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Bis zum 1. März 2012 nimmt filia Anträge mit Ideen und Plänen für Projekte für Mädchen und junge Frauen entgegen.
Frauenorganisationen aus der ganzen Welt können bei filia eine schnelle Förderung aus dem Möglichkeitsfonds beantragen.
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Was für einen sozialen Wandel wollen wir?

(Stand 19.01.2009 (Berabeitung Petra Titze, Jörg Rohwedder)

Die in dem Netzwerk Wandelstiftung zusammengeschlossenen Stiftungen stellen den sozialen Wandel in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sozialer Wandel setzt dabei an den Ursachen von gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten an und unterstützt nicht die karitative Linderung der Symptome.
Die verschiedenen Stiftungen haben dabei unterschiedliche Schwerpunkte, mit denen sie den Blick auf spezielle Zielgruppen, Akteure oder Problematiken lenken. So sind dort Stiftungen vernetzt, die gesellschaftlichen Wandel im Interesse von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt haben, Stiftungen die soziale Bewegungen als Motor der Veränderungen unterstützen oder Stiftungen, die sich auf Inhalte wie  Frieden und Gerechtigkeit oder Grund und Boden konzentrieren.

Bewegungsstiftung
Sozialer Wandel hat verschiedene Motoren: technischer Fortschritt, wirtschaftliche Entwicklung, Regierungshandeln, Wissenschaft oder das Wirken sozialer Bewegungen. Gesellschaftlicher Fortschritt wird dabei oft von den Betroffenen erstritten, von aktiven Einzelpersonen, Bürgerinitiativen und Graswurzelgruppen. Sie organisieren sich als soziale Bewegungen und machen mit Protesten, öffentlichen Aktionen, und beharrlicher Informationsarbeit auf ihre Anliegen aufmerksam. Dabei streiten sie nicht für partiale Interessen, sondern zum Wohle aller. In Geschichte und Gegenwart haben sie viele Fortschritte erstritten, die für uns gesellschaftliche Standards sind: die Abschaffung der Sklaverei, umfassende Rechte von ArbeitnehmerInnen, die Gleichstellung der Geschlechter sowie weitreichende Fortschritte im Umweltschutz. Die Bewegungsstiftung fördert einen sozialen Wandel, der von sozialen Bewegungen ausgeht.

filia.die frauenstiftung
Ziel des gesellschaftspolitischen Wandels im Interesse von Frauen ist es, dass die Hälfte der Menschheit entsprechend ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und kulturellen Hintergründen ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben führen und in allen gesellschaftlichen Bereichen mitentscheiden kann. Es geht also um den Zugang zu Bildung und öffentlichem Raum, körperliche Unversehrtheit, Umverteilung von Besitz und Einfluss, sprich Macht, Mitbestimmung und Sichtbarkeit von Frauen. Es geht um eine neue Definition und Verteilung von Arbeit und Einkommen. Es geht um Gerechtigkeit und den Abbau von Diskriminierungen und Benachteiligung jeder Art. Daher fördert filia Projekte und Organisationen, die von Frauen initiiert und geleitet werden und wo Frauen als Akteurinnen sichtbar sind.
Das Modell der Gemeinschaftsstiftung ermöglicht es den Stifterinnen, ihr Privatvermögen zu kollektivieren und für die Interessen von Mädchen und Frauen zu aktivieren. Bei filia entscheiden demokratisch gewählte Stiftungsrätinnen über Haushalt, Förderung und Strategie der Stiftung. filia stellt der wachsenden Individualisierung und Entsolidarisierung ein alternatives Modell entgegen.

Gemeinschaftsstiftung »terre des hommes – Hilfe für Kinder in Not«
Die Gemeinschaftsstiftung »terre des hommes – Hilfe für Kinder in Not« setzt sich dafür ein, dass Kinder in aller Welt trotz Armut, Krieg und Ausbeutung eine Perspektive erhalten. Sie bietet Mädchen und Jungen Bildung und verlassenen Kindern eine Zuflucht. Neben der konkreten Hilfe leistet die terre des hommes-Stiftung gemeinsam mit einheimischen Projektpartnern Aufklärung und Lobbyarbeit, um die Rechte der Kinder zu schützen und die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Sinne künftiger Generationen zu verändern.

Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis
„Ökonomische Rationalitäten diktieren heute weltweit das Leben. Das bleibt nicht ohne Folgen. Zum einen hat die zunehmende Durchdringung eigentlich nicht-ökonomischer Sphären (wie Familie, Bildung oder öffentlicher Raum) durch globalökonomische Erfordernisse problematische Konsequenzen für das gesellschaftliche Miteinander. Zum anderen ist die Natur Gegenstand einer haltlosen Ausbeutung. Ihr Reichtum schwindet dramatisch und unaufhaltsam.
Die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis erforscht Voraussetzungen für nachhaltige Lebensstile. Nicht zuletzt geht es ihr um eine veränderte Sichtweise dessen, was in den westlichen Gesellschaften unter Wohlstand verstanden wird. Weil sich Lebensqualität nicht in Warenvielfalt erschöpft, erforscht, vernetzt und fördert die Stiftungsgemeinschaft Subsistenzpraktiken im Alltag und verweist auf deren Bedeutung für eine sozial und ökologisch zukunftsfähige Gesellschaft.“

Stiftung die schwelle
Die Stiftung die schwelle setzt sich mit ihren Partnern für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein, ausgehend von der Überzeugung, dass sowohl in Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften als auch in Deutschland Veränderungen notwendig sind, um größere Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben zu erreichen.
Daher unterstützt die Stiftung die schwelle Projekte, die gesellschaftliche Veränderungen gewaltfrei gestalten und sich für soziale Gerechtigkeit, die Einhaltung und Verwirklichung von Menschenrechte sowie für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einsetzen. Wichtig ist dabei, dass die Arbeit der Stiftung auf andere Projekte ausstrahlt und so ein gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit unterstützt wird.

Stiftung medico international
Die stiftung medico international engagiert sich an der Seite des Vereins medico international für die Verwirklichung des universellen Menschenrechtes auf Gesundheit. Ziel ist die Schaffung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Lebensbedingungen, die allen Menschen den bestmöglichen Zugang zu Gesundheit sichern. Dabei ist die Stärkung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge von wesentlicher Bedeutung.
Mit Blick auf die globale Gesundheitskatastrophe wird die Notwendigkeit gesellschaftlichen Wandels deutlich. Immer mehr Menschen haben keinen Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung, weil Gesundheit zu einer Ware verkommt, die sich die einen leisten können und die anderen nicht. Die herrschende Privatisierung und Kommerzialisierung von Gesundheit schließt diejenigen von Versorgungsangeboten aus, die sie am nötigsten bräuchten.
Die Stiftung fördert Gesundheitsinitiativen und Basisorganisationen, die sich in Afrika, Asien und Lateinamerika für eine nachhaltige Überwindung von Not, Elend und Krieg einsetzen. Ebenso wird die Vernetzung von lokalen Selbsthilfegruppen, regionalen Gesundheitsinitiativen und kritischen Fachleuten in aller Welt gefördert, denn es braucht eine unabhängige internationale Öffentlichkeit, um der krisenhaften Entwicklung, die sich ja längst dem Einfluss von Nationalstaaten entzogen hat, entgegenzutreten.
Die Erfahrungen von medico international und seiner Stiftung zeigen, dass wirkungsvolle globale politische Veränderungen nur durch Bündelung von Kräften und vernetztem Denken und Handeln möglich sind. medico international versteht sich als Teil von sozialen Bewegungen und begreift so auch seine Beteiligung in dem neu entstandenen Netzwerk von Gemeinschaftsstiftungen. Alle beteiligten Stiftungen streben – ausgehend von ihrem spezifischen Arbeitsfeld –nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen an. In den diversen Zielsetzungen der Stiftungen sieht medico eine große Nähe zur eigenen Arbeit. Denn – ob es um Antirassismusarbeit, Umwelt- und Klimapolitik, Flüchtlingsrechte, Geschlechtergerechtigkeit, Förderung eines kritischen Journalismus oder alternative Wohnformen geht – , all diese Ansätze stehen für Veränderungen, die Menschen überall auf der Welt ein Leben in Würde, Selbstbestimmung und mit demokratischen Partizipationsmöglichkeiten sichern sollen.

Stiftung Nord-Süd-Brücken
„Die Stiftung Nord-Süd-Brücken trägt zu einer gerechteren Welt bei und bekämpft die Ursachen von Armut. Sie fördert Ansätze gelebter Solidarität und unterstützt Prozesse selbstbestimmter Entwicklung in Afrika, Lateinamerika und Asien. Eine gerechtere Welt erfordert wesentliche Veränderungen in unserer eigenen Gesellschaft. Die Stiftung Nord-Süd-Brücken setzt sich daher gegenüber Staat und Wirtschaft für gerechtere Rahmenbedingungen im Bereich der Wirtschafts-, Außen- und Sicherheitspolitik ein. Gleichzeitig wendet sie sich gegen jegliche sicherheits- und wirtschaftspolitische Dominanz in der Entwicklungspolitik.
Diese Ziele verwirklicht die Stiftung, indem sie entwicklungspolitische Inlands- und Auslandsprojekte von ostdeutschen Vereinen finanziell unterstützt und durch Beratungsangebote qualifiziert. Prinzipien der Förderung sind die Stärkung vorhandener Entwicklungspotentiale und -initiativen sowie die Unterstützung emanzipatorischer Ansätze und Bewegungen. Die Stiftung fördert Dialog und Begegnung zwischen Menschen aus Nord und Süd. Hierbei steht das gegenseitige Lernen über Gesellschaften, Kulturen und selbstbestimmte Lebensformen im Vordergrund.“

Stiftung TERRE DES FEMMES
TERRE DES FEMMES macht sich dafür stark, dass Frauen und Mädchen selbstbestimmt, in Freiheit und Würde auf dieser Erde leben können. Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen und Mädchen weltweit als fähige, gleichberechtigte Mitglieder einer Gesellschaft geachtet werden und dass ihnen die gleichen Chancen wie Jungen und Männern geboten werden. Es geht letztlich darum, patriarchale Strukturen zu überwinden, das Bewusstsein zu ändern und entsprechende frauen (menschen)freundliche Gesetzesgrundlagen und Rahmenbedingungen mit zu gestalten.
Wir halten es mit Flora Tristan: "Die grundsätzliche Gleichheit von Mann und Frau ist der einzige Weg, der zur Einigkeit der Menschen führen kann."

Stiftung trias
Die Stiftung trias fördert Initiativen, die Fragestellungen des Umgangs mit Grund und Boden, ökologischer Verhaltensweisen und neue Formen des Wohnens aufnehmen. Boden ist kein vom Einzelnen erzeugtes Gut, hat also nicht den Charakter einer Ware. Boden ist endlich. Er ist ein Erbe der Menschheit, welches zur sorgsamen Verwaltung für zukünftige Generationen übergeben wurde. Jeder braucht Grund und Boden, deshalb muss er grundsätzlich allen Menschen zugänglich sein, der Einzelne ist Nutznießer desselben. Ein Wertzuwachs, der aus gesamtwirtschaftlicher Entwicklung entsteht, ist nicht der Verdienst des Einzelnen und steht somit der Gemeinschaft zu.
Wir arbeiten satzungsgemäß nicht nur mit unseren Erlösen, sondern auch mit der Vermögensanlage. Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, weshalb Grundstücke der Spekulation entzogen werden. Einmal im Vermögen befindliche Grundstücke werden nicht mehr gehandelt, sprich verkauft. Erträge aus den Grundstücken kommen Projekten zu Gute. So entsteht fast eine Art von Fonds.
Das Stiftungsvermögen besteht nicht nur aus Geld und Grundstücken, sondern der Pflege von Wissen und handwerklichen Kenntnissen. An jedem Projekt entwickeln wir uns weiter.

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