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    Projekte in Mittel- und Osteuropa 2010

    Tschetschenien/Russland

    Zhivaja nit - Lebensfaden
    www.skolymira-chechenya.org
    Projekt „Mädchen ohne Fesseln“
    Durch die Politik der zunehmenden Islamisierung Tschetscheniens, die der Präsident Kadyrow betreibt, nehmen Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen zu. Die Leiterin des Projekts „Mädchen ohne Fesseln“ Taita Junusova, „Zhivaja nit“ (Lebensfaden) kooperiert hier mit der Frauenorganisation „Sintem“ (Harmonie). Sie brauchen Geschick und Klugheit, um ihre Menschenrechtserziehung für Mädchen weiter umsetzen zu können. In Schulen in den Bergregionen arbeiten sie nach dem Unterricht mit Gruppen von Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren. Mit theaterpädagogischen Methoden erarbeiten sie ein Bewusstsein für die eigenen Rechte und mögliche Strategien, um sie auch durchzusetzen. Diese Stunden werden von den Mädchen sehr geschätzt, obwohl sie in ihrer Freizeit stattfinden und obwohl viele danach noch die Hausarbeit in ihrer Familie erledigen müssen. Taita und Inna Ajrapetjan von „Sintem“ können erleben, wie die Mädchen Selbstvertrauen entwickeln und beginnen, für ihre Interessen einzutreten - zum Beispiel mit ihren Eltern darüber zu sprechen, dass sie nach der Schule nicht gleich heiraten, sondern eine Ausbildung machen oder studieren wollen.
    Die Strategische Förderung unterstützt „Zhivaja nit“ dabei, unter den schwierigen und gefährlichen Rahmenbedingungen die Menschenrechtsbildung für Mädchen kontinuierlich weiter aufzubauen. Die Kooperation zwischen Lebensfaden und Sintem kann eine positive Wirkung auf die Zusammenarbeit der tschetschenischen Frauengruppen untereinander entfalten.
    Summe: je 8.000 € für drei Jahre
    In 2010 konnten wir das Projekt außerdem mit 3035 € unterstützen, die eine unserer Stifterinnen anlässlich ihres Geburtstages gesammelt hat. Damit kann für die Mädchen ein Jahr lang ein kleines Mittagessen bezahlt werden.


    Bosnien und Herzegowina

    Veliko Srce
    keine Webseite
    Die Strategische Förderung für das Frauennetzwerk „Veliko Srce“ geht ins zweite Jahr.
    In diesem Netzwerk haben sich 28 Frauengruppen mit insgesamt über 4000 Mitgliedern aus dem serbischen und dem konförderativen Teil Bosniens zusammengeschlossen. Die Frauengruppen mobilisieren und aktivieren Frauen vor allem aus dem ländlichen Gebiet. Im Büro der Koordinatorin Halida Jahic in der Stadt Gradacac laufen die Fäden zusammen. Das Netzwerk hat sich einen Kodex von demokratischen Regeln gegeben und will demokratische Eigeninitiative unterstützen – in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von Machtmissbrauch und Korruption geprägt ist. Die Frauen arbeiten an gemeinsamen Zielen, wie der Zertifizierung ihrer biologisch erzeugten landwirtschaftlichen Produkte und der Erhöhung des Anteils weiblicher Politikerinnen in den Lokalregierungen. Dabei überschreiten sie die Grenzlinien zwischen den Ethnien und den Religionen. Die Zusammenkunft von Frauen, die im Krieg auf verschiedenen Seiten standen, ist Programm.  Die angemessene Verarbeitung von Konflikten in den Gruppen gehört für sie ebenso zur Friedensarbeit wie die Forderung nach der Wahrung der Menschenrechte in der Gesellschaft.
    Summe: 15.000 €  pro Jahr für drei Jahre, zusätzlich 1800 Euro von der Stiftung Natur Mensch Kultur für den Aufbau der Werkstatt für ökologische Lebensmittel


    Bosnien und Herzegowina

    Zenski Centar Trebinje
    www.zenskicentar.org
    Projekt „Female activism – opportunities and challenges“
    Junge Frauen in sechs Gemeinden im Süden Bosniens erhalten mit einem Handbuch über Menschenrechte für Frauen eine Grundlage, selbst aktiv zu werden. Aus jeder Gemeinde werden zehn junge Frauen zwischen 16 und 26 Jahren zu einem Treffen eingeladen, bei dem es um Möglichkeiten und Herausforderungen von Frauenrechtsaktivismus geht.
    Summe: 7.500 €


    Kroatien

    Lesbian Organisation Rijeka „LORI“
    www.lori.hr
    Projekt „Capacity Building – Education of women activists for successful implementation of organization’s projects and activities“
    Zur kroatischen Lesbenorganisation LORI stoßen immer neue motivierte und begeisterte Aktivistinnen. Um ihnen eine gute Grundlage für ihre ehrenamtliche Arbeit zu geben, bietet LORI ihnen ein Trainingscurriculum zu Frauenrechten, Homophobie und Arbeitstechniken wie Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit.
    Summe: 4.650 €


    Mazedonien

    Macedonian Women’s Rights Center
    www.mwrc.com.mk
    Projekt „Empowerment for girls – Accept the good“
    Selbstwertgefühl und gewaltfreie Konfliktlösung stehen im Zentrum von Trainings und Workshops für etwa fünfzig Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren. In diesem Rahmen können die Mädchen ihre Kompetenzen und Ziele herausfinden und sich gegenseitig dabei unterstützen, Lösungen zu kreieren. Aus den Erfahrungen der Trainings entwickeln die Mädchen ein Theaterstück über ihre Wünsche und Ziele, das sie in einem Theater Skopje aufführen werden, begleitet von einer öffentlichen Kampagne.
    Summe: 5.800 €


    Serbien

    Labris
    www.labris.org.rs
    Projekt „Lesbian Week“
    Einmal jährlich treffen sich lesbische Aktivistinnen zwischen 18 und 50 Jahren aus Kroatien, Slovenien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien und Serbien zu einem mehrtägigen Workshop. Sie nutzen diese Zeit, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsame Strategien zur Verwirklichung ihrer Menschenrechtsarbeit zu entwickeln.
    Summe: 8.000 €


    Aserbaidschan

    Solidarity among women
    keine Webseite
    Projekt „Support to increase the competence of newly selected women members at municipality in villages“
    In Bezirk Massalli im Süden Aserbaidschans und in Barda im Zentrum des Landes erhalten frisch gewählte Lokalpolitikerinnen Unterstützung durch Trainings und Vernetzungstreffen. Die Politikerinnen werden motiviert und mit Kenntnissen ausgestattet, um aktiv und gezielt Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen zu können – mit dem Fokus auf Frauenrechte und Chancengerechtigkeit.
    Summe: 5.000 €


    Georgien

    Association Merkuri
    www.merkuri.ucoz.org
    Projekt „Create effectice existence for members of network’s organization“
    In der bergigen Konfliktregion Samegrelo an der Grenze zu Abchasien - wo viele Flüchtlinge immer noch provisorisch leben - hat es die Organisation „Merkuri“ mit filias Unterstützung im ersten Anlauf geschafft, 13 Frauenorganisationen in einem Netzwerk zu verbinden. Strategische Planung, Lobbyarbeit und Projektmanagement sind Techniken, die die Frauen sich jetzt gegenseitig (peer-learning) und mit der Unterstützung von Trainerinnen vermitteln, um wirkungsvoll Frauenrechtsarbeit machen zu können.
    Summe: 7.000 €


    Georgien

    Fund Sukhumi
    www.fundsokhumi.ge
    Projekt „Public receptions – women’s rights protection“
    Weil Flüchtlingsfrauen in den ländlichen Gebieten kaum Zugang zu Beratung und Informationen über ihre Rechte haben, startet der Fund Sukhumi ein neues Pilot-Projekt. Sie veranstalten öffentliche Anhörungen für Frauen und Mädchen in der Region Imereti in Westgeorgien – eine Methode, die sie von ihren Partnerinnen in Russland und Abchasien gelernt haben. Vor allem geht es dabei um die Sicherung der Rechte für Frauen bei der Vergabe von Land. Seit 2009 ist die Vergabe von Grund und Boden Teil der staatlichen Strategie bei der Integration von Kriegsflüchtlingen. Frauen werden hier stark benachteiligt.
    Summe: 5.000 €


    Georgien

    Women’s Center
    www.womancenter.org.ge
    Projekt „Protection and promotion of the rights of ethnic groups from multiple discrimination“
    Frauen aus der aserbaidschanischen Bevölkerung Georgiens leben oft in Isolation, sprechen die georgische Sprache nicht und sind sich nicht bewusst, dass die georgische Gesetzgebung ihre Rechte schützt. Broschüren und Zeitungsartikel in aserbaidschanischer Sprache zu Häuslicher Gewalt klären über die Rechtslage auf. Ehrenamtliche Beraterinnen werden geschult, gehen in den Gemeinden von Tür zu Tür und bieten eine Hotline an. Women’s Center arbeitet in diesem Projekt mit der Azerbaijan Women’s Union of Georgia zusammen.
    Summe: 7.000 €


    Bulgarien

    Ethnointegration Foundation
    keine Webseite
    Projekt „Prevention of early marriages among the Roma population and overcome the consequences“
    Die Eltern von Mädchen in den Roma-communities darüber aufzuklären, wie wichtig es ist, ihre Töchter bis zum Abschluss in der Schule zu lassen und sie nicht schon mit 15 oder 16 Jahren zu verheiraten, ist ein Teil der Präventionsstrategie der Ethnointegration Foundation. Die Frauen von Ethnointegration, die selbst Roma sind, organisieren Trainings für bulgarische und Roma-Mädchen gemeinsam mit deren Eltern. Außerdem veranstalten sie Kampagnen, um auf die die Rechte der Mädchen aufmerksam zu machen.
    Summe: 6.320 €


    Slovakische Republik

    Fenestra
    www.fenestra.sk
    Projekt „Young Women and Girls Campaign against Gender Violence“
    Zu Beginn und Ende der internationalen Kampagne „16 Days of Activism against Gender Violence“ treffen sich Studentinnen zu moderierten Diskussionen über Gewalt gegen Frauen. Nach einer einwöchigen „Frauenrechts-Aktivismus-Schule“ bilden sie Gruppen und beginnen, Aktionen für die länderübergreifende 16-Tage-Kampgane im nächsten Jahr vorzubereiten – einschließlich des Fundraisings für ihre Aktivitäten.
    Summe: 8.000 €


    Tschechische Republik

    proFem
    www.profem.cz
    Projekt „AdvoCats for Women“
    Von Gewalt betroffene Frauen sind Klientinnen des AdvoCats-Teams, das kostenfreie juristische Beratung und Begleitung anbietet. Durch kontinuierlichen politischen Druck konnte proFem dazu beitragen, dass die Gesetzeslage zugunsten betroffener Frauen verbessert wurde. Die Finanzierung der Beratung soll nun der Staat übernehmen. Dafür macht AdvoCats Lobbyarbeit.
    Summe: 4.000 €


    Tschechische Republik

    European Contact Group (ECG)
    www.ekscr.cz
    Projekt „Your chance for a change“
    Damit Migrantinnen sich in Prag aktiv einmischen können, erfahren sie in zwei Workshops, wie eine NGO gegründet wird, woher Gelder kommen können und welche internationalen Migrant_innennetzwerke existieren. Migrantinnen arbeiten oft weit unter ihrer Qualifikation. Eine Basis-Gruppe aus engagierten migrantischen Aktivistinnen kann beginnen, sich für ihre Rechte einzusetzen. Positive Beispiele liefern Vertreterinnen von Migrantinnen-Organisationen aus Deutschland und Irland (Maisha und AkiDwa, beide Mitglied im Black European Women’s Council*; *Strategische Förderung von filia), die zu den Workshops eingeladen werden.
    Summe: 4.000 €


    Serbien

    Reconstruction Women’s Fund (RWF)
    www.rwfund.org
    „Women’s Initiatives“
    Die Autonomie für die Frauenorganisationen in Serbien zu wahren und ihre Arbeit zu ermöglichen ist das Ziel des Förderprogramms dieser Frauenstiftung. filia unterstützt das Programm „Women’s Initiatives“, das flexibel auf die Bedarfe der Frauengruppen reagiert und besonders marginalisierte Frauen und Mädchen (Roma, lesbische Frauen u.a.) im Blick hat. Feminismus im Verständnis des RWF wendet sich auch gegen Militarismus, Nationalismus und Rassismus.
    Summe: 8.000 €


    Georgien

    Women’s Fund in Georgia (WFG)
    www.womenfundgeorgia.org
    „Open Door Grants Program in fall 2010“
    Die Förderung der georgischen Frauenstiftung ist eine „offene Tür“ für die Frauengruppen im Land: Hier können sie selbstbestimmt Themen zur Förderung einreichen. Der Bedarf dafür ist hoch, denn es gibt wenige Geldgeber, die die Prioritäten der Frauengruppen wertschätzen und unterstützen. WFG fokussiert sich bei der Förderung auf ländliche Gebiete und marginalisierte Gruppen (Flüchtlingsfrauen, lesbische Frauen, ethnische Minderheiten).
    Summe: 8.000 €


    Tschechische und Slovakische Republik

    Slovak Czech Women’s Fund (SCWF)
    www.womensfund.cz / www.womensfund.sk
    „Open Call for Proposals 2010“
    SCWF spielt in der tschechischen und slovakischen Frauenbewegung eine wichtige Rolle: als Quelle für flexible, kleinere Förderungen; als Partnerin für Lobbyarbeit für Frauenrechte; als Vernetzerin – die geförderten Frauengruppen treffen sich länderübergreifend zum Austausch. SCWF hat ein partizipatives Evaluationsmodell entwickelt und prüft die Wirkung der Förderungen mit Sorgfalt und Respekt.
    Summe: 8.000 €


    Ukraine

    Ukrainian Women’s Fund (UWF)
    www.uwf.kiev.ua
    „Women support women“
    UWF baut neben der finanziellen Unterstützung auch die Kapazitäten der Frauengruppen auf, damit sie wirkungsvoll arbeiten können. Im Juni 2010 hat UWF eine Konferenz von Frauengruppen zur Lage in der Ukraine veranstaltet. Ein Ergebnis war, dass Frauengruppen noch zu wenig Fertigkeiten im Fundraising haben, um ihre Arbeit nachhaltig zu finanzieren. UWF wird nun ein Jahr lang Trainings zu Fundraising und Managementtechniken für Frauengruppen durchführen. Aktiv ist UWF in der Ukraine, in Moldau und in Weißrussland – Regionen, die für westliche Geldgeber schwer zugänglich sind.
    Summe: 8.000 €


    Tbilissi (Georgien)

    Association for Women’s Rights in Development (AWID)
    www.awid.org
    „Ressource Mobilisation for Women’s Rights Organizations and Movements in South East Europa, Central Eastern Europe and the Commonwealth of Independent States“
    Vom 20.-22.10.2010 treffen sich in Tbilissi (Georgien) Frauenrechtlerinnen aus Osteuropa und Russland, um über den Status der Menschenrechte für Frauen in der Region und den zur Verfügung stehenden Geldquellen für die Frauenrechtsarbeit zu sprechen. Die AWID-Initiative Where is the money for women’s human rights?“  (Wo steckt das Geld für die Frauenrecht?) sammelt Informationen über Geldgeber für Frauenrechtsarbeit und nimmt strategisch Einfluss auf die Umverteilung der Ressourcen zugunsten von Frauen und Mädchen.
    Summe: 2.000 €