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Ergebnisse und Erfolge 2009

Seit 100 Jahren ein Kampftag für Frauenrechte – 8. März, Internationaler Frauentag

Belgrad, 8.März 2008

„Die Feier des 100. Internationalen Frauentags, vorbereitet von den Frauen in Schwarz, wurde von der Polizei verboten. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Februar 2008 bewirkte die Welle der autorisierten Gewalt in Serbien eine Art öffentliche Selbstzensierung.
Daraufhin gab es heftigen Protest durch die Aktivistinnen und ihre Verbündeten. Das Schweigen wurde gebrochen, wir bezogen Stellung in der Krise. Die Frauengruppen aber waren niemals still.“, schreibt Mirjana Mirosavljevic vom Reconstruction Women’s Fund (RWF) in Belgrad.
Der RWF unterstützt die feministische Szene in Serbien, öffnet Räume für alternatives Denken, verbindet feministische Perspektiven mit Pazifismus. Die verbotene Demonstration konnte dann eine Woche später stattfinden - mit der solidarischen Unterstützung von über 50 Nichtregierungsorganisationen. Die Demonstrierenden trugen Plaketten mit der Aufschrift „Free Women“ oder „Bürger, keine Vasallen“. Die Herstellung der Plaketten ermöglichte eine Eilförderung der serbischen Frauenstiftung mit Geldern von filia.
www.rwfund.org

Belgrad, 8.März 2009

Auch 2009 gingen die Feministinnen in Serbien auf die Straße. „Der besondere Grund für die Kundgebung: Das Parlament hatte die Diskussion über das Anti-Diskriminierungsgesetz von der Tagesordnung genommen. Die orthodoxe Kirche hat einen großen Einfluss in unserem Land und Druck auf die Regierung ausgeübt, das Gesetz nicht anzunehmen, weil darin die Diskriminierung von LGBT-Personen verboten wird.
Also organisierten feministische Gruppen und Menschenrechtsgruppen den Protestmarsch. Es waren etwa 200 Aktivistinnen und Aktivisten da, und dieselbe Anzahl Polizisten, die uns vor eventuellen Angriffen der rechten Gruppen schützen sollten. Alles lief ohne Vorfälle und Gewalt ab“, schreibt uns Tijana Popivoda vom Autonomous Women’s Center (AWC) in Belgrad und schickt beeindruckende Fotos von der Demonstration mit. filia fördert die Aktivitäten des AWC.
Das serbische Anti-Diskriminierungsgesetz ist im April 2009 doch noch mit knapper Mehrheit verabschiedet worden. Die Annahme des Antidiskriminierungsgesetzes ist eine Voraussetzung für eine weitere Annäherung Serbiens an die Europäische Union.
www.womenngo.org.rs

Tbilissi, 8.März 2009

Ein politischer Feiertag soll der 8.März wieder werden, kein Tag der offiziellen Propaganda wie in Zeiten des Sowjetregimes verordnet oder danach als „Muttertag“ oder „Valentinstag“ verbrämt. Der Women’s Fund in Georgia rief daher lokale Frauengruppen zu einem Wettbewerb auf: „100 Erfolge“ hieß die Aktion, die Frauen und ihre Taten laut bunt und kreativ der Öffentlichkeit präsentierten sollten.
„Der Internationale Frauentag erinnert uns an die entscheidende Rolle, die Frauen weltweit dabei eingenommen haben, um politische, ökonomische und Fragen der Menschenrechte voran zu treiben. Daran müssen wir öffentlich erinnern, die Erfolge feiern und die gegenwärtigen Herausforderungen von Ungleichbehandlungen thematisieren. Wir wollten Frauen mobilisieren und ihnen Ressourcen für ihren Widerstand zur Verfügung stellen, damit sie die feministische Linse auf ihre Gemeinschaften anwenden können“, schreibt Nana Pantsulaia, Geschäftsführerin des Women’s Fund in Georgien.
Der Wettbewerb mobilisierte über 30 Organisationen, viele neue Ideen für den Frauentag gingen aus allen Teilen Georgiens von sehr unterschiedlichen Frauengruppen ein. Sieben davon konnten gefördert werden.
Zum Beispiel würdigte die NGO „Scientist Women for Scientist Women“ in Tbilissi die Arbeit und Erfolge von vier Philosophinnen in einer Broschüre, die verteilt und verschickt wurde.
Das „Studio Mobil“ in Tbilissi gestaltete vier Radiosendungen über die Bedeutung des Frauentags und über die Arbeit von Frauengruppen, die für den sozialen Wandel arbeiten.
Die Gruppe „Imedi“ veranstaltete ein Diskussionsforum zu Gleichberechtigung in Zugdidi. Zugdidi ist die Hauptstadt der Region Mingrelien im Westen Georgiens, nahe der Grenze zu Abchasien.
Mit einem Fest feierten dann etwa 50 feministische Aktivistinnen am 8. März 2009 in Tbilissi das hundertjährige Jubiläum des Internationalen Frauentags und 100 stellvertretende Erfolge von Frauen. Auf Plaketten stand „Auch du kannst etwas erreichen!“. filia unterstützte die Aktivitäten und das Förderprogramm des Women’s Fund in Georgia.
www.womenfundgeorgia.org

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