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filia_news 2011/1 | filia.die frauenstiftung |
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Liebe Leserinnen und Leser,
Einen „historischen Schritt zu mehr Gendergerechtigkeit und Empowerment für Frauen“ nennt Michelle Bachelet die Einrichtung eines neuen Ressorts innerhalb der Vereinten Nationen: Am 1. Januar 2011 hat sie die Geschäftsführung von UN-Women (www.unwomen.org) übernommen. Mit einem Mindestbudget von 500 Millionen Dollar im Jahr werden die Ausgaben verdoppelt, die bis dahin in die Unterstützung des Bereiches „Gender Equality and Empowerment of Women“ gingen. Damit wird das dritte der acht Millennium-Entwicklungsziele der UN aufgewertet und die Geschlechterungerechtigkeit verstärkt als entwicklungshemmend anerkannt. Ein Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit der Frauenbasisbewegung. Die Schwerpunkte von UN-Women – „Eliminierung von Gewalt gegen Frauen“, „Politische Partizipation“, „Rolle der Frauen in Friedens- und Sicherheitsprozessen“ sowie „Ökonomisches Empowerment von Frauen“ – sind auch die Themen, die filia als Frauenstiftung voranbringen möchte. Wo filia in den nächsten Jahren ihre Schwerpunkte setzen wird, erarbeiten wir gerade und werden es im Herbst bekanntgeben.
„Was Frauen bewegt und was sie bewegen“: Diese filia_news steht im Zeichen von Veränderungen bei filia, von zahlreichen Aktivitäten, um sichtbarer zu werden und für das Fundraising besser aufgestellt zu sein. Das zehnjährige Jubiläum der Frauenstiftung wirft ebenfalls seine Schatten voraus… Außerdem stellen wir wieder Projektbeispiele vor. Sehr erfreut können wir weitergeben, dass die Lesbian Week im April 2011 in den Ländern des Balkans ein großer Erfolg war. Einige werden sich an die beiden Aktivistinnen erinnern, die wir auf der ProjektParty 2010 erleben durften. Amani Eltunsi aus Kairo erzählte uns von der Atmosphäre während der Unruhen in ihrem Land. Wir stellen ihr Engagement vor allem für junge Frauen mit Hilfe der neuen Medien vor. Im Jahr der neuen Weichenstellungen freuen wir uns, Ihnen eine neue Kollegin vorstellen zu können, die bei filia das Fundraising professionell ausbauen wird.
Wir sind in Bewegung. Es lohnt sich, filia zu unterstützen. Ihre Sonja Schelper und das filia-Team
1_geld_verwandeln: filias Anlagepolitik im Ausbau – und neue Spendenkontonummer!Welche Kriterien sind denn entscheidend für die Anlagen, die filia tätigt? Sonja Schelper: Es gibt Ausschlusskriterien: keine Rüstung, kein Tabak, keine Atomenergie, keine Kinderarbeit. Dann achten wir darauf, dass nicht mehr als 30 % in Aktien angelegt werden, das hat mit Risikominimierung zu tun. Alle Anlagen, auch die Aktien selbstverständlich, werden geprüft auf ihre Nachhaltigkeit, teilweise auf Firmenpolitik, Frauenförderung...
Warum ist das für filia so wichtig? Sonja Schelper: Wir haben ja in unserem Motto den Begriff „Geld verwandeln“. Damit meinen wir einerseits, dass das Geld umgesetzt, „aktiviert“ wird für frauenpolitisches Handeln. Andererseits ist es uns wichtig, dass die Anlagen auch der Mission und Vision von filia entsprechen. Wir haben ein ganzheitliches Verständnis im Umgang mit Geld entwickelt, wir schauen auf alle Abläufe: Durch was wird das Geld erwirtschaftet, wo wird investiert, wem kommt es zugute?
Ein Beispiel für frauenspezifische Anlagemöglichkeiten Sonja Schelper: Wir beginnen jetzt erstmalig mit einem neuen Unterfangen. „Venture Philanthropy“ ist hier das Stichwort. Soziale Unternehmen und Geldgeber entwickeln gemeinsam ein innovatives Projekt. In unserem Fall heißt das Projekt „RAGS2RICHES“, kurz R2R. Es geht um eine Produktion in den Philippinen, wo Frauen Müll sammeln und daraus mit der Unterstützung von Top-Designern Taschen und andere Gegenstände herstellen. Die Designer arbeiten kostenlos und eine Pilotphase war erfolgreich. Jetzt sollen Idee und Produktion auf weitere fünf Kommunen verbreitet werden. filia steigt in diese Unternehmung als direkte Kreditgeberin mit ein und befindet sich damit in einem Spannungsfeld: Die Renditenerwartung ist gering, das Risiko ziemlich hoch – aber das Ziel und Anliegen dieser Investition entsprechen unserer Gesamtvision: Empowerment von Frauen durch aktives Handeln, Partizipation und sozialen Wandel. Hier kann ein eindrucksvolles Video dieses Projektes angeschaut werden: www.rags2riches.com
Sie finden das gesamte Interview mit der Geschäftsführerin unter „Transparenz“ auf unserer Website, auch mit weiteren Tipps. Bitte beachten: Neue Nummer für das Spendenkonto bei filia!
Kontonummer: 300200100 Bankleitzahl: 430 60 967 GLS Gemeinschaftsbank e.G. Bochum
Mit dieser schönen Kontonummer gehen wir zukünftig in die nächste Aufbauphase der Projektförderung. Das alte Konto wird noch bis 2012 erhalten bleiben. Es gehen also keine Spenden in der Übergangszeit verloren.
2_besuch_aus_ägypten: Amani Eltunsi und ihre Girls Only Radio-Station Unter den zahlreichen Demonstrierenden, die wir Anfang dieses Jahres im Fernsehen auf dem Tahrir-Platz in Kairo für ihren Mut bewundern konnten, sahen wir auch viele Frauen. Umso bewegender ist es, direkt einer Frau zu begegnen, die in Kairo zu Hause ist, mitdemonstriert hat und sich für die Interessen von Mädchen und Frauen starkmacht. Amani Eltunsi kam auf Einladung der BMW-Stiftung Herbert Quandt nach Deutschland und erhielt dort den Hinweis, mit filia Kontakt aufzunehmen. Am 23. Februar saß sie dann bei uns in der Geschäftsstelle: eine junge Frau, die als Grafikerin und Verlegerin arbeitet und die Online-Radiostation Girls Only Radio gründete. „In Ägypten ist auch eine erfolgreiche Frau, die unverheiratet ist, ‚nicht komplett‘.“ Frau Eltunsi möchte Mädchen und Frauen eine eigene Stimme geben, sie sollen sich darüber austauschen, wie sie leben wollen. Ihre erste Idee war ein Magazin, aber dann begann sie, über Facebook zu fragen: Worüber wollt ihr reden, was sind eure Themen …? Bereits in der ersten Woche hatten über 15.000 Besucherinnen die Seite besucht. Sie nahm einen privaten Kredit auf, um die Ausstattung ihrer Radiostation finanzieren zu können. Das erste Buch, das sie veröffentlichte („In the world of boys“ über die Situation homosexueller Männer), wurde ein Erfolg: Sie lud die gesamte Ausgabe in ihr Auto und fuhr von Buchladen zu Buchladen. Überrascht war sie von den positiven Reaktionen. Inzwischen gibt es eine zweite Auflage zu diesem „Tabu“-Thema. Für ihr Engagement wurde sie verhaftet, ihr Büro ausgeräumt, zwei Monate lang konnte sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Jetzt ist sie wieder auf Sendung. Acht Frauen arbeiten bezahlt, viele weitere ehrenamtlich, um acht Stunden am Tag zu senden und mit Hörerinnen in Kontakt zu kommen. filia recherchiert mit Amani gemeinsam über eine mögliche Zusammenarbeit innerhalb des Eilförderprogramms. Am 19. Mai wird ihr in München der „Young Leader Award“ der BMW-Stiftung Herbert Quandt verliehen. Wir gratulieren!
>> Auf der Website finden Sie ein wirklich sehenswertes Video: www.banat9bass.com
3_sichtbare_ergebnisse: 3_1_frauen_in_indien_entscheiden_selbst: Viel Licht im Leben vieler
Dafür, wie es aussehen kann, wenn Frauen gemeinsam sozialen Wandel erzeugen, hat die indische Frauenstiftung Nirnaya in Secunderabad ein leuchtendes Bild: „Eine aufgeklärte und engagierte Frau kann tausend Kerzen entzünden. Unsere Mission ist es also, diese individuellen Kerzen anzuzünden, die dann Licht in das Leben vieler bringen und die Welt zum Besseren verändern werden.“ Nirnaya unterstützt Gruppen von marginalisierten Frauen wie Dalits (Unberührbaren) oder Frauen aus den Minderheiten, die nicht Hindi sprechen (Adivasi), bei ihrer Selbstorganisation. Ziel ist, dass sie ausgehend von Selbsthilfegruppen so viel Handlungsmacht entfalten, dass sie eine kritische Masse bilden, die die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihren Gemeinschaften dauerhaft verändert. Wie Frauen aus den Projekten Nirnayas den sozialen Wandel erleben, den ihre Selbstorganisation erzeugt, formulierten sie bei einem Workshop vom 25. bis 27. Januar 2010 in Puri (Orissa) so: „Aus dem Haus rauskommen. Alleine zur Bank gehen. Unabhängige Entscheidungen treffen. Lokale Entscheider unter Druck setzen, damit sie wichtige Entwicklungsprojekte wie Straßen, Kanäle und Elektrizität fertig machen. Informationen über Regierungsprogramme beschaffen und sich darum bewerben. Geburtenkontrolle praktizieren und gleichen Lohn bekommen.“ Ein Beispiel aus der Gegend von Rajpur: Hier finden regelmäßig Treffen von Frauen statt, die die lokale Frauenorganisation Navandgar organisiert. Frauen in dieser Region sind Analphabetinnen und werden von Arbeitgebern oft um ihre Löhne betrogen: Sie bekommen nur die Hälfte oder weniger der Tage bezahlt, an denen sie gearbeitet haben. Am 1. Mai 2010 fanden die Frauen bei einem Treffen eine Lösung: Jede Frau erhielt ein Stück Seil, in den sie von nun an für jeden Tag Arbeit einen Knoten machte, so dass sie am Abrechnungstag die richtige Summe einfordern konnte. Nirnaya bringt regelmäßig Frauen aus Projekten zusammen, damit sie voneinander lernen können. Von der Peer-Review-Reflection vom 19. bis 21. Juli 2010 in Bhubaneswar (Orissa) berichten sie: „Eine Teilnehmerin sagte, dass sie politische Partizipation von Frauen so versteht, dass es damit anfängt, dass eine Frau anfängt, WARUM zu fragen. Der nächste Schritt ist, wenn sie eigene Entscheidungen trifft. Hier wird also der Akt der Entscheidung als eine wichtige Komponente von politischer Partizipation gesehen.“ In vielen indischen Sprachen bedeutet Nirnaya „Entscheidung“. filia arbeitet seit 2001 mit Nirnaya zusammen und hat verschiedene Projekte in Tamil Nadu und Orissa unterstützt. www.nirnaya.org
3_2_handlungsmacht_für_polnische_feministinnen: Nachhaltige Wirkung Ebenfalls um Handlungsmacht geht es im Fall der Eilförderung für den polnischen Feminist Think Tank, der nach dem Flugzeugabsturz von Regierungsangehörigen und vor den Neuwahlen feministische Argumente für die Wahlen in Form eines toolkits zusammenstellte. Durch das Projekt konnten die Machtverhältnisse nicht verändert werden; aber es entstand eine engere Zusammenarbeit unter den beteiligten feministischen Gruppen. So wurden mit guter Resonanz Workshops zu Armut, Arbeitsrechten und feministischer Wirtschaftskritik beim ersten Polnischen Sozialforum im November 2010 angeboten. Für 2011 laufen bereits die Vorbereitungen für weitere Aktionen. Die entwickelten Wahlanalysewerkzeuge wurden für die Regionalwahlen im Dezember 2010 wieder verwendet und kommen auch für die kritische Begleitung der Parlamentswahlen 2011 wieder zum Einsatz. „Das Projekt für das Toolkit eröffnete einen Raum für viele Gruppen, um zusammenzukommen, und hat sich so zu einem informellen Netzwerk entwickelt. Wir kommunizieren per Email, es gibt Diskussionen zu Themen wie aktuellen Ereignissen bis hin zu beispielsweise der Kritik an der Rentenreform, mit bis zu 20 neuen Mitteilungen auf der Liste am Tag“, schreibt Projektkoordinatorin Ewa Charkiewicz am 4. März 2011 aus Warschau in einer Email. www.ekologiasztuka.pl/think.tank.feministyczny 4_aus_filias_förderpraxis_20114_1_rückblick_und_lust_auf_zukunft Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat filia sich ein Jahr „Auszeit“ für die Förderung genommen. Bis zum 1. November 2011 können keine Projektanträge gestellt werden. Stattdessen blicken wir zurück, evaluieren und nutzen die Gelegenheit, um unsere Entwicklung zu reflektieren. Im Januar und Februar 2011 werteten Stiftungsrätinnen und Mitarbeiterinnen von filia exemplarisch die Ergebnisse von 57 Förderungen (von insgesamt 252 Förderungen = 23 %) aus allen Förderjahren aus. Wir wollten wissen, welche Empowerment-Prozesse in unseren Förderprojekten stattgefunden haben und als wie nachhaltig die Ergebnisse einzuschätzen sind. Dabei haben wir herausgefunden, dass die Ermutigung der Frauenrechtlerinnen ein wichtiger Teil der Wirksamkeit von filias Förderung ist: „Wenn Frauen Projekte von Frauen unterstützen, wird eine Basis von Vertrauen und Solidarität gelegt. Diese Zusammenarbeit ermutigt und stärkt Frauen, sich für ihre Rechte [und] Visionen einzusetzen“, schreibt uns Maren Haartje von der Initiative „PeaceWomen across the Globe“ im März 2011. Die Ergebnisse der Auswertung werden wir demnächst veröffentlichen. „Wie kann filia am besten Frauenrechtsarbeit unterstützen?“, fragen wir uns im Rahmen unseres Strategieentwicklungsprozesses. Und wir stellten diese Frage auch zwölf Projektpartnerinnen aus elf Ländern in Mittel- und Osteuropa. Die Aktivistinnen berichteten uns von der Situation in ihren Ländern und von den Veränderungen in ihren Gesellschaften, die aus ihrer Sicht am dringlichsten sind, damit Frauen und Mädchen ihr volles Potential entfalten können. „Wir schätzen es wirklich sehr, wenn die Geldgeber mit uns NGOs im Dialog sind, denn so können wir zusammen unser Bestes tun“, schreibt Sylvia Kralova von Fenestra aus der Slovakei. Die Empfehlungen der Partnerinnen fließen in die Entscheidungen ein, die der Stiftungsrat auf seiner Strategieklausur am 14. und 15. Mai 2011 treffen wird. Hier geht es darum, die Werte und Identität der Stiftung über eine konkretisierte Förderpolitik klarer sichtbar zu machen.
4_2_projektbeispiele: Deutschland und Serbien Während filias Förderpause werden natürlich die Projekte realisiert, die im Oktober 2010 bewilligt wurden: Zum Beispiel steht die Übersetzung des Interpretationsstandards zur UN-Behindertenrechtskonvention ins Englische, an der der Verein Netzwerk Artikel 3 in Berlin arbeitet, kurz vor dem Abschluss. Das erste Treffen zur Gründung eines bundesweiten Netzwerks von BeraterInnen zum Thema „Mädchenbeschneidung in afrikanischen Communities“ wird von Maisha und Terre des Femmes in Lahntal-Caldern für den 21. und 22. Mai 2011 vorbereitet. In Georgien hat das Women’s Center Trainings für Frauen veranstaltet, die in Gemeinden von Tür zu Tür gehen und Frauen aus der aserbaidschanischen Minderheit über ihre Rechte informieren.
Voller Begeisterung ist die erste Rückmeldung, die wir von der Lesbian Week erhalten haben, einer Zusammenkunft lesbischer Frauen aus den Balkanländern, die vom 21. bis 24. April 2011 in Belgrad stattgefunden hat. Zoe Gudovic, PR-Managerin des Reconstruction Women’s Fund, schreibt in einer Rundmail an Aktivistinnen und Unterstützerinnen in Europa und den USA vom 29. April 2011: „An diesem Wochenende hatten wir eine fantastische Lesbische Woche, organisiert von Labris und der Novi Sad Lesbian Organisation. Meine Eindrücke sind so stark, dass ich euch als stolze Lesbe schreibe, die ein Teil dieser vibrierenden Bewegung ist. Labris und NLO sind Teil eines Organismus, zu dem auch ich gehöre. Während dieser Lesbischen Woche, die politisch, historisch und geografisch für uns Lesben von großer Bedeutung ist, hat eine Katharsis stattgefunden. Lesben kamen aus sechs Ländern des früheren Jugoslawiens (Slovenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und Serbien). Wir waren um die 40 oder 50, und unsere Freundinnen aus Belgrad kamen noch dazu. Es ist nicht leicht, so etwas zu organisieren, mit so vielen Frauen, die kommen möchten, während das Geld knapp ist. Aber wir haben es geschafft. Danke, filia.die frauenstiftung, für die Unterstützung für dieses wichtige Netzwerkprojekt.“
5_vernetzung_international: Neue Entwicklungen5_1_neue_website_vom_inwf: Feministische Werte online Pünktlich zum Internationalen Frauentag hat das weltweite Frauenstiftungsnetzwerk INWF eine neue Webseite online geschaltet. Jede Frauenstiftung, auch filia, hat hier eine Mikroseite, auf der sie ihre Arbeit dem internationalen Publikum präsentieren kann. Das INWF zeigt ein neues, vitales Gesicht und feministische Werte in Aktion. Schauen Sie mal rein, Sie werden staunen, wer Ihnen unter www.inwf.org gleich begegnet. Vielleicht kommen Ihnen ja Gesichter bekannt vor?
5_2_wert_schätzen: Evaluation in Frauenstiftungen
Wie funktioniert das überhaupt: Gesellschaft verändern? Und welche Rolle spielen Frauenstiftungen dabei? Um den Mehrwert der Arbeit von Frauenstiftungen besser beschreiben zu können, hat das INWF ein „Monitoring & Evaluation Program“ gestartet. Darin wird die Evaluationspraxis von Frauenstiftungen analysiert und verbessert. Das Ziel ist, Methoden kennen zu lernen und neu zu entwickeln, die die Stimmen und Erfahrungen von Frauen wertschätzen und zur Grundlage eines Lernprozesses machen. Allen Frauenstiftungen des Netzwerkes werden dann diese Methoden zur Verfügung gestellt. Sie können damit vergleichbar ihre Wirkung beschreiben und ihre Rolle im komplexen Prozess des gesellschaftlichen Wandels definieren. filias Programmmanagerin Claudia Bollwinkel ist im Rahmen ihrer Vorstandstätigkeit im INWF für diese Initiative mit zuständig. Sie reiste nach Mexiko, wo sie das zweite Austauschtreffen von Vertreterinnen von Frauenstiftungen und Expertinnen vom 11. bis 14. Januar 2011 mit leitete. filia ist damit an den Entwicklungen aus nächster Nähe beteiligt und kann viel für die eigene Praxis lernen.
5_3_mehr_einfluss_angestrebt: INWF trifft UN Women Mit strategischen Fragen befasste sich der Vorstand des INWF, in dem Claudia Bollwinkel von filia seit 2010 aktiv ist. Auf der Sitzung vom 4. bis 6. April 2011 in New York - mit Blick auf die Brooklyn-Bridge - diskutierten die neun Frauen aus Ghana, den USA, Hong Kong, Chile, Serbien, Mexiko, Deutschland und der Tschechischen Republik über eine erfolgversprechende Strategie und Methoden, um mehr große Geldgeber von der Bedeutung der Frauenstiftungen zu überzeugen. Im Anschluss an das Vorstandstreffen gelang es, eine Verbindung zur neuen UN-Organisation für Frauenrechte „UN Women“ herzustellen (siehe Grußwort dieser filia_news). Am Rande der Konferenz des Women’s Funding Network sprachen Emilienne de Leon, Geschäftsführerin des INWF, und Sara Mandujano, Coordinadora Ejecutiva des Fondo Alquimia in Chile, mit der Leiterin Michelle Bachelet über eine mögliche Beteiligung des INWF im Advisory Council von UN Women. Das würde dem INWF ermöglichen, auf globale politische Entwicklungen und Geldströme direkt Einfluss zu nehmen. Als Mittlerinnen zwischen Frauenrechtsgruppen an der Basis und den weltweiten Zusammenhängen sind Frauenstiftungen dafür besonders gut aufgestellt. Michelle Bachelet war von 2006 bis 2010 die erste Präsidentin Chiles, bevor sie am 14. September 2010 bei den Vereinten Nationen die Leitung der UN-Frauen-Organisation UN Women übernahm. Die wichtigsten Aufgaben und Ziele von UN Women sind im „Executive Director’s Vision and 100-Day Action Plan“ zusammengefasst: http://www.unwomen.org/wp-content/uploads/2011/01/VisionAnd100DayActionPlan_en.pdf www.unwomen.org www.fondoalquimia.org 6_climate_wise_women: Frauen tragen Last und Verantwortung im Klimawandel Bis 2020 wird die Insel im Südpazifik, auf der Ursula Rakova lebt, im Meer versunken sein. Der Ältestenrat ihres Volkes hat sie damit beauftragt, die Umsiedlung der Familien ihres Volkes auf das Festland zu organisieren. Sie und viele andere Frauen tragen einen Großteil der Last des Klimawandels. Constance Okollet vom Osukuru United Women's Network in Uganda erzählt Claudia Bollwinkel von filia auf einem Treffen, dass die Frauen zuerst ihren Kindern und Ehemännern zu essen und zu trinken geben und sich dann am nächsten Morgen mit leerem Magen wieder auf die Nahrungssuche machen. Frauen wie Ursula und Constance sind es aber auch, die Führungsrollen einnehmen. Weltweit setzen sie sich dafür ein, dass die internationale Gemeinschaft und die lokalen Regierungen die Verantwortung für die Auswirkungen des Klimawandels übernehmen. „Ich bin es leid, immer wieder meine Geschichte zu erzählen. Dem Opferstatus sind wir doch schon lange entwachsen. Ich will die Klimaaktivistinnen weltweit vernetzen, damit wir auf die politischen Entscheidungsebenen kommen“, sagt Ursula. „Unsere Arbeitslast hat sich verdoppelt“, sagt Constance. In ihrer Gegend gibt es seit einigen Jahren starke Überschwemmungen, abwechselnd mit Dürre. Der normale Rhythmus von Saat und Ernte ist außer Kraft gesetzt. Grund dafür ist der Klimawandel. Zusammen mit Ursula Rakova von den Carteret Inseln reist Constance von Universität zu Universität, um als Vertreterin der Initiative „Climate Wise Women“ den Stimmen der Betroffenen Gehör zu verschaffen. Am 19. April hielten sie im Asien-Afrika-Institut Hamburg einen Vortrag. Constance berichtet, dass die Politiker ihres Landes für „normale“ Bürger_innen nicht zugänglich sind. Erst im Rahmen der UN-Konferenzen, wenn die Delegationen sich am Abend treffen, hören sie ihnen zu. Constance möchte Frauen in ihrer Region politisch bilden, damit sie ihre Stimme bewusst einsetzen. Bisher kaufen die Stimmfänger sie ihnen vor den Wahlen für einen Würfel Salz ab. Als Leiterin von „Tuele Peisa“ (engl. „sailing the waves on our own“) kümmert Ursula sich um Land und Einkommensmöglichkeiten für die Umgesiedelten in Bougainville. Sie verhandelt darüber, dass der Bereich des Atolls, auch wenn kein Land mehr da ist, weiter den Frauen gehört, die es in matrilinearer Linie geerbt haben. Seit 500 Jahren haben die Menschen auf der Insel vom und mit dem Meer gelebt. Jetzt überspült das Seewasser ihre Gärten, so dass die traditionellen Gemüsesorten nicht mehr wachsen. http://www.climatewisewomen.com
7_fundraising_erfolge7_1_geburtstagsspende Herzlicher Dank geht an Stifterin Stephanie Gerlach. Zu ihrem Geburtstag bat sie um eine Spende für filia: 1.200,00 EURO können jetzt in die Projektförderung fließen!
7_2_werbepartnerschaft
Ein interessantes Angebot kam von Sandra Wöhe aus der Schweiz. Sie ist Autorin und erhält die filia_news seit langem. Für die Verbreitung ihres neuen Buches „Die indonesischen Schwestern“ übernahm filia einen Teil der Versandkosten. Dafür gingen Name und Logo von filia sowie eine Postkarte mit Informationen zur Stiftung an über 1000 Frauen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein. Sandra Wöhe, selbst aus einer asiatisch-europäischen Familie stammend, beschreibt ihre Erfahrungen von Integration und Akzeptanz (oder Nicht-Akzeptanz) im Alltag. Mehr über die Autorin und ihre Aktivitäten unter: www.sandrawoehe.ch Lesung aus dem Buch unter: http://sandra-woehe.podspot.de/post/das-reiskorn-unter-den-buchern-die-indonesischen-schwestern/
7_3_kampagne_50_werden: Mitmachen verändert! Unsere Kampagne „Mit 10 Jahren fünfzig werden“ sollte Frauen motivieren, zu unserem 10. Jubiläumsfest als 50. Stifterin mit dabei zu sein. Zur Erinnerung: Ende 2010 wurde filia von 44 Stifterinnen getragen. Jetzt bitte schnell entscheiden, wir kommen unserem Ziel näher und näher. Am 17. Juni - auf der Veranstaltung zum Jahrestag - werden wir gemeinsam erleben, ob wir es geschafft haben, und die neuen Stifterinnen begrüßen. Natürlich wollen wir niemanden drängen und freuen uns auch über Zustiftungen und Stifterinnen, die sich nach diesem Datum für filia entscheiden. Und ganz wichtig: Auch Förderkreismitglieder (Frauen UND Männer) sind herzlich mit regelmäßigen Summen nach individuellen Möglichkeiten sehr willkommen. Ihr Vertrauen ist gleichzeitig Bestätigung und gibt bessere Planungssicherheit für unsere Projektförderarbeit. >>zum filia Förderkreis „Ich schätze filia, weil die Frauen in den geförderten Projekten nicht bevormundet werden, sondern durch filia die Hilfe erhalten, die sie autonomer und handlungsfähiger macht…“, so Wolf Andre-Deitert, Förderkreismitglied seit 2005, in seinem Grußwort an filia.
7_4_werte_und_visionen_weitergeben: Für eine chancengerechtere Welt Zum Thema Erbschaft und Vermächtnis organisierte das Netzwerk Wandelstiften eine Veranstaltung für die Mitgliedsstiftungen. Es wurde ein sehr anregender Tag, den Melanie Stör von der Umweltstiftung Greenpeace und Petra Moser vom Hospizverein Kassel durch ihre Beiträge und Erfahrungen gestalteten. filia wird Material und Initiativen zu dem Thema erarbeiten.
7_5_dankeschön! Unser Dank geht an alle Stifterinnen, Gremienfrauen und mit uns verbundenen SympathisantInnen, die sich in den letzten Wochen und Monaten ehrenamtlich dafür eingesetzt haben, dass filia wächst und gedeiht. Wir haben einige großzügige Spenden erhalten, weitere sind in Aussicht gestellt. Es lohnt sich, für filia zu spenden! 8_feministische_philanthropie_verbreiten8_1_100_jahre_internationaler_frauentag: Hamburger Bündnis feiert gemeinsam
Erstmals feierte ein Hamburg-weites Frauenbündnis am 8.3.11 ganztägig mit 1.500 interessierten Frauen im Hamburger Rathaus. Bei den Seminaren, Workshops, Podiumsdiskussionen, der Netzwerkmeile, dem Senatsempfang und dem abschließenden Frauenfest war für jede etwas Interessantes dabei. filias workshop im Phoenixsaal „Frauen und Geld – für feministische Philanthropie kein Tabuthema“, war schon im Vorfeld ausgebucht und mit ca. 35 Teilnehmerinnen aus unterschiedlichsten Bereichen sehr gut besucht. Sonja Schelper stellte filias ganzheitlichen Ansatz beim Umgang mit Geld - vom Spenden/Zustiften über nachhaltige Geldanlagepolitik bis hin zu den Förderbereichen - dar. Auf das Podium begleitet hatten sie die Stifterinnen Charlotte Schnatmeier und Heike Pfitzner, die anschaulich aus ihren persönlichen Erfahrungen bei filia berichteten. In kleinen Arbeitsgruppen wurde dann rege die Frage diskutiert: „Was bewegt mich, wofür bin ich bereit Geld zu geben?“. „Ich kann und möchte mir jetzt mehr Gedanken darüber machen, zu welcher Bank ich gehe, und wo ich mein Geld anlege“ sagte eine Teilnehmerin am Ende des Workshops. Erst seit gut 50 Jahren (1958) dürfen Frauen ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen selbst verwalten. Es war spürbar, dass das Thema für viele Teilnehmerinnen noch Neuland war. filia freut sich, mit diesem Workshop zum Gelingen dieses denkwürdigen Jubiläums beigetragen zu haben.
Das Bündnis hat begleitend ein sehr interessantes Buch herausgegeben: „Emanzipation – Macht – Gerechtigkeit“. Es kann angesehen und herunter geladen werden unter: www.frauentag-hamburg.de
8_2_taz_kongress_berlin: Netzwerk Wandelstiften
„Danke, das war eher ein Geschenk, als ein Einsatz!“, endet der Bericht, den Stiftungsrätin Marion Böker und Beraterin Julia Loske über ihre Erfahrungen vom taz-Kongress „Das falsche Ende der Revolution“ war der Titel des Kongresses, der sich mit den verlorenen Hoffnungen auf eine demokratische Kommunikation beschäftigte. Das Netzwerk Wandelstiften machte sich mit einem großen Banner und einem Stand bekannt. filia trat also als Teil des Netzwerkes und feministische Besonderheit auf. Eindrücke der Vertreterinnen: „Die Besuchenden des Standes waren sehr unterschiedlich ‚forsch’ und interessiert. (…) Manche fragten von sich aus mehr. Besonders junge Frauen, haben sich von den Flyern und den Grundgedanken filias angesprochen gefühlt und man kam ins Gespräch. (…) Eine echte Chance ein für uns wichtiges Publikum zu erreichen, weil auch viele Frauen in Medien und auf dem Kongress waren.“ Vielen Dank an die Gremienfrauen, die Zeit und Energie investierten!
8_3_women_power_zur_zweiten
Bereits zum zweiten Mal hatte filia einen Stand bei dem Fachkongress „Women Power“ im Rahmen der Messe in Hannover aufgebaut. Beeindruckend gewachsen und professionell koordiniert gab es am 8. April 2011 zahlreiche Workshops zum Thema Karriere antreiben – steuern- bewegen“. Die Zahl der vertretenen Ausstellerinnen wird von Jahr zu Jahr größer. Stifterin und Stiftungsrätin Stefanie Hoogklimmer und Katrin Wolf hatten am Abend dieses Tages keine Stimme mehr: Das Interesse war wirklich groß, ununterbrochen kam es zu Fragen und Diskussionen. 14 Einträge auf unsere Bestell-Liste für die filia_news und drei Interessentinnen für Zustiftungen zeugen von nachhaltigem Engagement einiger Teilnehmerinnen. 2010 entschied sich eine Teilnehmerin, Stifterin zu werden. Sie besuchte uns auch in diesem Jahr wieder. Die Auskünfte von einer Stifterin und einer Vertreterin des Büros ergänzten sich wunderbar: Stefanie Hoogklimmer kann am besten beschreiben, was sie als Stifterin bewegt und motiviert, Katrin Wolf kann über die Geschichte der Stiftung und aktuelle Projektergebnisse Auskunft geben. Vielleicht war ja unter den Interessentinnen die 50. Stifterin? Warten wir das Jubiläum ab… 9_filia_intern: Neue Stifterinnen, neue Kollegin9_1_neue_stifterinnen_stellen_sich_vor: Die erste „Ossa“, Dr. Heike Pfitzner
Geboren am 13. April 1965 in Radebeul bei Dresden, groß geworden in einem kleinen Dorf in der Oberlausitz zwischen Bautzen und Görlitz. (…) Von 1983 bis 1988 war ich in Moskau und studierte parallel zur Perestroika Vorschulpädagogik und Kinderpsychologie. Aus dieser Zeit kommt meine tiefe Verbindung zu dem großen Russland. Seit über 25 Jahren beobachte ich das Land sehr kritisch, vor allem die Lage der Frauen hat sich in den letzten 20 Jahren nicht wirklich verbessert. (…) Was hat Sie motiviert, bei filia Stifterin zu werden? Das schließt an den biographischen Punkt an. Da mein Herz als Ostfrau sehr stark für den Osten schlägt und ich mich auch 20 Jahre nach der Einheit stark mit den Veränderungen in diesen Ländern identifiziere, war ich froh, dass sich filia als einen Förderschwerpunkt auf Osteuropa spezialisiert hat. Besonders freut mich, dass filia die mutigen Frauen um Libkan Basajewa und Taita Junousowa in Tschetschenien unterstützt. (…) Was bedeutet für Sie sozialer Wandel aus der Sicht von Frauen, was sollte dieser Wandel bewirken? (…) Eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, mehr Beteiligung vieler Menschen am Gemeinwesen und genug Zeit für die eigene Entfaltung der kreativen Anlagen. Das wäre doch ein tolles Leben! Wo eine genießen kann, mit Freude tätig ist und Geld wirklich nur Mittel zum Zweck ist, nicht das Ziel. Und wahrscheinlich bräuchte die Menschheit dann auch nicht mehr so viele Ressourcen und die Umweltprobleme würden sich leichter lösen lassen … Sie waren im Juni bei Ihrer ersten Stifterinnenversammlung mit dabei. Was war Ihr Eindruck? Wichtig für mich: dass es eine Gemeinschaftsstiftung ist und nicht nur eine Frau im Mittelpunkt steht, sondern so ein solidarisches Prinzip erkennbar ist – wer viel hat, darf/kann auch gern viel geben. Dabei wird der Beitrag der normal berufstätigen Frauen ebenso geschätzt – ob finanziell oder als Arbeit und Expertise, wie bei den Gremienfrauen. Kein Einheitsbrei, sondern Vielfalt. Lesbe neben Hetera, Ostfrau neben Schwäbin, Millionärin neben Angestellter usw... Was würde Sie motivieren, weiterhin gern bei filia zu spenden bzw. zuzustiften? Der Erfolg der Projekte und eine super Öffentlichkeitsarbeit, damit ich auch stolz anderen davon erzählen kann. Da ich Wandel will, müssen davon viele wissen, dass er auch so befördert werden kann. (…) Ein Ergebnis der SV 2009: Zukünftige Stifterinnen möchten von Stifterinnen angesprochen werden. Würden Sie so eine Botschafterin für filia sein wollen? Ja, mache ich schon… filia wird 2011 zehn Jahre alt. Welchen Glückwunsch möchten Sie filia mit auf den Weg geben? Ich spiele mal Fee: Ich habe drei Wünsche frei: • Mut zur großen Vision! • Achtsamkeit für die eigenen Ressourcen. • Zeit zum Feiern und Nachdenken. Wie wünschen Sie sich die Entwicklung der Stiftung – filia in fünf Jahren? Her mit den Millionen für Frauen! (Auszüge aus einem Interview) >> zum ausführlichen Interview
9_2_neue_stifterinnen_stellen_sich_vor: Gabriele Simmer und ihr Motiv, sich bei filia zu engagieren
Geboren 1950, aufgewachsen in Frankfurt am Main. Studium der Romanistik und Politik mit dem Ziel, Lehrerin zu werden. (…) Seit 37 Jahren mit Begeisterung Lehrerin für Französisch und Gesellschaftslehre, lebe seit sechs Jahren wieder in Frankfurt – back to the roots. (…) Was hat Sie motiviert, bei filia Stifterin zu werden? Mich hat motiviert, dass sich filia in einer von Männern beherrschten Welt - ich bin für Quoten (!) - für Frauen und Frauenprojekte engagiert, die nicht auf der Sonnenseite des Wirtschaftswachstums blühen. (…) Obwohl mit gleichen Startchancen versehen, enden viele gut ausgebildete , mit glänzenden Abschlüssen versehene Frauen neben dem Nobelkinderwagen auf der Parkbank sitzend im lockeren Plausch mit anderen jungen Frauen, die die gleichen Voraussetzungen haben - dies habe ich sehr oft in Frankfurt beobachtet. Was bedeutet für Sie sozialer Wandel aus der Sicht von Frauen, was sollte dieser Wandel bewirken? Ganz klar und kurz gesagt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Und Frauen sollten Netzwerke bilden, um sich gegenseitig zu stützen und zu fördern sowie es die „Jungs“ auch tun. Ich war beeindruckt von dem Projekt „Eine neue Rolle von Frauen in Tschetschenien - Frauen machen den Führerschein“ in Grosny. Gerade in den von männlichen Strukturen geprägten Gesellschaften im Osten Europas sind Projekte wichtig, die weibliche Selbstständigkeit und das damit zusammenhängende Selbstbewusstsein fördern. Sie waren im Juni bei Ihrer ersten Stifterinnenversammlung mit dabei. Was war Ihr Eindruck? Obwohl ich kaum jemanden kannte, habe ich mich gleich wohl gefühlt, da ich sehr freundlich aufgenommen und mit allen wichtigen Informationen versehen wurde. Wichtig für mich ist der Kontakt mit Frauen aus sehr unterschiedlichen Arbeitsbereichen, die alle bereit sind, sich zu engagieren und von ihrem Wohlstand etwas abzugeben. Und wenn mich der bisherige Eindruck nicht getäuscht hat und filia weiterhin in sinnvolle Frauenprojekte investiert, werde ich auch weiterhin bei ihr spenden und zustiften. Mich motivieren auch gute Projekte in Deutschland. Wenn ich ab dem Sommer 2011 nicht mehr in einen festen Arbeitsrhythmus eingebunden sein werde, könnte ich mir die Tätigkeit als Botschafterin für filia vorstellen – ich habe mir allerdings noch keine großen inhaltlichen Gedanken gemacht. Bezüglich neuer Mitfrauen oder Spender habe ich bereits meine Fühler ausgestreckt – es ist aber nicht so leicht wie gedacht, wenn es ans Geld geht. filia wird 2011 zehn Jahre alt. Welchen Glückwunsch möchten Sie filia mit auf den Weg geben? Herzliche Glückwünsche – zehn Jahre und kein Ende! filia, das könnte bedeuten: „Frauen, ihr lebt und investiert anders.“ (Auszüge aus einem Interview) >> zum ausführlichen Interview
9_3_filia_intern: Wir begrüßen herzlich unsere neue Kollegin Annette Heise, Referentin für Fundraising
„Fundraising ist Vertrauenssache und braucht die Unterstützung im Querschnitt“, so beschreibt Annette Heise ihr Motto. „filia möchte Frauen nachhaltig auf dieser unserer Welt ökonomisch ermutigen. Mich begeistert es, wie kraftvoll und kreativ Frauen sich weltweit für gesellschaftlichen Wandel engagieren. Daher ist es mir ein Herzensanliegen, diesen Funken auf möglichst viele andere Menschen zu übertragen.“ So begegnete uns Annette Heise bereits im November 2010 als engagierte Koordinatorin der Kampagne: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ (Wir berichteten in der letzten filia_news von der Aktion in Hamburg.) Feministisch orientierte Philanthropie bedeutet, einen Prozess von Geben und Erhalten verantwortungsvoll zu gestalten, damit gesellschaftliche Veränderungen möglich werden. Als neue Fundraiserin bei filia sieht sie eine Aufgabe darin, Ressourcen beständig zu pflegen und auszubauen: „Nur eine Beziehung zu den Förderinnen und Unterstützern, die von Vertrauen getragen ist, ist auch ausbaufähig. Außerdem werde ich daran arbeiten, neue Quellen zu erschließen und neue Verbündete zu gewinnen, die unsere Vision mit unterstützen wollen. Meine Arbeit möchte dazu beitragen, neue Angebote und Formen für unsere UnterstützerInnen und SympathisantInnen zu entwickeln, damit wir den unterschiedlichen Motivationen noch besser gerecht werden können.“ Seit 1. März erleben wir, mit wie viel Energie und Ideen sich Annette Heise ihrer neuen Aufgabe stellt. >> mehr zu ihrer Biographie finden Sie hier 10_filia_in_der_öffentlichkeit: Eine Kooperation mit zwd Außer auf den beschriebenen Veranstaltungen wurde filia auch durch Beiträge in Zeitungen (Hamburger Abendblatt, Welt der Frau/Österreich, Emma) und Rundfunk bekannter. Eine besondere Kooperation ging filia mit dem bekannten zwd (ZweiWochenDienst) ein. Das Sonderheft „„Frauen Stiftungen & Politik“ ist ein Kooperationsprojekt: filia lieferte zahlreiches Text- und Bildmaterial und wird dort anlässlich des 10-jährigen Jubiläums mit Stifterinnenporträts, Projekten und Geldanlagepolitik ausführlich vorgestellt. Es ist eine attraktive und informative Ausgabe entstanden, in der auch allgemeine Informationen über Frauenstiftungen und – sehr eindrucksvoll – über die (mangelnde) Geschlechtergerechtigkeit bei der Vergabe von Fördermitteln zu finden sind. Hierzu hat der Zweiwochendienst-Verlag (zwd) einen Stiftungsreport mit dem Titel „Frauenstiftungen und Stiftungsfrauen“ veröffentlicht. Auf dem Deutschen Stiftungstages vom 11. bis 13. Mai in Stuttgart werden beide Hefte präsentiert. >> Frauen Stiftungen & Politik können Sie bei uns bestellen: info@filia-frauenstiftung.de >> Der Stiftungsreport 2011 „Frauenstiftungen und Stiftungsfrauen“, Kosten 20,00 EURO mit Umfrageergebnisse und Recherchen bei: service@zwd.info
11_filia_jubiläum: Veranstaltung und Broschüre„Was Frauen bewegt und was sie bewegen“ lautet der Titel unserer Veranstaltung und unserer Broschüre, die auf dem Jubiläum zum 10-jährigen Geburtstag der Stiftung vorgestellt wird. Die Jubiläums-Broschüre berichtet nicht nur über die Projektförderung 2009/2010. Sie gibt einen Einblick • über Fragen feministisch orientierter Philanthropie, die die Gründerinnen bis heute beschäftigten; • über den Stand des Feminismus heute aus Sicht der Soziologin und Genderforscherin Ute Gerhard und aus der Sicht der jungen Feministin Linda Kagerbauer. filia gibt Auskunft • über Fragen konkreter Förderziele und • die Werte unserer nachhaltigen Anlagepolitik. Uns erreichten über 30 Grußworte aus Deutschland und aller Welt. Wir bedanken uns sehr herzlich für die großzügigen und großartigen Artikel-Spenden! Die positiven Reaktionen auf unsere Anfragen zu erleben, war eine Freude. Zur Veranstaltung finden Sie weitere Informationen hier: http://www.filia-frauenstiftung.de/inhalt/aktuelles/aktuelles/filia-10-jahre.html 12_termine_mai_juni_201111.-13. Mai - Der Deutsche StiftungsTag 2011 in Stuttgart Diesmal ist filia zahlreich als Mitwirkende vertreten: Ise Bosch: "Nicht ohne meine Stiftung – Gemeinwohl im unternehmerischen Lebensentwurf", am 11.05.2011, 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr, Forum Stiftung und Öffentlichkeit Prof. Dr. Angelika Henschel moderiert die Veranstaltung "Auf die Frauen kommt es an! Wie Stiftungen den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben" am 11.05.2011,14.00 Uhr bis 16.00 Uhr, im Kongresszentrum Liederhalle, Beethoven Saal, Forum Frauen und Stiftungen
13. Mai – Fachtagung „Traumatisierung durch sexualisierte Gewalt“ in Bielefeld Veranstaltet durch Wildwasser e.V. Bielefeld, mit gefördert durch filia, Svenja Genthe von filia nimmt daran teil >> Broschüre zur Veranstaltung
14.-15. Mai – filia Stiftungsrat: Strategiesitzung in Hamburg
1.-4. Juni – Kirchentag in Dresden Netzwerk Wandelstiften wird mit einem großen Stand vertreten sein, Katrin Wolf von filia ist mit dabei
17. Juni – Jubiläumsveranstaltung mit nationalen und internationalen Gästen in Hamburg
18. Juni – Stifterinnenversammlung und Stiftungsratssitzung in Hamburg
19.-21. Juni – Regionaltreffen der europäischen Frauenstiftungen in Hamburg, Gastgeberin ist filia
ab dem 26. Juni – gemeinsames Erleben der Frauenfußball-WM: Eröffnungspiel, Achtel-/ Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel, im Flaks, Frauenzentrum in HH-Altona, Alsenstraße 33, 22769 Hamburg.
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