Jedes Mädchen hat das Recht auf Bildung, auch die Ärmsten der Armen. Diese Überzeugung bewegte Frauen der Frauengruppe "Jyothi Mahila Mandali" im Slum von Addagutta in Secunderabad dazu, eine Schule für Mädchen der untersten Kaste zu gründen. Ihre Vision: Durch Bildung das Potential ihrer Töchter und Nachbarsmädchen zu entwickeln, damit sie sich als eigenständige Individuen entfalten und sich bewusst am sozialen Wandel beteiligen können.
In ihrem Umfeld sammelten sie Daten und konnten damit nachweisen, dass nur 34 % der Mädchen auf eine Schule gingen, während 100% der Jungen Schulbildung erhalten. Sie wollten für ihre Töchter eine bessere Perspektive schaffen als sie selbst hatten. Die Schule konnte mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch die indische Frauenstiftung Nirnaya - in Kooperation mit dieser Schwesternstiftung fördert filia hier - ins Leben gerufen werden. Nach Gründung der Schule gingen die Frauen von Haus zu Haus, um die Mütter der Mädchen einzeln davon zu überzeugen, dass es sinnvoll und notwendig ist, ihre Töchter zur Schule zu
schicken. Nun erhalten etwa 100 Mädchen zwischen 4 und 14 Jahren eine Schulausbildung. In eine zweite Schule in Hubli gehen weitere 50 Mädchen.
Vikasini bedeutet "dass etwas blüht". Das politische Ziel des Nichtregierungsorganisation ist es, die Regierung zu bewegen, Kinderarbeit von Mädchen abzuschaffen und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Bildung für Mädchen notwendig ist. "Wir glauben, dass wir die Gesamtentwicklung der Mädchen unterstützt haben und dass wir sie einen Schritt näher dahin gebracht haben, die Frauen zu werden, die sie zu sein verdienen", heißt es im Jahresbericht der Schulen 2007.
Die Mädchen entwickeln eigene Berufswünsche.
"Ich will Ärztin werden", sagt eine der Schülerinnen.
www.vikasini.org
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