filia_news filia_news 2010/01 | filia.die frauenstiftung
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Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2010 hat leider mit einer ungeheuren Katastrophe in Haiti begonnen. Mit einem Spendenaufruf haben wir uns bemüht, den frauengeleiteten Wiederaufbau gemeinsam mit dem Global Fund for Women zu unterstützen. Über die erfreulichen Ergebnisse bisher lesen Sie bitte 1_krisenfond_für_frauen_in_haiti.

In ihrem neuen Buch beschreibt Christa Wichterich die Errungenschaften der Frauenbewegung und die Auswirkungen der Globalisierung auf Frauen weltweit (siehe Buchtipps). Die Ursprungsforderung nach einer Umverteilung der Ressourcen zu Gunsten von Frauen ist uneingelöst und stößt gegen einen massiven gläserner Deckel: durchsichtig, aber fast unüberwindlich.
filia.die frauenstiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zu dieser Umverteilung zu leisten: von Frauen für Frauen. Wir starten optimistisch in dieses neue Jahrzehnt. Das Vorangegangene konnten wir mit einer guten Bilanz abschließen: Trotz Finanzkrise kann filia ihre Fördertätigkeit sogar ausbauen.

Ihre großzügigen Spenden und stabilere Erträge haben es ermöglicht: Seit Bestehen der Stiftung hat filia insgesamt mehr als 1 Million EURO an Projekte weltweit vergeben können.
2009 wurden 52 Projekte mit insgesamt 318.147 EURO gefördert: 3_aus_filias_förderpraxis.

Wir laden Sie ein, sich auf unserer neuen Website umzusehen: Unser Konzept ist gut sichtbar, unsere Vernetzung wird immer besser, unsere Förderrichtlinien sind klarer strukturiert, wir vertiefen unsere Projektevaluation und sind in die längerfristige strategische Förderung eingestiegen. Als Frauenstiftung gehören wir jetzt eher zu den „Großen“.
Die Anfragen, die uns aus aller Welt erreichen, stellen interessante und auch mutige Projekte vor. Um mehr Unterstützung leisten zu können, wollen wir weiter wachsen – dazu brauchen wir Sie: Denn die besten Kontakte und die nachhaltigste Bereitschaft zu geben, entstehen durch Ihre Fürsprache und Verbreitung der Intention von filia.die frauenstiftung.
Bleiben Sie uns treu mit Ihrem Beitrag zu mehr Gerechtigkeit für Frauen und Mädchen in dieser Welt.

Ihre Sonja Schelper und das filia-Team

1_krisenfond_für_frauen_in_haiti: Ein Dankeschön!

Wenn Sie diese filia_news 2010/1 erhalten werden, ist die Katastrophe in Haiti mehr als einen Monat her. Vor zwei Wochen starteten wir einen Aufruf, den frauengeleiteten Wiederaufbau zu unterstützen.
>> zum Spendenaufruf

Ihre und eure Begeisterung, konkret unterstützen zu können, und die folgende Bereitschaft zum Spenden bewegen uns sehr.
Es haben bis zum heutigen 16. Februar 80 Menschen 21.524 EURO gespendet!

Unser Online-Spenden Tool wurde dabei erfreulich gut genutzt.
Auch andere Organisationen (u.a. „Terres des Femmes“, „medica mondiale“) verweisen auf filia, wenn nach einer Möglichkeit gesucht wird, sehr konkret frauenbezogen und ohne Abzüge zu unterstützen.
Das online-Magazin für Frauen aviva hat unserer Aktion eine Seite gewidmet.

Außerdem erreichten uns Zeilen wie die folgenden:

  • „Danke für die wunderbare Initiative. Es könnte nicht richtiger sein.“
  • „Auf diesen Aufruf habe ich gewartet - herzlichen Dank!“
  • „Wir müssen helfen!“
  • „Vielen Dank für Ihre Arbeit!!!“

Unser Dank geht an Sie alle zurück! Wir werden Sie informieren, was mit Ihren Spenden möglich wird. Und – bleiben Sie dem Thema langfristig verbunden. Die Aufbauarbeit wird viele Jahre dauern.
Wir arbeiten bei dieser Kampagne mit dem Global Fund for Women, der weltweit größten Frauenstiftung, zusammen. Sie hat einen Krisenfond aufgelegt und wir machen gemeinsam die gute Erfahrung: Die Solidarität der Frauenstiftungen funktioniert, weltweit!
GFW unterstützt vor Ort seit vielen Jahren Frauengruppen – und wird es auch dann tun, wenn die Hilfskarawanen weiterziehen.

Sie finden fast täglich neue Informationen dazu >>hier!

2_neue_richtlinien

Seit dem 1. Januar 2010 gelten bei filia neue Förderrichtlinien.

1. filia fördert jetzt einmal im Jahr. Wir werden die Projektevaluationen ausbauen und vertiefen. Förderentscheidungen können dann noch stärker auf diesen Erkenntnissen aufbauen. Das zweistufige Verfahren wird fortgeführt: Am 1. April ist Einsendeschluss für alle Anfragen. Die ausgewählten Projekte erhalten dann eine Einladung zur Antragstellung.

2. filia‘s Förderprogramm hat eine neue Struktur. Wir unterscheiden jetzt zwischen verschiedenen Arten der Förderung, die Regionen werden wie folgt benannt:

  • Impulsförderung: bis zu 8000 Euro für Frauengruppen in Deutschland, Mittel-Ost-Europa und für länderübergreifende Frauennetzwerke und Konferenzen
  • Strategische Förderung: höhere Summen für ausgewählte Partnerinnen in Deutschland und Mittel-Ost-Europa
  • Förderung für Frauenstiftungen im International Network of Women’s Funds
  • Eilförderungen weltweit

Die neuen Richtlinien auf Deutsch und Englisch und die Anfrageformulare für Impuls- und Eilförderungen finden Sie unter www.filia-frauenstiftung.de
>> mehr

3_aus_filias_förderpraxis

3_1_überblick_2009_gesamt

3_2_beispiele_aus filias_förderpraxis_2009-II

3_2_1_impulsförderung_netzwerke

Karat Coalition, Warschau (Polen): „Connect! East South West women for development“
Als neue Mitspieler in der EU sind die kürzlich beigetretenen osteuropäischen Staaten verpflichtet, Entwicklungshilfe an Staaten im Globalen Süden zu zahlen. Frauenorganisationen aus diesen Ländern, die aktiv Einfluss auf die Entwicklungspolitik aus der Genderperspektive nehmen, können erreichen, dass diese Gelder verstärkt Frauen zugute kommen. Frauen aus ost- und westeuropäischen Frauengruppen und aus dem Globalen Süden treffen sich daher im April 2010 für zwei Tage in Polen und entwickeln Strategien für Geschlechtergerechtigkeit in der Entwicklungspolitik. Die NGOs erhalten Hintergrundmaterial zu internationalen Übereinkommen, EU-Regularien und Handlungsempfehlungen. Karat Coalition in Warschau setzt sich seit vielen Jahren für die länderübergreifende Zusammenarbeit von Frauengruppen ein.
www.karat.org
Karats informativen Email-Newsletter zu feministischen Nachrichten aus Osteuropa können Sie hier abonnieren: kasia.staszewska@karat.org.pl

3_2_2_förderung_frauenstiftung_nepal

Tewa Model Adaption Initiative
Frauenstiftungen akquirieren Gelder für die Frauenbewegung. Die Frauenstiftung in Nepal, Tewa („Unterstützung“), möchte die lokalen Frauengruppen so unterstützen, dass sie von ausländischen Geldgebern unabhängiger werden. Das ermöglicht den Frauen, ihre eigene Agenda zu setzen und selbst die Kontrolle über die Finanzen auszuüben. Tewa nennt das „philosophy of self reliant development“ (Philosophie der selbstständigen Entwicklung). Mit Tewas Unterstützung wurden ehrenamtliche Fundraiserinnen ausgebildet und vernetzt.
Tewa hat seit 2008 ihren Wirkungsradius erweitert und multipliziert ihre Erfahrungen: Im Distrikt Kaski in der Stadt Pokhare wurde eine Kooperation mit fünf Frauenorganisationen aufgenommen, die ihrerseits Fundraiserinnen ausbilden und kleine Förderungen an lokale Frauengruppen vergeben.
Tewas Idee und Modell von lokaler Philanthropie wird auf diese Weise adaptiert und ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung von aktiven Frauengruppen in den Distrikten: „Wir sind von dieser Erfahrung in Kaski sehr ermutigt, das Projekt auch auf andere Distrikte auszuweiten“, schreibt Deepak Devan, Koordinator von Tewa. Mit filias Unterstützung soll 2010 dieses Projekt auf zwei weitere Distrikte ausgeweitet werden.
www.tewa.org.np

3_2_3_eilantrag_aus_simbabwe

GALZ, Simbabwe: „Sexual Orientation Indaba“
In Simbabwe wird derzeit an der neuen Verfassung gearbeitet – mit Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen an diesem Reformprozess. Dass das Recht auf sexuelle Orientierung und sexuelle Identität ein Menschenrecht ist - weil es das Individuum und seine freie Entfaltung schützt -, wird selbst von vielen AktivistInnen tabuisiert. Homophobie ist unter afrikanischen Menschenrechtsverteidiger/innen weit verbreitet.
Die NGO „Gays and Lesbians of Simbabwe“ (GALZ) in Harare setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Homosexualität gesetzlich zu entkriminalisieren (siehe filia_news 2_09). Nun arbeitet GALZ unter der Leitung von Fadzai Muparutsa daran, dass sexuelle Orientierung und sexuelle Identität als Menschenrechte in der neuen Verfassung festgeschrieben werden. In diesem Prozess ist es GALZ gelungen, Kooperationspartner/innen unter den Menschenrechts-NGOs zu gewinnen. Gemeinsam mit ihnen veranstaltet GALZ eine Indaba (traditionell in Südafrika: Treffen der Ältesten), bei der über die Rolle der Menschenrechte für Menschen mit alternativer sexueller Orientierung und Identität gesprochen werden soll. Außerdem wird an konkreten Strategien gearbeitet werden, wie der Reformprozess beeinflusst werden kann.
filia unterstützt GALZ in Zusammenarbeit mit der Astraea Lesbian Foundation for Justice.
www.galz.co.zw
www.astraeafoundation.org

3_2_4_impulsförderung_in_deutschland

Internationales Frauencafe Nürnberg 
Seit 2006 erhalten Frauen, die auf ihrem Fluchtweg nach Deutschland gekommen sind, im Internationalen Frauencafé am Kopernikusplatz in Nürnberg Kaffee, Kontakt und Unterstützung. In Nürnberg und Umgebung leben etwa 700 Frauen, deren Asylverfahren noch läuft oder deren Aufenthaltsstatus seit Jahren ungeklärt ist. An Sprachkursen oder anderen integrierenden Maßnahmen dürfen sie nicht teilnehmen. Sie werden in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dort sind sie oft sexuellen Übergriffen ausgesetzt.
Das Team des Internationalen Frauencafés - darunter eine Frau mit eigener Fluchtgeschichte - bietet ihnen Beratung zu rechtlichen Fragen, Sprach- und Selbstverteidigungskurse und ein Gesundheitsprogramm an. Die Café-Besucherinnen wurden ermutigt und aktiv: Sie übernehmen selbst den Cafébetrieb, halten Vorträge an Schulen über die Situation von Flüchtlingsfrauen und ihre Fluchtgründe, berichten im Ausländerrat über die Zustände in den Heimen. Eine Frau zeigte den Hausmeister ihrer Unterkunft wegen sexueller Übergriffe an.
Im Oktober 2008 erhielt das Internationale Frauencafé den Interkulturellen Preis, den der Nürnberger Ausländerbeirat vergibt.
filia unterstützt das Frauencafé zum zweiten Mal mit einer Impulsförderung.
www.internationales-frauencafe.de

4_sichtbare_ergebnisse

4_1_eine_neue_rolle_für_frauen_in_tschetschenien

Empowerment auf der Straße 1
Hier sehen wir die Wandzeitung, auf der die Frauen von „Frauenwürde“ in Grosny stolz ihre ersten Führerscheine präsentieren (filia_news berichtete 2009/2 über das Vorhaben). Im Dezember 2009 konnte sich Katrin Wolf von filia selbst von den Fahrkünsten der Frauen überzeugen lassen. Ein wenig holperig beim Start, aber dafür mit sehr viel Spaß fahren die Frauen durch die Straßen von Grosny; ein großes filia-Logo immer sichtbar im Fenster platziert. Geplant ist für 2010 eine kleine Autokarawane am 8. März: Frauen sollen sichtbar und mobiler werden, auch auf den Straßen dieses krisenreichen Landes. www.womensdignity.org

4_2_film_über_street_performance_in_serbien: (Termin merken!)

Empowerment auf der Straße 2
Im Rahmen der Kampagne „16 Tage Aktivismus gegen Gewalt an Frauen“ verbreiten seit 1991 Frauengruppen weltweit zwischen dem 25.November (dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10.Dezember (dem Internationalen Tag der Menschenrechte) eine Botschaft: Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrechte für alle!
Die Frauengruppe „Zene na delu“ (Frauen in Aktion) reiste in 2008 mit einer Straßenperformance in zehn serbische Städte. Auf öffentlichen Plätzen spielten sie Szenen, die u.a. zeigten, wie Frauen damit ringen, ihre gewalttätigen Partner zu verlassen. Sie machen „das Ungesagte öffentlich“.
„Normalerweise sehen mehr Frauen bei unseren Performances zu. Manchmal kommen sie hinterher zu uns. Ein Mann auf der Straße in Kruševac sagte: ‚Das ist es, was wir unseren Kindern beibringen müssen, den Jungs und den Mädchen’. Manchmal kommen auch Männer, die sagen, sie werden nicht aufhören, ihre Frauen zu schlagen oder zu vergewaltigen. Ihre Worte vergessen wir niemals“, berichtet Sunčica Vučaj.
„Zenergija“ heißt der eindrucksvolle Dokumentarfilm der Filmemacherin Katrin Schnieders. Sie begleitete die Aktivistinnen aus Belgrad auf ihrer Reise in verschiedene Städte, fing die Atmosphäre während der Straßenperformance ein und zeigte Reaktionen des Publikums. Der Film wurde 2009 auf dem Filmfestival Münster gezeigt. filia möchte Teile daraus am 11. Juni 2010 auf der diesjährigen ProjektParty in Hamburg vorstellen. Zwei Aktivistinnen aus Serbien werden über die Besonderheiten der feministischen Bewegung ihres Landes erzählen. (siehe: termine_aus_eigenem_anlass_2010)
www.zenergija.or
www.filmproduktion-muenster.de

4_3_preisverleihungen_in_deutschland_!

Der Dokumentarfilm „Einfach mit dem Strom?" über Frauen und Mädchen in der rechten Szene, dessen Produktion filia gefördert hat (filia_news 2009/1), erreichte im Rahmen des JIM Filmfestivals für Kinder und Jugendliche in Brandenburg in der Kategorie Dokumentarfilm den 1. Platz. Außerdem gewann der Film einen Preis beim Jugendwettbewerb „Zivilcourage vereint“.
Herzlichen Glückwunsch an die Mädchen, die den Film gedreht haben! Er kommt auch in zahlreichen Schulen zum Einsatz, wurde über 450 Mal bundesweit verteilt und wird auch vorgestellt unter:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/buecher/einfach-mit-dem-strom
www.mikado-nauen.de
http://jim-filmfestival.de/

4_4_noch_eine_preisverleihung: in Bosnien für Aktive Bürgerinnen

Die Frauen des Netzwerks „Veliko Srce“ in Gradacac (Bosnien) - Partnerinnen unserer „strategischen Förderung“ - wurden für ihre besonderen Beiträge zum Aufbau einer aktiven Zivilgesellschaft von der OSCE Mission Bosnien-Herzegovina mit dem „Active Citizens of Europe Award 2009“ ausgezeichnet. filia sagt „Herzlichen Glückwunsch“!
Am 18. November 2009 besuchten uns die Koordinatorin Halida Jahic und die deutsche Unterstützerin des Netzwerks Dr. Hanna Bürger. Sie berichteten und zeigten Fotos: Um sich Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, stellen die Frauen ökologisch produzierte Lebensmittel her und verkaufen sie auf Messen. Halida bemüht sich um die Zertifizierung der Produkte. Mit einer zweckgebundenen Spende an filia kann jetzt eine Werkstatt für die Produktion eingerichtet werden: Vielen Dank an die Stiftung Natur, Mensch, Kultur!
(Eine Homepage ist im Aufbau)

4_5_wir_haben_die_Nase_voll!

Aktion in Köln gegen Gewalt
Rund 60.000 Päckchen Taschentücher mit den Rufnummern von Beratungseinrichtungen wurden in Köln am 25. November 2009, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, in Apotheken und auf einem Protestmarsch verteilt. filia unterstützte die Aktion des „Bündnisses autonomer Frauenprojekte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ und war mit einem Logo auf der Packung vertreten.
www.lila-in-koeln.d

5_vernetzung_international

5_1_treffen_europäischer_frauenstiftungen_in_tbilissi_georgien

Woher kommt das Geld für Frauenrechtsarbeit? Das war die vorrangige Frage auf dem letzten Treffen der in Europa angesiedelten Frauenstiftungen des INWF in Tbilissi (Georgien) vom 8. bis 10. Oktober 2009.
Die Wirtschaftskrise hat die Frauenstiftungen unterschiedlich betroffen: In der Ukraine versiegte der Geldstrom von lokalen Unternehmen; der Slovak-Czech Women’s Fund musste seine Pläne zum Aufbau eines Kapitals verschieben; beim Global Fund for Women in San Francisco mussten Einschnitte im Personalbereich vorgenommen werden, um die Höhe des Förderbudgets halten zu können. Vertreterinnen von elf Frauenstiftungen sprachen über Möglichkeiten, Frauenrechte bei internationalen Geldgebern ins Bewusstsein zu rücken, über gemeinsame Fundraising- und Lobbyaktivitäten. Es ist bereits gelungen, bei europäischen Gebertreffen wie dem Grantmaker’s East Forum die Existenz und das Anliegen von Frauenstiftungen sichtbar zu machen. Dafür ist eine kontinuierliche Präsenz erforderlich. 2010 wird es beim nächsten Treffen in Bulgarien um Fundraisingmöglichkeiten in Europa gehen.
Am Rande gab es viel kollegialen Austausch zwischen den Frauen - bei georgischer Gastlichkeit und in den heißen Quellen von Tbilissi.

5_2_philanthropie_in_osteuropa: Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall

Vom 10. bis 12. November 2009 trafen sich in Berlin etwa 150 VertreterInnen von Stiftungen und Einrichtungen, die in Mittel- und Osteuropa fördern, zum Fachaustausch: beim Grantmaker‘s East Forum.
Erstmalig waren Frauenstiftungen (filia und Women's Fund in Georgia) in einer zentralen Podiumsveranstaltung vertreten. Es wurde über das Verhältnis von direkter Hilfeleistung (Suppenküchen) zu der Unterstützung des sozialen Wandels diskutiert und über die Bedeutung des Genderblicks bei der Förderarbeit. Immerhin die Hälfte der Anwesenden fand dies wichtig – eine spezielle Förderung für Frauen gibt es allerdings kaum. Gender spielte in den sonstigen Diskussionen der Tagung fast keine Rolle.
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6_vernetzung_national

netzwerk_wandelstiften_offiziell_gegründet

Die Zahl 7 hat uns vorangebracht: Am 17. November gründeten 17 Stiftungen mit einem Gesamtkapital von ca. 70 Mill. EURO offiziell das Stiftungsnetzwerk Wandelstiften – für eine gerechtere Gesellschaft. Wir berichteten mehrfach über den Prozess.

>> Lesen Sie über Kriterien und Ziele auf unserer neuen Website
oder auf www.wandelstiften.de!

7_besuche_aus_nepal_usa_tschetschenien

7_1_menschenrechtsaktivistinnen_aus_nepal 

Indira Ghale und Laxmi Devi Khadka, zwei Menschenrechtsverteidigerinnen aus Nepal, kamen am 26. November 2009 in filias Büro. Peace brigades international – der deutsche Zweig hat seinen Sitz in Hamburg – hatte mit filia Kontakt aufgenommen. PBI hatte die Frauen zu einer „Speaking Tour“ durch Europa eingeladen, um Bewusstsein für die Menschenrechtssituation in Nepal, insbesondere von Frauen, zu wecken.
Im Gespräch mit filia ging es um Möglichkeiten, die Sicherheit und das Wohlergehen von Menschenrechtsaktivistinnen zu stärken. filia fördert seit 2006 die nepalesische Frauenstiftung Tewa, die Frauen auf dem Land dabei unterstützt, sich in Frauengruppen zu organisieren und für ihre Belange einzutreten (siehe beispiele_aus_der_förderpraxis). Die Gründerin von Tewa, Rita Thapa, inspirierte Indira Ghale, selbst aktiv zu werden.
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7_2_Shalini_Nataraj_von_der_weltweit_größten_frauenstiftung_usa

Im Rahmen ihrer Europareise diskutierte Shalini Nataraj, Vizepräsidentin und Programmdirektorin des Global Fund for Women, San Francisco, mit filia über zukünftige Vorhaben.
In Krisensituationen sollte strategischer gefördert werden. Die Kooperationen zwischen den international fördernden Frauenstiftungen im International Network of Women’s Funds (INWF) gewinnen deshalb immer mehr an Bedeutung.
Das Gespräch von Shalini mit Sonja Schelper und Claudia Bollwinkel von filia drehte sich um unsere Vision für die Zukunft des INWF und um Möglichkeiten zur strategischen Zusammenarbeit in der Förderung. Die Kampagne zur Unterstützung für Haiti ist unsere erste direkte Kooperation.
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7_3_projektpartnerinnen_aus_tschetschenie

Am 2. Dezember erhielten wir sehr lebendig und aus erster Hand Informationen aus einem Förderland von filia. Taita Junusova, Inna Ajrapetjan und Cheda Omarchadzieva waren im Rahmen ihres tschetschenisch-deutschen Projektes „Schulen des Friedens“ (www.shkolymira-chechnya.org) nach Hamburg gekommen. filia fördert ihre Organisationen
„Lebensfaden“ (Menschenrechtsprojekt „Mädchen ohne Fesseln“) und „Sintem“, zu Deutsch ‚Harmonie’, mit ihrem Projekt zur Prävention gegen häusliche Gewalt „Iman“.
Über die Situation von Frauen in Tschetschenien und die Verschärfung der Bedingungen für NGO-Arbeit berichteten sie schockierende Details. NGOs werden per se verdächtigt, „Spione des Westens“ und Vaterlandsverräter zu sein. Die Morde an Menschenrechtler/innen erzeugen eine Atmosphäre der Angst und Bedrohung. Taita berichtet, dass ihre Kollegin zeitweise nicht mehr neben ihr auf der Straße gehen wollte: Aus Angst, durch die Nähe zu Taita selbst in Gefahr zu geraten. Aber sie erzählten auch über ihre mutigen und vielfältigen Aktivitäten für Frauen- und Friedensarbeit. 
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8_filia_unterwegs

8_1_Impulse gegen Kulturdominanz und Homophobie

Mehrfachzugehörige als Impulsgeber_innen: Unter diesem Motto stand die Fachtagung, die filias Projektpartnerin LesMigraS im Rathaus Schöneberg in Berlin am 25. November 2009 zu ihrem 10-jährigen Jubiläum veranstaltete. „Die Aktivistinnen von LesMigraS verbinden die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrer Projektpraxis“, berichtet filias Stiftungsrätin Cristina Torres Mendes. Sie diskutierte auf dem Podium mit über Impulse, die von Menschen mit nicht-heterosexueller Lebensweise und Migrationshintergrund für die gesamte Gesellschaft ausgehen können. Lesbische Migrantinnen haben Mehrfachidentitäten – sie gehören zu ihren Herkunftscommunities, und auch zu den deutsch dominierten lesbischen Zusammenhängen. Bei der mit etwa 120 Menschen gut besuchten Veranstaltung wurde deutlich, wie sehr die Arbeit von Klientinnen, Verbündeten und offiziellen Vertreter_innen geschätzt wird.

8_2_rolle_von_stiftungen

Die Stiftung Wertevolle Zukunft - Sitz in Hamburg-Altona, also fast filia-Nachbarin - lud am 7. Dezember ein zu einer Podiumsdiskussion, die auch dank guter Moderation von Karin Läsker von der Süddeutschen Zeitung wirklich interessant wurde.
Die Diskussion (mit Dr. Volker Then und Dr. Steffen Sigmund, beide Uni Heidelberg, Christian Steinberg, Stiftung Wertevolle Zukunft, und Autor Robert Jacobi – siehe Buchtipp) kreiste um das Thema Legitimation und Transparenz im Stiftungswesen. Leider wurden immer wieder „Effizienz“ und „Effektivität“ verwechselt, und die tiefer liegenden Fragen tauchten nur bruchstückweise ans Licht. Als da sind: Wie sieht eine Evaluation aus, die stimmig ist mit den Stiftungsvorhaben und die die Stiftung wirklich voranbringen? Was genau verstehen wir unter Effizienz? Welche Erfolge meinen wir? Wie messen wir diese Erfolge, unsere soziale Wirksamkeit? Die Ergebnisse sind meist hinterfragbar. Schlimmer noch, was tun bei Misserfolgen? Wie richten wir’s ein, dass wir aus Fehlern Gewinn ziehen?
Ise Bosch, Vorstandsfrau von filia, diskutierte mit und ihre Bilanz: Schön für filia, die Stiftung Wertevolle Zukunft gleich nebenan zu haben, die sich auch diesen Themen stellt!

8_3_kampf_für_gleichberechtigung_in_südafrika

Südafrika auf dem Weg vom Apartheidregime zur Demokratie: Phumzile S. Mtetwa, Leiterin des Lesbian and Gay Equality Project aus Johannesburg, stellte am 10. Dezember 2009 in Frankfurt/Main die Arbeit des Equality Projects vor.
Sehr eindrucksvoll erzählte Phumzile ("Phumi"), wie das kleine Team von drei Frauen des Equality Projects immer wieder Aktivistinnen zusammenbringt, um auf die Hate Crimes (Verbrechen aus Hass) gegen lesbische Frauen aufmerksam zu machen - ohne Rücksicht auf die Gefahren, in die sie sich begeben.
Insbesondere beschrieb sie die Aktionen nach dem Mord an Eudy Simelane, einer südafrikanischen Frauenfußballerin, die offen lesbisch gelebt hatte und am 28. April 2008 umgebracht wurde (siehe auch filia_news 2009/1 und die Veranstaltung mit GALZ in Hamburg, filia_news 2008/3). filias Unterstützung des Equality Projects im Kampf für die Verurteilung dieses Verbrechens als Hate Crime erwähnte Phumi mehrfach. filas Stiftungsrätin Stefanie Hoogklimmer hatte bei dieser Veranstaltung Gelegenheit, Phumi persönlich näher kennenzulernen.
Eingeladen hatte die kulturpolitische Initiative „Faites votre jeu“ gemeinsam mit dem Autonomen Frauenlesben Referat und dem Autonomen AusländerInnen Referat der Uni Frankfurt/Main. Die Veranstaltung fand im ehemaligen Gestapo-Gefängnis in Frankfurt statt, das bis in die 1980er Jahre als Gefängnis fungierte und jetzt autonomen Gruppen zur Verfügung steht.

8_4_spannungsfeld_haupt_und_ehrenamt

Am 21. Januar 2010 lud der Europäische Austausch in die Räume der BMW Stiftung Herbert Quandt nach Berlin zu den Spreegesprächen ein. Dort trafen sich in lockerer Atmosphäre etwa 25 hauptamtliche Führungskräfte aus dem 3. Sektor, um über Herausforderungen und Chancen in der Arbeit mit Ehrenamtlichen/Freiwilligen zu diskutieren. Unter ihnen auch Sonja Schelper, Geschäftsführerin von filia.
Trotz vieler Unterschiede bei den Aufgaben und Zielen konnten auch Übereinstimmungen herausgearbeitet werden: Ehrenamtliche sind wichtig und werden zukünftig durch fitte SeniorInnen immer zahlreicher. Meist haben Ehrenamtliche eine hohe ethische Motivation. Sie stellen ihre Erfahrungen und Kompetenzen zur Verfügung; bringen ihren Außenblick ein, bieten Erneuerung, Kontrolle, Vernetzung.
Doch das Ehrenamt birgt auch Probleme in sich. Ohne Entlohnung kann nicht immer eine zuverlässige Leistung verlangt werden. In ehrenamtlichen Gremien wird teilweise über Dinge entschieden, die nicht zum Alltagsgeschäft der Mitglieder gehören. Oft wird in Organisationen darum gerungen, wem die Organisation „gehört“, wer die Richtung bestimmt.
Fazit: Für eine fruchtbare Zusammenarbeit braucht es ein Ehrenamtsmanagement, auch Fortbildung von Ehrenamtlichen und eine klare Abgrenzung zwischen Haupt- und Ehrenamt. Reibereien um Zuständigkeiten, das Eingreifen in Umsetzungsfragen, Entscheidungsstau und Machtgerangel sind weit verbreitet. Ein Gradmesser für die Zusammenarbeit sollte sein: Wie können Haupt- und Ehrenamtliche ihre Aufgaben so erfüllen, dass der eigentliche Zweck der Organisation optimal befördert wird? Diese Fragen werden auch bei filia aktuell diskutiert.

9_filia_intern: Gute Ideen und neue Stifterinnen

9_1_ein_besonderes_geburtstagsgeschenk

‚Unterstützt doch ein konkretes Projekt von filia, das würde mir am meisten Freude bereiten‘ – so der Wunsch einer Stifterin zu ihrem runden Geburtstag Ende Februar. Für diesen Anlass haben wir das Projekt, das sie fördern möchte, auf einer Seite mit Hintergründen und Fotos vorgestellt; sie hat dieses Blatt gemeinsam mit ihrer Einladung verschickt; bei filia sind bereits erste Spenden eingegangen.
Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag - und zu der tollen Idee.
Die tolle Idee geben wir hiermit weiter, gern denken wir mit Ihnen gemeinsam über weitere Ideen und Anlässe nach und bereiten entsprechendes Material für Sie vor.

9_2_neue_stifterinnen

filia begrüßt herzlich die 40. Stifterin! Seit der letzten Woche hat die Gemeinschaftsstiftung filia vierzig Stifterinnen, die ihr privates Vermögen umwandeln in Aktivitäten für den gesellschaftlichen Wandel – im Interesse von Frauen. Der feministisch-philanthropische Ansatz nutzt die Macht des Geldes als Werkzeug für Veränderungen – im Vertrauen auf die Kompetenz und Handlungsfähigkeit von Frauen.

Vera Bloemer beschrieb das in ihrem Gespräch 2009 für sich selber so:
Was hat Sie motiviert, bei filia Stifterin zu werden?
„Mich hat diese Aussage auf der Website gereizt: ‚Wer Frauen unterstützt, verändert die Welt’. Dieser Gedanke hat mich begeistert, ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Frauen in vielen Situationen anders, auch effizienter als Männer an Dinge herangehen. Bei filia haben mich die Vielseitigkeit der Projekte und die Internationalität angesprochen, und es hat mir gefallen, wie genau filia hinschaut, wen und was sie unterstützt immer mit Blick auf einen Veränderungsansatz.“

Im nächsten Sommer feiert filia ihr zehnjähriges Jubiläum. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir zu diesem Anlass die 50. Stifterin begrüßen können!

10_filia_in_der_öffentlichkeit

10_1_Neue Website

Seit dem 24. Januar 2010 ist die neue filia-Website online. Wir haben die ersten Tage genutzt, um Korrekturen einzuarbeiten. Jetzt ist es soweit: Bitte schauen Sie sich die neue Seite an. Sie ist in 3 inhaltliche Schwerpunkte gegliedert, hat also einen neuen konzeptionellen Charakter. Es kann vorkommen, dass sie Bekanntes erst einmal suchen müssen. Wir freuen uns über Reaktionen und konstruktive Kritik!

10_2_neue Flyer

Einige haben die neuen Flyer bereits erhalten. Sie bieten knappe Informationen, sind aber reich an Fotos und Farben. Sie können aufrecht stehen und sollen Lebendigkeit und Vielfalt der Förderprojekte vermitteln. Wir freuen uns über die positiven Reaktionen, die uns erreicht haben. Gern können Sie bei uns mehr bestellen.

10_3_Jahresbericht 2008/09: Ihre Meinungen

Unser Jahresbericht 2008/09, den wir im November verschickt haben, hat ein Echo ausgelöst, an dem wir Sie mit ein paar Beispielen teilhaben lassen möchten:

"Ich bin sehr berührt von dem vielfältigen filia-Engagement und angetan von den Unterstützungen all der Projekte. Ich spüre einerseits, mit welcher Herzarbeit Sie alle das Engagement vorantreiben. Es ist ein Segen für uns Frauen. Und anderseits finde ich die Präsentation im Jahresbericht außerordentlich ansprechend. Das allein macht schon Freude zu lesen.
…Danke, dass es filia gibt."
Béatrice Hecht-El Minshawi, interkulturelle Trainerin

"We got the book which you send and thank you for your attention.This book is very valuable for us and in the area of women rights it will be valuable practical material….
Dt.: Wir bedanken uns für das Buch, das ihr uns geschickt habt. Dieses Buch ist sehr wertvoll für uns und in dem Bereich der Frauenrechte ist es ein nützliches praktisches Material."
Rahila Mammadli, Social Union of Kathun, Azerbaidschan

"Es war wieder eine Freude den Jahresbericht 2008/2009 zu lesen. …im Jahresbericht sind die Förderprojekte und die Arbeit von filia einfach im Zusammenhang besser 'uit de verf' (werden klarer eingefärbt... was etwas anderes ist als Schönfärberei!).
…Zurück zu filia: es lohnt sich wirklich, filia zu unterstützen."
Marianne Schulte-Kemna, Stifterin

"We just got your Annual Report, we were so delighted by the way you done it! I was happy to see one of our activists from SOS Hotline Novi Sad on the cover of the report, and also to read about all the fantastic work of the feminist activists all around the world that you support!!! So, congratulations again!...
Warm regards from cold Belgrade…
Dt.: Wir haben gerade euren Jahresbericht erhalten und finden es wunderbar, wie ihr ihn gestaltet habt! Ich war sehr froh, eine Aktivistin der SOS Hotline aus Novi Sad auf dem Umschlag zu finden, und auch, über alle die phantastische Arbeit zu lesen, die feministische Aktivistinnen auf der ganzen Welt tun und die filia unterstützt!!! Herzlichen Glückwunsch und warme Grüße aus dem kalten Belgrad."
Tijana Popivoda, Autonomous Women’s Centre, Belgrad 

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11_studie_der_regenbogenphilanthropie_vorgestellt

Wo fließt das Geld für Menschenrechte für Menschen mit alternativer sexueller Orientierung und Identität?

In der Studie „Regenbogen-Philanthropie Deutsche Unterstützung für die lesbisch-schwule, bi-, trans- und intersexuelle (LSBTI) Menschenrechtsarbeit im globalen Süden und Osten“ untersucht Arn Sauer, welche deutschen Akteure im Jahr 2008 Gelder dafür gegeben haben. >> Die Studie steht als Download zur Verfügung!

Sie wurde von der Dreilinden gGmbH initiiert und vom Forum for Active Philanthropy durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Von 16.500 Stiftungen in Deutschland engagierten sich nur elf Stiftungen mit 622.00 €. filia wird in der Süddeutschen Zeitung als eine der drei „mutigeren Stiftungen“ bezeichnet, die dieses Tabuthema angehen.
Dabei kann hier mit wenig Geld viel erreicht werden, und der Handlungsbedarf ist groß.

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12_nützlich_buchtipps

12_1_“gleich, gleicher, ungleich“_von_Christa Wichterich

Paradoxien und Perspektiven von Frauenrechten in der Globalisierung
Christa Wichterich legt in ihrem neuen Buch eine beeindruckende Zusammenstellung der Ergebnisse zu den Frauenkämpfen der letzten dreißig Jahre vor. Vom „Jahr der Frau“ 1975 über die Konvention zur Eliminierung der Diskriminierung der Frauen (CEDAW, 1979), den UN-Konferenzen in Nairobi und Peking und den Millenium Development Goals mit ihren Fortschritten – zumindest sind grundlegende Frauenrechte in den UN-Dokumenten anerkennt und niedergelegt worden.
Frauen haben also viel erkämpft. Und doch scheint das Hauptziel unerreicht.
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12_2_“gewinn_mit_sinn“_von_Mechthild Upgang

Ein nachhaltiger Finanzratgeber zur sicheren Geldanlage
Die weltweite Finanzkrise hat uns allen gezeigt, was passiert, wenn Banken, Unternehmer aber auch Anleger/innen die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens aus den Augen verlieren – wenn sie vom Kapital statt von den Zinsen leben und der wachsenden Gier nach der noch höheren, noch schnelleren Rendite nachgeben. Wie können wir aber in dieser Situation zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserem Geld kommen? Wem können der private Anleger und die private Anlegerin in der Krise noch trauen? Und was müssen sie beachten, wenn sie ihr Geld nicht nur zukunftssicher, sondern auch mit gutem Gewissen anlegen möchten? Antworten auf die drängenden Fragen in und nach der Finanzkrise gibt die Finanzberaterin Mechthild Upgang in ihrem nachhaltigen Finanzratgeber „Gewinn mit Sinn“, der im oekom verlag erschienen ist.
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12_3_„die_goodwill-gesellschaft“_von_Robert Jacobi

Wie sind Stiftungen gesellschaftlich legitimiert?
Es gibt ein neues Buch zu diesem Thema, „Die Goodwill-Gesellschaft“ von Robert Jacobi. Eben zurück von einem Public-Administration-Studium in Harvard, wundert er sich über die intransparente Stiftungsszene Deutschlands.
Der Untertitel gibt den Kern seiner These wieder: Jacobi hatte dafür eine etwas provokante Frage vorgesehen: „Ist gut gemeint auch gut gemacht?“, aber der Verlag wollte lieber: „Die unsichtbare Welt der Stifter, Spender und Mäzene“. Die Themen sind also Ineffizienz und Intransparenz.
Welchen neuen Impuls bringt Robert Jacobi? Er erwartet von gemeinnützigen Einrichtungen, dass sie - im Gegenzug zur Steuerbefreiung - nachweislich effizient arbeiten und das der Öffentlichkeit gegenüber auch darlegen.
„Die Goodwill-Gesellschaft - Die unsichtbare Welt der Stifter, Spender und Mäzene“ von Robert Jacobi, Murmann Verlag 2009, Euro 24,90.

13_termine_2010_übersicht

  • 15. Januar – Kassel – Treffen Netzwerk Wandelstiften zur Anlagepolitik
  • 21. Januar – Berlin – Spreegespräche zu Haupt- und Ehrenamt
  • 1. März – Berlin – Forum Frauen und Stiftungen des Bundesverbandes deutscher Stiftungen
  • 11./12. März – Wien - World Diversity Leadership Summit Europe
  • 1. April – Abgabetermin für Förderanfragen
  • 23. April - Hannover – Fachkongress WoMenPower
  • 24. - 26. März - Berlin - Internationale Konferenz "Gender Counts" zur UN-Resolution 1325
  • 5. - 7. Mai – Frankfurt a/Main – Deutscher Stiftungstag
  • 17.- 22. Mai - Ulan Bator (Mongolei) – Internationales Treffen der Frauenstiftungen des INWF
  • 5. Juni – Hamburg – Hamburger Stiftungstag
  • 11. Juni – Hamburg – ProjektParty mit Filmvorführung – IM KALENDER VORMERKEN!!!
  • 12. Juni – Hamburg – Stifterinnenversammlung mit SR-Wahl
  • September - Sofia (Bulgarien) – Treffen der europäischen Regionalgruppe des INWF

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