


Von MITbestimmung zu SELBSTbestimmung
Vom 26.-28.April 2013 tagte zum zweiten Mal der filias Mädchenbeirat im wunderschönen Mädchentreff Allermöhe. Die jungen Frauen erarbeiteten eine Rankingliste der interessantesten Mädchenanträge für den Stiftungsrat. Insgesamt ca. 26.000 Euro können in diesem Jahr vergeben werden.
Der Mädchenbeirat ist bunt wie nie zuvor: 11 Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 24 Jahren. Die jungen Frauen sind in Deutschland, Südafrika und Russland geboren. Unter ihnen sind welche mit Migrationsgeschichten aus Ägypten, Russland und der Türkei. Eine spielt Klarinette und Geige, die andere Schachturniere. Eine trainiert bei St. Pauli, eine andere war mal deutsche Meisterin im Armwrestling der Frauen. Manche liebt (auch) Frauen. Eine hat Drillingsschwestern, eine andere studiert IT und spricht mehr als fünf Sprachen. Und endlich sind auch drei aus dem Osten Deutschlands dabei!
Grundlage für die Entscheidung der Mädchen für ihre Lieblingsprojekte sind Kriterien, die für sie selbst wichtig sind: Ein Projekt soll Mädchen stärken und ermutigen, sich für ihre eigenen Interessen einzusetzen. Es soll Viele erreichen: Es soll in die Öffentlichkeit strahlen. Am besten gefallen ihnen die Projekte, wo Mädchen und jungen Frauen das Thema selbst bestimmen und selber die Leitung übernehmen.
Anna (18) schlägt vor, ein Bild von uns im Kreis auf dem Boden zu machen. Die Mädchenbeirätin dokumentiert das ganze Wochenende mit ihrem scharfen Blick und ihrer Digitalkamera.
Die Ergebnisse aus dem Projekten vom letzten Jahr sind bewegend: „Ich find’s schön, dass es so geworden ist, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Greta (16). Zum Beispiel die Audiopodcasts mit Lebensgeschichten junger Frauen, die von Essstörungen betroffen sind von Waage e.V. Hamburg, die von Prominenten wie Katja Riemann, Susanne Fröhlich und Nina Hoger eingesprochen wurden.
Zu den 6 Geschichten:hier
In die kleine Funkelkiste hat Mädchenbeirats-Koordinatorin Sabine Sundermeyer Freundschaftsarmbänder gelegt. Immer zwei passen zusammen. Wir binden sie uns am Sonntagnachmittag gegenseitig um. „Kannst du etwas von dem, was hier gelaufen ist, in deinem Leben draußen gebrauchen?“, fragen wir im anonymen Feedbackbogen. Eine junge Frau antwortet: „Meine Meinung sagen & dafür stehen“, eine andere schreibt: „Dass man einfach seine Meinung sagt, egal was die anderen denken. Und vor allem, dass man sich so geben kann, wie man selber möchte.“
Wir träumen von einem Mädchenbeirat, der es schafft, den Sprung von MITbestimmung zu SELBSTbestimmung zu machen: von Mädchen für Mädchen.
Zur Pressemitteilung:
Wir sind die Zukunft – Mädchen entscheiden selbst über Fördermittel
Im Jahr 2012 war das eine Gruppe von elf Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 21 Jahren aus Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Sie waren alle sehr verschieden: die eine liebte Punkrock, die andere spielte Klavier; die eine ist in Zimbabwe geboren, die andere in Hannover. Eine war sogar mal deutsche Vizemeisterin im Armwrestling der Frauen! Und 2013 wird das wieder eine Gruppe von zehn oder elf Mädchen und jungen Frauen sein, wieder alle möglichst verschieden. Welche diesmal dabei sind, entscheidet sich bis Ende März 2013.
filia möchte, dass Mädchen selber entscheiden können! Deshalb hat sie letztes Jahr erstmalig einen Mädchenbeirat geschaffen. Die Mädchenbeirätinnen haben an einem Wochenende im Mai 2012 in Hamburg die überzeugendsten und interessantesten Anträge für Mädchenprojekte aus Deutschland ausgesucht und dem Stiftungsrat von filia vorgeschlagen, welche Projekte das Geld bekommen sollen. 2012 haben sie dabei über mehr als 30.000 € mitentschieden. Sie waren davon überrascht, wie viele Ideen es gibt, wie man die Welt für Mädchen und junge Frauen verbessern könnte: „Ich habe gar nicht gewusst, wie viele Menschen dasselbe wollen. Das beruhigt mich“, sagte Rieke (14) aus Hannover. Die Mädchen haben scharf hingesehen und umsichtig ausgewählt – und dabei immer gegenseitig ihre Meinungen respektiert. „Ich fühle mich jetzt als Teil von etwas Großem“, sagte Audrey (14) aus Hamburg.
Im Juni 2012 haben drei Mädchenbeirätinnen an der Stifterinnenversammlung und am Stiftungsrat von filia in Hamburg teilgenommen. Eine von filias Stiftungsrätinnen sagte anschließend: „Es war ein Gefühl wie ein Staffelholz zu übergeben. Ich wünsche den Mädchen, dass sie Erfolg dabei haben, das zu ändern, was sie ändern möchten.“
Am 1. Internationalen Mädchentag am 11.10.2012 saßen zwei Mädchenbeirätinnen mit zwei jungen Frauen aus Förderprojekten gemeinsam auf dem Podium von filias Veranstaltung „Mädchen ermutigen“ in Hamburg. „Das stärkt für’s Leben“, sagt Mädchenbeirätin Faina (21) aus Berlin.
***Podcast zum Internationalen Mädchentag 2012***hier hören!
***Bericht von Mädchenbeirätin Anna Uljana zum Internationalen Mädchentag in Hamburg***hier lesen!
Im Herbst 2012 besuchte der Mädchenbeirat zwei der geförderten Projekte.
Und jetzt geht der Mädchenbeirat zum zweiten Mal an den Start, um Ende April 2013 die Ranking-Liste der Mädchenprojekte zu erstellen, die von allen für förderwürdig erachtet werden. Sechs Mädchen machen ein zweites Mal mit. Für die freien Plätze will filia Mädchen finden, die möglichst verschieden sind und aus den Zielgruppen kommen, für die auch die Projekte gemacht werden.
filia will Projekte mit Geld unterstützen, die etwas dafür tun, dass Mädchen und junge Frauen frei von Gewalt leben können und dass sie in der Gesellschaft mitentscheiden. Dabei geht es besonders um Mädchen und Frauen, die besonders benachteiligt werden – nicht nur weil sie weiblich sind, sondern auch, weil sie eine andere Hautfarbe oder einen anderen Glauben als die meisten haben, weil sie ein handicap haben oder weil ihre Familien aus einem anderen Land kommen oder weil sie sich in andere Mädchen/Frauen verlieben. Für solche Projekte können Organisationen bei filia bis zu 5.000 Euro beantragen. Bewerbungsfrist ist der 1. April 2013.
***Zur Ausschreibung geht es hier!***
Sabine Sundermeyer, Koordinatorin Mädchenbeirat, Tel. 0511 - 62 10 91 s.sundermeyer(a)filia-frauenstiftung(dot)de, www.sabine-sundermeyer.de
Claudia Bollwinkel, Projektmanagerin, Tel. 040 - 380 381 99-3
c.bollwinkel(at)filia-frauenstiftung(dot)de
Unterstützt wird filia bei diesem Modellprojekt von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.