Biographie Libkan Bazaeva

- 1945 in Kasachstan geboren (alle Tschetschenen wurden 1944 auf Befehl von Stalin nach Kasachstan deportiert.)
Sie war Älteste von 8 Kindern (4 Mädchen, 4 Jungen) - 1958 Familie kehrt nach Tschetschenien zurück (war seit 1957 wieder möglich)
- Studiert in Grozny Philologie und Linguistik
- Arbeitet als Professorin für Philologie an der Universität in Grozny
1994 - Anfang des 1. Krieges wird die Universität geschlossen
Die Grausamkeiten, die tagtäglich zu erleben waren, motivieren Frau Bazaeva, Freundinnen und Bekannt zu mobilisieren: - 1994 Frau Bazaeva beginnt, Friedensdemonstrationen und –märsche zu organisieren,
Anfangs waren sie ca. 20 Frauen, die mit selbstgemalten Transparenten an der Straße stehen, bald kommen Milizionäre, zerreißen die Plakate. Daraus ziehen sie die Lehre: Unsere Botschaft ist richtig! und gestalten sofort neue.
Zusammenarbeit mit den russischen Soldatenmüttern, „Echo des Krieges und anderen, sie werden mehr auf der Straße, sammeln Informationen über Kriegsverbrechen und geben sie an das westliche Ausland - 1994 gründet Frau Bazaeva die „Union der tschetschenischen Frauen“
- 1996 fällt ihr Bruder einem Attentat zum Opfer, das gegen den damaligen Präsidenten Tschetscheniens Dschochar Mussajewitsch Dudajew gerichtet war.
- 1996 – 1998 der nachfolgende Präsident Aslan Alijewitsch Maschadow holt sie ins Außenministerium, sie wird Leiterin der Abteilung Information und Analyse,
Sie verlässt das Amt, als für Frauen, die im Ministerium arbeiten, eine Bekleidungsordnung angeordnet wird. - 1999 beginnt der zweite Tschetschenienkrieg, Ende des Jahres beschließt die Familie, das Land gemeinsam mit vielen tausend Anderen durch einen grünen Korridor zu verlassen. Trotz Vereinbarung wird der Korridor von russischer Luftwaffe beschossen, es gibt viele Tote und Verletzte.
- Sie geht mit Familie nach Nasran, Inguschetien und arbeitet dort mit und für die Menschenrechtsorganisation „Memorial“, pendelt täglich zwischen Inguschetien und Tschetschenien hin und her, besucht Flüchtlingslager, schreibt alles auf, was die Menschen erzählen und erlebt haben.
Sie führt im Auftrag von „Memorial“ Verhandlungen mit hohen Militärs über „Regeln“ bei so genannten Säuberungen, um Basismenschenrechte zu sichern. - 2003 reicht sie eine Klage beim Menschengerichtshof Straßburg gegen Russland ein – sie gewinnt nach 6 Jahren den Prozess.
- 2002 gründet sie „Frauenwürde“ und findet günstige Büroraume.
- 2004 wird sie mehrfach von der Miliz gesucht. Sie findet über die Gesellschaft für bedrohte Völker zur Stiftung für politisch Verfolgte – sie kann 2 ½ Jahre mit Unterstützung der Stiftung in Hamburg leben und etwas zur Ruhe kommen.
- 2005 wird ihr der Menschenrechtspreis in Weimar verliehen.
- Aber sie geht zurück: seit 2007 lebt sie wieder in Grosny und leitet „Frauenwürde“.
- Sie hat 4 Kinder und 12 Enkel
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