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Liebe Leserinnen und Leser,

"Ohne uns steht die Welt still“, so skandierten hunderttausende Frauen am 8. März 2018 auf den Straßen Spaniens. Julia Cámara, die den Streik der Frauen mitorganisierte: "Der heutige Tag ist ja nur eine Ausrede! […] eine Ausrede, um Banden zu bilden“. Über 5 Millionen Frauen beteiligten sich an den Protesten. „Ein feministischer Generalstreik“: für mehr Gerechtigkeit, bessere Löhne, für Freiheit von sexistischer Gewalt, für mehr Entscheidungsmacht. In Istanbul wiederum sagte eine 8.-März-Demonstrantin: „Während das Leben für uns täglich schwieriger wird, ist der Feminismus die einzige Form des Widerstandes. Wir sind uns sicher, dass wir mit Hilfe des Feminismus eine neue Welt erschaffen können!“ Sehen Sie sich hier das berührende Video zur Istanbuler 8.-März-Demonstration an!

Und was haben Frauen bereits alles erreicht! Rund um den 8. März ist davon natürlich überall die Rede, in Hamburg und überall auf der Welt. filia war wieder bei zahlreichen Veranstaltungen aktiv und teilnehmend dabei:  3_Internationaler Frauentag 2018: Sonita rapt, Spenden für den Mädchenbeirat und Feminismus ohne Kulturgrenzen

Wie jedes Jahr verschaffte uns unser Neujahrsempfang einen freudigen Einstieg ins neue Jahr: 1_‚Sekt und Stulle‘: Neujahrsempfang bei filia. In diesem Jahr umso mehr, da wir die vielen fantastischen Ergebnisse unseres Trialog-Projektes „Back to the Future“ mit unseren Gästen teilen konnten. Schauen auch Sie sich die Videos der „Back to the Future“-Projekte auf YouTube an!

Einen ganz besonderen Anlass zum Feiern wird es am 16. Mai 2018 in Nürnberg geben: Ise Bosch, eine der neun filia-Gründerinnen, erhält den Stifterinnenpreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Die filia-Gemeinschaft gratuliert von Herzen und ist sich einig: Wer, wenn nicht Ise Bosch?! Lesen Sie mehr unter 7_Der Stifterpreis heißt 2018 zum ersten Mal Stifterinnenpreis…

Mit einer konkreten Aufstellung von Ergebnissen und Zahlen von Claudia Bollwinkel können wir die Erfolge von Feministinnen konkreter darstellen – und feiern: 6_„Das ist es, was Feministinnen tun“: Strategische Förderung in Osteuropa

Weitere Neuigkeiten von und zu unseren Projektpartnerinnen lesen Sie in den Artikeln 4_Für die Öffnung von Herzen und Hirnen und 5_Nach eigenem Drehbuch: Mehrjährige Förderung für Insight aus der Ukraine.

Im Juni laden wir dann wieder öffentlich zum Feiern ein: Die ProjektParty feiert dieses Mal mit einer Ausstellung und neuen interessanten Partner_innen die Errungenschaften georgischer Frauen mehrerer Generationen. Halten Sie sich den 2. Juni frei, für einen interessanten Nachmittag in Hamburgs wunderschöner Zentralbibliothek. Weitere interessante Termine finden Sie bei 10_Nicht verpassen.

Es tut sich was – auch im Bundesverband deutscher Stiftungen. Passend zum Internationalen Frauentag veröffentlichte der Bundesverband ein Gespräch mit filias stellvertretender Geschäftsführerin Katrin Wolf über wichtige Aspekte der filia-Stiftungsarbeit. Was bewirkt Wandel? Wie kann progressives Stiftungshandeln gestaltet werden? Damit beschäftigt sich filia auch mit ihren Partner_innen im Netzwerk Wandelstiften. Das Netzwerk bereitet derzeit eine Tagung für den Herbst vor: 9_Progressive Stiftungsmodelle auf dem Vormarsch? Einladung zu einer Veranstaltung

Mit der Fragestellung „Wo sind neue Geldquellen für Frauenrechte?“ organisierte das Internationale Netzwerk der Frauenstiftungen, Prospera, und Win-Win-Strategies ein Training zum Thema Unternehmenskooperationen. Annette Heise und Sonja Schelper waren für filia mit dabei: 8_Netzwerktreffen in Amsterdam: Unternehmenskooperationen als Chance?

Feiern bedeutet Wertschätzen und Kraft sammeln, nicht Halt machen. Der Gegenwind ist heftig und nimmt zu. Uns wird die nächsten zwei Jahre das Problem der „Shrinking Spaces“ (deutsch: schrumpfende Handlungsspielräume) mit Partnerinnen in drei Ländern beschäftigen (Armenien, Georgien, Ukraine). Denn das, was so wichtig ist für eine lebendige Demokratie, eine selbstbewusste und kritische Zivilgesellschaft, wird zunehmend von Auflagen, Diffamierungen und einschränkenden Gesetzen bedroht. Zu diesem Thema passte filias Veranstaltung im Januar: 2_Backlash – Ein Vortrag von Dr. Catherine Newmark

„Wir wehren uns mit dem Feminismus gegen das System. […] wir haben damit angefangen, von einer neuen Welt zu träumen“ – so eine weitere Demonstrantin auf den Straßen Istanbuls. Also: Zusammentun, Kräfte bündeln, laut und sichtbar gemeinsam handeln. filia unterstützt Frauen und Mädchen dabei, „Banden“ zu bilden, sich gegenseitig zu stärken und eigene Ziele zu definieren und umzusetzen.

Bleiben Sie uns gewogen.
Es lohnt sich.

Ihre
Katrin Wolf und das filia-Team

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1_„Sekt & Stulle“: Neujahrsempfang bei filia

Bereits seit 2013 lädt filia zu Beginn des Jahres Geber_innen, Partner_innen und Unterstützer_innen in die Geschäftsstelle ein, um das vergangene Jahr noch einmal nachhallen zu lassen und gemeinsam auf das Neue anzustoßen. Die Räume waren mit etwa 80 Menschen extrem belebt und neben „Sekt und Stulle“ erhielten die Gäste einen Rückblick auf filia in 2017: Einblicke in die Höhepunkte unserer Arbeit sowie das finanzielle Ergebnis aus Fundraising und Kapitalanlagen.

Am 23. Januar 2018 war es wieder soweit: filia lud zum Neujahrsempfang ein. Der Abend bot eine schöne Gelegenheit, die filia-Gemeinschaft lebendig zu erleben. Neben vielen filia-Unterstützer_innen kamen auch wieder zahlreiche Mitstreiter_innen aus anderen feministischen Hamburger Vereinen und Institutionen. Geschäftsführerin Sonja Schelper informierte erfreut über das gute Jahresergebnis 2017. Es erlaubt der Stiftung, die Förderungen in 2018 weiter auszubauen. Die Spenden-Kampagne zum Jahresende „filia wünscht sich…“ hat dazu mit 47.660 €  beigetragen. Vielen, vielen Dank an alle, die ihre Wünsche mit uns geteilt haben!

Neben den harten, aber erfreulichen Zahlen gab es auch etwas für Herz und Seele. Anhand von Filmausschnitten und Fotos berichteten Katrin Wolf und Heike Pfitzner sehr lebendig von dem Austausch ukrainischer, georgischer und deutscher Feministinnen verschiedener Generationen im November in Kiew. In der filia_news 4/2017 berichteten wir bereits über das Projekt, das alle zusammen geführt hat: „Back to the Future– Intergenerativer Dialog zur Partizipation von Frauen und Mädchen“. Zur Konferenz gibt es eine filmische Zusammenfassung, in längerer und kürzerer Version. Beide finden Sie zusammen mit den Videos, die im Rahmen des Projektes entstanden sind, auf unserem Youtube-Kanal: Play-Liste „Back to the Future – Intergenerativer Dialog zur Partizipation von Frauen und Mädchen“ anschauen!

Heike Pfitzner und Stefanie Hoogklimmer erzählten im Anschluss so begeistert von der zweiten Geberinnenreise, die die Teilnehmerinnen ebenfalls in die Ukraine führte und sie an der Konferenz teilnehmen ließ, dass sich mehrere der anwesenden Frauen am liebsten  gleich für die nächste Geberinnenreise angemeldet hätten. filias dritte Geberinnenreise wird im Oktober nach Serbien gehen. Weitere Informationen dazu werden wir u. a. in den filia_news bekannt geben.

Das filia-Team bedankt sich für den großen Zuspruch. Wir freuen uns über die lebendige und vielfältige Gemeinschaft, die unsere Stiftung trägt und hoffen, dass wir 2018 weitere Gelegenheiten zur Begegnung haben werden.

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2_Backlash – ein Vortrag von Dr. Catherine Newmark

„Backlash auf feministische Bewegungen und Gender Studies – Die aktuelle Situation und mögliche Gegenstrategien“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die beiden filia-Frauen Prof. Daniela Rastetter, Stiftungsrätin, und Dr. Heike Pfitzner, Förderin, in Kooperation mit Dagmar Filter vom Zentrum für GenderWissen der Universität Hamburg am 29. Januar 2018 eingeladen hatten. Im folgenden Artikel berichtet Heike Pfitzner von der Veranstaltung und den Fragen und Lösungsansätzen, die Newmark dargestellt hat.

Dr. Catherine Newmark, Philosophin, Autorin, Kulturjournalistin, Redakteurin des „Philosophie Magazins“ und Deutschlandfunk Kultur, war die mitreißende Referentin des Abends. Den Hörsaal füllten über 100 interessierte Student_innen, Unterstützer_innen von filia, engagierte Alt-Feminist_innen, Theaterschaffende und Regisseur_innen und andere aufs Thema neugierige Frauen, Männer und Transmenschen.

Was bedeutet eigentlich „Backlash“?
Der Feminismus als politische, soziale und akademische Bewegung kritisiert die traditionelle Geschlechterordnung mit männlichen Privilegien und weiblicher Unterordnung und tritt für Selbstbestimmung und Menschenwürde aller ein.
„Backlash“ bedeutet Gegenbewegung, das Zurückschlagen seitens einer privilegierten Gruppe, die konservative Wertvorstellungen verteidigt und erkämpfte Rechte und Errungenschaften von Bürger- und Frauenrechten machtvoll angreift.

Catherine Newmark begann ihren Vortrag mit einem historischen Rückblick bis ins griechisch-römische Zeitalter der antiken Philosophen. Sie zitierte aus Werken von Autoren des 14. Jahrhunderts, die in einer rein männlichen, lateinisch sprechenden Gelehrtenschaft die prinzipielle Frage diskutierten, ob denn „das Weib als menschliches Wesen angesehen werden könnte“ oder doch näher am Tier zu verorten sei, als im Vergleich zum Mann unvollständiges Wesen, das aufgrund seiner körperlichen Schwäche auch geistig zu geringeren Leistungen seitens der Natur befähigt sei.

Diese historischen Analysen zeigten deutlich auf, wie tief die Wurzeln der Abwertung von Frauen zurück reichen. Gleichzeitig machte Catherine Newmark darauf aufmerksam, welchen Fortschritt die letzten 100 Jahre in Hinblick auf die Wahrnehmung von Frauen, Sexualität und normatives Verhalten bedeuten. Im Verhältnis zur Menschheitsgeschichte war vor allem die Frauenbewegung der 70er Jahre eine radikale Wende, die ihresgleichen sucht. Die rechtliche Gleichberechtigung von Frauen wird innerhalb der europäischen Bevölkerung kaum mehr in Frage gestellt. Ein Verlust an Deutungshoheit für die maskulinistischen Anhänger_innen.
Aufhorchen ließ in ihrer Analyse der aktuellen Ströme von Misogynie (Frauenverachtung) der Bezug zu der sich als links verstehenden Szene, wie z. B. im Feuilleton. So hat nach der Trump-Wahl die Wiederbelebung des „Haupt- und Nebenwiderspruchs“ angefangen, in dem der Linken vorgeworfen wird, sich zu sehr auf Gendergerechtigkeit und symbolische Politik (wie z. B. Sprachsensibilität) konzentriert und damit die ökonomischen Belange der (weißen, männlichen) Arbeiterschaft aus dem Blick verloren zu haben. Das Argument beinhaltet laut Newmark die Unterstellung, dass es „wichtige“ wirtschaftliche Phänomene wie den immer gierigen Kapitalismus auf der einen Seite und „unwichtigere“ soziale Fragen wie Frauenrechte u. a. gäbe.

Was tun?
Viele Zuhörer_innen bewegte die Frage: Was tun? Welche Strategie würde Frau Newmark im Umgang mit Rechtspopulist_innen empfehlen? Newmark startete mit der Gegenfrage: Was funktioniert nicht in der Auseinandersetzung mit der populistischen Rechte? Auf keinen Fall funktionierte aus ihrer Sicht, sich auf die gleiche Ebene zu begeben, wie das Beispiel der Plattform „Agentin“ zeige, die in ähnlicher Form wie das Feminist_innen diffamierende maskulistische „Wikimania“ operierte. Laut Plädoyer von Newmark sollten wir uns nicht auf die gleiche Ebene der Grobschlächtigkeit begeben und dem rechten Populismus einfach einen linken Populismus gegenüberstellen. Damit würden wir das Grundproblem von jeglichem Populismus verstärken – die Ent-Differenzierung. Moralischer Rigorismus erschien ihr auch als unpassende Strategie, da Rechthaberei zu einer Trennung von „Ich bin auf der richtigen Seite und du nicht!“ führe und einen Maßstab der Überheblichkeit setze.

Was aber dann?
Newmark bot an: „Man sollte wahrscheinlich Regisseurin werden…“ und dann neue kulturelle Narrative erzählen, neue Geschlechterrollen in Filmen, auf YouTube-Videos, im Pop, im Theater oder der Oper. Newmark unterstrich die Bedeutung dieser Bilder für die emotionale Verankerung im Bewusstsein. Die aktuelle Kultur- und Medienproduktion verstärke immer wieder alte, traditionelle Muster (Ressentiments) und füttere damit den Backlash. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass neue Bilder neue Haltungen produzieren können. Sie brach eine Lanze für Erziehung als Glauben daran, dass die Menschheit des grundsätzlichen zivilisatorischen Fortschritts fähig ist. Ihre Hoffnung setzt sie in Bildung und fordert auf zum Kampf für die Geisteswissenschaften als Ganzes, nicht nur für die Gender Studies.  

In der anschließenden regen Diskussion griffen viele Frauen* Teile des Vortrags auf und verknüpften u. a. die Kulturproduktion mit den Fragen von Macht und Geld und wie es gelingen könnte, andere feministische Geschichten in eine breitere Öffentlichkeit zu bringe

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3_Internationaler Frauentag 2018: Sonita rapt, Spenden für den Mädchenbeirat und Feminismus ohne Kulturgrenzen

Wie bereits Tradition laden um den 8. März Frauenverbände in die Handelskammer zur Netzwerk- und Diskussionsveranstaltung „Frauen im Blick“ ein. Ebenfalls bereits Tradition: filia präsentiert in einem Bündnis einen Film, der selbstbestimmtes Frauenleben in all seinen Facetten darstellt. In diesem Jahr verfolgt „Sonita“ aus Afghanistan einen ganz bestimmten Traum. Und dazu passend: Es gibt ihn, den Feminismus über Kulturgrenzen hinweg.

„Frauen im Blick“
Über 800 Frauen waren am 6. März in die Handelskammer gekommen. „Frauen im Blick – Wir gestalten die Zukunft“ so der Titel 2018. Cornelia Creischer (auf dem Foto rechts) vom Landesfrauenrat sagte in ihrer Eröffnungsrede: „Es ist eine Frage der Demokratie, ob die Hälfte der Bevölkerung in den Parlamenten angemessen vertreten ist. 50% Frauen in den Parlamenten, 50% Bürgermeisterinnen in den Kommunen – das muss unser mittelfristiges Ziel sein.“

In der Podiumsdiskussion mit wirklich illustren Gästen ging es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch ging es darum, dass Frauen in allen Gremien der Gesellschaft vertreten sein sollten, dass sie vermehrt in IT-Berufe und die digitale Zukunft „rein sollen“. Wofür sie sich in diesen Gremien allerdings einsetzen sollten, was verändert werden muss, damit mehr Frauen in die IT-Branche auch wollen und was Fortschritt aus der Perspektive von Frauen und Mädchen tatsächlich heißen könnte – dazu gab es kaum öffentliches Nachdenken.
 
Highlight für filia: Am Ende der Diskussion holte die Moderatorin Anke Harnack filia-Mädchenbeirätin Audrey Nyirenda auf die Bühne. Audrey erzählte in ihrer wunderbar offenen Art vom Mädchenbeirat, in dem sie, seit sie 14 Jahre alt ist, mitarbeitet. Begeistert zeigte sich das Publik von ihrem Vorhaben, tatsächlich ein IT-Studium aufzunehmen: „Das ist der Plan.“

Zugunsten des Mädchenbeirates gab es den diesjährigen Spendenaufruf und es wanderten einige Scheine in die vorbereitete Box. Für uns waren die zahlreichen Gespräche am filia-Stand mit tollen und interessierten Frauen eine Freude.

Lesen Sie einen weiteren Artikel zur Veranstaltung: „FIB - Die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist noch längst nicht erreicht“

Sonita rapt
„Sonita, du musst mit mir nach Afghanistan kommen und heiraten. Wir könnten für dich 9.000 Dollar erzielen und das Geld brauchen wir, damit dein Bruder heiraten kann. Es ist sein Wunsch. So will es die Tradition.“ So – oder so ähnlich – war die Begründung der Mutter. Doch Sonita will nicht nach Afghanistan zurück. Und schon gar nicht will sie verheiratet werden. Sie will mit ihrem Talent zum Rappen berühmt werden. Sie will der Welt ihre Geschichten erzählen.

Am Vorabend des Internationalen Frauentages präsentierte filia zusammen mit TERRE DES FEMMES Städtegruppe Hamburg, DaMigra e.V. sowie der Landeszentrale für politische Bildung den Dokumentarfilm „Sonita“ der Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami im Metropolis Kino.

Als kleines Mädchen war die nun 17-jährige Sonita alleine mit einer Schwester von Afghanistan in den Iran geflohen. Dort versuchen die beiden, Fuß zu fassen, eigene Wünsche und Vorstellung von ihrem Leben zu entwickeln. Viele ihrer Mitschülerinnen sind zu dem Zeitpunkt, an dem der Film einsetzt, bereits verheiratet worden. In den Schulpausen wird offen über Brautpreise diskutiert. Sonita sammelt die Gespräche und Worte in ihrem Inneren – und schleudert sie in ihren fordernden Raps in die Welt zurück. Und dann steht eines Tages plötzlich die Mutter vor der Tür und will Sonita nach Afghanistan zurückbringen, um sie dort zu verheiraten.
An dieser Stelle macht der Film einen interessanten Schnitt, denn nun muss sich die Regisseurin entscheiden, ob sie weiterhin „nur“ dokumentiert. Oder ob sie in Sonitas Schicksal „eingreift“ und der jungen Frau hilft, ihre eigenen Wünsche zu realisieren und einer Verheiratung in Afghanistan zu entgehen.
Obwohl keine der am Film Beteiligten anwesend war, war der Wille der jungen Frau und ihrer Unterstützer_innen greifbar im Raum zu spüren. Auch im anschließenden Gespräch zwischen Rukiye Cankiran (DaMigra e.V.) und Heidemarie Grobe (TERRE DES FEMMES), moderiert von filias Stiftungsratvorsitzender Tanja Chawla, wurde immer wieder deutlich, was es bedeutet, das Leben in die eigene Hand zu nehmen und sich entschlossen dem Zur-Ware-Gemacht-Werden zu widersetzen.

Islamischer Feminismus
Am selben Abend wie filias Filmvorführung diskutierten Stefanie Lohaus vom Missy Magazin mit der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor über Fragen von Patriarchat, Religion und Macht. Bei der Veranstaltung im Dorothee-Sölle-Haus wurde auch das Publikum einbezogen. Jede_r konnte sich in einem Stuhlkreis nieder lassen, Fragen stellen, mitdiskutieren. Diese Form hat erstaunlich gut funktioniert. Im Gespräch wurde einmal mehr deutlich: ‚Islam‘ und ‚Feminismus‘ bilden keinen Widerspruch. Lana Sirri, die Autorin des Buches „Islamische Feminismen“ lud am 9. März in das Zentrum GenderWissen der Universität Hamburg zum Austausch mit Saboura Naqshband und sich selbst ein. Neue Namen, junge Gesichter – die Bewegung wächst. Ein anregender Abend.

Lesen Sie einen weiteren Artikel zur Veranstaltung: Von der Vision eines Feminismus ohne kulturelle Grenzen

Link zur Webseite von Lamya Kaddor
 
Informationen zu Lana Sirri

Informationen zu ihrem Buch „Islamische Feminismen“

Informationen zu Saboura Naqshban

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4_Für die Öffnung von Herzen und Hirnen

Der folgende Text stammt von unserer Projektpartnerin Holla e.V. und ist der Broschüre zur von filia geförderten Ausstellung „MehrWert? GleichWert!“ entnommen. Die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen kommen selbst zu Wort:
»Was macht uns in dieser Gesellschaft „mehr wert“ oder „weniger wert“? In welchen Situationen hast du dich unterprivilegiert gefühlt? Wann warst du mal überprivilegiert? Wie geht man mit solchen Situationen um? …

Genau mit diesen Fragen haben wir uns im Rahmen des Projekts MehrWert auseinandergesetzt, das der filia-Mädchenbeirat 2017 gefördert hat. Wir, das sind junge Frauen* und Mädchen* im Alter von 13 bis 25 Jahren aus Köln und Umgebung. In einem zweitägigen Workshop lernten wir uns kennen, diskutierten, hinterfragten selbstkritisch eigene Denkmuster und Wertevorstellungen, tauschten uns über Erfahrungen aus und untersuchten gesellschaftliche Ungleichheiten. Wir kamen zu der Erkenntnis: Sind wir nicht alle gleich wert?

Dieses Ergebnis galt es nach außen zu tragen. Ein Foto, zwei Gesichter, zwei Geschichten und immer die Frage „MehrWert? GleichWert!“ Wir schrieben Geschichten, fiktiv und doch direkt aus dem Leben gegriffen. Alle Texte basieren auf wahren Erlebnissen und erzählen doch eine ganz eigene Geschichte. Auf diesem Wege können wir persönliche Erfahrungen teilen, ohne uns selbst bloß zu stellen. Sowohl die Schreiberin des jeweiligen Textes, als auch die dazugehörige Person, die für das Foto Modell stand, durchlebten den Prozess, sich einmal in diese fiktive Figur, deren Alltag kaum realistischer sein könnte, einzufühlen. Wie denkt sie? Wie fühlt sie? Wie kleidet sie sich? Was beschäftigt sie? Was macht sie besonders?

Jedes Foto zeigt jeweils zwei junge Frauen* oder Mädchen* mit Eigenschaften, die oft gegeneinander aufgewogen werden. Dabei geht es um Eigenschaften, die vorrangig die äußere Erscheinung betreffen oder – meist fälschlicherweise – aus dieser erschlossen werden. Was vielleicht erst auf den zweiten Blick auffällt: Alle abgebildeten Personen stehen auf einer Höhe. Auf diesem Wege begegnen sich die abgebildeten jungen Frauen*, im wahrsten Sinne des Wortes, auf Augenhöhe. Eine Gleichwertigkeit, die den Machtverhältnissen entgegenwirkt und Vorurteile aufbricht. Eine Gleichwertigkeit, die den Unterschieden trotzt. Eine Gleichwertigkeit, deren Schönheit vielleicht gerade in den Unterschieden liegt.

HOLLIE – das ist der Mädchenbeirat des interkulturellen Frauen- und Mädchen Gesundheitszentrums HOLLA e.V.. Die HOLLIEs sind wir, Mädchen und junge Frauen, die sich im Rahmen verschiedener Projekte für Selbstbestimmtheit, Gleichberechtigung und Toleranz einsetzen. Besonders wichtig sind uns dabei weiblicher Zusammenhalt und Empowerment. Wir stellen uns klar gegen Sexismus, Rassismus und jede Art von Ausgrenzung. Etwa eine Hälfte von uns ist weiß und eine Hälfte Schwarz oder of Colour.

Die Ausstellung „mehrWERT? GLEICHwert!“ war vom 15. bis 28. Februar 2018 im Bezirksrathaus Köln-Rodenkirchen zu sehen. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann ab März 2018 gebucht werden. Wer Interesse an der Ausstellung hat, wendet sich bitte an info(at)holla-ev.de.

HOLLA e. V. steht für Frauengesundheit und Solidarität unter Frauen, gelebtem weiblichen Aktivismus und für ein buntes Leben in Kraft und Vielfalt. Das interkulturelle Frauen- und Mädchengesundheitszentrum IFMGZ Holla e.V. wurde im Februar 2012 in Köln-Rodenkirchen gegründet. Ziel ist es, frische, junge, interkulturelle und moderne Frauen- und Mädchen-Gesundheitsarbeit in Köln und Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Der Verein setzt sich für die Gesundheit und die Stärkung der Position aller Mädchen und Frauen in der Gesellschaft ein. Aus diesem Grund ist Holla in allen Bereichen paritätisch aufgestellt, weiße Frauen und Mädchen, Frauen und Mädchen of Color, Frauen und Mädchen mit christlichen und muslimischen Wurzeln.«

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5_Nach eigenem Drehbuch. Mehrjährige Förderung für Insight aus der Ukraine

Vor einem Jahr trafen sich Frauen aus der Ukraine, Georgien und Deutschland im filia-Büro zum Auftakttreffen eines Dreiländer-Projektes zum intergenerativen Dialog. Mit dabei war Olena Shevchenko, Geschäftsführerin von Insight, einer ukrainischen Grassroots-Organisation für die Rechte von LBTIQ* Frauen (lesbisch, bisexuell, trans, inter und queer). Insight hat sechs Aktivistinnengruppen in verschiedenen Städten und ist eine der wenigen Organisationen in der Ukraine, die feministische Menschenrechtsarbeit betreiben. filia wird Insight für die nächsten drei Jahre fördern.

„Die meisten LSBT-Organisationen sind männlich dominiert und wir erfahren immer wieder Sexismus und Frauenfeindlichkeit von Vertretern dieser Organisationen. Bei zahllosen Gelegenheiten haben wir schon betont, dass Frauenrechte in die Agenda der LSBT-Bewegung in der Ukraine aufgenommen werden müssen”, sagt Olena, die eine der wenigen Frauen ist, die in der Ukraine öffentlich zu ihrem Lesbischsein steht. 2014 war Insight eine der Initiatorinnen der Frauenstaffel auf dem Maidan, die sich gegen Sexismus und geschlechtsbasierte Gewalt während der Revolution einsetzte. 2017 veranstaltete Insight die Menschenrechtskampagne „stop hate“ zu den Folgen von Ausgrenzung und Diskriminierung.

Als sechs Geberinnen von filia im November 2017 in die Ukraine reisten, um den dortigen Aktivismus kennenzulernen, besuchten sie auch Insight. Dieser Besuch beeindruckte eine der Frauen so stark, dass sie sich entschloss, filia eine größere zweckgebundene Spende für eine mehrjährige Förderung dieser Organisation zu geben.

„Choose your own scenario“ ist der Slogan von Insight. Besonders wichtig ist für Insight – wie für viele Frauenorganisationen – flexibles Geld, das nach ihren eigenen Prioritäten eingesetzt werden kann. Für Insight hat das Community Center eine große Priorität, ihr Treffpunkt, in dem sie psychologische Unterstützung für von Gewalt Betroffene und Rechts- und Sozialberatung für LBTQI anbieten. Im Center gibt es auch eine Bibliothek.

Die Webseite der Organisation: www.insight-ukraine.org/en

Lesen Sie hier ein Interview mit Olena (auf Englisch)!

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6_“Das ist es, was Feministinnen tun“. Strategische Förderung in Osteuropa

Seminar für Lehrer_innen zur Unterstützung von LGBT-Schüler_innen in Rijeka (Kroatien)

“Sie werden die Machtverhältnisse verändern. Denn das ist es, was Feministinnen tun“, sagte Kate Kroeger, Geschäftsführerin des Urgent Action Fund for Women’s Human Rights, in ihrer Ansprache* bei einer Veranstaltung von Global Affairs Canada vor Vertreter_innen der kanadischen Regierung. Um Machtverhältnisse verändern zu können, brauchen Frauenorganisationen eine stabile Grundlage. Zu dieser Grundlage soll die mehrjährige strategische Förderung, die filia an ausgewählte Partnerinnen vergibt, beitragen.

2016 erhielten vier Organisationen in Osteuropa insgesamt 59.000 Euro. Mit diesen Mitteln erzeugten die Aktivistinnen an verschiedenen Orten gesellschaftliche Veränderungen. filias Programmmanagerin Claudia Bollwinkel hat sich die Ergebnisse unserer Projektpartnerinnen angesehen und zusammengefasst:

  • LORI ist die einzige Organisation in Kroatien, die sich systematisch für die Verminderung von Homophobie im Bildungssystem einsetzt.
  • Das Gender Network Samegrelo wurde in Georgien mit filias Unterstützung seit 2009 aufgebaut und hat eine ganzheitliche Strategie, um Gewalt gegen Frauen in ihrer Region abzubauen.
  • Zene u crnom (Women in Black) in Belgrad ist die einzige Gruppe in der Region, die an der Schnittstelle von Frauenrechten, Menschenrechten, Antimilitarismus und Antifaschismus arbeitet.
  • Das besondere Programm zur Unterstützung junger feministischer Aktivistinnen des Ukrainian Women’s Fund fördert filia schon seit 2006, im letzten Jahr besuchten mehrere Geberinnen die Frauenstiftung.

Die vier Organisationen erreichten mit ihren von filia unterstützten Aktionen insgesamt direkt 2.943 Frauen und Mädchen, darunter waren Mädchen zwischen 17 und 23 Jahren, LBT, Frauen im ländlichen Raum, Roma-Frauen, Internally Displaced Persons und geflüchtete Frauen. Für sie haben sich sehr konkrete Dinge in ihrem Leben verändert:

  • 2016 wurde die erste Support-Gruppe für LGBT-Schüler_innen der weiterführenden Schulen in Rijeka (Kroatien) gegründet.
  • 24 junge Frauen aus 15 ukrainischen Regionen haben im Sommer 2016 fünf Tage lang beim ersten FemenCamp gemeinsam geübt, für sich einzustehen.
  • Die Frauen in Schwarz in Belgrad (Serbien) machen weiterhin solidarische Menschenrechtsarbeit für Geflüchtete. Asif Bahar, ein geflüchteter Mann aus Afghanistan, gab einen Sprachkurs für die Aktivistinnenin in deren Büro.
  • In sieben Seminaren in Samegrelo (Georgien) entwickelten 153 Schuldirektor_innen gemeinsam Ideen, wie sie an ihren Schulen Präventionsarbeit zur Verheiratung von Minderjährigen machen können.

Über 7.500 Menschen kamen durch die Aktivitäten von filias Partnerinnen mit feministischen Themen in Berührung.


* Kate Kroegers gesamte Ansprache finden Sie hier: “Shifting the Power: Women’s Voices at the Center of Global Justice Conversations”.

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7_Der Stifterpreis heißt 2018 zum ersten Mal Stifterinnenpreis…

…und er geht an Ise Bosch. – Es ist die höchste Auszeichnung, die im deutschen Stiftungswesen vergeben werden kann. Mit dieser Entscheidung ehrt der Bundesverband deutscher Stiftungen eine ungewöhnliche Philanthropin mit einer starken Vision. 2001 gründete sie mit weiteren acht Frauen filia.die frauenstiftung. Auf dem Foto stoßen 5 Gründerinnen darauf an, wie sich die Stiftung in 15 Jahren entwickelt hat.

Ise Bosch ist es immer wichtig zu lernen. Was haben wir von ihr lernen können? Sie hat als Mitgründerin filia mehr als ihre Zustiftungen und Spenden gegeben: Mut, dahin zu schauen, wo andere wegsehen, Vertrauen in die Kraft von Feministinnen, dranbleiben, Freundlichkeit, Gemeinschaften bilden. Und die Botschaft: Reflektiert, was ihr tut. Bildet Netzwerke, bezieht die mit ein, die es betrifft, denn sie gilt es zu ermutigen und zu ermächtigen.

Ise Bosch macht einen Unterschied. Für das Herzstück ihres philanthropischen Wirkens, die Unterstützung der LGBTQI*-Bewegung hat sie Strukturen geschaffen, Netzwerke gebildet, macht politische Lobbyarbeit: Wo ist das Geld für diese Menschenrechtsbewegung?

Die Astraea Lesbian Foundation for Justice in den USA vergab im November 2017 zum ersten Mal den „Ise Bosch Transformative Philanthropy Award.” Ises Dankesrede ist allen zu empfehlen, für Herz, Hirn und Bauch: Schauen Sie sich die Rede hier an! (Englisch)

Gerade in Deutschland, wo bei dem Wort Philanthropie eher Ratlosigkeit auf den Gesichtern erscheint, ist sie eine Vorreiterin für das strategische Geben. Durch sie erhält philanthropisches Handeln ein neues Gesicht, ein progressives Antlitz. Wir freuen uns auf ihr neues Buch, das ebenfalls auf dem Stiftungstag vorgestellt werden wird. Es führt einen Begriff ein, der für sich spricht: transformative Philanthropie. filias-Projektmanagerin Claudia Bollwinkel ist Co-Autorin. Wir sind gespannt.

Und es ist der richtige Zeitpunkt, danke zu sagen. Liebe Ise, wir freuen uns immer, wenn es dich ins filia-Büro verschlägt, wenn du dich in den filia-Anlageausschuss einbringst, wenn du neue Partnerinnen „anschleppst“, deine Gedanken und Anregungen einbringst, zum Neujahrsempfang oder zur ProjektParty kommst, wenn wir dein Lachen hören, dein Stirnrunzeln sehen dürfen… Weil du dranbleibst. Seit 17 Jahren.

Link zu filias Pressemitteilung zum Stifterinnenpreis 2018

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8_Netzwerktreffen in Amsterdam: Unternehmenskooperationen als Chance?

filia ist Mitglied von Prospera, dem weltweiten Netzwerk von Frauenstiftungen. Gemeinsames Ziel ist es, Ressourcen für die globale Stärkung von Frauen- und Mädchenrechten zu mobilisieren, insbesondere für kontroverse oder schwer zu fördernde Gendergerechtigkeits- und Menschenrechtsthemen bzw. stark marginalisierte Zielgruppen, die aus den „Mainstream“-Fördertöpfen ständig „rausfallen“.

Haupteinnahmequellen für filia wie auch für die meisten der europäischen Frauenstiftungen sind bislang private Spender_innen, öffentliche Geldgeber_innen sowie andere Stiftungen. Die Vorbehalte gegenüber Unternehmen als potentielle Kooperationspartner_innen sind im Netzwerk immer noch groß. Dabei kommen Partnerschaften mit Unternehmen im Hinblick auf das Erreichen des Sustainable Development Goal 5, Gender Equality und Empowerment von Frauen und Mädchen, eine wachsende Bedeutung zu. Denn: Immer mehr Unternehmen haben verstanden, dass insbesondere ökonomisches Empowerment von Frauen sich nicht nur sozial auszahlt, sondern ihnen auch höhere Umsätze beschert.

Auch Frauenrechtsexpertinnen sehen in Partnerschaften mit Unternehmen ein großes Potential, um unseren Themen mehr Sichtbarkeit und eine erhöhte Akzeptanz im Mainstream und in anderen sozialen Bewegungen zu ermöglichen. Um Berührungsängste abzubauen und gemeinsame Strategien zu entwickeln, folgten vom 20. bis 21. Februar 2018 Vertreterinnen von filia und unseren Schwesternstiftungen aus u. a. Kroatien, Georgien, Bulgarien, Frankreich und Spanien einer Einladung von Prospera und WIN-WIN-Strategies zu einem „Collaborating for impact“-Camp in Amsterdam.

Die niederländische Organisation WIN-WIN-Strategies sieht sich als „full service provider“ für Unternehmen, die Empowerment-Programme in ihre Werteschöpfungskette integrieren wollen. Diese Unternehmen wollen sich als potente Verbündete positionieren, in dem sie Menschenrechte in ihrer Firmenstrategie verankern wollen. Gleichzeitig verstehen sich die Expertinnen von WIN-WIN-Strategies als Mittlerinnen zu den Frauenorganisationen. Sie leisten für beide Seiten wertvolle Übersetzungsarbeit, denn schließlich treffen bei solchen Kooperationen sehr unterschiedliche Welten und Selbstverständnisse aufeinander.

Wie aber ein Unternehmen mit passenden Interessen und Werten finden?  Zu welchen gesellschaftlich vibrierenden Themen? Wie transparent und auf Augenhöhe kommunizieren? Wie die eigenen Stiftungsgremien in die Entwicklung eines Kriterienkatalogs einbinden und gemeinsam die Risiken abwägen und tragen?

Viele Impulse nahmen Sonja Schelper und Annette Heise von filia von diesem dreitägigen Training mit. Mutmachend und richtungsweisend. Insbesondere im Hinblick auf die sich anbahnende Kooperation mit einem international operierenden Unternehmen, das in filias MädchenEmpowermentProgramm investieren möchte.

Wir bleiben gespannt und freuen uns darauf, bald mehr Details mit Ihnen teilen zu können.

Interessanter Link zum Weiterlesen: Internet-Plattform „Equileap“ Auf der Internet-Plattform Equileap wurden bislang ca. 3.000 Unternehmen in einem Gender-Index bewertet.

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9_Progressive Stiftungsmodelle auf dem Vormarsch? Einladung zu einer Veranstaltung

Wandelstiften ist ein Bündnis von mehr als einem Dutzend Stiftungen, die Beiträge zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft leisten. Das Selbstverständnis als progressiv handelnde Stiftungen hat uns zusammengebracht. Seit Gründung des Netzwerkes ist filia als aktives Mitglied dabei. Die Stiftungslandschaft in Deutschland ist vielfältig und bewegt große Fördersummen. Wir im Netzwerk meinen: Sie könnte weit mehr bewegen, transparenter agieren, bewusster ihr Kapital anlegen, gemeinsam gesellschaftliche Visionen entwickeln.

Hatte das Netzwerk sich anfangs bei öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und beteiligt (taz-Kongresse, Kirchentage), beschlossen die Mitarbeiter_innen der Stiftungen, die Treffen gezielter zum internen Austausch und Peer-Learning zu nutzen. Das wird sich 2018 wieder ändern.

Der neue Generalsekretär des Bundesverbandes deutscher Stiftungen, Felix Oldenburg, kam mit frischem Wind und besucht seit seinem Antritt 2016 die Stiftungen, die interessiert an direktem Austausch sind. So nahm er im Herbst 2017 am Netzwerktreffen in Hannover teil. Wir waren uns schnell einig, dass – nicht erst seit der Finanzkrise – Bewegung in die Stiftungslandschaft gekommen ist und auch kommen muss. Herr Oldenburg sieht in der Krise auch eine Chance: Stiftungen müssten sich wieder mehr darauf besinnen, welche Visionen und Ziele sie haben. Denn die Geldvermehrung durch Zinsen geht gegen null.

Sein Verständnis davon, für wen innerhalb von Stiftungen Handlungsräume geschaffen werden sollten, trifft sich sehr mit den Intentionen von filia. Auf einer Tagung der Regenbogenphilanthropie hat er dafür ungemein passende Worte gefunden. Unbedingt reinhören und mitlesen: Link zu Oldenburgs Vortrag zur Frage „Warum in LSBTI* inverstieren?“

Nachdem sich alle Stiftungen des Netzwerkes vorgestellt hatten, entwickelten wir gemeinsam das Vorhaben einer Veranstaltung. Ihr Arbeitstitel: Welche Rolle kann Philanthropie bei den heutigen Herausforderungen spielen? Eine Vorbereitungsgruppe entwarf erste Ideen, die jetzt am 1. März diskutiert wurden.
Das Ergebnis: Am 18. Oktober 2018 lädt das Netzwerk Wandelstiften in die Räume des Bundesverbandes deutscher Stiftungen zu einer Tagung nach Berlin ein. Entlang unserer vier Kriterien wollen wir gute Beispiele vorstellen und unsere Definition von Philanthropie zur Diskussion stellen:

  1. Gesellschaftlichen Wandel und Fortschritt fördern,
  2. Mitbestimmungsstrukturen bei Förderentscheidungen bilden,
  3. Stiftungskapital nach ethischen, ökologischen und sozial verantwortlichen Richtlinien anlegen,
  4. Öffentliche Transparenz über alle Bereiche des Stiftungshandeln.

Ja, es tut sich was in der Stiftungswelt.

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10_Nicht verpassen!

17. Mai
Rainbow Flash

Wie auch in den letzten Jahren beteiligt sich filia wieder am Rainbow Flash anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Trans*- und Biphobie. Der vom LSVD Hamburg organisierte Flash setzt ein Zeichen gegen Stigmatisierung und Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*- und Intersex-Menschen, denn alle Menschen haben ein Recht darauf, ihre Talente frei und voll zu entwickeln und sich in unserer Gesellschaft sicher und wertgeschätzt zu fühlen.
Der Flash beginnt um 19.30 Uhr. Seien Sie dabei und setzen mit uns ein regenbogenfarbenes Zeichen für Gleichberechtigung!

2. Juni
ProjektParty und Ausstellungseröffnung „Emanzipation im Südkaukasus – Auf den Spuren von Frauen in Georgien“

Unsere diesjährige ProjektParty feiert – gemeinsam mit mehreren Partner_innen – die Errungenschaften georgischer Frauen und Feministinnen mehrerer Generationen. Dazu haben wir folgende Gäste eingeladen:
Nino Lejava, Leiterin des Heinrich Böll Stiftung Regionalbüro Südkaukasus, Tbilissi
Irakli Khvadagiani, Sozial- und Politikwissenschaftler Soviet Past Research Laboratory SOVLAB, Tbilissi, sovlab.ge/en
Mariam Topchishvili, Gründerin „Young Feminist Initiative“, Gori (Förderpartnerin von filia)
Moderatorin: Dr. Heike Pfitzner, filia-Stifterin und Förderin, Trainerin, Moderatorin, Coach
Die Veranstaltung beginnt um 16.00 Uhr. Im Anschluss laden wir Sie dazu ein, bei Musik und georgischem Buffet die Veranstaltung mit uns ausklingen zu lassen.
Ort: Zentralbibliothek / Hamburger Bücherhallen, im Hühnerposten 1 (Haupteingang: Arno-Schmidt-Platz).
Die Bücherhallen Hamburg sind Ort der Veranstaltung sowie Mitveranstalterin. Unsere ProjektParty findet mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung statt.

2. bis 28. Juni
Ausstellung „50 Frauen in Georgien“

In diesem Jahr ist Georgien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018. Auf Anregung und in Kooperation mit der Organisation SOVLAB, dem Regionalbüro Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung sowie den Hamburger Bücherhallen zeigen wir die Ausstellung „50 Frauen in Georgien“. Die Ausstellung widmet sich dem Leben und Werk außergewöhnlicher Frauen aus dem 19. bis 21. Jahrhundert, die mit ihrem Schaffen zur Stärkung der Rolle der Frauen in der georgischen Gesellschaft beigetragen haben. Begegnen Sie den Müttern und Großmüttern des georgischen Feminismus – ein weiterer Beitrag filias zum intergenerativen Dialog!
Die Ausstellung ist von Montag bis Samstag, 10.00 bis 19.00 Uhr, in der Zentralbibliothek / Bücherhallen in Hamburg, Hühnerposten 1 (Haupteingang: Arno-Schmidt-Platz) zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

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