Bis zum 1. März 2012 nimmt filia Anträge mit Ideen und Plänen für Projekte für Mädchen und junge Frauen entgegen.
Frauenorganisationen aus der ganzen Welt können bei filia eine schnelle Förderung aus dem Möglichkeitsfonds beantragen.
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am: Donnerstag, den 22.11.2007
um: 19.00 Uhr
in unseren Räumen: Alte Königstr. 18, 22767 Hamburg
Anlass ist der Projektbesuch unserer langjährigen Partnerin Slovak-Czech Women’s Fund.
Die Länder-Direktorinnen aus Prag und Bratislava sind auf Einladung von filia in Hamburg zum Erfahrungsaustausch und Projektbesuch. An diesem Abend wollen wir Ihnen und euch die Gelegenheit geben, mit Markéta Hronková aus Prag und Viera Klementová aus Bratislava ins Gespräch zu kommen und eine
Präsentation ihrer Arbeit
zu erleben. Der Slovak-Czech Women’s Fund unterstützt Frauen und Mädchen darin „ihre Träume, Ambitionen und Ziele zu erreichen“ – über die tschechisch-slovakischen Ländergrenzen hinweg. filia fördert 2007 ein überregional angelegtes Vorhaben zur Förderung und Stärkung von Mädchen und jungen Frauen. Frau Hronkovà ist außerdem im Vorstand des International Network of Women’s Funds und bringt damit noch eine internationale Perspektive ein.
Die Projektdarstellungen erfolgen in englischer Sprache.
Auf Einladung von filia kamen im November 2007 die Leiterinnen des Slovak-Czech Women’s Fund SCWF nach Hamburg, um mit Mitarbeiterinnen und Gremienfrauen zu diskutieren, sich über die Entwicklung im International Network of Women’s Funds auszutauschen und Projekte in Hamburg zu besuchen.
filia nutzte diese Gelegenheit, um ein neues Veranstaltungsformat zu erproben: Die erste Projektparty im November 2007 in den Räumen von filia war der Beginn einer neuen Reihe, die – nach dem sehr positiven Echo - im Sommer 2008 ihre Fortsetzung in erweitertem Rahmen finden wird.
Die Grundidee: Projektpartnerinnen präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit, Stifterinnen, Gremienfrauen und Interessierte aus dem Umfeld von filia können sich ein Bild davon machen,wie ihre Investition in Frauenaktivitäten Früchte trägt – wenn das kein Anlass ist, sich gegenseitig zu feiern!
filia fördert zu 45 % Projekte aus Zentral- und Osteuropa. Folgerichtig wurde die Reihe der Projektpartys eingeleitet von einer Schwesternstiftung aus der slowakischen und tschechischen Republik.
Unsere Räume reichten kaum aus, um dem Andrang zu begegnen: ein Großteil der Besucherinnen war zum ersten Mal bei filia, einige Frauen kamen über das slowakische Konsulat aus der slowakischen Community Hamburgs. Eine großartige Dolmetscherin ermöglichte es, dass wir uns auf tschechisch, slowakisch und deutsch gut verstehen konnten. Markéta Hronková und Viera Klementová – die Direktorinnen ihrer Stiftungsbüros in Bratislava und Prag – leiten den Frauenfund als gemeinsame Unternehmung beider benachbarter Länder. Sie bewältigen mit jeweils einer Assistentin ihr enormes Arbeitspensum ohne ihre Vision aus den Augen zu verlieren.
Die Präsentation der Schwesternstiftung Slovak-Czech Women’s Fund beeindruckte uns durch die Vielfalt der Themen und Gruppen, mit denen sie arbeiten.
Markèta und Viera hatten Material von den Projekten mitgebracht, die ihr Fund unterstützt hat: Sie reichten sehr phantasievolle Postkarten herum, die von Roma-Frauen zu Fragen ihrer Identität und Würde entworfen worden waren. Ein weiteres Projekt war eine Kampagne in der slowakischen Republik unter dem Motto:
„Diskriminierung ist in unserer Gesellschaft tiefer verwurzelt als Sie denken. Wir können es ändern.“


Ise Bosch – eine der filia-Gründerinnen und jetzige Vorstandsfrau – hat dieses Motto mit ihren einführenden Worten bei der Projektparty aufgenommen. In ihrer Rede macht Ise Bosch einen Vorschlag, wie die vermeintlichen Widersprüche zwischen „Privatvermögen“, „Machtgefälle von Geld-Gebenden und Geld-Suchenden“ und den „Werten der feministischen Bewegung“ betrachtet werden können – parteiisch und innerhalb demokratischer schwer kontrollierbarer Strukturen von Privatstiftungen so demokratisch wie möglich.
Mit dem Abdruck eines Teils ihrer Rede zur Eröffnung der Projektparty wollen wir zum Mitdenken und Mitreden einladen. Nachdenkliche und kontroverse Reaktionen sind erwünscht!
Aus der Einführungsrede von Ise Bosch zur 1. Projektparty bei filia am 27.November 2007:
„Es ist einfach nicht möglich, Privatvermögen zu neutralisieren!“ – diese Aussage begegnete mir kürzlich bei einer Diskussion über effektives Spenden und Stiften. Gemeint war: die Verantwortung, die mit dem Geld kommt, sollte persönlich wahrgenommen werden, man kann sie nicht „abgeben“. Wer Geld zu verteilen
hat, sollte das selbst in die Hände nehmen,alles andere „funktioniere nicht“.
Stimmt das denn? filia.die frauenstiftung behauptet das Gegenteil. Oder auch nicht; denn wir begreifen die Frage anders. Wir sind als Gemeinschaftsstiftung zwar keine wirklich demokratische Einrichtung, aber wir schaffen den Übergang von persönlichem „Vermögen“ Geld-Macht zu einem gemeinschaftlichen, verantwortungsvollen Gebrauch dieser Macht. Viele Menschen mit Vermögen sind motiviert, etwas davon weiterzugeben. Als Selbstverständlichkeit, weil sie persönlich Not kennen, um zurückzugeben, aus religiösen Gründen.
Aber wem geben, wie viel? An dieser Stelle sitzen viel zu viele fest, mit einem vagen „ich sollte eigentlich…“, oder einem drängenden „Du hättest schon lange…“. Und wie anstellen? Bringe ich mich nicht ein, traue ich der Sache nicht. Und um mich adäquat zu kümmern, fehlt die Zeit und Energie.
Was also tun mit der Macht, die mit dem Geld kommt? Müssen alle zu Stiftern und Stifterinnen werden? Und wenn ja, ist damit das Machtgefälle überwunden? Der klassische Typus des Stifters hat zwar sein Vermögen endgültig gemeinnützigen Zwecken gewidmet, hält aber sehr wohl weiterhin die Zügel in den Händen.
Ise Bosch in der Diskussion auf der Projektparty
im November 2007