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Bis zum 1. März 2012 nimmt filia Anträge mit Ideen und Plänen für Projekte für Mädchen und junge Frauen entgegen.
Frauenorganisationen aus der ganzen Welt können bei filia eine schnelle Förderung aus dem Möglichkeitsfonds beantragen.
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filia Stifterinnen

filia-Gründungsstifterin: Gisela du Mont

Gisela du Mont

Mein Name ist Gisela du Mont. Ich wurde im Juni 1944 in Köslin (Polen) geboren. Nach der Flucht 1945 verbrachten wir die erste Zeit nach dem Krieg in einem Flüchtlingslager in Schleswig. Mein Vater erhielt 1947 eine Anstellung bei den Amerikanern in Frankfurt und holte 1948 seine Familie nach. Nach dem plötzlichen Tod meines Vaters 1949 blieb meine Mutter mit vier kleinen Kindern zurück und schlug sich mehr recht als schlecht durchs Leben.

Die Schwester meines Vaters hatte keine eigenen Kinder und nahm mich zu sich. Ich wuchs bei Tante und Onkel als Einzelkind auf. Einmal im Jahr besuchte ich meine Familie. Eine Entfremdung war nicht zu vermeiden.
Mein beruflicher Werdegang wurde sehr von meinen Pflegeeltern bestimmt. Ich hätte gerne Volkswirtschaft studiert, doch mein Pflegevater lehnte mit der Begründung ab, das sei zu teuer. So machte ich eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau in einem Modegeschäft und ging nach einer einjährigen Zusatzausbildung auf der Textilfachschule als Substitutin in ein großes Kaufhaus.
Ich lernte meinen Mann kennen und bekam zwei Kinder.

Die Ideen der Neuen Frauenbewegung, der Gedanke von Vernetzung und Austausch  mit anderen Frauen begeisterte auch mich in den Siebzigern.

So organisierte ich mit anderen Frauen zusammen die Kinderbetreuung, wir gründeten einen Frauenstammtisch und die Initiative "6.Oktober" in Bonn.

Nach 12jähriger Familienzeit stieg ich wieder ins Berufsleben ein als Mitinhaberin eines Modegeschäfts. Mein Pflegevater hatte sich erst mit 60 Jahren als Hörgeräteakustiker erfolgreich selbständig gemacht und lebte nur für seinen Beruf. Mit 82 Jahren ging er in Rente. Nach seinem Tod 1990 suchte ich mit einer Bankvollmacht meiner Pflegemutter, die sich nie mit Geldgeschäften befasst hatte, die Bank auf. Nach ausnehmend freundlichem Empfang legte man mir eine Finanzaufstellung vor. Fassungslos nahm ich die Größenordnung des Millionenvermögens wahr, dessen Alleinerbin ich nach dem Tod meiner Pflegemutter sein würde. Danach musste ich auf einer Parkbank erst einmal meine Gedanken sortieren. Wie sage ich es meiner Familie, meinen Freunden, meinen Geschwistern?

Nach Gesprächen mit meinem Mann und auch mit meinen Kindern kam ich zu der Überzeugung, nicht alles weiterhin den Banken zu überlassen, sondern selbst mehr Kompetenz zu gewinnen. Ich besuchte Hauptversammlungen, trat in einen Investmentclub ein, besuchte Anlegermessen. Bald fühlte ich mich in den Gesprächen mit den Bankberatern auf Augenhöhe, die Bevormundung hatte ein Ende.

Ich suchte den Kontakt mit Gleichgesinnten und fand sie bei den Erbinnenkonferenzen und dann im Erbinnennetzwerk Pecunia e.V.

Dort fand ein reger Austausch statt, und nach einiger Zeit zeichnete sich ab, wo es für mich hingehen sollte: Ich wollte einen Teil meines Vermögens für andere, nicht so privilegierte Frauen zur Verfügung stellen! Acht Frauen fanden sich, die wie ich bereit waren, einen Teil ihres Vermögens in eine Frauenstiftung zu geben.
Der Gedanke der Frauengemeinschaftsstiftung, in der mehrere Frauen gemeinsam ihr Geld für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen zugunsten von Frauen einsetzen, gefiel mir besonders, und ich genoss die enge Gemeinschaft mit den anderen Stifterinnen. Die Aufbauarbeit beschäftigte uns mehrere Jahre. Es gab viele intensive Gespräche und Verhandlungen. 2001 gründeten wir filia.die frauenstiftung.

Nach dreijähriger ehrenamtlicher Arbeit  habe ich mich jetzt aus dem Stiftungsrat zurückgezogen und bin filias Freundin geblieben - oder vielleicht auch ihre Patentante.
So gibt es noch mehr Platz für weitere engagierte  Fachfrauen.
filia hat Zukunft - als Stiftung und als Gemeinschaft von Frauen mit gleichen Visionen!

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