filia_news filia_news 2010/03 | filia.die frauenstiftung
zur filia_homepage

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit Riesenschritten gehen wir auf das Jahresende zu und blicken auf ein bewegtes Jahr zurück: Angefangen hat es mit den schrecklichen Auswirkungen des Erdbebens in Haiti. Die Kampagne, die filia gemeinsam mit dem Global Fund for Women gestartet hat, löste eine Welle der Spendenbereitschaft aus. filia konnte mit 25.000 € zum Frauen-geleiteten Wiederaufbau beitragen. Dank an alle, die sich beteiligt haben! Wir sehen nun mit Sorge, dass jetzt die Cholera Haiti erneut bedroht.

Wie bereits angesprochen, ging auch an filia die Finanzkrise nicht spurlos vorbei: Mitte des Jahres mussten wir darauf reagieren, dass sich unsere Kapitalerträge aufgrund von sehr niedrigen Zinsen und einigen langfristig orientierten Neuanlagen deutlich verringert hatten.

Wir stellten uns dieser Herausforderung. In den Gremien von filia ebenso wie auf einem Treffen mit filia-Gründerinnen wurde die Lage beraten und folgende richtungsweisende Entscheidungen getroffen:
• Für 2010 haben wir die Projektförderung um 100.000 € auf 250.000 € gekürzt.
• 2011 wird filia keine Anträge entgegennehmen. Wir werden dieses Jahr nutzen, um die Wirkungen unserer bisherigen Förderungen gründlich auszuwerten und das Profil der Stiftung entsprechend weiter zu schärfen.
• Wir werden unser Fundraising systematischer auf- und ausbauen. Für die nötige personelle Verstärkung suchen wir eine neue Fundraising-Kollegin.

Im 10. Jahr von filia werden wir also schwerpunktmäßig inhaltlich auswerten und weiterentwickeln, filia bekannter machen und auf eine breitere Spendenbasis stellen. Zentrale Bedeutung hat dabei der Ausbau unseres Förderkreises, der eine neue Funktion erhält: Die kleineren und größeren regelmäßigen Spenden bilden jetzt eine wichtige Grundlage für filias Planungssicherheit bei der Fördertätigkeit. Gehen Sie bitte noch einmal in sich, ob Sie nicht Lust haben, hier mit dabei zu sein und bei filia Ihr Geld in Stärkung von Frauen verwandeln möchten.
Wir freuen uns dabei auf Sie und Ihre Unterstützung. Lesen Sie in dieser Ausgabe wieder Beispiele von interessanten Projekten, die filia gefördert hat oder deren Förderung im nächsten Jahr realisiert werden kann: durch Ihre Unterstützung. Sie werden sehen: Es lohnt sich, für filia zu spenden!

Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Jahresausklang, um Kräfte zu sammeln für das Neue Jahr. Dann feiert filia im Sommer ihren 10-jährigen Geburtstag. Es wird für uns in jeder Hinsicht ein spannendes Jahr werden und wir tun alles dafür, dass es ein erfolgreiches Jahr werden wird.
Mit Ihnen gemeinsam sind wir voller Erwartungen und Zuversicht.

Ihre Sonja Schelper und das filia-Team

1_sichtbare_ergebnisse: Beispiele aus Deutschland und länderübergreifende Aktionen

1_1_junge_feministinnen_besetzen_neue_Räume

„Wir waren uns einig, dass es Zeit ist, aus der Einsamkeit und dem Gefühl der Einzelkämpferin herauszukommen, und erfreuten uns an der Idee und Notwendigkeit politischer und persönlicher Netzwerke. Auch als Ausdruck der Notwendigkeit einer neuen, lebendigen und feministischen Solidarität!“
Junge Feministinnen luden zum Netzwerktreffen ein; herrschende Verhältnisse sollten aus ihrer Sicht kritisch unter die Lupe genommen werden – und viel mehr Frauen als erwartet folgten dem Ruf.
Linda Kagerbauer von der LAG Mädchenpolitik Hessen schreibt in ihrem Bericht zu der Eilförderung, mit der filia die Initiative unterstützte
„Vom 28.-29. August 2010 fand das erste, bundesweite Netzwerktreffen junger Feministinnen aus der Mädchenarbeit in Marburg statt. Über 30 Frauen aus vielfältigen Zusammenhängen aus ganz Deutschland folgten dem Ruf nach Vernetzung und Austausch. Seitdem wurde in einem basisdemokratischen Verfahren ein Programm entwickelt…"
>> mehr


1_2_gewalt_kommt_nicht_in_die_tüte


Wer Ende November in Hamburg Brötchen kaufen ging, konnte auf der Einwickeltüte mehr als den Namen der Bäckerei finden: das Foto mit einer zusammengekrümmten Frau und die Überschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Immer noch ist der gefährlichste Ort für Frauen ihr eigenes Zuhause. Umso wirkungsvoller diese Aktion, die das Thema öffentlich macht und es als Bestandteil unseres Alltages zeigt.
Vom 24.-27. November waren auf 120.000 Brötchentüten außerdem 30 Notrufnummern von Anlaufstellen für Frauen und Mädchen zu lesen. Veranstaltungen begleiteten die Kampagne: Informationsstände in 20 Bäckereien, Seminare zur Gewaltprävention an Berufsschulen sowie ein großer Aktionstag in der Shoppingmeile Hamburger Straße.
Über die Aktion hinaus hat sich das Netzwerk von 27 Vereinen, 13 UnterstützerInnen und 86 Hamburger Innungsbäckereien gefestigt und lädt alle BrötchenesserInnen ein, bei dem Thema hinzuschauen und couragiert einzugreifen.
filia förderte die Koordination mit 3.200 €.

>>mehr lesen
>>mehr in den Radio HH Nachrichten

Sonja Schelper (2te v.r.) von filia nahm an der Pressekonferenz teil. Sie stellte die Hamburger Kampagne in den internationalen Zusammenhang: Zwischen dem 25. November - dem Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt an Frauen - und dem 10. Dezember - dem Internationalen Tag der Menschenreche - laufen länderübergreifend zahlreiche Anti-Gewalt-Aktionen unter dem Titel „16 days against violence“ (16 Tage gegen Gewalt). filia fördert regelmäßig Projekte im Rahmen dieser Kampagne: Frauenrechte sind Menschenrechte!


Hintergrund zu der internationalen Kampagne
filia fördert regelmäßig Aktionen im Rahmen der 16-Tage-Kampagne - zum Beispiel die Straßenperformance der serbischen Frauenrechtlerinnen, die Sie bei der letzen Projektparty erleben konnten. Im kommenden Jahr unterstützen wir die slowakische Gruppe Fenestra: Zu Beginn und Ende der internationalen Kampagne treffen sich Studentinnen zu moderierten Diskussionen über Gewalt gegen Frauen. Nach einer einwöchigen „Frauenrechts-Aktivismus-Schule“ bilden sie Gruppen und beginnen, Aktionen für die länderübergreifende 16-Tage-Kampagne im nächsten Jahr vorzubereiten – einschließlich des Fundraisings für ihre Aktivitäten.
www.fenestra.sk

Geschichtlicher Hintergrund
Der 25. November wurde 1981 von lateinamerikanischen und karibischen Feministinnen als internationaler Gedenktag für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt geworden waren, ausgerufen. Er geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal („die Schmetterlinge“), die am 25.11.1960 vom militärischen Geheimdienst des Diktators Trujillo in der Dominikanischen Republik gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. 1999 wurde der Tag von den Vereinten Nationen zum Gedenktag erklärt.
Die Idee zur 16-Tage-Kampagne wurde 1991 auf dem ersten Treffen des „Women’s Global Leadership Institute“ (WLGI) von 23 internationalen Aktivistinnen der Frauenrechtsarbeit entwickelt. Der intensive Austausch über geschlechtsbezogene Gewalt machte die Notwendigkeit einer vernetzenden Strategie deutlich. Die Gewalt hat kulturell zwar unterschiedliche Gewänder an – benötigt jedoch global mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu ihrer Beseitigung. Schon im Folgejahr wurde die ersten 16-Tage-Kampagne umgesetzt. 1993 forderten die Aktivistinnen mit einer Petition von 500.000 Unterschriften das Vorbereitungskomitee der UN-Menschenrechtskonferenz auf, Gewalt an Frauen und Mädchen als Verletzung der Menschenrechte anzuerkennen und zu behandeln.
>>mehr zur 16-Tage-Kampagne


1_3_frauenstiftungen_bauen_brücken

Wo ist das Geld für die Rechte von Frauen?
Frauenstiftungen sind weltweit eine der wichtigsten Geldquellen für die Arbeit von Frauenprojekten für mehr Chancen-Gerechtigkeit. Nach der Jahrtausendwende entstand auch in einigen Ländern Mittel-Ost-Europas diese neue Art von Frauenorganisationen. Drei der osteuropäischen Frauenstiftungen – der Slovak-Czech Women’s Fund, der Reconstruction Women’s Fund in Serbien und der Women’s Fund in Georgia – sahen sich großen Herausforderungen gegenüber: „Wir haben wenig Zeit, um darüber nachzudenken, wie wir unser Förderprogramm und unser Fundraising strategisch aufbauen. Uns fehlt die Zeit und der Raum, tiefer darüber nachzudenken, wie wir die Frauenbewegungen in unseren Ländern am besten stärken und wie wir eine feministische Philanthropie pflegen können“, so die Situationsbeschreibung von Marketa Hronkova aus Prag.
Zum ersten Mal überhaupt haben sich die drei internationalen Frauenstiftungen Mama Cash, Global Fund for Women und filia.die frauenstiftung entschlossen, gemeinsam dieses innovative länderübergreifende Projekt zu fördern: das Austausch- und Lernprogramm mit dem Namen „Learning Bridges“ (Lernbrücken).
Zwischen Januar 2008 und Juni 2010 (unterbrochen durch den Krieg in Georgien) trafen sie sich regelmäßig, um voneinander zu lernen und Neues zu erarbeiten:
Die slowakisch-tschechische Frauenstiftung stellte ihr selbst entworfenes Evaluationsmodell und ihre kreative Öffentlichkeitsarbeit vor. In Belgrad konnten die Kolleginnen hautnah erleben, wie eng die serbische Frauenstiftung mit der Frauen- und Friedensbewegung im Land verbunden ist. Der Women’s Fund in Georgia zeigte, wie er die Arbeit mit marginalisierten Frauen in ländlichen Gegenden gestaltet.
Die Frauen entwickelten einen Fragebogen und führten miteinander Videointerviews, um ihre Ergebnisse festhalten zu können. Ein Video aus dem Abschlussbericht, in dem Marketa Hronkova über ihre Erfahrungen im Projekt spricht, finden Sie bald auf unserer Webseite...
Learning Bridges erzeugte viel Aufmerksamkeit als Pilotprojekt von Peer-Learning zwischen Stiftungen. Das Modell wurde auf den Konferenzen des European Foundation Centre in Istanbul 2008 und des Women‘s Funding Network in Denver im April 2010 vorgestellt. Außerdem erschien ein Artikel im Magazin „Effect“ des European Foundation Centre im Winter 2008.
Die Stiftungen haben weiterführende Pläne: Sie werden eine gemeinsame Datenbank erstellen, Austausch zwischen ihren Förderpartnerinnen organisieren und Gelder für gemeinsame Projekte akquirieren.


1_4_ausstellungseröffnung_in_heidelberg

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Die Hälfte des Himmels - 99 Frauen & Du“ zu Frauen und Gewalt (filia_news 2010/2) am 25. November in Heidelberg war filia-Stifterin Ursula Schauffele mit dabei:
„Ich fand die Ausstellung sehr gut!!! Da ich früh da war, konnte ich die Fotos schon vor der Eröffnung betrachten. Unter den Fotos stand ein kurzer, informativer Text. Man konnte sich von "tonwelt" auch einen Audio-Guide ausleihen und so das ausführlichere Interview anhören“…
 

2_aus_filias_förderpraxis_2010/2011: Zahlen und Beispiele

In diesem Jahr hat filia Förderungen an Frauenprojekte in Osteuropa, Deutschland und im Globalen Süden in Höhe von insgesamt 264.152 EURO vergeben! In dieser Summe sind auch alle zweckgebundenen Spenden enthalten, die bis zum heutigen Tag (1.12.2010) eingegangen sind.
33 Projekte in 19 Ländern konnten und können 2010 und 2011 somit umgesetzt werden.


2_1_förderbeschlüsse_2010/2011: Empowerment von Mädchen

Besonders freuen wir uns, dass wir im kommenden Jahr drei Projekte in Mittel-und Osteuropa zum Empowerment von Mädchen fördern können:

Zenski Centar Trebinje; Bosnien und Herzegowina: Junge Frauen in sechs Gemeinden im Süden Bosniens erhalten mit einem Handbuch über Menschenrechte für Frauen eine Grundlage, selbst aktiv zu werden. Aus jeder Gemeinde werden zehn junge Frauen zwischen 16 und 26 Jahren zu einem Treffen eingeladen, bei dem es um Möglichkeiten und Herausforderungen von Frauenrechtsaktivismus geht.
www.zenskicentar.org

Women’s Rights Center Mazedonien: Selbstwertgefühl und gewaltfreie Konfliktlösung stehen im Zentrum von Trainings und Workshops für etwa 50 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren. In diesem Rahmen können die Mädchen ihre Kompetenzen und Ziele herausfinden und sich gegenseitig dabei unterstützen, Lösungen zu kreieren. Aus den Erfahrungen der Trainings entwickeln die Mädchen ein Theaterstück über ihre Wünsche und Ziele, das sie in einem Theater Skopje aufführen werden, begleitet von einer öffentlichen Kampagne.
www.mwrc.com.mk

Slowakische Republik: Zu Beginn und Ende der internationalen Kampagne „16 Days of Activism against Gender Violence“ (siehe Sichtbare Ergebnisse) treffen sich Studentinnen zu moderierten Diskussionen über Gewalt gegen Frauen. Nach einer einwöchigen „Frauenrechts-Aktivismus-Schule“ bilden sie Gruppen und beginnen, Aktionen für die länderübergreifende 16-Tage-Kampgane im nächsten Jahr vorzubereiten – einschließlich des Fundraisings für ihre Aktivitäten.
www.fenestra.sk

2_2_förderbeschlüsse_2010/2011: Strategisch fördern in Tschetschenien

Strategisch fördern in Tschetschenien: Bei der Strategischen Förderung geht filia eine längerfristige Partnerschaft mit einer ausgewählten Organisation ein: Zhivaja Nit‘ (Lebensfaden), in Grosny (Russland, Tschetschenien) ist jetzt die dritte Organisation dieser Art mit ihrem Mädchenprojekt „Mädchen ohne Fesseln“.
Vielleicht haben Sie es bereits auf der Frontpage unserer Website entdeckt: das Foto mit den grünen Kopftüchern, die verloren auf abgenutzten Schulbänken liegen.
Wie in der letzten filia_news beschrieben, ist filia aus guten Gründen in Tschetschenien zunehmend aktiv geworden.
Die Leiterin des Projekts „Mädchen ohne Fesseln“ Taita Junusova, „Zhivaja nit“ (Lebensfaden) kooperiert bei diesem Projekt mit der Frauenorganisation „Sintem“ (Harmonie) und mit mehreren Schulen in der Hauptstadt und in abgelegenen Bergregionen. In der angespannten politischen Situation brauchen sie viel Geschick und Klugheit, um ihre Menschenrechtserziehung für Mädchen weiter verfolgen zu können. Sie arbeiten nach dem Unterricht mit Gruppen von Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren. Mit viel Lebendigkeit, Spaß und auch außergewöhnlichen Methoden widmen sie sich dem belasteten Thema der Selbstbestimmungsrechte von Frauen und Mädchen. Zum Beispiel erarbeiten sie in Rollenspielen (Forumtheater) ein Bewusstsein für die eigenen Rechte und erproben mögliche Handlungsstrategien, um sie auch durchzusetzen. Diese Stunden werden von den Mädchen geliebt, obwohl sie in ihrer Freizeit stattfinden und obwohl viele danach noch die Hausarbeit in ihrer Familie erledigen müssen. Taita Junousova und Inna Ajrapetjan von „Sintem“ können erleben, wie die Mädchen Selbstvertrauen entwickeln und beginnen, für ihre Interessen einzutreten. Beide Frauen leisten – oft unter Einsatz ihres Lebens – auch in anderen Projekten eine mutige Arbeit: Immer mit dem Ziel, Frauen zu befähigen, dass sie ihr Leben mehr und mehr in die eigenen Hände nehmen können.


2_3_förderbeschlüsse_2010/2011: Mehrwert Vernetzung stärken – Zwei Beispiele

filia wird sich im kommenden Jahr verstärkt der Frage stellen, welchen „ Mehrwert“ unsere Förderung für die Rechte von Frauen und Mädchen erschafft.
Vernetzung schafft Mehrwert. Diese Erfahrung haben wir schon mit MONES in der Mongolei, mit dem Netzwerk Veliko Srce in Bosnien und mit der LAG Mädchenpolitik in Deutschland machen können: Wenn Frauen gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig stärken, erreichen sie ihre Ziele effektiver und nachhaltiger. 

2_3_1_netzwerken_in_georgien:

In Georgien fördern wir in diesem Zyklus zum zweiten Mal die Organisation „Merkuri“. Sie hat es in der bergigen Konfliktregion Samegrelo (Georgien) an der Grenze zu Abchasien - wo viele Flüchtlinge immer noch provisorisch leben - im ersten Anlauf geschafft, 13 Frauenorganisationen zusammenzubringen. Die Einzelorganisationen erhielten Impulse und Stärkung auch durch die Entwicklung gemeinsamer Projekte. Trotzdem beschrieben sie den sehr unterschiedlichen Stand der einzelnen Gruppen als große Herausforderung für die Zusammenarbeit. >>mehr
Im kommenden Jahr werden die Frauen sich gegenseitig (peer-learning) und mit Unterstützung von Trainerinnen in Strategischer Planung, Lobbyarbeit und Projektmanagement schulen, um in ihrer Arbeit eine neue Ebene zu erreichen und noch wirkungsvoller Frauenrechtsarbeit machen zu können.

2_3_2_netzwerken_in_deutschland: Afrikanische Beraterinnen gegen Genitalverstümmelung

Ein neues Netzwerk von afrikanischen Beraterinnen gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien bringt Maisha in Kooperation mit Terre des Femmes auf den Weg. Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation - FGM) wird in afrikanischen und asiatischen Ländern praktiziert. In Deutschland sind Mädchen mit Migrationshintergrund aus diesen Ländern von dieser Menschenrechtsverletzung bedroht. Beraterinnen mit afrikanischem Hintergrund können eine entscheidende Rolle spielen, um auf die Mütter und Väter Einfluss zu nehmen.
filia unterstützte schon mehrmals die Aktivitäten von Terre des Femmes zum Thema Genitalverstümmelung. 2007 war es die Konzeption der Wanderausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest“, die seit 2009 in zahlreichen Städten gezeigt wird.
2008 unterstützte filia die große Auftaktveranstaltung zur Kampagne „Kein Schnitt ins Leben“. 2009 sorgten filias Fördergelder für die bundesweite Verteilung der Aufklärungsbroschüre „Wir schützen unsere Töchter“ in 3.000 gynäkologischen Arztpraxen. 
Am 17. November 2010 sprach filia-Stifterin Susanne Bächer ein Grußwort zur Eröffnung der Wanderausstellung im Tübinger Rathaus. 

3_zur_situation_von_frauen_in_mittel_und_osteuropa

Wir werden manchmal gefragt, warum filia einen Förderschwerpunkt in Mittel- und Osteuropa festgelegt hat. An dieser Stelle nur drei Aspekte: In direkter Nachbarschaft, aber durch Mauer und Eisernen Vorhang lange getrennt, war es bis 1990 auch Frauen nicht möglich, sich gegenseitig persönlich treffen und austauschen zu können. Durch die Transformation haben sich gerade für Frauen Bedingungen im Alltag- und Berufsleben grundlegend verändert, oft verschlechtert. Tatkräftige Frauenbewegungen sind auf beiden Seiten nötig und sollen bei ihrem Aufbau unterstützt werden.
Außerdem möchten wir gerade als Stiftung in Deutschland eine Verantwortung ernst nehmen, demokratische und zivilgesellschaftliche Strukturen dort in ihrer Entwicklung zu befördern, wo Menschenrechte besonders im 2. Weltkrieg massiv verletzt worden sind.
Hier ein sehr aktuelles und besonders eindrucksvolles Beispiel, mit welchen Bedingungen Aktivistinnen sich auseinander setzen müssen.

3_1_beispiel_serbien: Pride Parade in Belgrad – „sicher, glücklich und stolz“

„Es war den ganzen Tag über so bizarr: So viel Gewalt – und wir versuchten auf der Straße die Liebe zu feiern… Wie in einem Film… Nach der Parade fuhr uns die Polizei in kleinen Gruppen an verschiedene Orte außerhalb des Stadtzentrums. Von dort versuchten wir 'sicher' nach Hause zu gelangen." So beschreibt Tijana Popivoda vom Autonomen Frauenzentrum Belgrad (im Juni zu Gast bei filias Projektparty, filia news 2010/02) die Atmosphäre bei der ersten Pride-Parade, die in Belgrad stattfinden konnte - unter vollem und aktivem Polizeischutz von 5000 Sicherheitskräften!
Dies war der dritte Versuch: 2001 wurden über 40 Menschen bei einem Angriff rechtsextremistischer Gruppen auf die Parade in Belgrad verletzt. 2009 wurde sie aus "Sicherheitsgründen" abgesagt.
2010 hat sich also einiges geändert: Lesben, Schwule und ihre UnterstützerInnen konnten abgesichert ihre Vielfalt feiern, Tijana bezeichnet diese Entwicklung als einen Erfolg.
Aber es gab auch extreme Abwehr dagegen: Das Spektrum reichte von direkten gewalttätigen faschistischen Angriffen auf die TeilnehmerInnen der Parade bis zu einer Gegendemonstration, genannt "Parade der Kranken", von 20.000 GegnerInnen am Tag zuvor, die sich für traditionelle "familiäre, christliche Werte" einsetzten.
„Für mich zeigte der Tag zwei Welten: einer im Pride-Marsch (sicher, glücklich und stolz) und einer außerhalb der Parade (wo sehr viel Gewalt stattfand).
>>mehr lesen

>>Artikel taz
>>Artikel Amnesty INTERNATIONAL

*LBT = Lesbisch/Bi-/Transsexuell

4_vernetzung_international: Neue Impulse für die Frauenstiftungsbewegung

„Dieses Treffen hat wirklich in einem feministischen Geist stattgefunden“, stellte Emilienne de Leon, neue Geschäftsführerin des INWF, zufrieden fest:
Das erste Treffen des neuen Vorstands des International Network of Women’s Funds fand vom 7. bis 9. September 2010 in Mexiko statt.
filia ist seit ihrer Gründung Mitglied im weltweiten Dachverband INWF – jetzt auch erstmals aktiv im Vorstand. Die Stärkung der autonomen Frauenstiftungen in aller Welt ist ein Ziel des Netzwerkes.
Frauenstiftungen sind weltweit eine der wichtigsten Finanzquellen für Frauenprojekte, weist die Association for Women’s Rights in Development (AWID) in ihrer Studie „Where is the money for Women’s Rights?“ nach. Die Frauenstiftungen arbeiten daran, zu wachsen und noch effektiver Geld einzusammeln, um Frauengruppen und Frauenbewegungen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Zunehmend wichtiger wird das INWF als gemeinsame Stimme der Frauenstiftungen: Es geht darum, Ressourcen zugunsten von Frauen und Mädchen global umzuverteilen. Dafür ist Lobbyarbeit bei den größeren Geldgebern gefragt.
Ergebnisse dieses Treffens: Eine gemeinsame neue Webseite mit Mikroseiten für jede Frauenstiftung wird gebündelt Informationen bereitstellen. Um die Wirkung und den Mehrwert, die Frauenstiftungen erzeugen, besser beschreiben zu können, startet das INWF eine Initiative zur Verbesserung der Evaluation in den Frauenstiftungen.
Die neue Website geht im Februar 2011 online.

5_dank_für_überraschende_geburtstagsinitiative

Wieder können wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen: Seit einigen Wochen gingen auf unser Spendenkonto zum Beispiel unter dem Stichwort: „Statt Geschenke für Brigitte Kaminski“ fast täglich Beträge ein. filia recherchierte und kann nun berichten: Brigitte Kaminski, Mitgründerin und Geschäftsführerin von feffa e.V. in Lüneburg, widmet sich dem Thema „Frauen und Berufsleben“. Zu ihrem 60. Geburtstag suchte sie nach einer frauenpolitisch aktiven Organisation und fand filia im Internet. Sie wünschte sich von ihren FreundInnen und Verwandten eine Spende für filia und bis heute sind 575 EURO bei uns eingegangen!

6_filia_intern: Entscheidungen, Förderkreis und Ausschreibung

6_1_Stiftungsratssitzung

Im Oktober fand wie jedes Jahr die Stiftungsratssitzung statt, auf der die Förderungen beschlossen werden. In diesem Jahr standen aber vor allem auch strategische Entscheidungen für die Zukunft an:

  • Das Jahr 2011 wird von filia grundsätzlich als Jahr der Bilanzierung/Evaluation, der inhaltlichen Profilierung und zum systematischen Ausbau des Fundraising genutzt werden.
  • Es werden keine Anträge entgegengenommen bis zum November 2011.
  • Eine Stelle für Fundraising wird ausgeschrieben zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Auf der nächsten SR-Sitzung im Februar 2011 werden das Fundraising-Konzept und die Evaluation Schwerpunktthemen sein.


6_2_förderkreis

Wir bauen gezielt den Förderkreis aus und auf als Instrument für regelmäßig eingehende Spenden. Damit wollen wir einerseits unsere Planungssicherheit für die Förderungen erhöhen. Andererseits möchten wir filia auf eine breitere Basis stellen: Frauen und Männer, die filia regelmäßig unterstützen wollen – auch mit kleineren Summen - sind herzlich im Förderkreis willkommen.
Da es beim Förderkreis um Planungssicherheit geht, bitten wir Sie hier um eine verbindliche Zusage.
>> zum Förderkreis-Formular


6_3_stelle_für_fundrasing

Bitte an entsprechende Netzwerke weiterleiten!

filia.die frauenstiftung will ihr Fundraising professionalisieren und strategisch weiterentwickeln. Zur Verstärkung unseres kleinen, engagierten Teams suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n
ReferentIn für Fundraising
30 Std./ Woche, zunächst auf 2 Jahre befristet, Verlängerung wird angestrebt
Eingruppierung je nach Erfahrung – ähnlich TvÖD 12
Ihre Aufgaben (zusammengefasst):

  • Strategische Weiterentwicklung und Systematisierung bisheriger Fundraisingaktivitäten
  • Aufbau eines Onlinespendenmarketings unter Nutzung sozialer Netzwerke
  • Planung, Durchführung und Evaluation verschiedener Fundraisingkampagnen…

Ihr Profil (gekürzt):

  • Mehrjährige praktische Erfahrungen im Fundraising
  • Stilsichere Kommunikation in Wort und Schrift in Deutsch und gern in Englisch
  • Sicherer Umgang mit PC und Datenbank
  • Flexibel, kreativ, selbständig, kommunikationsfreudig…

Engagement für unsere Stiftungsziele setzen wir voraus.
Bitte bewerben Sie sich bis zum 31.12.2010 per e-Mail oder auf dem Postweg.
s.schelper@filia-frauenstiftung.de

>>zur Stellenausschreibung

7_interview_gründungsstifterin_marita_haibach

Marita Haibach – Autorin & Beraterin für Fundraising und Non-Profit-Management
Frau Haibach ist Gründungsstifterin und war bis 2004 in Wiesbaden ehrenamtliche Geschäftsführerin von filia.die frauenstiftung.
Sie erhielt den Deutschen Fundraisingpreis 2010. Ihre Studie „Großspenden in Deutschland: Wege zu mehr Philanthropie“ erschien im September 2010 bei Major Giving Solutions.

Wie kam es zu dem Namen filia.die frauenstiftung?
Die Gründungsstifterinnen haben sich ja mehrfach getroffen, ein Brainstorming bei Rotwein brachte Tausende von Ideen, darunter auch „filia“. Keine wollte sich richtig festlegen. Ein paar Monate später kam dann eine Rundmail von Ute Pfeifer mit dem Vorschlag: Nehmen wir doch einfach filia, und da war der gordische Knoten geplatzt. Wir sagten dann alle ok.

Der Umzug 2004 nach Hamburg war eine bewusste Zäsur. Die Pionierzeit war vorbei, Erfahrungen und Kontakte waren gewachsen. Die Erwartungen wurden immer größer, der Aufwand auch. Ich habe dann gedacht: Das Baby ist jetzt auf der Welt und macht auch einen guten Eindruck, das kann jetzt nach Hamburg laufen.

Gesellschaftlicher Wandel für Frauen – was ist das für Sie?
Ich sehen da zwei Hauptkomponenten: Leben in Selbstbestimmung – also die Themen Körper, Gewalt gegen Frauen, erzwungene Kleidungsnormen etc.. Da liegt in der Welt noch vieles im Argen.
Das andere Thema, was ich besonders wichtig finde ich, ist die ökonomische Seite. Das Gefälle der Einkommen ist nach wie vor hoch. Selbstverständliche erfolgreiche Berufstätigkeit hat für mich einen hohen Wert und in diesem Zusammenhang das Thema Frauen haben Macht und nehmen Einfluss. Zum Beispiel möchte ich befördern, dass Erbinnen da ihre Verantwortung annehmen und gesellschaftlich eine Rolle spielen wollen. Ich habe bei der Giving-Pledge-Initiative der US-Milliardäre die Frauen vermisst.
Eine Welt wird nur dann gerechter sein - und auch Kriege nicht mehr zur normalen Realität gehören - , wenn sie geschlechtermäßig ins Gleichgewicht kommt. Davon leiten sich so viele Dinge ab.

(Auszug aus einem Gespräch mit Katrin Wolf vom 11. Oktober 2010)
>>zur Website von Marita Haibach

8_feministische_philanthropie

filia engagiert sich, um in der Stiftungslandschaft und Öffentlichkeit den Gedanken der feministischen Philanthropie in Deutschland voranzubringen.

8_1_forum_frauen_und_stiftungen:
"Strategien weiblicher Stiftungsarbeit. Hebelwirkungen und Kompetenzbildung nutzen" war der Titel des diesjährigen Forums „Frauen und Stiftungen“. Am 4. Oktober trafen sich rund 35 Teilnehmerinnen, hochkarätige Frauenforscherinnen und Expertinnen aus dem Stiftungswesen in Berlin. In drei Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit den Zielen und Vorteilen von Kooperationen von Frauen in Stiftungszusammenhängen. Außerdem wurde über die Notwendigkeit debattiert, Frauen mit ihren Kompetenzen und ihrem Expertinnenwissen sichtbarer zu machen.
Daraus folgten konkrete Ergebnisse: Es wird ein Pool aufgebaut, wo sich entsprechende Fachfrauen mit ihren Spezialgebieten leicht finden lassen. Im Bundesverband deutscher Stiftungen wird diese Zusammenstellung weiblicher Kompetenz bei der Abteilung Öffentlichkeit und Presse, Anke Pätsch, vorliegen und verbreitet.
Für den nächsten Stiftungstag in Stuttgart am 11. Mai 2011 wird eine Veranstaltung zum Genderthema mit dem Titel „Auf die Frauen kommt es an! Wie Stiftungen den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben“ vorbereitet.


8_2_evangelische_akademie_tutzingen: Weibliche Philanthropie in Geschichte und Gegenwart
Wussten Sie schon...Stiftungen gab es bei den alten Griechen! Viele sogar – mit festem Kapitalstock, Verträgen, festgeschriebenen Zwecken und Förderbedingungen. Und Frauen kamen vor als Stifterinnen und Spenderinnen, wurden in Einzelfällen öffentlich geehrt und trugen Ehrentitel.
Dies und vieles mehr erfuhr Ise Bosch in Tutzingen bei der Veranstaltung: „Schenken, Stiften, Spenden: Weibliche Philanthropie in Geschichte und Gegenwart“ vom 8.-10.Oktober 2010.
Und sie saß als „lebendige Quelle“ zu Motivation, Arbeitsweise und Denkart einer frauenpolitisch aktiven Stifterin für filia.die frauenstiftung auf dem Abschlusspodium „Motive, Management, (Wirkungs)- Macht“. Die Diskussion zeigte, dass das „Gemeinschaftsmodell filia“ interessiert und wir mit unserer gesammelten Erfahrung schon einiges weiterzugeben haben. Und es kam gut an, wie Frau Bosch Fundraising als positive Herausforderung darstellte: „Da müssen noch viele Unterhaltungen stattfinden über Spenden und Stiften, Frauen müssen gefragt werden – und das sind Gespräche, die unsere Gesellschaft bereichern werden…“
Die anwesenden Forscherinnen begrüßen die Bemühung, per Forum „Frauen und Stiftungen“ im Bundesverband deutscher Stiftungen die Datenlage zu verbessern, was das Gender-Themen anbelangt.

9_positive_reaktionen_auf_revolution_und_tanzen

In unserer letzten Ausgabe der filia_news stellten wir das Buch vor, das filia herausgegeben und übersetzt hat: "Was heißt denn hier Revolution, wenn wir nicht tanzen können?“

Besonders gefreut haben wir uns über die Reaktion einer der Autorinnen, Jane Barry, die damit auch bei ihren SpenderInnen erfolgreich arbeitet:

I wanted to take some time to properly thank you and all of your colleagues at filia for your wonderful work on Revolution! I was so happy to see this version and to hear that it has been well-received, it was a wonderful initiative on your part to translate and distribute it. I hope that it helps to raise awareness and bring more support to the well-being and safety of activists around the world. We have been doing some interesting work with donors on how to concretely change their own internal culture and thinking around these issues, and consequently, how to better support (and listen to) their grantees.
Ich wollte mir jetzt einmal die Zeit nehmen, euch und allen euren Kolleginnen bei filia richtig für eure wunderbare Arbeit an der Revolution zu danken!
Ich habe mich so gefreut, diese Version zu sehen und zu hören, dass sie gut aufgenommen worden ist. Das war eine wunderbare Initiative von eurer Seite, den Text zu übersetzen und weiter zu verbreiten. Ich hoffe, dass das dazu beiträgt, Bewusstsein zu schaffen und mehr Unterstützung für das Wohlergehen und die Sicherheit von Aktivistinnen rund um die Welt zu bringen. Wir haben interessante Arbeit mit Geldgebern gemacht dazu, wie sie ihre eigene interne Kultur konkret verändern können, wie sie mehr über diese Themen nachdenken können und in der Konsequenz auch ihre Förderpartnerinnen besser unterstützen (und ihnen besser zuhören) können.

Clare Murray vom Urgent Action Fund schrieb uns:

“It is heartwarming to read the effect the book has had and still has. Several other women's groups have translated 'Revolution' into Portuguese and Serbian, and hopefully soon it will be available in Albanian as well, making it available in a total of 8 languages.”
Es ist herzerwärmend über die Wirkungen zu erfahren, die das Buch hatte und noch hat. Auch andere Frauengruppen haben „Revolution“ übersetzt: ins Portugiesische, ins Serbische, und hoffentlich bald wird es das Buch auch in albanischer Sprache geben. Dann liegt es in acht Sprachen vor.

Stiftungsrätin Cristina Torres Mendes:

„Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich musste weinen und lachen. Mir ist noch einmal deutlich geworden, wie wichtig die Förderung für die Aktivistinnen ist, und wie wichtig es ist, auch die persönlichen Ressourcen dieser Frauen im Blick zu haben bei dem, was wir so verlangen. Danke!“

Annette Schiffmann Initiatorin der Wanderausstellung zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen "Die Hälfte des Himmels - 99 Frauen & Du" schrieb uns:

„Herzlichen Glückwunsch. Nicht nur wunderschön übersetzt, sondern auch noch wunderschön gesetzt. Toll. Sehr viele Grüße“

Ute Scheub
Publizistin, Mitbegründerin des deutschen Frauensicherheitsrates
(siehe literaturtipp)

„…Das Buch ist ein GESCHENK, in jeder Hinsicht!!!!! Es tut so gut, das zu lesen - frau fühlt sich verstanden und nicht mehr allein gelassen mit den ewig gleichen Problemen: Überlastung, Verantwortung, Schuld, Verzweiflung, all dieses Zeug, was uns Aktivistinnen tagtäglich umtreibt. Ich weiß jetzt schon ein Dutzend Frauen, denen ich es gerne als Weihnachtsgeschenk überreichen würde. Und im Übrigen: Die Lektüre würde auch Männern guttun ;-) Mit aufrichtigem Dank für dieses wunderbare Geschenk!"  

10_literaturtipps

10_1_Heldendämmerung   

Ein Buch der Publizistin Ute Scheub, die sich  in der internationalen Frauenfriedensbewegung engagiert.

Ein voller Saal, überwiegend älteres Publikum, fand sich zur Lesung von Ute Scheubs „Heldendämmerung: Die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist“ am 11.Oktober 1010 im Literaturhaus in Hamburg ein. Sonja Schelper war dabei und hat das Buch gelesen:
Kernaussage dieses knapp 400 Seiten starken Buches ist: Die Herrschaft des Mannes neigt sich dem Ende zu.
Beschrieben werden Geschlechter-Verschiebungen in unterschiedlichsten Sphären, sehr materialreich und mit Bildern, die zeigen, dass durch Frauen im öffentlichen Bereich mit Bildung und Arbeit das traditionelle Männlichkeitsbild zunehmend hohl wird und die in ihrer Identität Gefährdeten mit Aggression, Gewalt und gar Krieg antworten. Dabei hütet sich Ute Scheub Männer zu Tätern und Frauen zu Opfern zu vereinfachen, auch Männer sind massiv Leidtragende von männlicher Gewalt und je ungleicher die Verhältnisse zwischen Männern und Frauen sind, umso größer ist der Unterschied in der Lebenserwartung. Von daher lautet ihr letztes Kapital „Schöner leben durch Gleichberechtigung…". Ein besonders schöner Abschnitt daraus: Geschlechterdemokratie bedeutet Pluralismus von Lebensstilen, bedeutet, dass Frauen und Männer in ihrer ganzen Vielfältigkeit glücklich werden können – und sollen. Sie erlaubt alles, solange es selbstbestimmt und frei gewählt ist. Nur eines nicht: die Inszenierung, dass ein Geschlecht wichtiger, mächtiger, gewalttätiger sein darf als das andere.“ (S. 375) Ein lesenswertes Buch.
>> zur Website von Ute Scheub


10_2_Gender@Wissen

Für alle, die im Bereich der Gender- und Wissenschaftsforschung arbeiten oder sich dafür interessieren, sei dieses Handbuch der Gender-Theorien „Gender@Wissen“ ans Herz gelegt. Christina von Braun und Inge Stephan stellten Aufsätze zusammen, die ein weites Spektrum der Diskurse und Themenfelder aufzeigen. Unter anderem werden Konzepte wie Identität, Körper, Reproduktion, Sexualität, Macht und Gewalt sowie Themenfelder wie Natur und Kultur, Sprache und Semiotik oder Gedächtnis unter Gender-Aspekten betrachtet. „Auch Wissen hat ein Geschlecht“, ist auf dem Klappentext des Buches zu lesen.
Dr. Christina von Braun ist Professorin für Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte; Dr. Inge Stephan ist Professorin für Neuere deutsche Literatur, Geschlechterproblematik im literarischen Prozess. Beide lehren an der Humboldt-Universität zu Berlin.
http://www.culture.hu-berlin.de/cvb/

11_termine_und_ausblick

Im Jahr 2011 wird filia 10 Jahre alt!

Wir begehen dieses Jubiläum am 17. Juni ab 16.00 Uhr – falls Sie in Ihrem Kalender schon einen Merk-Punkt machen möchten.

Wir würden uns freuen, dann die 50. Stifterin begrüßen zu können! Zum heutigen Tag unterstützen 44 Stifterinnen mit ihren Kapitaleinlagen das Gedeihen der Stiftung. Vielleicht möchten Sie selbst dabei sein? Oder kennen in Ihrem Umfeld interessierte Frauen? Rufen Sie uns an, wir freuen uns auf Sie.
>> mehr zur Kampagne "50 Stifterinnen"
Am 18. Juni folgt die Stifterinnenversammlung und am Nachmittag die Stiftungsratssitzung.

Am Abend des 18. Juni beginnt das Regional Meeting aller europäischen Frauenstiftungen des INWF. Zum ersten Mal ist filia Einladerin und Ausgestalterin dieses Treffens.

Drei weitere Termine:

  • 100 Jahre Internationaler Frauentag am 8. März 2011! filia ist in Hamburg mit dabei.
    >>mehr  - Schauen Sie unter „Workshops“ nach.
  • 11.-13. Mai 2011 in Stuttgart: Deutscher Stiftungstag; Angelika Henschel, Vorstandsfrau von filia, wird das Podium "Auf die Frauen kommt es an. Wie Stiftungen gesellschaftlichen Wandel vorantreiben." moderieren.
  • 3.–5. Juni 2011 in Dresden: Als Mitglied des Netzwerkes Wandelstiften wird filia an einem Stand auf dem Kirchentag vertreten sein.

 

„We truly believe that a honest, just and humane society can be achieved only with women’s participation“
P. Davaanamjil, Mones, Mongolei

(Wir sind aufrichtig davon überzeugt, dass eine ehrliche, gerechte und menschliche Gesellschaft nur mit der Teilhabe von Frauen erreicht werden kann.)

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Zeit, bleiben Sie filia verbunden.
Es lohnt sich, für filia zu spenden!

 

Ihr Kontakt zum Newsletterservice: newsletter@filia-frauenstiftung.de . Nähere Infos zu "filia.die frauenstiftung" finden Sie im Impressum und auf unserer Homepage. Sie erhalten diesen Newsletter auf eigenen Wunsch. Um ihn abzubestellen, senden Sie uns eine Mail mit dem Betreff "Newsletter abbestellen" oder geben Sie Ihre E-Mailadresse auf dieser Seite ein, um eine E-Mail mit den benötigten Daten gesendet zu bekommen. Der filia-Newsletter ist für Sie selbstverständlich kostenlos.

© 2011 filia.die frauenstiftung - ist eine Gemeinnützige Stiftung Bürgerlichen Rechts (BGB).

###