neunziger Jahre haben unser Gemeinleben neu definiert; bürgerliche Teilhabe heißt nun auch Einflussnahme. Seit den neunziger Jahren sprechen wir vom „bürgerschaftlichen Engagement“: freiwillige Arbeit (als neuer Begriff für das bürgerlich geprägte „Ehrenamt“), Selbsthilfe und Selbst-Organisation nicht nur zu karitativen Zwecken, sondern durchaus auch mit der Absicht, auf die öffentliche Hand Druck auszuüben. Nicht durch die Eliten, sondern durch alle, die sich engagieren wollen.
Nun müssen die sozialen Bewegungen, überhaupt das gesamte bürgerschaftliche Engagement natürlich finanziert werden! Und da es privates Engagement ist, liegt es nahe, dass auch private Gelder hier einfließen. Seitens der öffentlichen Hand wird dies inzwischen auch gern gesehen. Private Finanzierung ist attraktiv für den Staat, der versucht, im sozialen Bereich Mittel einzusparen.
Eine feministische Geldvergabe-Einrichtung hatte die Zweite Frauenbewegung in Westdeutschland sehr wohl! Die der Grünen Partei angegliederte FrauenAnstiftung. Sie existierte gut zehn Jahre lang, von 1987-98, hatte in ihren Hochzeiten einen Jahresetat von fast 16 Mio. D-Mark, 46 Mitarbeiterinnen, 16 Außenstellen und ein eigenes Bildungswerk. Die Spuren der FrauenAnstiftung finden sich allenthalben; filia hat immer wieder von dem Lernen profitieren können, das hier stattgefunden hat.
Die Motivation und die Philosophie der FrauenAnstiftung waren einfach: öffentliches Geld in Frauenhand, zu Zwecken der Frauenbewegungen. Eine simple Konsequenz daraus, dass Frauen am demokratischen System partizipieren; die Demokratie sollte sich selbstverständlich auch um die Gleichberechtigung der Frauen kümmern. Dort waren wir inzwischen angekommen.
Die Zweite Frauenbewegung sagte, „das Private ist politisch“ – und baute damit theoretisch sehr wohl eine Brücke zwischen Philanthropie und Feminismus. Primär bezog sich dieses Motto sicherlich nicht auf das Geldgeben, aber wer Geld hatte und in der Frauenbewegung war, mochte sich wohl aufgerufen fühlen. In seiner Radikalität betrifft dieses Motto alle Lebensumstände und damit auch das Besitzen oder Nicht-Besitzen von Geld.
Wer eigenes Geld hat, soll diese Ressource auch gesellschaftlich und politisch einsetzen. Geld hatten viele Frauen inzwischen, mitsamt dem Recht, selbst darüber zu bestimmen. Die Erste Frauenbewegung hatte uns das gebracht. In der ideologisch eher rauen Atmosphäre der linken Bewegungen war es allerdings kein Spaß, als reich bekannt zu sein. Man sprach da lieber nicht drüber. Das mag auch ein Grund sein, warum Frauen mit Geld damals keine Stiftungen gründeten.
Erst die letzten Jahre, besonders die nach 2000, brachten den bekannten „Stiftungsboom“ in Deutschland mit einer Vielzahl von Stiftungen aller Couleur und Ausrichtung. Die USA hatten uns das „social change funding movement“ vorgemacht, die ersten der dortigen progressiven Stiftungen stammen aus den siebziger Jahren, darunter auch die ersten feministischen Frauenstiftungen. Zeitlich versetzt gelangte die Idee einer Stiftung, die sich als Teil einer sozialen Bewegung versteht, nach Deutschland. In diesem Sinne ist filia eine Schwester der Bewegungsstiftung, die im nächsten Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern kann.
Zudem fühlen sich die vermögenden Frauen Deutschlands und insbesondere die Erbinnen zunehmend wirklich als Inhaberinnen ihres Vermögens. Sie werden dabei unterstützt von feministischen Finanzdienstleisterinnen und einem gesellschaftlichen Umfeld, das kaum mehr in Frage stellt, dass frau über ihr Geld eigenmächtig entscheidet.
Die Gründung von filia vor nunmehr zehn Jahren war, in diesem Sinn, ein Erwachen von Frauen in Deutschland, die Mittel haben: hier sind wir, und wir sind uns einig genug um gemeinsam Dinge umzusetzen. Bereit, die eigene Machtfülle als reiche Frau einerseits anzunehmen, andererseits uns einzulassen auf eine gute Zusammenarbeit mit anderen Frauen, die dieselben Anliegen haben, aber das Geld nicht.
Deutschland hat derzeit immerhin ein gutes Dutzend Stiftungen, die frauenspezifisch fördern, und viele weitere mehr, die sich für eine frauenspezifische Betrachtungsweise interessieren. Zusätzlich werben etliche feministisch orientierte Vereine um Spenden für ihre Arbeit. Im „Forum Frauen und Stiftungen“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen sind aktuell 221 Frauen vernetzt. Sie repräsentieren 119 Stiftungen. filia.die frauenstiftung ist unter ihnen inhaltlich am direktesten an der internationalen Frauenbewegung orientiert und mit ihren über 15 Mio. Euro Stiftungskapital „das Schwergewicht“ – was eine Menge aussagt bei geschätzten 100 Mrd. Euro Stiftungskapital in Deutschland.
Wir sind, bislang, eine mittelgroße Stiftung, nicht mehr. Fundraising für filia ist keine leichte Aufgabe. Wenn’s ums Geld-Haben und Geld-Geben geht, tendieren gerade frauenbewegte Frauen eher zum „schön wär’s“, als dass sie uns um die Nummer des Spendenkontos fragen würden.
Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig, aber ich möchte mich einer Frage zuwenden, die ich mit einem Augenzwinkern die „typisch deutsche Frage“ nenne: Ja ist denn das erlaubt? Etwas ernsthafter ausgedrückt: Wie das denn gehen soll, mit privatem Geld, direkt und strategisch, demokratisch wirken. Wiederholen wir damit nicht die alten, undemokratischen Muster?
Die filia-Gründerinnen stellten sich dieser Kritik, und sie fanden Antworten, die in meinen Augen auch noch heute tragfähig sind. Wir sagten uns: zu Anfang sind die Gründerinnen gefragt, aber sie übergeben die Entscheidungsmacht mittelfristig an Fachfrauen. Erfahrene Stiftungsgründerinnen warnten uns: die Gründerinnen sollten unbedingt aktiv bleiben – in der Umsetzung und als Geldgeberinnen. Es stimmt, der Aufbau von filia hat die Gründerinnen finanziell stärker gefordert als wir erwartet hatten. Wir sind aktivere Stifterinnen geworden, als wir uns je hätten träumen lassen. Und wir bleiben dran. Und wir bleiben auch bei unserem Selbstverständnis als filia-Gründerinnen: wir waren die Hebammen, die Stiftung soll nicht mit uns altern.
Das gewählte Modell, die Gemeinschaftsstiftung, bietet weitere Antworten. Gemeinsam kreieren wir eigene, durchdachte und stimmige Muster. Das leitende Gremium ist gewählt. Wir haben hohe Anforderungen an uns selbst, was Zugang und Transparenz betrifft. Unsere Geldanlage ist ökologisch und ethisch, nach Möglichkeit in Übereinstimmung mit dem Stiftungszweck. Und wir beziehen politisch Stellung: wir sind kritisch an den Auswüchsen des Neoliberalismus, die unser Gemeinwesen seit den achtziger Jahren drangsalieren.
Deshalb auch unsere kritische Stellungnahme gegenüber Stiftungen, die freiwillige Arbeit und Ehrenamt als Ausweg aus der Misere des Sozialstaates propagieren. Nein, wir wollen nicht dem Staat seine Arbeit abnehmen, und Frauenarbeit sollte bezahlt werden. Wir glauben nicht unbedingt (so wie viele Stifter), „privat kann’s besser“. Wir wollen den Staat vielmehr in die Pflicht nehmen.
filia ist ein Ort, an dem Geld verbindet: Menschen mit Geld und dem Wunsch, Mädchen und Frauen weiterzubringen; und Menschen mit Ideen und Können und dem Wunsch, Mädchen und Frauen weiterzubringen. filia ist dazu da, viele Ressourcen im begüterten Deutschland aufzutun. Die Finanzkrise hat Geberinnen und Geber verunsichert und misstrauischer gemacht, und sie verringert unsere Einnahmen aus dem Stiftungskapital. Hier sind wir wirklich herausgefordert.
Frauenpolitische Anliegen werden in Deutschland heutzutage stark und kontrovers diskutiert; das Thema ist sehr komplex geworden und schwieriger zu vermitteln, wohl schwieriger als zur Kaiserzeit. Wer spricht für Deutschland noch von einer „Frauenbewegung“? (Lesen Sie dazu auch „Warum Frauen“? und „Wir besetzen Räume. Netzwerk junger Feministinnen“.) filia ist da im Vorteil. Wir arbeiten international, und da steht die feministische Herausforderung glasklar vor uns.
Schon zu filia's Gründungszeiten hatten sich die Frauenstiftungen weltweit vernetzt. Das International Network of Women’s Funds hatte schon damals ein gutes Dutzend Mitglieder, von Mongolien über Indien und Südafrika bis Brasilien. Mama Cash in Amsterdam hatte es uns direkt nebenan schon vorgemacht. Der Global Fund for Women in San Francisco ist modellhaft mit seinen grassroots Förderungen. Wir wurden zu Pilgerinnen. Und wir sahen: in Deutschland mag die Frauenbewegung eher diffus und unglücklich sein – international ist sie alive and well. Und im internationalen Vergleich sehen wir: Grund zu klagen haben andere, wir wahrlich nicht.
Das ist vielleicht das wichtigste, was wir in die feministische Bewegung Deutschlands einbringen können: den Funken des internationalen „women’s funding movement“, der Frauenstiftungsbewegung. Die internationalen Frauenbewegungen – auch die in Deutschland - in all ihrer Vielfalt brauchen Finanzierung. filia ist eine Antwort auf diese Herausforderung. Wir haben in unserer Geschichte das Fundament, im Bauch die Leidenschaft zu dieser Art von Arbeit, und immer wieder einen klaren Blick auf die Gegenwart und auf die Partnerinnen, die uns die Zukunft bringen wird.
Ise Bosch, Gründungsstifterin und Vorstandsfrau seit 2004
März 2011
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Wörtlich bedeutet der Begriff „Menschenliebe“ und meint eine Weltsicht, die an das grundsätzlich Gute im Menschen glaubt. Gleichzeitig bezeichnet er auch das entsprechende Handeln, also einen Umgang mit Geld, der großzügig, zugewandt, vertrauensbildend ist. Die Philanthropie betont damit, nebenbei gesagt, etwas anderes als die christliche Nächstenliebe, lateinisch „Caritas“. Caritas ist der Dienst am Mitmenschen als Verpflichtung der Christen. Philanthropie ist eine Philosophie, kein Gottesdienst.