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filia_news_2017_1

Liebe Leserinnen und Leser,

wir müssen uns wieder sichtbarer engagieren und uns ermutigen: Der Internationale Frauentag hat dieses Jahr eine Frischekur erfahren. In Hamburg demonstrierten hunderte sehr junger Frauen und Männer gemeinsam mit älteren Feminist_innen bei strömendem Regen, aber ausgesprochen heiter, durch die Innenstadt. Mobilisiert durch den Rechtsruck entstehen neue Netzwerke und Aktionen, die uns Mut machen. Wir bei filia finden: Das können wir alle gut gebrauchen! In dieser filia_news erfahren Sie mehr über Initiativen zum Mitmachen: 6_Feministische Initiativen brauchen Ihre Unterstützung!
Ebenso ermutigend waren auch unser Neujahresempfang, 1_‘Sekt und Stulle‘: Neujahrsempfang bei filia, und unsere 4_Erfolgreiche Kooperationsveranstaltung anlässlich des 8. März. Beide fanden dieses Jahr großen Zuspruch.
Ein Höhepunkt für die Mädchen des filia-Mädchenbeirates ist ihr jährlicher Besuch eines Projektes, das sie zur Förderung ausgewählt haben. Diesmal ging es nach Potsdam, wo eine Anschubfinanzierung die Fat Cats ins Rollen gebracht hat: 3_Talk derby to me!
Geld ist bei einer Stiftung immer ein Thema. filias Auftrag ist die finanzielle Stärkung der Frauenbewegung. Gemeinsam mit unseren europäischen Schwesterstiftungen machen wir uns auf den Weg: 2_Knocking on EU’s door’: filia in Brüssel
„Zurück in die Zukunft“: In drei Ländern, Georgien, Ukraine und Deutschland, werden Projekte gefördert, die intergenerative Dialoge anstoßen und diesen Prozess kreativ dokumentieren sollen. filia ist für dieses Projekt Impulsgeberin und hat dafür eine Förderzusage vom Auswärtigen Amt erhalten. Mitte März fand das Auftakttreffen in Hamburg statt: 5_Auftakt zum Trialog-Projekt und Start der Kampagne ‚stop hate‘. Wir sind gespannt auf die Projektideen der Frauen- und Mädchenorganisationen.

Sie sehen – im neuen Jahr passiert gerade viel Neues.
Wir danken Ihnen, die Sie uns begleiten und fördern, wünschen einen ermutigenden Frühling und Mut zum Einmischen – entgegen aller Widrigkeiten.

Ihre Sonja Schelper und das filia-Team

PS: Laden Sie sich die aktuelle filia_news als PDF runter: filia_news 1/2017 als PDF

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1_‚Sekt und Stulle‘: Neujahrsempfang bei filia

Bereits seit 2013 lädt filia zu Beginn des Jahres Geber_innen, Partner_innen und Unterstützer_innen in die Geschäftsstelle ein, um dem vergangenen Jahr einen würdigen Abschluss zu bereiten und gemeinsam auf das neue anzustoßen. So beliebt ist der filia-Neujahrsempfang mittlerweile, dass sich dieses Jahr zum Höhepunkt des Abends etwa 75 Menschen in den Räumen der Geschäftsstelle drängten. Neben Sekt und Stulle bekamen die Gäste einen Rückblick auf filia in 2016, auf die Höhepunkte unserer Arbeit sowie das finanzielle Ergebnis.

Am 1. Februar war es wieder soweit: filia lud zum Neujahrsempfang ein. Der Abend bot wunderbar Gelegenheit, die filia-Gemeinschaft live zu erleben. Neben vielen filia-Unterstützer_innen kamen auch wieder zahlreiche Mitstreiter_innen aus anderen Hamburger feministischen Vereinen und Institutionen. Fester Bestandteil des Abends sind die Ansprachen durch Geschäftsführerin Sonja Schelper und Vorstandsfrau Naciye Demirbilek. Sie haben den Anwesenden u. a. das finanzielle Ergebnis des letzten Jahres mitgeteilt. 2016 hat filia insgesamt 393.000 Euro Spenden erhalten. Einen großen Teil dieser Summe konnten wir durch unsere Matching-Kampagne am Ende des Jahres einwerben: 75.763 Euro. Wir danken allen, die dieser Matching-Kamapgne zum Erfolg verholfen haben: Vielen, vielen Dank!

Neben den harten Zahlen gab es auch etwas für Herz und Seele: In zwei inhaltlichen ‚Projektsalons‘ wurde aus filias Arbeit berichtet. Im ersten erzählten Ute Pfeifer, Tuja Pagels und Sonja Schelper vom georgisch-deutschen Austauschprogramm ‚Mädchen gestalten Gesellschaft gemeinsam‘ und der Geberinnen-Reise nach Georgien (wir berichteten in der filia_news 3/2016).

Im zweiten ‚Projektsalon‘ wurde der Kurzfilm ‚Eudy Simelane: A Life Cut Short‘ gezeigt. Eudy Simelane war eine südafrikanische Fußballspielerin und LGBTIQ-Aktivistin, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung 2008 vergewaltigt und ermordet wurde. filia finanzierte mit einer Eilförderung die Demonstrationen, die die Aktivist_innen des Lesbian and Gay Equality Project anlässlich des Prozesses gegen Simelanes Peiniger organisierten. Den Kurzfilm zu Eudy Simelane gibt es auch auf YouTube: Eudy Simelane: A Life Cut Short

Das filia-Team bedankt sich für den großen Zuspruch, die Blumen und Spenden fürs Buffet. Wir freuen uns über die lebendige und vielfältige Gemeinschaft, die unsere Stiftung trägt und hoffen, dass wir 2017 noch viele Gelegenheiten haben werden, in so fröhlicher und ausgelassener Runde zusammen zu kommen.

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2_’Knocking on EU’s door’: filia in Brüssel

Frauenstiftungen haben unter anderem das Ziel, weitere und angemessenere finanzielle Ressourcen für die feministische Bewegung zu erschließen. Seit einiger Zeit bemüht sich filia gemeinsam mit anderen europäischen Frauenstiftungen um Förderung durch die EU, eine der größten Geldgeber_innen unserer Region. Obwohl die EU verschiedene Förderprogramme zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltfreiheit für Frauen und Mädchen anbietet, sind alle bisherigen Anträge abgewiesen worden.
 
Doch so leicht lassen sich filia und ihre Schwesternstiftungen nicht entmutigen. Die Gruppe ist sich einig, dass es verstärkte Bemühungen braucht, um Zugang zu den EU-Geldtöpfen zu erhalten; dazu gehört, unsere Bekanntheit bei den europäischen Institutionen und Netzwerken zu steigern. Deshalb reisten Vertreterinnen von sieben der insgesamt zwölf Frauenstiftungen, die zu der europäischen Gruppe des Internationalen Netzwerk der Frauenstiftungen, Prospera, gehören, vom 19. bis 22. Februar 2017 nach Brüssel, um sozusagen „an die Pforten der EU zu klopfen“.

Während dieser vier Tage traf sich die Gruppe nicht nur mit Vertreter_innen verschiedener Generaldirektionen der Europäischen Kommission, genauer der Generaldirektion für Internationale Kooperation und Entwicklung sowie der für Justiz und Verbraucher_innen, sondern auch mit Repräsentant_innen der zivilgesellschaftlichen Organisationen AWID, EDGE, der Europäischen Frauenlobby und des Europäischen Parlamentarischen Forums zu Bevölkerung und Entwicklung. Unsere Hauptanliegen in diesen Gesprächen waren die Arbeitsweise von Frauenstiftungen genauer zu erklären sowie die Probleme, die sie bearbeiten und die geographischen Gebiete, in denen sie aktiv sind, dar zu stellen.

Die EU hat das Voranbringen von Geschlechtergerechtigkeit als eine ihrer wesentlichen Aktivitäten identifiziert. Da war es filia und ihren Schwesternstiftungen natürlich ein besonderes Anliegen ihren Gesprächspartner_innen deutlich zu machen, wie wichtig und einzigartig gut vernetzt Frauenstiftungen sind, um Frauenrechtsorganisationen und -bewegungen zu stärken. Um ihr Ziel Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, wären Frauenstiftungen ideale Partnerinnen für die EU.

Teil der Agenda unseres Brüssel-Besuches war auch, mehr über zukünftige Fördermöglichkeiten durch die EU zu lernen und unsere gemeinsame Strategie und Botschaft zu definieren und auszubauen. Unser bisheriger Prozess war sowohl interessant als auch empowernd und hat die Gemeinschaft der Beteiligten intensiviert. Beim Regional Meeting im Mai in Warschau hoffen wir auch die europäischen Frauenstiftungen, die nicht mit in Brüssel waren, stärker einbeziehen zu können und werden weiter daran arbeiten, EU-Fördergelder für uns und unsere Projektpartner_innen zu mobilisieren. So arbeiten wir auch auf dieser Ebene daran, grundsätzlich mehr Geld in die Hände von Frauen und Mädchen zu bringen, die damit den sozialen Wandel voranbringen, unser aller Ziel.

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3_Talk Derby to me!

Gegründet von zwei Frauen ist das Rollerderby Team Prussian Fat Cats mittlerweile auf über 20 Menschen angewachsen. Die Anschubfinanzierung vom Mädchenbeirat für die erste eigene Ausstattung kam gerade zur rechten Zeit: „The first fund is the deepest“, schreiben die Fat Cats. Sport und feministische Politik gehören für sie zusammen – beim Raufen auf Rollen rempeln sie Genderstereotypen um und schaffen Freiraum für Kraft und Gemeinschaft. Beim Projektbesuch gingen die filia-Mädchenbeirätinnen in Vollkontakt mit den Prussian Fat Cats.

Am 4. und 5. März 2017 war es wieder soweit: Der Mädchenbeirat machte seinen jährlichen Projektbesuch. Dieses Mal hatte sich der Beirat auf einen Besuch der Prussian Fat Cats in Potsdam-Babelsberg geeinigt. Die Aufregung war groß: Die Mädchenbeirätinnen stellten sich an diesem Wochenende selbst auf Rollen und erlebten das erste Heimspiel der Fat Cats gegen die GaGirls Erfurt mit.

Rollerderby ist eine Vollkontaktsportart, die sich aus der feministischen Riot-Grrrl-Bewegung in Texas (USA) entwickelt hat – Raufen auf Rollen. Es kreisen zwei Frauschaften auf Rollschuhen um eine Bahn mit dem Ziel, dass eine Spielerin eines Quintetts – die sogenannte Jammerin, erkennbar am Stern auf dem Helm – die Blockerinnen des gegnerischen Teams überrundet und dafür Punkte bekommt. Die Regeln sind sehr komplex, es werden haufenweise Schiedsrichter benötigt, die verschiedene Aspekte beobachten.
Rollerderby wird vorwiegend von Frauen gespielt (es gibt einige wenige Männerteams), Männer nehmen unterstützende Rollen ein (Schiedsrichter usw.). Roller Derby wird von den Sportlerinnen komplett selbst organisiert, alle Mitglieder im Team machen das ehrenamtlich (neben Studium, Arbeit, Familie, etc.). Jede Spielerin gibt sich einen „Derbynamen“, Susi heißt z. B. „Christie Huckevoll“.

„Roller Derby ist für uns mehr als nur die körperliche Betätigung. Roller Derby gibt Menschen neue Räume sich auszudrücken, die eigenen Grenzen kennenzulernen und darüber hinaus zu gehen, sich miteinander solidarisch zu verhalten und gegen eine Welt der Ausgrenzung und Diskriminierung einzutreten“, schreiben die Fat Cats. Sie erleben ihren Raum als einen explizit empowernden und feministischen, der Freiraum jenseits von Geschlechterstereotypen schafft (die Women’s Flat Track Derby Association WFTDA verzichtet z.B. auf Gendertests bei den Spieler*innen). Frauen*, Trans*, Inter*, Genderfluide, CrossDresser und alle anderen nicht-zweigeschlechtlichen Identitäten sind in diesem Sport willkommen.
Der Brandenburgische Rollsport Verband will die Prussian Fat Cats nicht aufnehmen, weil sie zu politisch sind – wir hoffen sehr, er überlegt es sich nochmal!
Lesen Sie dazu Pressestimmen aus der Region!

Weiterer Artikel

Auf Facebook berichten die Fat Cats über ihre Spiele und Aktionen: www.facebook.com/prussianfatcats

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4_Erfolgreiche Kooperationsveranstaltung anlässlich des 8. März

Um den 8. März, dem Internationalen Frauentag, gab es auch in diesem Jahr eine Vielzahl vielfältiger und spannender Veranstaltungen. In Kooperation mit DENKtRÄUME – hamburger frauen*bibliothek, dem Landesfrauenrat Hamburg, TERRE DES FEMMES Hamburg, Yalla – Intiative für Freiheit und Demokratie sowie der Landeszentrale für politische Bildung beteiligte sich filia mit einer Vorführung des Filmes „FEMINISM INSHA`ALLAH: The Story of Arab Feminism“. Der Zuspruch interessierter Menschen übertraf all unsere Erwartungen.

Der Saal des Metropolis Kinos war bis auf den letzten Platz besetzt, sogar an den Seiten und im hinteren Teil des Saales hatten es sich einige auf dem Fußboden gemütlich gemacht. Dieses überwältigende Interesse macht deutlich, wie groß das Bedürfnis nach feministischen Geschichten, Gedanken und Debatten ist. Der Film bot einen spannenden Einblick in die Geschichte des arabischen Feminismus und verglich vor allem die Bewegungen in Tunesien, Ägypten und Saudi Arabien. So wurde z. B. in Tunesien in den Jahren nach der Unabhängigkeit von Frankreich die Emanzipation der Frauen auch von Staatsseite stark vorangetrieben. Polygamie und Verstoßung wurden mit dem neuen Personenstandsrecht direkt nach der Unabhängigkeit 1956 abgeschafft, die gerichtliche Ehescheidung auf Grundlage von Geschlechtergleichheit eingeführt.

In ihrer Begrüßung unterstrich Sonja Schelper die Notwendigkeit einer starken feministischen Bewegung in Zeiten des wachsenden Rechtspopulismus auf der ganzen Welt. Im Anschluss an den Film diskutierten Imen Bessassi (Yalla) und Heidemarie Grobe (TERRE DES FEMMES) über den Stand des islamischen Feminismus und der Frauenrechte in den arabischen Ländern und zogen Verbindungen nach Westeuropa. Moderiert wurde das Gespräch von Karin Schönewolf (DENKtRÄUME) und es bot den Besucher_innen die Möglichkeit Fragen zu stellen, sowie sich über die anregende Dokumentation auszutauschen.

Aufgrund des enormen Andranges planen die Kooperationspartnerinnen gemeinsam mit dem Metropolis Kino eine Wiederholung der Veranstaltung, voraussichtlich im Mai. filia wird dazu wieder eine separate Einladung aussprechen.

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5_Auftakt zum Trialog-Projekt und Start der Kampagne ‚stop hate‘

Bereits zum dritten Mal kooperiert filia mit dem Auswärtigen Amt. Nachdem das Ministerium unseren deutsch-georgische Austausch der letzten zwei Jahre mitfinanziert hat, unterstützt es nun unser Trialog-Projekt mit den Schwesternstiftungen Women’s Fund in Georgia und Ukrainian Women’s Fund. Das gemeinsame Projekt hat zum Ziel, den Austausch zwischen den verschiedenen Generationen von feministischen Aktivist_innen zu fördern. Zum Projektauftakt traf sich eine Initiativgruppe bei filia in Hamburg.
 
Jetzt geht es los! Vom 13. bis 15. März 2017 traf sich die Initiativgruppe, bestehend aus Aktivistinnen und Vertreter_innen der Frauenstiftungen aus der Ukraine, Georgien und Deutschland, bei filia. Ihre Aufgabe war es, die einzelnen Stationen des Projektes genauer zu planen. Räume und Möglichkeiten für Begegnungen zu schaffen, da waren sich alle einig, ist ein zentrales Anliegen des Projektes. Wir verständigten uns über die Ziele und über den Weg dorthin – als Frauenstiftungen und als Aktivistinnen. „Frauengruppen sind alle unterschiedlich, aber wir erleben jetzt die Notwendigkeit zum gemeinsamen Handeln“, so beschreibt es Olesia Bondar, Direktorin des Ukrainian Women’s Fund.

Jede Stiftung wird drei Projekte im eigenen Land fördern, die Ideen und Aktivitäten für einen intergenerativen Austausch entwickeln: Welche Träume haben die älteren Feministinnen? Worauf können Frauen und Mädchen aufbauen? Wie sieht ihre Lebenswirklichkeit heute aus und wie wollen sie morgen leben? Was bewegt sie? „Intergenerativ“ kann auch „divers“ bedeuten.
Mariam Topchichvili, eine junge Aktivistin aus Georgien (Gründerin der „Young Feminists“ in Gori) erzählt: „Bei einem feministischen Seminar habe ich gemerkt: Die sprechen ja über all die Probleme, die ich habe!“ Und Nana Pantsulaia, Leiterin des Women’s Fund in Georgia sagt: „Ich bin die Tochter einer Feministin – meine Mutter wusste das aber nicht. Und mit meiner Tochter kann ich wunderbar über Feminismus diskutieren.“

Vanessa Ly Sok-Muy, eine junge feministische Filmemacherin, nimmt als Aktivistin für filia an dem Projekt teil. 2016 arbeitete sie im Mädchenbeirat mit. Bei unserem Treffen hatte sie ihre Kamera dabei und dokumentierte unsere Arbeit (siehe Fotos).

So unterschiedlich die Situation für Frauen und Mädchen und auch für die Frauengruppen in allen drei Ländern sind, verbindet uns doch ein gemeinsames feministisches Ziel: „Stronger, empowered, inspired and more effective“ sollen die Frauen- und Mädchenorganisationen aus diesem Prozess hervorgehen.
Diese Begegnungen sollen in einer Weise dokumentiert werden, die kreativ und vielfältig den Prozess wiedergibt. Fotos, Videos, Theaterszenen, Installationen – der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Die Frauen und Mädchen müssen dabei im Kopf haben, dass ihre Ergebnisse im November in Kiew auf einer feministischen Konferenz präsentiert und diskutiert werden sollen.

Wie kreativ und gleichzeitig berührend Menschenrechtsarbeit sein kann, bewies uns Olena Shevchenko, Direktorin und Aktivistin der ukrainischen Organisation „insight“, die sich für die Rechte von LBTIQ* einsetzt. Sie zeigte uns am letzten Tag unseres Treffens, warum sie ständig wie gebannt auf ihr Smartphone schaute: Genau am 15. März ging in der Ukraine die Menschenrechtskampagne „stop hate“ an den Start. Die Ideen hatte „insight“ entwickelt, eine PR-Firma hat sie umgesetzt. In den Städten Kiew, Dnepr und Lviv werden Plakate und Banner aufgehängt. Darauf sind Menschen zu sehen, die durch Vorurteile gebrandmarkt werden: Gewaltopfer sind „selber Schuld“, Migranten sind „Fremde“ (das Wort ist im Ukrainischen sehr abfällig konnotiert), lesbische Frauen sind „Perverse“ oder müssen „kuriert werden“. Ein Reibeisen symbolisiert, dass solche verbalen Zuschreibungen verletzend sind. Ein beeindruckendes mutiges Beispiel für öffentlich sichtbare Menschenrechtsarbeit. Die Bilder sind hier zu sehen: https://www.facebook.com/stop.hate.in.ua/

*lesbian, bisexual, transgender, intersex, queer

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6_Feministische Initiativen brauchen Ihre Unterstützung!

Der Internationale Frauentag war auch in diesem Jahr Anlass, neue feministische Initiativen auf den Weg zu bringen: so gründete sich u. a. ein neues feministisches Netzwerk und es wurden Petitionen zur Istanbul-Konvention sowie für mehr Frauen im Parlament auf den Weg gebracht. filia unterstützt alle drei Initiativen und wirbt für ihre Unterstützung. Geben auch Sie Ihre Unterschrift für Freiheit von Gewalt, mehr Frauen in unserem Parlament und engagieren Sie sich im neu gegründeten Netzwerk!

1. Feministisches Netzwerk
FÜR etwas eintreten: Bündnisse bilden und Brücken bauen statt sich in Grabenkämpfen zu verzetteln: dafür steht das neue Feministische Netzwerk: www.feministischesnetzwerk.org. Das Netzwerk ging kurz vor dem 8. März online. Es knüpft an die Protestbewegung #czarnyprotest in Polen und den Women’s March in den U.S.A., der Millionen Menschen auf die Straße brachte, an. Ein wichtiges Anliegen des Netzwerkes war es, die zahlreichen wunderbaren Veranstaltungen zum 8. März an einem Ort zu versammeln und besser sichtbar zu machen. Die feministische Bewegung in Deutschland lebt und ist vielgestaltig. Über den 8. März hinaus will das Netzwerk „[…] verschiedene feministisch aktive Menschen – und solche, die aktiv werden wollen – in Deutschland […] vernetzen und […] stärken. Wir müssen voneinander wissen, voneinander lernen, uns gegenseitig bestärken, miteinander diskutieren und auf diese Weise Anliegen sichtbar machen, Handlungsmöglichkeiten vergrößern, Maßstäbe verschieben und die Politik beeinflussen.“ Wer diese Auffassung und die Leitgedanken des Bündnisses teilt, ist aufgerufen mit zu machen. filia ist dabei – seien Sie es auch!

2. Petition zur Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt
Am 8. März hat das Bundeskabinett (endlich) die Ratifizierung der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt beschlossen – unterschrieben wurde sie bereits 2011: Lesen Sie dazu eine aktuelle Mitteilung des BMFSFJ!.
Damit die Umsetzung der Istanbul-Konvention europaweit gelingt, ist es wichtig, dass alle Mitgliedsländer des Europarates die Konvention unterzeichnen und ratifizieren. Bisher haben das nur 22 von 47 Mitgliedstaaten getan. Um besser Druck auf einzelne Staaten ausüben zu können, wäre es gut, die Europäische Union für die Istanbul-Konvention zu gewinnen. Um das zu erreichen, startete die europäische Bürgerbewegung WeMove die europaweite Kampagne ‚Stoppt die Gewalt gegen Frauen!‘. Dieser Appell richtet sich an die Justizminister_innen der EU und fordert, dass auch die EU dem Abkommen beitritt und Mädchen und Frauen effektiver vor geschlechtsspezifischer Gewalt schützt. filia unterstützt diesen Appell, schließlich ist Freiheit von Gewalt einer unserer Förderschwerpunkte.

Unterstützen Sie Freiheit von Gewalt für Frauen und Mädchen mit Ihrer Unterschrift:
Unterzeichnen Sie jetzt den Appell ‚Stoppt die Gewalt gegen Frauen!

3. Mehr Frauen ins Parlament
Jede Unterschrift zählt auch bei der Petition, die unsere Stiftungsrätin Marion Böker –
sie ist auch im Präsidium des Deutschen Frauenrings – mit dem Deutschen Frauenring auf den Weg gebracht hat. Die Petition richtet sich an den Deutschen Bundestag und fordert die Volksvertreter_innen der nächsten Legislaturperiode dazu auf, ein Paritätsgesetz für die Wahlen zum Bundestag auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, mehr Frauen in unserer Parlament zu bringen. Gern verbreitet filia diese Petition und lädt Sie ein, sie zu unterstützen!

Für den Text der Petition und zum Unterschreiben klicken Sie auf www.change.org/50prozent-frauen-in-den-parlamenten!

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7_Nicht verpassen!

Save the date: 9. Juni 2017 um 18.30!
Am 9. Juni veranstaltet filia wieder ihre alljährliche Projektveranstaltung. In diesem Jahr soll es um das Thema ‚Nachhaltig Geld verwandeln’ gehen und passend zu der Thematik wird sie in den Hamburger Räumen der GLS Gemeinschaftsbank stattfinden. Wie immer werden wir auch Projektpartnerinnen von uns einladen. Sie dürfen gespannt sein!
Die Einladung mit weiteren Einzelheiten zur Veranstaltung erfolgt voraussichtlich im Mai. Wir freuen uns auf Sie!

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