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Bis zum 1. März 2012 nimmt filia Anträge mit Ideen und Plänen für Projekte für Mädchen und junge Frauen entgegen.
Frauenorganisationen aus der ganzen Welt können bei filia eine schnelle Förderung aus dem Möglichkeitsfonds beantragen.
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filia Stifterinnen

Stifterin: Brigitta Wardenbach

Brigitta Wardenbach

"Die Welt ist klein geworden, wir brauchen uns alle"
Auf die schönen Seidentücher, die sie trägt, wird sie oft angesprochen. Wenn sie wie so oft in Süd-Indien und Sri Lanka auf Reisen ist, wird sie gefragt: "From India?" Nein, sagt sie dann, die Tücher sind aus Nepal.

In Kathmandu liegt der Shelter, eine Zufluchtsstätte für Frauen und Mädchen, in dem diese Tücher gewebt werden. Seit fünf Jahren unterstützt Brigitta Wardenbach den Shelter über ihre Stiftung, die Manfred und Brigitta Wardenbach-Stiftung. "Die Frauen und Mädchen sind von ihren Männern und Familien verstoßen, kriminalisiert, krank, traumatisiert, können ihre Kinder nicht ernähren, haben kein Zuhause und stehen vor dem Nichts", erzählt Brigitta Wardenbach. Im Shelter, der seit 1995 existiert, werden sie zunächst gesundheitlich stabilisiert. Die Frauen lernen dort Lesen und Schreiben und erhalten eine Ausbildung, z.B. im Weben, in Land- und Hauswirtschaft. Nach zwei Jahren verlassen sie den Shelter und können sich eine eigene Existenz aufbauen, wie die beiden Frauen, die jetzt gemeinsam einen Schönheitssalon führen. Oder wie die Frau, die als Kind von acht Jahren in den Shelter kam (Mädchen bleiben dort bis zum Ende ihrer Ausbildung), später Pharmazie studierte und nun die Apotheke führt, die zum Shelter gehört und die auch die gesamte Umgebung mit Medikamenten versorgt.

"Hier kann ich sehen, wie Geld sich in menschliche Energie verwandelt", sagt Brigitta Wardenbach, und das war auch ihre Motivation, nach dem Tod ihre Mannes, mit dem gemeinsam sie sehr erfolgreich Textilien aus dem asiatischen Raum importierte, eine Stiftung zu gründen: Sie wünschte sich, dass die große Energie, die ihr Mann hatte und die in dem gemeinsam erarbeiteten Vermögen steckte, umgesetzt werden sollte in Energie, die es Menschen ermöglicht, etwas aus ihrem Leben zu machen. Dass das vor allem Frauen sein sollten, war für Brigitta Wardenbach ganz klar: "Frauen haben die Kraft und den Mumm, viel zu verändern. Ich fühle mich solidarisch mit Frauen, die keine Chance haben, aber die Kapazitäten." Wie früher auf ihren Reisen zu den Fabriken, wo sie die Ware stets persönlich prüfte, ist Brigitta Wardenbach jetzt in ihrem Shelter regelmäßig vor Ort. Sie gibt Impulse; schlug zum Beispiel vor, die Garne selbst zu färben, und freute sich, bei ihrem nächsten Besuch zu sehen, dass ein kleines Laboratorium eingerichtet wurde, mit dem nun alle Garne schadstofffrei gefärbt werden. Den Neubau für den Shelter außerhalb der Stadt auf einem von ihr gekauften Grundstück betreut sie auch selbst und bringt den Menschen vor Ort den Einsatz nachhaltiger Techniken wie Solarzellen und Biogas nahe. In einigen Jahren soll der Shelter sich selbst tragen.

Beim Frauennetzwerk Business Professional Women (BPW) in Hamburg lernte Brigitta Wardenbach Christiane Grupe, die Geschäftsführerin von filia kennen und stiftete bald darauf zu. "filia ist ein Sprachrohr für die Frauenstiftungen. Hier finde ich Menschen, die verstehen, was ich tue, kann mich austauschen, fragen und lernen. filia ist für mich wie ein Nest", sagt sie. Brigitta Wardenbach ist überzeugt, dass alles auf der Welt miteinander verbunden ist: "Wir können uns nicht mehr voneinander abtrennen, wir hängen alle zusammen. Die Welt ist klein geworden, wir brauchen uns alle". Ihre Arbeit verändert nicht nur das Leben der Frauen im Shelter und in der Umgebung, sondern auch sie selbst. Sie findet es prickelnd, dass sie so viel Neues dazulernt; ob es um monsunresistente Ziegel geht oder um die Bedienung einer Digitalkamera, damit sie ihr Projekt mit Fotos präsentieren kann. Sie sensibilisiert andere Menschen für die Situation der stigmatisierten Frauen in Nepal und zeigt ihnen, dass man mit Geld auch andere Dinge tun kann. Im April zur Grundsteinlegung des Neubaus ist sie wieder in Kathmandu: "Ich bin auf dem richtigen Weg. Und es ist wunderbar zu sehen, wie es Früchte trägt." Und ihre Augen leuchten.
Tücher in verschiedenen Farben, aus Seide und Baumwolle, können bei filia gekauft werden. Der Erlös geht direkt an die Frauen im Shelter.

Wenn Sie Interesse an einem Tuch haben, senden Sie uns bitte eine E-Mail!

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