filia_news filia_news 2010/02Website | filia.die frauenstiftung
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Liebe Leserinnen und Leser,   

die Sommeraktivitäten von filia liegen hinter uns: Zahlreiche Stifterinnen reisten im Juni zur ProjektParty und zur Stifterinnenversammlung nach Hamburg, ein neuer Stiftungsrat wurde gewählt und hat bereits mit der Arbeit begonnen [6_filia_intern] .

Auf der diesjährigen ProjektParty kamen Frauen der serbischen Frauenbewegung zu Wort [5_vierte_projekt_party] , ihre Geschichten und Filme bewegten das Publikum und es wurde wieder deutlich und konkret fassbar, welche Wirkungen Frauen – auch mit der Unterstützung von filia – in ihren Ländern erreichen können, welchen „Sinn“ also die Arbeit von filia stiftet.

„Geld sucht Sinn“ überschreibt die „Zeit“ einen Artikel über die Initiative der Milliardäre aus den USA, die Hälfte ihres Vermögens zu spenden oder zu vererben für ‚philanthropische Zwecke und wohltätige Organisationen ihrer Wahl‘. http://givingpledge.org/. Viel ist seitdem von „Philanthropie“, von „Spenden“ und der „Freude am Geben“ die Rede, es hagelte auch reichlich Kritik. Wir fragen, wer die Nutzung und den Nutzen dieser Gelder nach demokratischen Spielregeln überprüft – ganz zu schweigen von entsprechenden Genderkriterien bei der Vergabe.

Auf jeden Fall hat die Aktion Bewegung in das Thema gebracht. In Umfragen zeigt sich, dass die Spendenkultur in Deutschland eine ganz andere Geschichte hat als in den USA. Hierzulande „spricht man nicht über Geld“. Es gibt nur wenige Vorbilder in der Öffentlichkeit, die Erfolgsgeschichten verbreiten und zu ihrem Engagement stehen.

Bei filia können Sie auch andere Beispiele finden. Beispiele von Frauen, die sich sehr bewusst mit ihrem Vermögen auseinander setzen und feministische Philanthropie in Deutschland ins Gespräch bringen.
http://www.filia-frauenstiftung.de/inhalt/philanthropinnen-und-feminismus/filia-stifterinnen.html
Es lohnt sich, in die Ideen und Projekte von Frauen weltweit zu investieren! Einige gute Beispiele stellen wir vor [4_sichtbare_ergebnisse].
Im August erreichten uns bedrückende Nachrichten aus Tschetschenien über öffentliche und staatlich legitimierte Angriffe auf Frauen, die im Ramadan-Monat dramatisch zugenommen haben [8_öffentliche_gewalt_gegen_frauen_in_tschetschenien].
Wenn Sie sich für den Wiederaufbau in Pakistan engagieren möchten lesen Sie mehr unter: 10_hilfe_für_pakistan.

Auch filia hat die Auswirkungen der Finanzkrise sehr direkt zu spüren bekommen: Wir müssen 2010 unser Fördervolumen um 100.000 € (ca. 30%) reduzieren und das schmerzt uns sehr. Deshalb noch einmal an alle: Verleihen Sie Ihrem Geld Sinn! Spenden Sie direkt an filia! Oder schließen Sie sich unserer Aktion „Wir wollen 50 werden“ an und werden Sie Stifterin! [9_mit_zehn_jahren_bereits_50_werden?]

Frauenstiftungen sind laut AWID (Association for Women's Rights in Development) eine der wichtigsten Geldquelle für Frauenprojekte weltweit. Anasuya Sengupta vom Global Fund for Women meint: „Wir dürfen nicht vergessen, laut zu sagen, dass die weltweite Frauenbewegung von uns genährt wird“.

In diesem Sinne: Bleiben Sie uns verbunden in unserem Anliegen für mehr Chancengleichheit und für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen – überall auf dieser Welt.

Ihre Sonja Schelper und das filia-Team

1_sonderaktionen_bei_filia

1_1_schnell_reagieren: Beispiele Polen und Südafrika

Eilförderungen ermöglichen es filia, in brisante gesellschaftliche Situationen zugunsten von Frauen und Mädchen einzugreifen.

Zum Beispiel in Polen: Die progressive Politikerin Izabela Jaruga-Nowacka, die sich für Frauenrechte stark gemacht hatte, kam bei dem Flugzeugabsturz am 10. April 2010 im russischen Smolensk ums Leben, gemeinsam mit vielen weiteren Regierungsmitgliedern Polens. Im Gedenken und zur Fortsetzung ihrer Arbeit wurde ein breites Bündnis von Frauenorganisationen kurz vor den Wahlen aktiv: „Wir haben viel gearbeitet, um Frauen eine Stimme zu geben, die vom politischen Diskurs ausgeschlossen sind (Frauen in Armut, Roma-Frauen, Migrantinnen). Wir haben feministische Richtlinien aufgestellt, mit denen Wahlprogramme analysiert werden können“, schrieb Ewa Charkiewicz vom Feminist Think Tank in Warschau an filia im Juni 2010. Mit ihren zahlreichen Aktionen wollen sie neoliberalen und konservativen Tendenzen entgegenwirken und die Forderung nach der Umsetzung von Frauenrechten mit Fakten unterlegen.
Nach der Wahl geht ihre Arbeit weiter. Ewa berichtet: „Die Zusammenarbeit an diesem Projekt hat ein neues linkes feministisches Netzwerk ins Rollen gebracht.“

filia förderte die Vernetzung und Erstellung feministischer Analyseinstrumente für die Wahlen 2010 mit 5.000 €.
http://www.ekologiasztuka.pl/think.tank.feministyczny

Zum Beispiel in Südafrika: Millionen Menschen haben die Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen verfolgt. Wer hat dabei an Auswirkungen dieses Großereignisses auf Frauen gedacht? Bereits in Deutschland 2006 thematisierten Frauenorganisationen und Medien die Problematik.
Der WHEAT-Trust in Kapstadt versuchte im Vorfeld darauf aufmerksam zu machen, aber die Lage entwickelte sich dann während der WM dramatischer als erwartet: Gewalt, Frauenhandel und Kinderprostitution nahmen ein bisher unerreichtes Ausmaß an. Tausende Frauen – oft auch aus den umliegenden Nachbarstaaten eingeschleust oder angereist – sahen sich recht- und schutzlos Gewalt und Menschenrechtsverletzungen ausgeliefert.
Die kritische Analyse und Stellungnahme von WHEAT wird konkrete Forderungen und Empfehlungen entwickeln und sie der brasilianischen Frauenstiftung ELAS zur Verfügung stellen. Auch die Erfahrungen aus Deutschland werden einbezogen. Denn: Die nächste WM kommt bestimmt.

filia förderte mit 5.000 €.
http://www.wheattrust.co.za


1_2_beispiel_aus_deutschland: Kampagne Haiti

Nach unserem Spendenaufruf für Haiti sind bis zum 31.März 24.237,11 € Spenden von 95 Spenderinnen und Spendern bei filia eingegangen! In Ratzeburg kochten und verkauften die Frauen des Lydia-Cafés 200 Suppenportionen und spendeten den Erlös an filia. Am Internationalen Frauentag sammelten Mitarbeiterinnen und Teilnehmerinnen im Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V in Frankfurt/Main für Haiti – der Verein verdoppelte aus seinen Mitteln den Betrag.
Für diese Kreativität und Großzügigkeit vielen Dank!
Alle Spenden gehen über den Global Fund for Women in San Francisco direkt und ohne Abzüge in die Hände von Frauen in Haiti. Zum Beispiel an die Frauen von „Commission of Women Victim-to-Victim (KOFAVIV)“ in Port-au-Prince: Nachdem sie ihre Häuser und Besitztümer beim Erdbeben verloren hatten, zogen sie mit ihrer Organisation in eines der improvisierten Camps um. Hier arbeiten sie daran, auf die epidemischen Ausmaße von Vergewaltigungen nach dem Erdbeben zu reagieren. Sie versorgen Überlebende und fordern die Achtung der Menschenrechte für Frauen in Haiti.
Aus dem Team vom Global Fund reisten Ende Juli einige Vertreterinnen nach Haiti.
>> mehr über diese Reise
 

2_vernetzung_international

2_1_treffen_des_international_network_of_women’s_funds_INWF: 18.-21.Mai 2010 in Ulan Bator (Mongolei)

„Die Art, wie alles nicht perfekt ist, irgendwie chaotisch, aber sehr, sehr lebendig… und vor allem die Art, wie Gemeinschaft entsteht…“ – so beschreibt die indische Kollegin vom Global Fund for Women, Anasuya, das asiatische Lebensgefühl. Gemeinschaft entstehen lassen: 44 Frauen aus verschiedenen Ländern und Frauenstiftungen der Erde kamen in Ulan Bator zusammen, um sich über Projektförderung und Fundraising auszutauschen. Das INWF bündelt die Kraft der feministischen Stiftungen weltweit, die die wichtigsten Geldgeberinnen für Frauenprojekte sind. Die Kolleginnen aus der ganzen Welt zu treffen, lässt filias Arbeit im globalen Zusammenhang wahrnehmbar werden und gibt neue Perspektiven – kulturelle Differenzen eingeschlossen: Die südafrikanische Kollegin Oshadi aus Johannesburg sträubte sich, westliche Konzepte von Erfolgsmessung und Evaluation auf afrikanische Verhältnisse anzuwenden. Die Frage, wie die Wirkungen unserer Arbeit beschreibbar oder gar messbar gemacht werden können, beschäftigte alle Anwesenden. Ana Criquillion (San Francisco) gab einen inspirierenden Input aus der Systemtheorie: Sozialer Wandel ist ein komplexer Prozess, der nicht mit mechanischen Metaphern von Ursache und Wirkung beschrieben werden kann. Das INWF soll eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines neuen, prozessorientierten Evaluationsmodells einnehmen. 


2_2_neuer_inwf_vorstand

filia nimmt zukünftig noch intensiver Einfluss im INWF: Programmmanagerin Claudia Bollwinkel wurde in den Vorstand gewählt. In den kommenden drei Jahren wird sie mit Linda To (Her Fund, Hong Kong), Sara Mandujano (Fondo Alquimia, Chile), Mirjana Mirosavljevic (Reconstruction Women’s Fund, Serbien), Abigail Burgesson (African Women’s Development Fund, Ghana), Katherine Acey (Astraea, USA) und Marketa Hronkova (Slovak Czech Women’s Fund) zusammenarbeiten. Gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin Emilienne de Leon Aulina (Mexiko) werden die Frauen des neuen Vorstandes einen strategischen Plan für die kommenden Jahre aufstellen und die Zusammenarbeit der Frauenstiftungen weltweit voran bringen.
www.inwf.org

3_aus_filias_förderpraxis: Seit 2010 gelten die neuen Daten

Zwischen dem 1. September 2009 und dem 1. April 2010 erhielten wir 217 Anfragen.  Davon entsprachen 63 filias Förderkriterien für die Impulsförderung und wurden der Arbeitsgruppe vorgelegt. Die neue AG Projektförderung traf sich zur Vorauswahl Ende April und lud 28 Projekte zum Antrag ein. Bis zum 1. Juli – Stichtag für die Antragstellung – trafen 26 Anträge ein. Sie werden Ende August von der Arbeitsgruppe begutachtet; die Empfehlungen erhält dann der Stiftungsrat für die Oktobersitzung. Dann werden die Projekte zeitnah informiert und erhalten nach Rücksendung ihrer Förderverträge die Förderungen.
Eilförderung
2010 gingen bis August 23 Eilanträge bei filia ein, drei konnten umgesetzt werden [1_Sonderaktionen].
In der Strategischen Förderung werden das Frauennetzwerk Veliko Srce (Bosnien) und der Black European Women`s Council (Wien, europaweit) weiterhin unterstützt.
Im Oktober 2010 entscheidet der Stiftungsrat über die Projektförderungen sowie über die Schwerpunkte des Frauenstiftungsprogramms – bisher liegen 14 Anfragen von Frauenstiftungen aus der ganzen Welt vor.
Alle Termine gelten auch für das nächste Jahr: Anfragen zur Impulsförderung bitte bis spätestens 1. April 2011 an filia schicken.
Eilanfragen können laufend gestellt werden, zur Strategischen Förderung lädt filia ein.

>> zu den filia Förderrichtlinien
>>mehr zu Verfahren und Downloads

4_sichtbare_ergebnisse: Vier gute Beispiele

4_1_nachhaltiger_erfolg_in_der_mongolei

Die persönliche Begegnung mit Projektpartnerinnen ist eine Quelle von Motivation und Inspiration – besonders, wenn sie so überraschend zu Stande kommt:
Seit 2008 unterstützt filia in Zusammenarbeit mit der mongolischen Frauenstiftung MONES den Aufbau eines Frauennetzwerks in der nördlichen Provinz Zavkhan. Zum 10jährigen Jubiläum der Stiftung im Mai 2010 stellten ihre Partnerinnen auf einer kleinen Messe in der Hauptstadt ihre Arbeit vor. So konnten Sonja Schelper und Claudia Bollwinkel, die zeitgleich an der Konferenz der Frauenstiftungen in Ulan Bator teilnahmen (siehe 2_1), Frau Dulamjav und zwei weitere Frauen aus der abgelegenen Region kennen lernen.
„Ihre Unterstützung blüht hier wirklich wie eine Blume“, sagte Frau Dulamjav. In der durchdachten Arbeit von MONES geht es in Zavkhan um nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel (wir berichteten im Jahresbericht 2008/2009): Die zahlreichen Frauengruppen in der Region Zavkhan arbeiteten nicht zusammen. MONES lud zehn Frauen in die Hauptstadt ein, zurück in Zavkhan organisierten sie Treffen und Trainings der Frauengruppen. Nach zwei Jahren identifizierte das so entstandene Netzwerk seine strategischen Ziele, schrieb einen strategischen Plan. Und das haben sie erreicht: Bei der Regionalwahl 2008 wurden 25% Frauen ins Lokalparlament gewählt; für 2012 streben die Netzwerkfrauen 50% an. Ihre politischen Forderungen zur Gleichberechtigung wurden von der Lokalregierung angenommen. Sie betreiben erfolgreich Fundraising. Nach vier Jahren können nun die positiven Erfahrungen auf weitere Regionen übertragen werden.

Global South: MONES
filia förderte 2008 mit 15.000 €, 2009 mit 12.000 €.
www.mones.org.mn 


4_2_prozess_gegen_frauenhandel_gewonnen

filia unterstützte 2008 die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Bremen. 2009 fand dann ein lange vorbereiteter Menschenhandelsprozess statt. Neun betroffene Frauen (die meisten kommen aus Bulgarien) hatten sich bereit erklärt, als Zeuginnen bzw. Nebenklägerinnen aufzutreten. Sie wurden massiv unter Druck gesetzt und mussten die Trennung von ihren Kindern, die in den Heimatländern leben, über einen längeren Zeitraum ertragen. Die Mitarbeiterinnen begleiteten die Frauen und unterstützten sie dabei, trotz der enormen seelischen Belastung bei ihren Aussagen zu bleiben. Dadurch konnte zum ersten Mal in Bremen ein Menschenhändler zu einer entsprechend hohen Strafe verurteilt werden: zehn Jahren Haft! Das Projekt hat in Bremen und in Bulgarien Strukturen und Vernetzungen geschaffen, die der Arbeit mit den Opfern von Frauenhandel nachhaltig nützen.

Deutschland: Verein für Innere Mission e.V., Bremen, BBMeZ
filia förderte mit 4000 €.
http://www.inneremission-bremen.de/fileadmin/user_upload/Jahresberichte/Jahresbericht_2009.pdf


4_3_ausstellung_die_hälfte_des_himmels

„Die Hälfte des Himmels – 99 Frauen und Du“ heißt die Wanderausstellung zu Frauen und Gewalt, die sich auf ungewohnte Weise dem Thema nähert. Mit liebevollem Blick porträtiert sie 99 Frauen mit und ohne Gewalterfahrung aus allen Altersstufen und Lebenslagen, Berufsfeldern und vielen Ländern. „Worauf bist du in deinem Leben stolz? Was ist das Schöne/Unangenehme – eine Frau zu sein?“ sind einige der Fragestellungen. Gewalt geht alle an. Nicht Opfer werden hier gezeigt, die Gewalt ist nicht der Fokus der Porträts, sondern die Wertschätzung gegenüber den Erfahrungen und Geschichten der Frauen. Der Termin für die Eröffnung steht: 25. November 2010 im Haus der Begegnung am Heidelberger Uniplatz!

filia förderte mit 6500 €.
Hier können Sie die Ausstellung anschauen und auch bestellen – sie ist als Wanderausstellung konzipiert: http://web.me.com/haelfte.des.himmels
Deutschland: Rund um die Welt e.V.


4_4_erfolgreiches_netzwerken_in_bosnien_herzegowina

Zwischen der Gesetzgebung zu den Bereichen Chancengerechtigkeit und Häusliche Gewalt und den Erfordernissen in der Praxis gibt es in Bosnien-Herzegovina gravierende Diskrepanzen. Das war das Ergebnis einer ersten Konferenz 2008 zu diesem Thema. Das „Zenski Centar“, Trebinje (Frauenzentrum in Trebinje), entwickelte daraufhin strategische Aktivitäten:
Die Frauen des Zentrums gaben eine Studie in Auftrag, die die Erfahrungen bei der Implementierung vergleichbarer Gesetze in unterschiedlichen EU-Ländern untersucht. Das aus dem Englischen übersetzte Material verbreiteten sie gemeinsam mit Schlussfolgerungen und Empfehlungen für Bosnien Herzegovina an politische Institutionen und an nationale und internationale Organisationen. Auf dieser Grundlage organisierten sie die Folgekonferenz innerhalb der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ im Dezember 2009, die starkes Medien-Interesse fand.
Die Anpassung von Gesetzgebungen an die realen Verhältnisse in Bosnien anzuregen, war ein Ziel der Konferenz. Ein weiteres Ziel war die Lobbyarbeit für ein Programm, das die Armut von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffenen sind, vermindern soll. Es entstand ein informelles Netzwerk. Der Bürgermeister von Berkovici (Ostbosnien) konnte dafür gewonnen werden, Arbeitsplätze für betroffene Frauen in seiner Verwaltung zur Verfügung zu stellen.

filia förderte die zweite Konferenz mit 5.000 €.
Zentral- und Osteuropa: Women’s Center Trebinje
www.zenskicentar.org

5_vierte_projekt_party_bei_filia: Serbische Frauenbewegung

„In Serbien ist die Situation für Frauen allgemein schwierig. Kriegstraumatisierung und Gewalterfahrungen aller Art sind für viele Frauen Teil ihrer täglichen Herausforderung. (…) Frauen wie Tijana Popivoda und Biljana Stankovic tragen dazu bei, dass sowohl das Thema ‚Gewalt gegen Frauen‘ öffentlich diskutiert wird als auch, dass Lesben selbstbewusst aus der Unsichtbarkeit heraustreten. Tijana und Biljana zeigen sich mit ihrem Gesicht. Für mich sind sie damit Heldinnen.“
Aus der Einführungsrede der Einladerin und filia-Stifterin Stephanie Gerlach.

Zahlreiche Interessierte waren ins MAZZA gekommen, um Tijana Popivoda vom Autonomen Frauenzentrum in Belgrad und Biljana Stankovic von der Novi Sad Lesbian Organisation (NLO) zu erleben und ihre Arbeit kennen zu lernen. Die sehr aktive serbische Frauenbewegung wird seit vielen Jahren von filia unterstützt.
Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Arbeit der Novi Sad Lesbian Organization. NLO positioniert sich zunehmend als engagierte Jugendbildungseinrichtung. Ihre behutsame Aufklärungsarbeit zum Thema „Menschenrechte sind Frauenrechte“ verbinden sie mit dem Ziel, ein sicheres und tolerantes Lebensumfeld für lesbische Frauen zu schaffen. Das Autonomous Women’s Center (AWC) in Belgrad, das Tijana Popivoda vertrat, arbeitet kontinuierlich daran, dass sexuelle Gewalt als Verbrechen verfolgt und bestraft wird. Die Frauen organisieren unter großem persönlichen Einsatz Straßenaktionen, verteilen Flugblätter, leisten Aufklärungsarbeit in den Medien und bieten eine Anlaufstelle für Opfer von sexueller Gewalt an. 
In Serbien ist der 8. März noch ein wirklicher Kampftag für Frauenrechte: Wir sahen in einem kurzen Video, wie eine kleine Gruppe mit Transparenten von zahlreichen Polizisten gesichert werden musste, um unbeschadet durch die Straßen von Belgrad ziehen zu können.
Ein Höhepunkt des Abends: Ausschnitte aus dem Film Zenergija – "I can't leave, because… ". Für die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ (sie findet jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember statt – zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Tag der Menschenrechte) hatten Frauen aus verschiedenen Organisationen eine Straßenperformance entwickelt. Der bewegende Dokumentarfilm von Katrin Schnieders zeigt die Performance, Interviews und Eindrücke aus den Aufführungen in zehn serbischen Städten: auf Marktplätzen, im Gefängnis, in einer Roma-Siedlung…
Dann – wie immer – Zeit zum gemeinsamen Essen und Austausch über das Erlebte. Als „Energiespritze“ und „Motivation, den Spendenaufruf weiter zu tragen“ haben Stifterinnen im Anschluss die ProjektParty beschrieben.

www.n-l-o.org
www.womenngo.org.rs
Zenergija – “I can’t leave because…“ (Regie: Katrin Schnieders; Projekt: Zene na delu, Serbien www.zenergija.org, von filia gefördert 2008)

6_filia_intern: Bewährtes und Erneuerungen

 

6_1_stifterinnenversammlung_die_neunte


„Spannende Themen, gute Berichte, prima Stimmung“ – schrieb eine Stifterin in den Auswertungsbogen der 9. Stifterinnenversammlung.
Am 12. Juni 2010, ebenfalls im MAZZA in Hamburg, gab es viel zu erleben. Die Gemeinschaftsstiftung wächst: Drei neue Stifterinnen konnten feierlich begrüßt werden, damit wird filia jetzt von 42 Stifterinnen getragen. Nach Berichten aus dem letzten Förderjahr und einigen Fotos vom Internationalen Frauenstiftungstreffen in der Mongolei wurde der neue Stiftungsrat gewählt.

 

 

 

Die unermüdliche Arbeit von Gründungsstifterin Ute Pfeifer - die von Anfang an die Geschicke der Stiftung mit bestimmt hat und jetzt aus dem Stiftungsrat ausscheidet – wurde gewürdigt.
Zur Anregung für die drei Arbeitsgruppen lasen Claudia Bollwinkel und Svenja Genthe Auszüge aus der Publikation „Was heißt denn hier Revolution, wenn wir nicht tanzen können…“ [siehe Literaturtipp] . Anhand der Themen dieses Buches diskutierten wir über Fragen der Nachhaltigkeit bei der Förderung von Aktivistinnen. Zum Abschluss gab es noch einen guten Grund zum Anstoßen: filia hat 2009 bei der Projektförderung die 1-Millionen-Euro-Grenze überschritten!

 

 

 

6_2_neuer_stiftungsrat_gewählt

Nach einer ausführlichen Vorstellung wählten die Stifterinnen sieben Frauen in den Stiftungsrat. Für drei Jahre bestimmen diese Frauen jetzt die Strategie und Förderpolitik der Stiftung: Siegrid Wittenberg ist die neue Vorsitzende, Dr. Ellen Seßar-Karpp ihre Stellvertreterin, Cristina Torres-Mendes und Stefanie Hoogklimmer treten ihre 2. Amtszeit an. Neu mit dabei: Marion Böker, Elke Braun und Tanja Chawla werden mit ihren Perspektiven filias Arbeit weiter entwickeln – denn eine wichtige, anstehende Aufgabe ist die Erarbeitung eines neuen strategischen Plans. Wir freuen uns auf eine produktive Zusammenarbeit!

7_filia_unterwegs: In Sachen feministischer Philanthropie

„Zukunft gestalten – Macht gewinnen“ – Forum Frauen und Stiftungen – 1. März, Bundesverband deutscher Stiftungen, Berlin

„Ein genderkritischer Blick auf die deutsche Stiftungslandschaft“ war der Untertitel der Veranstaltung. Sonja Schelper (GF) diskutierte mit zahlreichen Interessierten über Ziele und Intentionen des Forums „Frauen und Stiftungen“, das filia vor einigen Jahren mit ins Leben gerufen hat. Wie können geschlechtergerechtere Bedingungen hergestellt werden: bei der Vergabe von Stiftungsgeldern, in Entscheidungsgremien? Diese Fragen wurde diskutiert und eine Untersuchung dazu innerhalb des Bundesverbandes angeregt.


World Diversity Leadership Summit (WDLS-EU) – 11.-12. März in Wien

Aus dem Eröffnungsstatement der Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Ellen Seßar-Karpp auf dem ersten Diversity Leadership Summit, der in Europa stattfand:
„…filia ist eine Frauenstiftung, die einen progressiven Philanthropieansatz aus feministischer Sicht verfolgt: Orientiert an den allgemeinen Menschenrechten wird auf einen nachhaltigen sozialen Wandel zugunsten von Frauen und Mädchen hingearbeitet. Es geht um mehr Gerechtigkeit und um eine Umverteilung von Entscheidungsmacht. Dabei wird davon ausgegangen, dass Frauen und Mädchen selbst die Expertinnen für ihr Leben sind.“
Beatrice Achaleke (Leiterin von AFRA und Präsidentin des Black European Women’s Council) war Organisatorin und Konferenzmanagerin der internationalen Veranstaltung im Finanzministerium und der Wirtschaftskammer in Wien. Fast 200 weltweit führende Diversity-Manager und Managerinnen aus Unternehmen und Organisationen tauschten sich über neue Forschungsergebnisse und ihre Erfahrungen mit der Umsetzung von Diversity in globalen Unternehmen aus.
 Obwohl das Genderthema ganz selbstverständlich mitdiskutiert wurde, spielte es – als eine von sechs Diversitykategorien – keine besondere Rolle. Die Tatsache, dass Gender eine Kategorie ist, die immer alle anderen Sektoren durchzieht, war nicht im Bewusstsein der meisten Vortragenden.
www.wdls.eu/


Gender Counts -–24.-26. März, Internationale Konferenz zur UN-Resolution 1325, OWEN e.V., Berlin

filia unterstützt Frauen bei ihrer Friedensarbeit: Die UN-Resolution 1325 fordert unter anderem „die stärkere Beteiligung von Frauen an allen Friedenssicherungsmaßnahmen“ und „bei der Aushandlung und Umsetzung von Friedensübereinkünften eine Geschlechterperspektive zu berücksichtigen.“ OWEN e.V. nahm die Resolution zum Anlass für das Friedensprojekt „Omnibus 1325“, das TeilnehmerInnen aus allen Ländern der Konfliktregion Kaukasus zusammen brachte.
In einem Fishbowl stellte Katrin Wolf (Stellv. GF/PR) filia und die Förderpolitik der Stiftung vor. Auch Projektpartnerinnen von filia aus Deutschland, Georgien und Tschetschenien waren – neben vielen anderen Frauen und einigen Männern, die sich dafür einsetzen, dass Frauen sich für Frieden und Gerechtigkeit engagieren – nach Berlin gekommen. Die georgische Aktivistin Alla Gamakharia, „Fund Sukhumi“, bedankte sich ausdrücklich für die partnerschaftliche und Hoffnung spendende Zusammenarbeit mit filia.

Dokumentation der Konferenz: http://www.owen-berlin.de/download/2010/Konferenz-Dokumentation_GenderCounts1.pdf

WomenPower Fachkongress -– 23. April im Rahmen der Industriemesse Hannover

Doch mehr eine kleine Insel – so stellte sich die WomenPower auf der Hannoverschen Messe dar. Stifterin und Stiftungsrätin Stefanie Hoogklimmer vertrat gemeinsam mit Svenja Genthe (PM) das Anliegen von filia in zahlreichen Gesprächen.
Viele Besucherinnen nutzten die Gelegenheit, um filia „endlich“ einmal direkt anzusprechen, neu kennen zu lernen oder sich über Zustiftungsmöglichkeiten zu erkundigen.
http://www.hannovermesse.de/womenpower_d


„Stiftungen in der Stadt – Impulsgeber für das Gemeinwesen“ Deutscher Stiftungstag – 5.-7. Mai, Frankfurt/Main

1700 Teilnehmende waren zum Deutschen Stiftungstag gekommen. Mittlerweile gibt es 17.372 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland, die ein Gesamtvermögen von 100 Milliarden Euro bündeln. Diese Zahl entspricht mehr als einem Drittel des gesamten Bundeshaushaltes für das Jahr 2009 (290 Milliarden Euro).
Der progressive Jens Mittelsten Scheid aus der Vorwerk-Dynastie in Wuppertal erhielt den diesjährigen Deutschen Stifterpreis. Seine erste Stiftung „Anstiftung“, gegründet 1982, heute „Stiftungsgemeinschaft Anstiftung und ertomis“, ist im Netzwerk Wandelstiften aktiv (wir berichteten mehrfach).
Die Tradition des Frauenvernetzungstreffens wurde fortgesetzt: Mit 180 Teilnehmerinnen war das Interesse sehr groß. Im Forum „Frauen und Stiftungen“ des Bundesverbandes deutscher Stiftungen setzt sich filia gemeinsam mit anderen ein:
• für die Erhebung von Gender-Daten,
• für eine größere Beteiligung von Frauen in den Entscheidungsgremien,
• für eine geschlechtersensible Vergabe von Fördermitteln.

„Lesben Leinen Los – zwischen Hamburg und Südafrika“ – Lesbenfrühlingstreffen – 21.-23. Mai, die bundesweite Veranstaltung diesmal in Hamburg

Phumi Mtetwa aus Johannesburg diskutierte mit auf dem Podium „Von Hamburg bis Südafrika“; sie plädierte für eine breit angelegte links-politische Zusammenarbeit auch und gerade in Entwicklungsländern, für eine Zusammenarbeit der homosexuellen- und Frauenbewegung mit anderen Bewegungen wie den gewerkschaftlichen, anti-rassistischen, menschenrechtlichen Bewegungen – für einen gemeinsamen Kampf gegen Armut und Korruption. Ise Bosch vertrat filia bei der sehr gut besuchten Plenarveranstaltung. Auf die Frage, welche Unterstützung aus dem Norden am sinnvollsten sei, antwortet Frau Mtetwa klar: "Solidarität; gute Informationen über die Herausforderungen und Möglichkeiten dort; Engagement für gemeinsame Ziele."

„Act to end Hate“ (Werde aktiv, um den Hass zu beenden) – unter diesem Slogan initiierte Phumi Mtetwa vom „Lesbian and Gay Equality Projekt“, Johannesburg, 2009 ihre Menschenrechtskampagne in Südafrika, um die Morde an lesbischen Frauen in ihrem Land anzuprangern. filia unterstützte die südafrikanische Organisation, richtete ein Spendenkonto ein und berichtete mehrfach. Aus dieser Aktion ist eine Zusammenarbeit mit dem Hamburger Verein „Gleich und Gleich“ entstanden. Die Frauen des Vereins engagieren sich für die Verbreitung der Kampagne in Deutschland. filia war Kooperationspartnerin des Lesbenfrühlingstreffens für den Bereich „Lesben in Südafrika“ und ermöglichte die Reise von Phumi Mtetwa nach Deutschland.

2011 wird das Lesbenfrühlingstreffen in Rostock stattfinden.

 

„Dem Erbe einen Sinn verleihen – aber wie?“ – 2. Juni in der Schnittke-Akademie, Hamburg

Eine Veranstaltung des Netzwerkes „Wandelstiften“ – gemeinsam mit der Bewegungsstiftung und der Gemeinnützigen Treuhandstiftung Hamburg organisiert – brachte ca. 80 Interessierte zusammen zu den Themen: Wie kann ich meinem Erbe einen Sinn geben, wie finde ich „die richtige“ Stiftung für meine Interessen?
Dieter Lehmkuhl von der Bewegungsstiftung diskutierte unter anderem Sinn oder Unsinn des „Appells der Vermögensabgabe“, den er mit initiiert hat. filia-Gründungsstifterin Susanne Bächer beschrieb anschaulich den Prozess der filia-Gründung 2001 und die Entwicklung der Stiftung bis heute.

 


„3. Hamburger Stiftungstag – Stiftungen bewegen die Stadt“ – 5. Juni, Hamburger Rathaus und Handelskammer

„Partizipation und Gerechtigkeit“ – mit diesem Slogan war filia in passender Nachbarschaft z.B. mit der Körber-Stiftung oder der Hamburger Bürgerstiftung das erste Mal auf dem Hamburger Stiftungstag vertreten. Seit April 2010 hat filia ihren Sitz von Wiesbaden nach Hamburg verlegt. In zahlreichen Gesprächen warben Sonja Schelper und Katrin Wolf für die Idee der Gemeinschaftsstiftung und stellten sich öfter der Frage: Warum fördert ihr ausschließlich Frauen? Andere waren extra wegen des Namens der Stiftung in die Handelskammer gekommen: „Erstaunlich, dass es so etwas gibt!“
http://www.hamburger-stiftungen.de/?page_id=12

„Blumen dürfen es auch sein“ – 3. August, Fachgespräch der Arbeitsstelle Vielfalt im Rahmen der Pride Week 2010, Hamburg

In der sehr lebendigen Diskussion mit Laleh Arefi, inoffizielles Netzwerk „Orient Different“, Hamburg, und Koray Yilmaz-Günay, „Gladt e.V.“, Berlin, ging es um das Erleben von homosexuellen Menschen mit Migrationshintergrund. Frau Arafi berichtete von den Anfeindungen auf der Straße, wenn sie ihr T-Shirt mit der Aufschrift: „Ich komme aus dem Iran und bin homosexuell“ trägt. „In vielen orientalischen Sprachen gibt es kein Wort für 'lesbisch' oder 'schwul', da Homosexualität mit einer Krankheit gleichgesetzt wird“, so Frau Arefi. Sie hat vor einem Jahr von Hamburg aus ein bundesweites informelles Netzwerk „Orient Different“ initiiert. Inzwischen sind 30 orientalische MigrantInnen aller sexuellen Orientierungen – außer der heterosexuellen – dem Netzwerk beigetreten. Für Nicht-OrientalInnen gibt es einen UnterstützerInnenkreis. Es soll sich zu einer Plattform für Unterstützung und zum Austausch orientalischer MigrantInnen in Deutschland entwickeln.
www.orient-different.de.tl

Es lohnt sich, über GLADT e.V. mehr zu erfahren. Sie beschäftigen sich mit den strukturellen Fragen von Diskriminierung, packen das Übel an der Wurzel an:
http://www.gladt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=5
Dort ist die Handreichung für emanzipatorische Jugendarbeit unter „Pädagogik“ sehr zu empfehlen“. GLADT e.V. (Gays and Lesbians aus der Türkei) hat sich das Ziel gesetzt, Diskriminierungen und Vorurteile gegen türkischstämmige Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender (LSBTT) in Deutschland abzubauen. filia förderte „GLADT e.V.“ 2005 für das Projekt „Wer spricht“, ein Film über Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Transsexuellen in der Türkei.

8_öffentliche_gewalt_gegen_frauen_in_tschetschenien

Für filia ist die Unterstützung von Mädchen und Frauen in der Nachkriegsregion Tschetschenien ein besonderer Schwerpunkt, wir berichten regelmäßig. Im vorigen Monat erhielten wir Informationen über neue offen aggressive Aktionen gegen Frauen: Aus fahrenden Autos heraus werden Frauen, die sich ohne Kopftuch auf die Straße wagen, mit Paintballs beschossen. Sie werden also regelrecht gekennzeichnet: durch Hämatome und die Farbe, die sich aus den Kugeln über ihre Kleidung ergießt. 17 Fälle waren bis dahin bekannt geworden. Aber die Verletzung von Menschenrechten – gerade gegen Frauen – nimmt weiter zu.
Jetzt im August – dem Ramadan-Monat (11.8. bis 8.9. 2010) – werden die Übergriffe auf Frauen noch aggressiver. Wir erhielten am 21. August die Presseerklärung des „Rates der Nichtregierungsorganisationen der Tschetschenischen Republik“:

 „Seit einigen Tagen spielen sich auf den zentralen Straßen in Grosny Gewaltszenen ab, die man sich vor kurzem noch kaum vorstellen konnte. Gruppen junger Männer beleidigen, erniedrigen junge Frauen und Mädchen, die ihrer Meinung nach ‚nicht angemessen gekleidet‘ sind, und in einigen Fällen schlagen sie sogar auf sie ein.
Das alles fing ganz harmlos an: im lokalen Fernsehen gab es Hinweise dazu, wie sich tschetschenische Frauen und Mädchen zu kleiden haben, mit besonderem Augenmerk  darauf, dass der für Muslime heilige Monat, der Ramadan begonnen hat. Danach tauchten auf Grosnys Straßen Handzettel mit ähnlichem Inhalt auf, auf denen von den Vertreterinnen des schönen Geschlechts die Einhaltung von Anstandsnormen gefordert wurde. Nun wurde anscheinend beschlossen, "von Worten zur Tat" zu schreiten. (…)
 Unzählige Augenzeugen und die Opfer selber erzählen davon, wie Gruppen enthemmter junger Männer im Zentrum Grosnys und im Umkreis des Kaufhauses "Berkat" vorübergehende junge Frauen anpöbeln. Frauen, die nicht "richtig" bekleidet waren, wurden mit Schelte, Vorwürfen und Drohungen überschüttet. … In einigen Fällen wurden die jungen Frauen sogar an ihrer Kleidung gepackt, festgehalten und dabei ununterbrochen beschimpft und beleidigt.“
(Auszug, Übersetzung A. Hapke)

Unverheiratete Frauen sollen nicht mehr arbeiten gehen dürfen, Frauen, die Zigaretten verkauften, wurden geschlagen…
Die Nichtregierungsorganisationen müssen immer vorsichtiger arbeiten, werden bedroht und mit unsinnigen Auflagen behindert. Das Verbreiten dieser Nachrichten wird im Fernsehen verboten, Strafen werden angedroht. Aus den deutschen Tagesnachrichten ist Tschetschenien verschwunden.
Zu den ungeheuerlichen Reaktionen des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrov auf die Attacken an Frauen – er würde sich gern bei den Attentätern bedanken und bezeichnet unbedeckte Frauen als „nackt“ – können Sie hier mehr erfahren:
http://www.awid.org/eng/Issues-and-Analysis/Library/Chechnya-s-leader-hails-paintball-attacks-on-women

Hier finden Sie weitere Informationen und Kommentare:
http://www.reuters.com/article/idUSLDE67J13Q


8_1_dank_aus_tschetschenien

Mit diesem Foto bedanken sich Taita Junousova von „Lebensfaden“ und Mädchen aus verschiedenen Schulen für die Geburtstagsspende einer filia-Stifterin.
3.035 EUR kamen zusammen, um das Projekt in Tschetschenien „Mädchen ohne Fesseln“ weiter zu ermöglichen. Bolschoi Spasiba – vielen Dank! Vor dem oben beschriebenen Hintergrund ein bitter nötiges und mutiges Projekt.

 

9_mit_zehn_Jahren_bereits_50_werden?

Im Sommer 2011 wird filia.die frauenstiftung 10 Jahre alt! Ein Anlass zum Feiern und natürlich zum Werben: 

  • Für das Modell einer Gemeinschaftsstiftung!
  • Für die weltweite Umsetzung von Chancengleichheit und Menschenrechten im Interesse von Frauen!
  • Für die Freude am Geben!

Im August 2010 wird filia von 43 Stifterinnen getragen – im Juni 2011 möchten wir die 50. Stifterin begrüßen können.
Schon mit

  • 1.500 EUR sind Sie für 3 Jahre Stifterin bei filia,
  • ab 20.000 EUR für 10 Jahre, 
  • ab 50.000 EUR – auf Lebenszeit.

Helfen Sie mit, sprechen Sie Frauen an, die potentiell Interessierte sein könnten, gehen Sie selbst noch einmal in sich… Stifterinnen werben Stifterinnen.
Und feiern Sie mit uns am 18. Juni 2011 gemeinsam mit Projektpartnerinnen und anderen europäischen Schwesternstiftungen die Verwirklichung einer Idee: filia.die frauenstiftung, eine Tochter mit Zukunft!

>>Flyer 50 Stifterinnen
Sie können den Flyer auch gern bei uns bestellen!

10_hilfe_für_pakistan: Innerhalb des Frauenstiftungsnetzwerkes

Wer für den Wiederaufbau in Pakistan spenden und sicher gehen möchte, dass die Zuwendung in Frauenhände gelangt, schickt die Spende bitte an den Global Fund for Women:
https://org2.democracyinaction.org/o/6174/shop/custom.jsp?donate_page_KEY=2583
filia ist seit vielen Jahren mit dem Global Fund for Women – der größten Frauenstiftung weltweit – im Netzwerk INWF verbunden. Da filia keine Partnerinnen vor Ort und für direkte Katastrophenhilfe nicht die Ressourcen hat, haben wir uns für diese Kooperation entschieden.
Das Team, das beim Global Fund for Women für Asien zuständig ist, hat jetzt fast täglich Kontakt dorthin, zum Beispiel mit: http://www.shirkatgah.org/. Seit vielen Jahren unterstützt der GFW Basisfrauengruppen in Pakistan.

11_literaturtipps

11_1_filia_gibt_heraus: Was heißt denn hier Revolution…

„Sich um andere zu sorgen, ist kraftvoll – aber die Kultur der Selbstaufopferung ist nicht nachhaltig“, schreiben Jane Barry und Jelena Dordevic in ihrem Buch „Was heißt denn hier Revolution, wenn wir nicht tanzen können?“.
Sie beschreiben die Situation von Frauenrechtsaktivistinnen, die Erfahrungen von über 100 Frauen aus 45 Ländern der Welt fließen mit ein: Wofür sie sich einsetzen, ihre maßlosen Überforderungen und der Bedarf nach Innehalten, um neue Kraft schöpfen zu können. Das Buch legt behutsam die äußeren und inneren Strukturen frei, die Aktivistinnen daran hindern, ihre Arbeit auf gesunde und nachhaltige Weise zu tun. Es trägt zusammen, auf welche Weise sie sich ihre Widerstandskraft, Lebensfreude und Gesundheit erhalten können. Das Buch stellt die Frage: Wo finden sich die so notwendigen Ressourcen dafür?
Der Urgent Action Fund for Women’s Human Rights brachte 2007 das Buch unter dem Titel “What’s the Point of Revolution if We Can’t Dance?” heraus. Die filia-Mitarbeiterinnen Claudia Bollwinkel und Svenja Genthe übersetzten es ehrenamtlich ins Deutsche: „Von Zeit zu Zeit haben wir das Glück, einem Buch zu begegnen, das unsere Sicht auf die Welt verändert…“ schreiben sie in ihrem Vorwort.

filia finanzierte den Druck des Buches.
>>Den deutschen Text finden Sie hier!


11_2_stifterinnenporträts_ein_lesebuch_druckfrisch

Das Buch von Vera Bloemer, Autorin und filia-Stifterin, erscheint am 14. September 2010:
Stifterinnen. Frauen erzählen von ihrem Engagement – ein Lesebuch
Philanthropie – für viele in Deutschland noch ein fremdes Wort. Die Autorin Vera Bloemer hat mit ihren 26 Porträts deutscher Stifterinnen ein lebendiges Mosaik weiblicher Philanthropie erstellt. Nicht jede von ihnen ist reich an Geld, aber alle setzen ihr Vermögen für gemeinnützige Ziele ein: Know-how, Engagement, Ideen und Erfahrung gehören ebenso dazu wie Mut, Tatkraft, Ausdauer und die Leidenschaft für gemeinnützige Ziele. Auch einige Stifterinnen von filia finden Sie in dem Buch.

Vera Bloemer
Stifterinnen
Frauen erzählen von ihrem Engagement – ein Lesebuch
Berlin 2010
ISBN 978-3-941368-12-5
24,80 Euro / für Mitglieder des Bundesverbandes deutscher Stiftungen 19,80 Euro
Bestellungen unter:
http://www.stiftungen.org/de/publikationen/neuerscheinungen.html

>> mehr zu Vera Bloemer

11_3_stiftung_und_nachlass

Rund sechs Billionen Euro Vermögen befinden sich in Deutschland in privaten Händen. Davon werden jährlich etwa 200 Milliarden Euro vererbt oder als Schenkung weitergegeben. Immer mehr Vermögende denken darüber nach, ihr Kapital auf Dauer nachhaltig für das Gemeinwohl einzusetzen.
Dieser Ratgeber vermittelt Kenntnisse des Erb-, Stiftungs-und Steuerrechts. Ob Sie ein Testament verfassen oder eine Stiftung errichten wollen: Hier finden Sie gesetzliche Grundlagen, Beispiele und Anregungen. Das Buch wendet sich an potentielle Stifterinnen und Stifter und an Rechts-und Vermögensberater.
„Viele Menschen, die Vermögen gemeinnützig investieren, bedauern, erst spät mit dieser Arbeit begonnen zu haben. Mir hingegen ist persönlich keine bekannt, die bedauert, zu früh damit begonnen zu haben.“
Aus der Einführung von Ise Bosch, filia-Gründungsstifterin

Lutz Förster
Stiftung und Nachlass
Mit einer Einführung von Ise Bosch
3., völlig neu bearbeitete Auflage
StiftungsRatgeber Band 3
Bundesverband Deutscher Stiftungen
Berlin 2010
ISBN 978-3-941368-11-8 | 206 Seiten
24,80* Euro | Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zahlen nur 19,80* Euro

 

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